Bayer CropScience erwirbt Produkt zur Bekämpfung der Varroa-Milbe von Exosect

  • Zitat

    Bayer CropScience erwirbt Produkt zur Bekämpfung der Varroa-Milbe von Exosect


    Monheim, 16. November 2010 – Bayer CropScience hat von Exosect Ltd. im englischen Winchester ein Produkt zur wirksamen Bekämpfung von Varroa-Milben (Varroa destructor) übernommen. Das neue Produkt soll erstmals im Jahr 2011 in den USA auf den Markt kommen. Erste Zulassungen in wichtigen europäischen Ländern werden ab 2012 erwartet. Durch den Kauf kann Bayer CropScience innovative Lösungen zur Bienengesundheit entwickeln und weltweit neue Produkte für diesen Bereich anbieten. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben.


    Das Produkt basiert auf der innovativen Entostat™-Technologie. Diese kombiniert ein Pulver in Lebensmittelqualität – bestehend aus einem natürlichen Wachs, das auf nachhaltige Weise von einer speziellen Palmenart gewonnen wird – mit dem milben-tötenden Wirkstoff Thymol. Nachdem das Pulver direkt auf die Mittelwände des Bienenstocks aufgesprüht wurde, beginnen es die Bienen zu entfernen. Durch elektrostatische Anziehung bleibt es an ihrem Körper haften. Die Bienen verteilen das Pulver bei der Bewegung durch den Bienenstock an andere Bienen und auf den Rahmen, auch auf offene Brutzellen.


    http://www.press.bayercropscience.com/bcsweb/cropprotection.nsf/id/DE_20101116?open&l=DE&ccm=500020


    Ein Pulverli aus Thymol und Palmen von unserem "nachhaltigen" Tiergesundheit- und Pflanzenschutz-Segensbringer.


    Spezielle Palmenart?


    Ich bin da eher mißtrauisch, was Produkte dieses Herstellers angeht.


    Bernhard

  • Bernhard bei den speziellen Palmen handelt es sich um Facepalms ;)

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • man lernt nicht aus:


    vielleicht gibts ja noch mehr so doofe wie mich:roll:


    to facepalm
    die Hand vors Gesicht schlagen


    ...finde ich aber sehr passend.

  • Hier weitere Informationen zum Pülverli:


    http://www.exosect.com/about_exosect/technology.asp


    http://www.exosect.com/product…documents/1Howitworks.pdf


    Anscheinend bewirkt das Palm"wachs" eine "elektrostatische Aufladung", so daß das Pulver mit dem enthaltenen Wirkstoff sich überall anwirft und verteilt.


    Zitat

    Bei Bewegung des Insekts, z. B. Laufen auf einer Fläche oder das Bewegen der Flügel, entsteht eine elektrostatische Ladung (Reibungsaufladung) auf der Oberfl äche des Insekts. Die Ladung hängt von der Oberfläche ab und kann entweder positiv oder negativ sein. Das Entostat-Pulver ist bipolar und wird stark von der elektrostatisch geladenen Insektenhaut angezogen.


    Damit wird es wohl möglich sein, eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffes im gesamten Bienenstock zu bewirken.


    Ich frage mich, ob die Bienen das nicht sowieso können. Sie leiten auch Dämpfe ab, oder dichten sie ab und werfen Stoffe aus dem Stock, die ihnen nicht passen. Auf der anderen Seite verteilen sie die Stoffe, die ihnen zusagen, umso gründlicher über die Trophallaxis. Wenn Du also über die Trophallaxis arbeitest, ist doch der gleiche Effekt ganz ohne Palmfett (das in keinster Weise als nachhaltig zu bezeichnen ist, nachdem dafür Urwälder abgehackt werden).



    Bernhard

  • Moin, Bernhard,


    Wachs stand da oben, das ist ein Unterschied zu Fett und wird wahrscheinlich von den Blättern gewonnen, denke ich mir. Palmfett ist irgendwelches Samenöl und wird verfeuert oder in Frikadellenschnieden im Pommeshärtbad verschmaucht...


    Dein Mißtrauen gegenüber der Basf und dem Bayer kann ich nachvollziehen.


    Gruß Clas


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin,
    nein, wird es nicht:

    Zitat

    Im weiteren Prozess werden aus dem rohen Palmöl freie Fettsäuren, Farbbestandteile, Gerüche und Geschmäcke entfernt. Das rohe Palmöl wird dann zu Palmolein und Palmstearin getrennt, aus welchen die einzelnen Endprodukte entstehen, unter ihnen auch Palmwachs für Kerzen.


    Quelle: http://de.ilumina.eu/produkte/palmwachs
    Nix umweltfreundlich - Urwaldvernichtend!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Na gut...


    ...wenn denn das Palmwachs für Kerzen auch das Palmwachs für Pülverli ist... Ich glaube das aber nicht.


    Ich hätte da eher an Carnaubawachs gedacht, und die Palme wird nicht plantagenmäßig angebaut, sondern das Wachs in - möglicher Weise sekundären - Wald gesammelt. Wenn Du das Verwendungsprofil anschaust, der Wikiartikel wies beim Überfliegen keine groben Fehler auf, schien mir eben, passt das besser. Deswegen würde ich das noch nicht umweltfreundlich nennen, aber es ist m. E. nicht dieses Industrieprodukt aus Palmöl gemeint.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

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  • Moin, moin,


    Nachtrag: Carnaubapalme (Copernicia prunifera), auch dazu habe ich im Wikiartikel keinen groben Bockmist geseheh, wenn auch einen Widerspruch zum Wachsartikel...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Apiguard funktioniert ja ähnlich. Eine Teilwirkung wird durch belaufen des Gels erzielt, welches Thymol in gelöster Form enthält. Was ich mich jetzt nur bei dieser Variante frage, wenn das Puder, was es ja letztendlich aufgrund seiner Korngröße ist, elektrostatisch an den Bienen haftet, was passiert danach? Fällt das alles "ehne mehne meck" von den Mädels wieder ab und man kehrt übriggebliebenen Staub lediglich von der Windel runter, da alles sauber abgerieselt ist?


    Oder findet man dann demnächst nicht nur Pollen im Honig sondern auch pulverisiertes Palmfett? Dann kannst du die Plörre nur noch als Brotaufstrich deklarieren. Jedenfalls scheinen sich die Chemiekeulen nicht mehr so richtig zu verkaufen, wenn man nun "grüne" Produkte anbieten möchte um an die Imkertaler zu kommen. Ist ja grundsätzlich nichts falsches dran. Aber nicht um dafür Palmplantagen anzulegen.

  • Oder findet man dann demnächst nicht nur Pollen im Honig sondern auch pulverisiertes Palmfett?


     
    Das Pulver soll ja wegen der Aufladung überall anhaften, also auch am Wabenwerk und in offenen Zellen.


    Was Du in den Stock gibst, landet auf dem Teller. Sic.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Im übrigen sieht es nach "greenwashing" aus. Ist doch ein brillianter Einfall, die Firma Bayer als Retter der Bienen vor der Varroa mit einem BioBio-Varroamittel mit einer weißen Weste auszustatten. Alles für den Dackel, alles für den Klub, alles für die "Bienengesundheit".


    Begierig wird "das Imkerlein" das Bio-Wundermittel annehmen. Und weil die Rettung auch Dankbarkeit hervorruft, wird es dem Imkerlein schwerfallen, die Wirkungen der neuen "Pflanzenschutzmittel" wie Movento auf die Bienen der grünen und nachhaltigen Firma anzulasten.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • " Das Imkerlein " wird das Wundermittel natürlich nicht annehmen .Wenn das Imkerlein " Bayer " liest, wird es doch sofort skeptisch. Da kann doch nichts seriöses kommen.
    Doch Bernhard, Dir sei mal wieder Dank für diese Mitteilung.


    Gruß hannes

  • Das Pulver soll ja wegen der Aufladung überall anhaften, also auch am Wabenwerk und in offenen Zellen.


    Was Du in den Stock gibst, landet auf dem Teller. Sic.


    Anwendung dann wohl nur nach dem Abschleudern und nach geklärter Rückstandsfrage.
    Bei Bayer bin ich zwar ein bisschen vorsichtig und die Erfahrungsberichte zu Thymol sind auch durchwachsen,
    aber warten wir doch erst einmal ab...

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • " Das Imkerlein " wird das Wundermittel natürlich nicht annehmen .Wenn das Imkerlein " Bayer " liest, wird es doch sofort skeptisch. Da kann doch nichts seriöses kommen.
    Doch Bernhard, Dir sei mal wieder Dank für diese Mitteilung.


    Gruß hannes


     
    Hallo Hannes,


    leider sind nicht alle, vermutl. nur die wenigsten so weit wie die meisten hier. Wer Perizin auch heute noch anwendet der nimmt auch andere Produkte aus der Bayerschmiede.



    Was mich viel mehr interesiert ist,
    a) wann kommt das ins Volk, :confused:
    b) wie lang ist das im Volk :confused:
    und
    c) hab ich dass dann im Honig?? :confused:

    Gruß Thomas -- Wer Tipfehler findet, darf sie gerne behalten. :-)