Königin zeichnen evtl. nachteilig für Varroabekämpfung durch Arbeiterbienen?

  • Da ich in Richtung Praxiserfahrung noch blutiger Anfänger bin, aber dennoch einige Zeit mittlerweile damit verbringe, mich durch Bücher oder Foren zu wühlen, hätte ich da mal eine Frage, die mich derzeit beschäftigt:


    In einem Bericht (den Link finde ich nicht mehr) wurde zum Zeichnen der Königin angemerkt, daß vielleicht gerade diese "Unart des Imkers" dazu führt, daß die Varroamilbe von den Arbeiterbienen nicht bekämpft wird, da ja sogar die Königin ein Plättchen auf dem Rücken trägt und somit diese "Anomalie", ähnlich einer aufsitzenden Milbe, dann als Normalität angesehen wird.
    Wie seht Ihr das? Kann das Zeichnen der Königin die Bekämpfung der Varroamilbe durch die Arbeiterbienen beinflussen oder ist das totaler Quatsch?


    Sonnige Grüße
    Winfried

  • Hallo Bavarian,
    ich trau den Bienen ja viel zu, aber diese Transferleistung dann doch nicht. Ich glaube, das ist Quatsch. Außerdem ist meine Königin nicht gezeichnet und ich habe trotzdem Milben im Volk.:-(
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Henrike


    Na ja, daß keine Milben mehr im Volk sind wenn ich meine Königin nicht zeichne, das hatte ich sowieso nicht gemeint; aber daß die Bienchen gar nichts dagegen unternehmen, ist doch eigentlich schon sonderbar oder? Ich bin der Meinung, daß die Bienen sehr reinigungsbewußt sind.


    Gruß Winfried
    (der jetzt leider weg muß und daher nicht sofort auf weitere Antworten reagieren kann)

  • Hallo Winfried,
    im Volk ist es stockdunkel :lol:, was bedeuten würde, dass, wenn die Bienen die Milben nicht erkennen, sie diese nicht riechen können. Und vom Geruch her "sehen" sich ein festgeklebtes Plastikplättchen und eine Milbe doch höchstwahrscheinlich nicht sehr ähnlich.
    Aber bevor sich hier zwei "blutige Anfänger" (bei Imkern eher "geschwollene") die Köpfe zerbrechen, sollten wir lieber die anderen mal ranlassen...:confused:
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Miteinander,
    bei meinen Völkern mit den Königinnen mit gestutzten Flügeln führt diese Unart auch dazu, das die Bienen Flügeldeformationsvirus haben...
    Scherz beiseite...
    Ich glaube schon, das dies keinen Einfluss auf das Ausräumverhalten oder die Anfälligkeit der Völker gegen Varroa hat, ob die Königin ein Plättchen auf dem Rücken hat oder nicht.
    Wenn dem so wäre, müsste man bei geringen Varroafall bei der Behandlung ja auf Verlust der gezeichneten Königin oder Stiller Umweiselung schließen können.
    Kann man aber nicht unbedingt, obwohl weisellose Völker oder umgeweiselte Völker durch Brutpausen bedingt weniger Varroen haben.
    Hoher Varroafall bei Behandlung heißt ja auch nicht zwangsläufig , das die (gezeichnete) Königin vorhanden ist, die man dem Volk zugesetzt hat.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Winfried,
    im Volk ist es stockdunkel :lol:, confused:
    Gruß, Henrike


     
    Hallo Henrike ,das es im Volk stockdunkel ist ,ist absuluter Quatsch .Denke mal an das Flugloch über die volle Breite oder den offenen Gitterboden !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,

    Zitat

    absoluter Quatsch

    , finde ich dann doch ein bisschen hart formuliert. Ich wollte doch nur darauf hinaus, dass Bienen innerhalb des Stocks nicht nach optischen Reizen handeln. Einfach weils dafür zu dunkel ist. Stockfinster halt (Achtung Wortspiel).
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Servus Lothar
    Ich glaube ich habe mein Ansinnen nicht ganz richtig beschrieben. Daß das Nichtzeichnen der Königin augenblicklich was ändert, daran glaube ja selbst ich als Greenhorn nicht, .... aber daß es sich evtl. so im "Laufe der Zeit" entwickelt hat? Hm?


    Eigentlich wollte ich zu Bedenken geben, daß ich nicht ganz verstehen kann, warum unsere Mädels die Milbe gänzlich ignorieren und so gar keinen Versuch der Entfernung machen. Wenn ich richtig liege, dann kümmern sich die (meisten) Honigbienchen in unseren Breiten ´nen feuchten Kehricht um deren Anwesenheit im Volk, obwohl diverse eingedrungene Fremdlinge sehr wohl bekämpft werden. Liege ich da falsch in meiner Annahme?


    Fragen über Fragen :roll:
    Winfried


    .... und das Winterloch wird durch solche Themen auch etwas überbrückt! :p

  • Moin,

    Zitat

    Eigentlich wollte ich zu Bedenken geben, daß ich nicht ganz verstehen kann, warum unsere Mädels die Milbe gänzlich ignorieren und so gar keinen Versuch der Entfernung machen.


    Wie kommst du denn da drauf?
    Dem ist nicht so, ganz und gar nicht.
    Guck dir das Putzverhalten deiner Bienen an, guck nach ausgeräumter Brut, zähl mal die Beine an den Milben im Gemüll....
    Erik Österlund nennt seine Bienis nicht umsonst "Mite-Biter"....:lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne
    Mir ist bewußt, daß du eine langjährige und erfahrene Imkerin bist, aber handelt es sich bei den Bienen von Erik Österlund nicht um eine spezielle Rasse?
    Mein Ehrgeiz hat mich gepackt und ich habe mal kurz in Richtung Erik gesucht:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9609&page=1
    Beitrag #7 von sabi(e)ne
    Zitat: "Er (Erik Österlund) hat Elgons, die er stolz "mite-biter", also Milbenbeißer nennt."


    Meine Mädels heißen eher in Richtung Carnica. Habe ich da was falsch verstanden bzw. verwechselt?
    Gruß
    Winfried

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bavarian () aus folgendem Grund: RV

  • Zitat

    aber handelt es sich bei den Bienen von Erik Österlund nicht um eine spezielle Rasse?


    Nein, es sind grundsätzlich schon noch Buckis, aber er betont halt die Monticola/Sahariensis-Einkreuzung besonders (afrikanische sanfte Bienen) - im Prinzip kann ja jeder seine Bienen nennen, wie er möchte.
    Ob sie soweit speziell sind, daß sie schon als eigene Unterart durchgehen würden, kann ich nicht beurteilen, aber ich hatte auch schon Monticola-Buckis mit drin, die sich sehr gut gemacht haben.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Winfried,
    ich vergess immer das "Vorsicht Satire" -Schild einzublenden...
    Sicherlich schlummert mehr oder weniger ein Abwehrverhalten gegen die Varroamilbe in unseren Völkern.
    Und irgendwann macht es bei denen mal "Klick" und der Schalter wird umgelegt.
    Frag jetzt nicht wann und wo...
    Bedenke mal, das unsere Bienen erst vierzig Jahre mit der Varroa Kontakt haben und wir sie durch übereifriges (Be)handeln ihnen wenig Chancen gaben, ein Gleichgewicht zwischen Wirt/Parasit aufzubauen.
    Probleme mit Tieren lösen wir Menschen ja immer durch bekämpfen...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Bavarian ,
    die Elgon von Eric Österlund ist eine spezielle Buckfast mit Monticolaeinkreuzung.
    Eine Varroatoleranz wird ihr immer wieder nachgesagt, stimmt aber nicht. Sie hat gute Vorraussetzungen der Milbe und deren Begleiterscheinungen zu wiederstehen, aber ohne Behandlung übersteht sie bei uns (noch) nicht.
    Der Buckfastverband Bayern: http://www.buckfast-bayern.de/aktuelles.phtml
    hatte dieses Jahr eine Linie auf der Belegstelle als Drohnenvölker und in Bayern gibt es Nachzuchten der Elgon, wenn du interessiert bist wende dich doch an den Verband.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance