Alternative zum Mais

  • In unserer Gegend wird immer mehr Mais angebaut, eine der größten Biogasanlagen wurde hier in Buchholz in der Nordheide gebaut. Für die Bienen verschwinden dadurch immer mehr Trachtangebote, der Boder wird ausgelaugt.


    Ich hörte von einer Pflanze, die ebenso wie Mais zur Biogas-Herstellung geeignet ist und eine positive Alternative zum Mais sein soll. Der Vorteil bei dieser Pflanze: Keine Düngung, wächst mehrere Jahre. Und sie wird viel von Bienen angeflogen, weil sie guter Pollen- und Nektarspender im Gegensatz zum Mais ist. Aber sie ist aufwendiger zu pflanzen und deshalb im ersten Jahr des Anbaus teurer als Mais.


    Leider habe ich vergessen, wie diese Pflanze heißt. Weiß im Forum jemand, um welche Pflanze es sich handeln könnte? Blüht gelb und ist ca. 1,50 m hoch.


    Holbee

  • Moin,
    da gibt es mehrere, unter anderem Sida und Durchwachsene Silphie, beides Stauden, und wegen der Blüte durchaus interessant für Bienis und andere Nektarsauger, Blüten sehen aus wie Sonnenblumen in zierlich.
    Vom Ertrag her ab dem 2. Jahr konkurrenzfähig zu Mais, aber eben wegen der Anfangspflanzungen hohe Startkosten, wenngleich die sich auf 15-20jährige Nutzungsdauer wieder relativieren. Da will aber kaum einer ran...:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die Durchwachsene Silphie war es, für die auf einer Veranstaltung eines Nachbar-Imkervereins bei uns geworben wurde. Da ich selten bis gar nicht auf Imkervereins-Sitzungen solche Initiativen erlebe oder so aktuelle Informationen finde, war ich überrascht. Ich bin kein Bauer, aber das hört sich doch wirklich gut an und scheint mit etwas Aufwand (die Mehrkosten bzw. Mehrarbeit und der fehlende Ertrag im ersten Jahr) doch auch machbar zu sein.


    Ich habe mir vorgenommen, diese Alternativen zum Mais immer wieder im Imkerverein und bei Freunden und Bekannten, die mit Landwirtschaft zu tun haben, anzusprechen.

  • Ob Durchwachsende Silphie oder sonstwas, ich habe das Gefühl hier wird immer nur viel debattiert und alle wissen alles besser, aber so richtig kommen wir hier über diese Phase nicht hinaus. Alle klagen über "Maiswüsten" und Verlust von Trachtmöglichkeiten.
    Mein Gegenvorschlag: ist es nicht unsere Aufgabe als Imker dagegen vor zu gehen?? Wenn wir hier vielleicht 500 Imker gewinnen welche bereit sind in einer Sammelaktion entsprechendes Saatgut zu kaufen und auszubringen, so wird sich die Situation nicht gravierend verbessern, aber vielleicht können wir eine Zeichen setzen! Also meine Frage: bekommen wir hier eine gemeinsame Saatguteinkaufaktion hin und bringen im kommenden Frühjahr bundesweit einge Flächen in die Erde. An Brachflächen sollte es wohl kaum mangeln. Wenn jeder für 50 € Saatgut erwirbt und ausbringt ( Phazelia, oder von Fa. Zeller eine Mischung) kann unsere Umwelt sich vielleicht Schritt für Schritt verändern. Ein großer Sammeleinkauf wird ja wohl auch die Kosten entsprechend eindämmem und das mehrere Jahre wiederholt sollte sich doch auch kleine Erfolge einstellen! Wie ist Eure Meinung?

  • ........ An Brachflächen sollte es wohl kaum mangeln. Wenn jeder für 50 € Saatgut erwirbt und ausbringt ( Phazelia, oder von Fa. Zeller eine Mischung) kann unsere Umwelt sich vielleicht Schritt für Schritt verändern. Ein großer Sammeleinkauf wird ja wohl auch die Kosten entsprechend eindämmem und das mehrere Jahre wiederholt sollte sich doch auch kleine Erfolge einstellen! Wie ist Eure Meinung?


    Hallo Zusammen,
    genau an den fehlenden Brachflächen scheitern in den meisten Fällen solche Aktionen, sie scheitern nicht am Geld.
    Mit der Beschaffung des Saatgutes ist es nicht getan. Die Kosten für die Flächenbearbeitung und das Sähen kommen noch dazu wenn denn eine Fläche zur Verfügung stehen sollte. Die wenigsten Imker sind Landwirte und verfügen über entsprechendes Gerät und/oder Flächen. Ich rede hier von Flächen und nicht von ein paar qm oder ein/zwei Ar im eigenen Garten.
    Selbst Programme die von der Landwirtschaftsverwaltung aufgelegt werden (z.B. MEKA in BW, 500 € /ha vom Staat, bei einer Verpflichtung die Fläche 5 Jahre mit Blühmischungen zu bestellen) finden keinen oder ganz geringen Zuspruch. Ich kenne wenigstens keinen Landwirt der dabei mitmacht.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Miteinander,
    Brachflächen verschwinden auch nach und nach.
    Wo sich erstmal Biogasanlagen festgesetzt haben, entstehen Maisäcker.
    Überall.
    Selbst die Wiesenstücke am Waldrand werden umgebrochen und bepflanzt.
    Und dann wundern, wenn das Schwarzwild im Maisacker Schäden anrichtet...
    Der Landwirt wird Dir vorrechnen, wieviel er mehr verdient mit Mais wie mit der Idee des Imkers, dort eine Blumenmischung auszubringen.
    Da kannst Du als Imker höchstens einen Punkt gewinnen, bei Vorschlägen zur Zwischenfruchtanpflanzung oder Gründüngung oder -brache.
    Als Imker kann man höchstens einen Bienengarten anlegen und großzügig Saatgut oder Pflanzenableger weiterreichen.
    Vielleicht noch als Sachkundiger Bürger im Umweltausschuss der Gemeinde Ideen für eine bienenfreundlichere Stadtbegrünung einbringen.
    Aber bringt doch erstmal die Idee von alternativen Pflanzenanbau statt Mais über die Vereinsebenen nach oben zu unseren "Höchsten Vertretern".
    Wenn das von zig Imkervereinen und Landesverbänden nach "Oben" kommt, muss es doch bearbeitet werden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Eisvogel, ich verstehe deine Argumente, aber ich meine Saatgut, welches keine Einarbeitung benötigt, welche also nur "lose" aufgestreut wird. Flächen gibt es haufenweise, ob es ungenutzte und verwahrloste Streuobstwiesen, ungenutzte Armeebrachflächen, Zwischensaat in Weinbergen, oder ungenutzt liegende Grünflächen sonstiger Art. Ganz abgesehen von abgeholzten Waldflächen, welche vielleicht in 10 -15 Jahren allmählich zugewachsen sind.

  • Hier ein anderes Vorhaben: 'Blüten' statt Mais: http://www.lwg.bayern.de/landespflege/12693/biogasflyer.pdf


    heidjer


    PS.: Umgesetzt wird nur das, was von den Bauernverbandsoberen oder Beratern empfohlen und vorgerechnet wird. - Bei Gesprächen mit den meisten Biogasanlagenbetreibern wird der Imker ganz schnell oder auch sofort als Laie hinsichtlich der pflanzlichen Energieerzeugung in die Ecke der 'Deppen' gestellt.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Zusammen, hallo Bienenhalter,
    ich finde es immer wieder spannend, wenn über die Bienenweideverbesserung durch loses Ausstreuen von Saatgut auf beliebige Flächen nachgedacht wird.
    Saatgut das einfach aufgestreut wird auf Wiesen verkommt, dann kannst Du gleich das Geld dafür auf die Wiese legen.
    Bei Waldflächen werden die im Boden schlummernden Samen – teilweise seit Jahren – schneller von der Fläche Besitzergreifen wie Dein aufgestreutes Saatgut.
    Und da wo der Boden vielleicht so aufnahmebereit ist, durch Bearbeitung des Besitzers, dass die ausgestreuten Saaten aufgehen, wird der Eigentümer wenig erfreut sein über Deine Zwischensaat.
    Wenn schon, dann sollte die Verbesserung der Bienenweide im Einvernehmen und in der Zusammenarbeit mit den Grundbesitzern erfolgen. Und damit, dass Geld nicht zum Fenster hinausgeworfen ist, sollte die Bestellung der Fläche „fachgerecht“ erfolgen und eine längerfristige Nutzung möglich sein, sprich mehrjährige Blühmischungen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin,
    Brachflächen gibt es hier in unserer Region leider nicht mehr.
    Kommt man im Bekanntenkreis oder auch mit Honigkunden auf das Thema Mais,
    sind sich alle einig, dass es zu viel davon auf den Feldern gibt und die Richtung der Politik eine falsche ist.
    Wie kann es sein, dass eine so kleine Minderheit einen so gravierenden Einfluss auf die ganze Umwelt hat.
    (Windkraft, Biogasanlagen, Schweinemast, Geflügelmast, jetzt auch Rindermast, Monokulturen, Knicklandschaft wird zur Heckenlandschaft,...........)
    Alles Richtungen, die von vielen Bürgern so übertrieben gar nicht gewollt sind.
    Selbst einige Landwirte denken so, gehen aber diesen Weg weiter, da sie angeblich keine andere Wahl haben um noch zu überleben.
    Warum können die Felder nicht z.B. runde Ecken haben und diese dann Stillgelegt und subventioniert werden, damit sich dort mit den Jahren eine heimisch Pflanzenvielfalt ansiedeln kann?
    Durch Subvention wären dann auch die Landwirte sofort überzeugt.
    Dadurch könnten viele gleichmäßig verteilte Inseln für Insekten und andere Tiere entsehen.
    Habe ich schon einmal vorgeschlagen, geht mir aber nicht aus dem Kopf. :wink:


    Gruß,
    Jörg,
    der es so auch nicht mehr dulden will

  • http://www.maiskomitee.de/web/…spx/Statistik/Deutschland


    http://www.maiskomitee.de/web/…tschland/Statistik_Biogas


    zwei Statistiken die Euch die Zukunft weisen!


    Dann schaut Euch noch die neuesten Durchschnittserträge von Honig in den Bundesländern an!


    Zum Vergleich diese nette Statistik: http://www.maiskomitee.de/web/…sanbauflaeche_D_08-09.pdf


    Drum sag ich immer: Ab ins Reservat!


    Oder ich geh in die Stadt!


    Gruß Simon

  • Hallo zusammen,


    ich hatte es in dem Windpark-Fred schon mal angesprochen: großes Potential liegt in den Ausgleichsflächen für Straßenbau und Windparks. Bei letzteren müssen ca. 1 ha pro Anlage als Ausgleich für das Landschaftsbild "hergerichtet" werden. Viele Naturschutzbehörden erkennen Blühflächen nicht als Aufwertung für das Landschaftsbild an und fordern Riesenflächen an Heckenpflanzungen u.ä. Es müsste doch für die Imkerverbände eigentlich recht einfach sein, ihre Naturschutzbehörden mal auf den Bedarf an Blühpflanzen hinzuweisen und zu fordern, dass Blühflächen und Ackerstreifen anerkannt werden.


    Viele Grüße,
    Henrike,
    die in diesem Jahr schon 2 ha Blühflächen anlegen (lassen) konnte - Gruß an den Bienenwagen oben am Wald in G. und an den Imker dort unbekannterweise :wink:

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • ...... die in diesem Jahr schon 2 ha Blühflächen anlegen (lassen) konnte - .....


    Hallo Henrike,
    kannst Du die 2 ha etwas genauer spezifizieren?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk