Künstliche besamung von Königinnen

  • Schöne Grüße in die Schweiz - habe im Kanton Glarus längere Zeit gelebt & gearbeitet. Selbst unter meinen Arbeitskollegen gab es einen Imker, der dann auch noch gleich die Buckfast gehalten hat... ;-)
    Heute ist die Sektion der Buckfastimker auch in der Schweiz insgesamt auf dem Vormarsch (so wie auch in Bayern, obwohl das dort nicht immer so wahrgenommen wird). Nimmt man nur diese Fakten rein isoliert und addiert noch die Fans der Ligustica, Kaukasica, etc. hinzu, die ... unerlaubt solche Bienenrassen und ihre Verkreuzungen halten,
    so stellen sich dann viele Fragen, die durch Fingerprints zwar beantwortet, aber nicht gelöst werden können.


    Genau darum fände ich es angebracht, wenn die Fremdrassenhalter sich an den Kosten für die Fingerprints der ursprünglichen Rassen beteiligten.


    Die Drohnensicherheit ist nicht mehr so entscheidend wie früher, als man die ungewollten Verkreuzungen kaum aufdecken konnte. Mit den Fingerprints ist das schon viel besser - nur müssen die auch bezahlt werden!

    Es gab und gibt schon Merkmale mit denen so eine unerwünschte Verkreuzung aufgedeckt werden konnte. Das Verfahren ist aber nicht sicher genug.

  • Nimmt man nur diese Fakten rein isoliert und addiert noch die Fans der Ligustica, Kaukasica, etc. hinzu, die ... unerlaubt solche Bienenrassen und ihre Verkreuzungen halten


    Die Zuchtverbände, die nach international anerkannten Methoden züchten, müssen wegen diesen asozialen Elementen, die sogar Schutzgebiete nicht respektieren, viel zusätzlichen Aufwand betreiben. Die DNA-Fingerprints sind nur ein Teil davon.


    Im Moment läuft es nun so, dass die Unterstützung der seriösen Züchter aus allgemeinen Mitteln der Bundeskasse finanziert wird. Statt auf die Fremdrassenexpermentierer werden die Kosten also einfach auf der Allgemeinheit abgewälzt. Wie halt in vielen anderen Bereichen auch.


    Wenn die Importeure (nicht nur von Honigbienen) jeweils für die Folgekosten aufkommen müssten und diese nicht einfach abwälzen könnten, herrschte allgemein eine andere Stimmung im Land.

    Wenn man den Schutz der Belegstellen nicht mehr vernünftig sicherstellen kann, wird man vermehrt in KB investieren müssen - vermutlich sprechen die Schweizer Politiker lieber dafür mehr Geld, als für Einschränkungen bei Fremdrassenexperimenten zu stimmen. Die Mehrheitspolitiker werden sich kaum an Slowenien orientieren wollen.

  • So bin jetzt entlich wieder mal online danke schon mal für die vielen antworten. habe zum glück ja noch genug zeit um mich richtig schlau zu machen was da alles auf mich zu kommt. Wie manche vielleicht gesehen haben bin ich zur zeit in Australien am arbeiten und wahrscheinlich auch hängen geblieben da es mir hier wirklich gut gefällt. Da ich das angebot habe hier die komplette Vermehrungsabteilung zu übernehmen bin ich halt am überlegen ob es dann nicht auch angebracht sein könnte seine eigene Linie an zuchtmütter und Vätern zu halten um nicht abhängig von anderen züchtern zu sein da es auch passieren kann das man von denen nicht immer gute Qualität was die königinnen betrifft bekommt. Wir haben hier zum beispiel den Fall das wir eine Zuchtkönigin aus Western Australia gekauft haben die speziel gegen die Europäische Faulbrut ausgelesen ist und was ist das ende vom lied das Volk mit der Königin ist auf einem Stand mit 150 Völkern das einzige welches die Europäische Fulbrut hat. Ist nicht wirklich schön. Deshalb will ich mich wenn ich im April wieder nach deutschland komme erst mal nen bisschen Fortbilden was die ganze Zuchtauslese betrifft.

  • Ich respektiere jegliche Zuchtbemühung, insofern diese als seriös zu bewerten ist. Imker, die Schutzradien von Belegstellen nicht akzeptieren, kann ich nicht verstehen - nach meinen Wertvorstellungen handeln sie
    unsozial (genauso wie die Imker, die ihre eigene Standbegattung als seriöse Zucht einstufen und Imker, die andere Zuchtrassen halten, diskriminieren).


    Die Zuchtverbände, die nach international anerkannten Methoden züchten, müssen wegen diesen asozialen Elementen, die sogar Schutzgebiete nicht respektieren, viel zusätzlichen Aufwand betreiben. Die DNA-Fingerprints sind nur ein Teil davon.


    Im Moment läuft es nun so, dass die Unterstützung der seriösen Züchter aus allgemeinen Mitteln der Bundeskasse finanziert wird. Statt auf die Fremdrassenexpermentierer werden die Kosten also einfach auf der Allgemeinheit abgewälzt. Wie halt in vielen anderen Bereichen auch.


    Wenn die Importeure (nicht nur von Honigbienen) jeweils für die Folgekosten aufkommen müssten und diese nicht einfach abwälzen könnten, herrschte allgemein eine andere Stimmung im Land.

    Wenn man den Schutz der Belegstellen nicht mehr vernünftig sicherstellen kann, wird man vermehrt in KB investieren müssen - vermutlich sprechen die Schweizer Politiker lieber dafür mehr Geld, als für Einschränkungen bei Fremdrassenexperimenten zu stimmen. Die Mehrheitspolitiker werden sich kaum an Slowenien orientieren wollen.

  • Hallo Miteinander,
    ob für den "kleinen Imker" eine künstlich besamte Königin unbedingt sein muss, möchte ich mal bezweifeln.
    Solche gehören in die Hände von Wissenschaftlern und größere Züchter oder Vermehrer.
    Der "Kleine Imker" braucht für seinen Bedarf einfachere Zuchttechniken und eine oder zwei Bienenherkünfte, die sich an seinem Stand bewährt haben und umgänglich sind.
    Dabei spielt die Rassenfrage doch eher eine untergeordnete Rolle, obwohl sie immer wieder aufgebauscht wird.
    Wenn ich schon eine bestimmte Rasse halten soll oder muss, z.B. wegen des Schutzes einer Belegstelle, dann sollte mein Zuchtmaterial von dort gestellt werden und es mir erlaubt sein, selber davon nachzuziehen.
    (Auch über die F1 hinaus).
    Dann muss meine Kritik aber auch erlaubt sein, wenn sich z.B. eine Linie bei mir nicht bewährt.
    Eine einfache Mitarbeit, ohne Vereinsmeierei usw., würde die Sicherheit einer Belegstelle erhöhen.
    Wenn viele am Erfolg einer Belegstelle teilhaben, kommt es sicherlich weniger zu "Protestschweinen"* .
    Viele Grüße
    Lothar
    *eine von der dänischen Minderheit gehaltene Schweinerasse mit rötlich-weißer Färbung.
    auch "Rotbuntes Husumer Schwein" genannt, nach seinem Hauptverbreitungsgebiet.
    Die Farben entsprachen den dänischen Nationalfarben, die nachdem Schleswig-Holstein preußisch/deutsch wurde, nicht mehr von der dänischen Minderheit gezeigt werden durften.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin,
    es ist ziemlich einfach, "optisch unauffällige" Königinnen auszulesen aus jeder beliebigen Herkunft - man braucht halt nur genug zur Auswahl (von der Wirkung minimal geänderter Temperaturen im Brutschrank ganz zu schweigen *flöööt*), und schon hat jemand "reinrassige Dunkle" und geringelte Kinder sind dann wohl einem verirrten Drohn zuzuschreiben....:cool:
    Flächendeckend Fingerprints zu diesem Zweck sind nur einfach teuer und irre - es wird niemanden davon abhalten, "seine" Lieblingsbiene zu halten, wenn er den Sinn einer Belegstelle oder eines Schutzgebiets nicht einsehen kann, und Strafe hat noch nie vor Straftaten geschützt.
    Wie immer ist es ein Problem der Bildung und Aufklärung.
    Wenn die Schweizer es nicht hinkriegen, ihren Imkern zu vermitteln, daß ihre Biene eine wertvolle National-Ressource ist, und trotz der EFB-Anfälligkeit eine genauso gute Biene wie jede andere ist, sollten sie mal ihre Strategie überdenken.


    Schutz kann immer nur freiwillig gewährt werden, niemals als Zwang, das funktioniert einfach nicht. :roll:
    Da ist Überzeugungsarbeit gefragt, und die ist mühselig und langwierig.
    Nur sollten sich auch die "Rebellen" darüber klar sein, daß sie mit ihren Experimenten in Belegstellenbereichen/Schutzgebieten die genetische Basis ernsthaft schädigen - was einmal weg ist, ist weg - die EFB-Anfälligkeit kommt ja nicht aus der Luft, sondern ist schon "angezüchtet".


    Was ebenso klar sein sollte: bei allen Kreuzungen kommt zum größten Teil eben NICHT das Ideal aus den besten Eigenschaften beider Rassen raus, sondern - Gauß'sche Normalverteilung oder Glockenkurve - 95% sind nicht besser, sondern gleichgut oder schlechter als die Ausgangsprodukte, und das kann man leider nicht sehen oder am Genom feststellen, sondern erst in den folgenden Jahren an den Erfahrungen damit.
    Deswegen finde ich es immer eher lächerlich, wenn jemand unter 100 Völkern von Zucht redet - wenn nur 5 von 100 neuen Königinnen besser als die anderen sind, wie will jemand mit 10 Völkern diese 0,5 finden?:cool:
    (und ganz nebenbei trübt auch die Erwartung des Beobachters das realistische Bild des tatsächlichen Verhaltens - jeder von uns hat sein Lieblingsvolk/völker, und ist bereit, dem mehr zuzugestehen als anderen.:lol: Heisenberg'sche Unschärfe-Relation :p)


    Ich hab mich damals gründlich schlau gemacht über die evt. Nähe zu C-Belegstellen, bevor ich umgezogen bin - ich respektiere sie. Es steckt sehr viel Arbeit darin, und ich habe nicht das Recht, die aus Egoismus zu versauen.
    Ebenso würden auch echte Stecher sofort umgeweiselt - ich kann meine Fehler nicht den Nachbarn aufbürden, das gehört sich einfach nicht.


    Aber ich sehe nicht ein, meine Drohnen zu schneiden, und wer bewußt Standbegattung betreibt außerhalb eines Belegstellenradiusses, muß mit anderen Drohnen rechnen.
    Ich hatte auch schon eine Königin, deren gelb-geringelte gräuliche Töchter recht viele WZ ansetzten - aber ich weiß, daß hier jemand Cecropia hat, und kann entsprechend reagieren, wenn ich sie denn wirklich nicht haben wollen würde.


    Von daher - jeder wie er mag, aber bitte Respektierung der Belegstellen und Schutzgebiete.
    Wem's nicht paßt, ist jederzeit frei, europaweit umzuziehen - wir haben Niederlassungsfreiheit.:p_flower01:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • daß ihre Biene eine wertvolle National-Ressource ist, und trotz der EFB-Anfälligkeit eine genauso gute Biene wie jede andere ist, sollten sie mal ihre Strategie überdenken


    Welche unserer 4 offiziellen Rassen meinst Du jetzt damit? Die zwei ursprünglich einheimischen oder die beiden importierten? Das tönt ein bisschen wie billige Polemik aus bildungsfernen Schichten!

  • (und ganz nebenbei trübt auch die Erwartung des Beobachters das realistische Bild des tatsächlichen Verhaltens - jeder von uns hat sein Lieblingsvolk/völker, und ist bereit, dem mehr zuzugestehen als anderen.:lol: Heisenberg'sche Unschärfe-Relation :p)


    Genau darum arbeiten seriöse Zuchtgruppen mit anonymen Prüfständen für die Leistungsprüfungen. Mit Heisenberg - ohne Deppenapostroph - hat das relativ wenig zu tun.


    In seriösen Zuchtprogrammen können Imker zum Teil schon mit nur 12 Völkern mitarbeiten.

  • Dabei spielt die Rassenfrage doch eher eine untergeordnete Rolle, obwohl sie immer wieder aufgebauscht wird.


    Aus Sicht der Honigernte und der Bestäubung von Kulturpflanzen vielleicht schon. Aus Sicht der übrigen Pflanzenwelt, die sich in Koevolution mit der Honigbiene entwickelt hat vielleicht nicht unbedingt.

  • Geschätzer Nigra


    Eigentlich wollte ich nicht mehr schreiben, aber ich kann deine "bienenrassistischen" Äusserungen nicht so im Raum stehen lassen.
    Prüfstände sind ja eigentlich eine gute Sache, aber bei Reihenaufstellung völlig nutzlos. Wenn du mal eine andersfarbige Biene auf deinem Stand hättest, wüsstest du auch warum.
    Zum Thema EFB und der Mellifera in der Schweiz.
    Ein Auszug aus dem Belegstellenjournal der Mellifera vom Jahr 2009:
    Krauchtahl ZH, Sauerbrut
    Gletsch VS, Sauerbrut
    Lauenen, Gebietssperre
    Neu Falkenstein, Gebietssperre
    Freienbach, Gebietssperre
    Schildmoss, Sauerbrut
    Valzeina, Sauerbrut
    Gental, Sauerbrut ab Anfang August 2009


    9 von 29 Belegstellen hatten im Jahr 2009 Sauerbrut oder waren in einer Gebietssperre. Wow. Das sind knapp über 30 %!
    Ich rechne die Gebietssperren auch dazu, weil ich annehmen kann, dass dort ebenfalls Mellifera-Drohnen fliegen.
    Was soll man da noch sagen.
    Und eure Königinnen wollt ihr wirklich mit solchen Drohnen verpaaren?

  • Prüfstände sind ja eigentlich eine gute Sache, aber bei Reihenaufstellung völlig nutzlos.


    Völlig nutzlos? Und wie bitte begründen Sie das? Die Leistungen einzelner Königinnen können immer durch Zufälle beeinflusst werden. Durch genügend grosse Schwesternserien mit gleicher oder mindestens vergleichbarer Anpaarung können diese Einflüsse teilweise herausgefiltert werden. Noch sind die Unterschiede in der Population so hoch, dass bezüglich der Aufstellung keine Vorschriften gemacht werden. Wenn wir einmal 50 Prüfstände pro Jahr haben und weitere Anmeldungen, dann kann man sich sicher Aufstellungsvorschriften überlegen oder die Aufstellung bei der statistischen Auswertung mit Korrekturen (schwächere Gewichtung einzelner Kriterien bei Reihenaufstellung) belegen. Messergebnisse bei Reihenaufstellung als völlig nutzlos zu bezeichnen, zeugt deshalb nicht gerade von Fachkenntnis.


    Die Sauerbrutsituation auf den Belegstellen und in den Überwinterungsgebieten der Drohnenvölker als Beweis für die Anfälligkeit auf Sauerbrut zu werten, entlarvt leider ebenfalls bloss die intellektuellen Fähigkeiten des Wertenden.


    Seit wir von den Drohnenvölkern systematisch die Fingerprints nehmen, wissen wir wenigstens, auf welchen Belegstellen hybridisierte Drohnen fliegen. Diese Messergebnisse haben den Enthusiasmus einiger betroffener Belegstellen nicht gerade beflügelt. Gründe für eine Pause kamen da nicht immer völlig ungelegen.


    Noch zu den andersfarbigen Bienen: Alle meine Stände haben im Flugradius von 3 Kilometern zwischen 15 und 27 erfasste und den Bieneninspektoren bekannte Stände. Zum Teil sind das kleine Ablegerstände aber es gibt auch Stände mit bis zu 40 Wirtschaftsvölkern. Bei der enormen Bienendichte lernt man die verschiedenen Farben schon kennen. Seien Sie unbesorgt.

  • Hallo Nigra,
    natürlich ist es der Blüte "egal", welche Rassenzugehörigkeit die sie bestäubende Biene hat.
    Mir ist nur ein Fall bekannt, wo man vermutet, das eine Pflanze auf die Bestäubung einer bestimmten Honigbienenrasse angewiesen ist:
    Einer Enzianart, die auf die Bestäubung von A.m.m. spezialisiert sein soll.
    Aber das Thema hatten wir hier schon einmal behandelt.
    Deshalb suche ich den genauen Namen der Enzianart nicht heraus (glaube es war der Böhmische Enzian)...
    Zu Prüfständen: auch ich halte Einzelaufstellung für aussagekräftiger als Reihenaufstellung.
    Zu Sauerbrutanfälligkeit: Die Sauerbrutanfälligkeit auf den Belegstellen und in den Überwinterungsgebieten der Drohnenvölker nicht als Beweis für dessen Anfälligkeit zu bewerten, entlarvt die intellektuellen Fähigkeiten des WErtenden.
    So verstehe ich die Aussage besser.
    So erscheint es mir logisch.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • So erscheint es mir logisch.

    Als Postbeamter musst Du ja auch nicht wissenschaftlich arbeiten können. Ein vermeintliches Indiz reicht aber für eine korrekte Verurteilung nicht aus (zumindest sollte das in zivilisierten Ländern so sein). Wie ich ja bereits schrieb, hatten wir ein Problem mit hybridisierten Drohnenvölkern. Dass man Drohnenmütter wegen der Qualität der Drohnenaufzucht gerne standbegatten lässt kommt noch dazu. Meine intellektuelle Redlichkeit verbietet es mir jedoch daraus voreilige Schlüsse zu ziehen.


    Und zwischen mehr oder weniger aussagekräftig und "völlig nutzlos" besteht irgendwie schon noch ein Unterschied, nicht?