Sollten wir uns das Abschaffen - wieder anschaffen?

  • http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=22678&page=3
     
    zu Remsis Hinweise, wär doch überlegenswert.
     
    Sehe darin Präventation bei Krankheiten, wie Z. B. Kalkbrut, Faulbrut, Varroose.
     
    Wabenbauerneuerung vom Feinsten!
     
    Denkt mal an die Pestizide im Wachs.
     
    Immer Verjüngung, immer genügend Völker! (evtl. noch geringerer Wabenabstand und Naturbau)
     
    Medikament, nur MS, wenn nötig.
     
    ----nur das Abschaffen selbst stört mich ein wenig, doch dafür gäbs sicherlich auch noch eine Lösung----
     
    Denkt mal an die Heidjer, fast nie Krankheiten, das kommt schon von irgendwoher!
     
    Gruß Simon

  • Hallo Simon,


    der Gedanke hat was für sich.
    Schau dich doch mal in der Imkerwelt um:
    Die Kollegen mit den wenigsten Ausfällen sind die, die konsequent ihre Völker aussortieren.
    Alles, was xxx Jahre alt ist, wird aufgelöst. Oder verkauft.
    Dadurch haben sie ihre "Milbenmutterschiffe" immer rechtzeitig weg vom Stand und das Jungvolk kommt nach.
    Dazu kommt bei den meisten, dass sie konsequent Ableger bilden, und zwar weit mehr als sie eigentlich benötigen.
    Diese werden dann im darauf folgenden Frühjahr ebenfalls verkauft oder zusammengeschmissen, um starke Vollvölker zu erhalten.
    Durch diese Art der Betriebsweise ist eine Selektion auf Varroatoleranz natürlich nur sehr eingeschränkt möglich.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Durch diese Art der Betriebsweise ist eine Selektion auf Varroatoleranz natürlich nur sehr eingeschränkt möglich.


     
    Was wäre aber wenn, Michael, man diese Varroaflackschiffe nicht Abschaffen würde im klassischen oder weniger klassischen Sinn und ausgerechnet diese isoliert aufstellen könnte,
    evtl. mit mehreren Imkern zusammen und sie dann J. Bond überließe?
     
    Im Frühjahr, nachziehen, was übrig geblieben ist und Ableger oder Schwärme machen.
     
    Käme man so nicht doch zu einer Va.tol. oder Festigkeit, maybe, sogar viel schneller als gedacht?
     
    So, ich muß mich jetzt sammeln, da ich auf eine Versammlung muß!
     
    Gruß Simon

  • ....diese isoliert aufstellen könnte,
    evtl. mit mehreren Imkern zusammen und sie dann J. Bond überließe?


    Hallo Simon,
    das wäre eine spannende Sache und die notwendigen Völkerzahlen zusammen zu bekommen das kleinste Problem. Nur wo gibt es genug imkerfrei Fläche, die groß genug ist und außerdem auch befahren werden kann?
    Wenn schon die staatlich Institute solche Forschungsvorhaben aufgeben müssen, weil der Natur- und Landschaftschutz dem entgegen steht. Geschehen in BW auf einem aufgelassenen Truppenübungsplatz.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Simon,


    diese Betriebsweise, wie Du sie kurz angedeutet hast, ist ja auch der Kern der Varroatoleranzzucht im Sinne der AGT.
    Da werden ja ebenfalls Völker, die trotz hoher Milbenlast überleben, separiert und zur Nachzucht herangezogen.
    Das ganze ist m. Erachtens ein super guter Ansatz, kann aber nur funktionieren unter dem regelnden und überwachenden Dach eines Verbandes oder einer ähnlichen Institution.
    Wenn wir diese ganze Züchterei jedem einzelnen überlassen, fühlt sich jeder "3-Volk-Imker" oder "Bienenkisten"-Liebhaber befähigt, sein ureigenes Varroatoleranzprogramm aufzuziehen. Bald kräht es dann landauf-landab, er oder sie habe die varroatolerante Biene, und kein Mensch kann den Werdegang nachvollziehen, geschweige denn, halbwegs sinnvoll davon nachziehen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Simon,



    Wenn wir diese ganze Züchterei jedem einzelnen überlassen, fühlt sich jeder "3-Volk-Imker" oder "Bienenkisten"-Liebhaber befähigt, sein ureigenes Varroatoleranzprogramm aufzuziehen. Bald kräht es dann landauf-landab, er oder sie habe die varroatolerante Biene, und kein Mensch kann den Werdegang nachvollziehen, geschweige denn, halbwegs sinnvoll davon nachziehen.


    na und?
    willst alle Kleinimker ausschließen?
    das Krähen kommt wohl eher von denen, die Krähen als Ziel haben:evil:

  • Was wäre aber wenn, Michael, man diese Varroaflackschiffe nicht Abschaffen würde im klassischen oder weniger klassischen Sinn und ausgerechnet diese isoliert aufstellen könnte,
    evtl. mit mehreren Imkern zusammen und sie dann J. Bond überließe?
     
    Im Frühjahr, nachziehen, was übrig geblieben ist und Ableger oder Schwärme machen.
     
    Käme man so nicht doch zu einer Va.tol. oder Festigkeit, maybe, sogar viel schneller als gedacht?


    Zum Thema, zur Erinnerung:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=19159&page=1


    Machbar wäre es und ich denke, so sollte es auch gehen. Man braucht nur ein genügend großen Platz und Imker, die auch mitmachen (und Völker opfern)

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Wohl, wohl....


    Remsis Anlehnung an die Heidebetriebsweise ist ja nicht ganz neu - Rudi arbeitet ja annähernd, ähnlich mit seinen Brutscheunen, abgewandelt.


    Werner, macht ja auch kein Betriebsgeheimnis draus: Jungvolkbildung und Durchschreitung des Jammerthales.


    Nun, die Jungvolkbildung, wie auch immer, predige ich ja auch schon 10 Jahr und mehr.


    Wie auch immer mit Ableger oder Schwarmvorwegnahme, Aufteilung des Restvolkes, jeder soll seines eigenen Glückes Schmied sein, nur wie sieht die Wirklichkeit aus?


    Von zehn Imkern, rücken höchstens 1. von ihren festgefahrenen Betriebsweise ab.


    Schwarmverhinderung, Brutwaben in den HR hängen, WZ brechen, evtl. 1-2 Ableger machen, Honig ernten, wenig einfüttern, beschweren, wenns zu wenig Ho. gibt, beschweren, wenns zuviel gibt,
    weil man ihn dann nicht verkaufen kann und fast herschenken muß!!!!!!!!!!?????????????


    Behandlung, wenns genehm ist, mit allem, was man so finden kann. Ist halt ein Sport, das Ganze.


    Verrecken tun die Behandelten genauso, wie auch immer, an was es gelegen haben mag.


    Manchmal verliert man schon die Hoffnung, deshalb ist die Arbeit für Anfänger so wichtig, nur die werden oft genug versau...


    Was mir mehr Sorgen bereitet als die Varroa, ist die ausgeräumte, vergiftete und vereinheitlichte Landschaft, die nachweislich unsere Honigvögel schwächen und, mit Verlaub, die verbohrten Mittäter
    unserer Gilde.


    Seis drum, Baustellen gibts genug und by the way, wenn mir grade "Manne" einfällt, sollten wir vielleicht der Varroa nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken und ihr zuviel Bedeutung beimessen, so wies Drohn mal andeutete.


    Dennoch sollte man nach Lösungen suchen, auch wenns Zwischenlösungen sein mögen.


    Remsis Vorschlag, ein wenig durchdacht, aber auch umgesetzt, wär nicht von schlechten Eltern.


    Nur die Umsetzung.........., an der wirds wohl wieder mal scheitern.


    Gruß Simon

  • Hallo Brummel-Hummel,


    mitnichten. Jeder hat mal klein angefangen, und jeder war Anfänger.
    Aber es gibt Leute, die lernen "es" nie, die können 100 Jahre dabei sein.
    Und ich bin es satt, jeden Herbst die Fragen wie :"...Brauche dringend Hilfe, mein Volk, letzte Woche noch vital, ist bis auf die Königin, tot. Ich weiss nicht, was es war, schließe aber die Varroa kathegorisch aus..."
    Nach dem 1000. Mal wird sogar der geduldigste Bienenpate unwirsch.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ist schon klar, und auch richtig....
    mit anfangen und "klein" imkern hat das aber nix zu tun, eher mit Verstand, und das sollte denn doch unterschieden und nicht generell verallgemeinert werden, ist ja wohl auch eine Frage der Zeit, der Möglichkeiten. Kleinimker sind keineswegs dümmer, geschweige denn erfolgloser...


    Nunja, nix für ungut


    Gruß
    B.H.

  • Hallo B.H.
    Ich wollte niemanden verunglimpfen oder gar dich beleidigen.
    Ich bin allerdings mittlerweile auch soweit, dass ich laut die Frage nach einem "Bienenführerschein" stelle.
    Von mir aus nennt ihn auch "Befähigungsnachweis".
    Ich habe in den letzten Jahren einfach viel zu viele Neuimker erleben müssen, die meinten, wenn sie sich nur ihre Bienenbehausung samt der darin sitzenden Bienen im Internet gekauft hatten, sie hätten das Fachwissen gleich mitgekauft.
    Am Anfang waren sie beratungsresistent und wollten "neue Wege für die Imkerei der Zukunft" (Originalton!) gehen, und nach drei Monaten haben sie dann gefragt, ob man ihnen evtl. helfen könne ("aber bitte nur biologisch-dynamisch und gestreng nach den Regeln der Mondphasen").
    Im Herbst haben sie ihre TBH´s und Bienenkisten dann wieder zu großen Teilen eingemottet und ordern wahrscheinlich im Internet Samen, um dann nächstes Jahr das weltweite Aussterben der Bio-Tomate zu verhindern.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zitat

    Ich wollte niemanden verunglimpfen oder gar ....


    Ach, meine Güte, warum schreibst Du denn dann genau das Folgende noch hinterher?
    Genau da stehen sie wieder, die Verallgmeinerungen, die oben erwähnt nicht gernerell getätigt werden sollten.


    Meinst du nicht, dass hier im IF ein gewisses "selektiertes Anfängergut" auftauchen könnte?
    Welches das Duchschnittsgefühl vers.... könnte, so rein statistisch gesehen?

    Zitat

    ...in den letzten Jahren einfach viel zu viele...


    Die gut betreuten, erfolgreichen Neuimker, Anfänger - mit was für einer Betriebsweise auch immer, die werden doch evtl nicht so ins Auge springen - bzw nicht so sehr den Nerv treffen. Rutschen eher von der Festplatte runter...... :wink:


    Marion


    P.S.: Ich hab eine Warré und es geht mir auf den Keks, dass alleine deshalb flugs die Schublade geöffnet wird, ich sei esoterisch verklärt, biodynamisch-homöopathisch-bachblütenmäßig-öko-astrologisch abgehoben und würd von Anbeginn mein eigenes Süppchen kochend beratungsresistent meine Bienen ins Verderben verlottern lassen !

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper