Superbiene rettet die Welt

  • ... so lautete der Titel eines Artikels in "DIE WELT" vom 25.09.10, der mir vor einigen Tagen von einem Imkerbekannten zukommen gelassen wurde.


    Inzwischen auch online zu finden:
    http://www.welt.de/wissenschaf…len-die-Welt-retten.html#


    Kurzzusammenfassung: Lt. dem Artikel hat ein Imker aus England ein Honigbienenvolk (ich vermute mal Apis mellifera, auch wenn das im Artikel nicht exakt genannt wurde), welches gegen die Varroa immun sein soll - aufgrund eines ausgeprägten Putztriebs (befallene Larven aus dem Stock entfernen, gegenseitiges Putzen), wie man ihn sonst nur von der östl. Honigbiene kennt.


    Klingt ja fast nach dem "heiligen Gral", der die moderne Imkerei von der Geisel der Varroa befreien könnte ... ob da was dran ist? Zeitungsente kann ich mir ja fast nicht vorstellen (dazu ist die Imkerei zu "medienunwirksam" und der bekannte Bienenforscher Tautz kam auch in diesem Artikel zu Wort), aber wäre ja fast zu schön, um wahr zu sein.

  • ...klar wäre es schön, wenn an dem Artikel etwas dran wäre. Aber man weis ja auch, dass man immer nur die Hälfte glauben soll/darf. Obwohl der Imker ja selbst sagt, dass er nicht weis, was sich dahinter verbirgt. Er schränkt es also selbst schon sehr ein...


    viele Grüße
    Markus

  • Hi Cyberdrohn
    1. Die Prymorsky. Ist nachweislich in ihrem Ursprungsgebiet tolerant gegen Varroa, man hat ohnehin kein Geld, um Medikamente zu kaufen, dort. Auch hierzulande erwiesen sich gewisse Nachzuchten als interessant. Allerdings hat man alle Queens abgemurkst, welche nicht den Imkerlichen Bedürfnissen entsprachen.
    2. Institute haben schon vor Jahren gute Putzerbienen gezüchtet. Man markierte Arbeiterinnen, suchte die aktivsten Putzerinnen heraus, machte diese Arbeiterinnen weisellos, dann drohnenbrütig, und mit deren Drohnen schuf man solche putzwütigen Linien, die die Varroa recht gut im Griff haben. Allerdings brachten auch diese nicht "genug" Honig. Allerdings ist nirgends ersichtlich, wieviel denn "nicht genug" für die Institute sind.
    3. Am Mont du Lozère in den Pyrenäen haben ziemlich reinrassige Dunkle in den Bergen überlebt, all die Jahre ohne Behandlung, wild in hohlen Bäumen. Aber einmal in unsere Kisten mit unserer Betriebsweise, ist die Toleranz dahin.
    4. ähnlicher Fall in den Amsterdamer Dünen.
    Wenn wir künftig noch Bienen haben wollen, müssen wir gewaltig umdenken.