Künstliche besamung von Königinnen

  • moin an alle
    Bin hier auf der suche nach jemandem der weiß ob es bezüglich künstlicher besamung Vorträge im nächsten jahr gibt im Zeitrahmen von April bis Juni. Oder wer mir das sonst im Norddeutschen Raum beibringen könnte.
    Würde mich über Rückmeldungen freuen.
    mit besten Grüßen Jonas

  • Hallo Jo,
    einer der kompetentesten ist wohl Prof. Schley, da findest du was im web.
    Er ist Hersteller von den am meisten verbreiteten Geräten.
    Meist gibt er auch Kurse, die von Vereinen organisiert werden.
    Schick ihm ne mail, vielleicht hat er schon Termine.
    Meines Wissens findet einer Anfang Mai in Saarlois statt.


    Gruss
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo BeehunterJo!


    Ergänzend zum Beitrag von beehead:


    Besamungskurse macht der Gilbert Bast aus Saarlouis.
    Vereinsgelände der Buckfastzuchtgruppe Saarland in Wallerfangen.


    Auf dieser Seite findest Du die Adresse von Herrn Bast:
    http://www.buckfastimker.de/sh…file=organisationen#bfzgs


    Frag ihn mal! Ist ein netter Zeitgenosse.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • moin an alle
    Bin hier auf der suche nach jemandem der weiß ob es bezüglich künstlicher besamung Vorträge im nächsten jahr gibt im Zeitrahmen von April bis Juni. Oder wer mir das sonst im Norddeutschen Raum beibringen könnte.
    Würde mich über Rückmeldungen freuen.
    mit besten Grüßen Jonas


    Hallo BeehunterJo.
    Willkommen im Forum . Wenn Du dein Profil ausfüllst kann man Dir auch besser helfen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Das Problem bei der künstlichen Besamung ist nicht das Erlernen der eigentlichen Praxis sondern die Erlangung der Routine.
    Ich persönlich kenne leider einige Imker, die solche Kurse besucht und sich ein entsprechendes Besamungsgerät gekauft
    haben. Nachdem einige Jahre vergangen sind, in denen das Gerät nicht benutzt und das Erlernte vergessen wurde,
    wandern solche Ausrüstungen nicht selten über Kleinanzeigen ("Neuwertiges Besamungsgerät zu verkaufen ..") in andere Hände.
    Dies wäre mein Tipp, bevor ich mich an diese Disziplin heranwagen würde: Ehrlich darüber nachdenken, ob ich das alles wirklich brauche.


    Wenn ja - dann lohnt es sich natürlich, keine Frage!

  • Moin,
    ich hab an einem nassen, verregneten Julinachmitttag eine schon seit zwei Wochen bei mir legende *begattet gekaufte* Königin völlig allein nachmittags um 16 Uhr allein ausfliegen sehen - und etwa 25min später mit Begattungszeichen zurückkommen sehen - seitdem hab ich extreme Zweifel, was die Abstammungen und Stammbäume angeht.
    Und nicht ganz zu unrecht, denke ich, weil das mit Sicherheit kein Einzelfall war.
    Besamten Königinnen fehlt ebenfalls das Freiflugerlebnis - wie sicher ist es, daß sie nicht nochmal losdüsen?
    Ich finde Besamung einerseits klasse (definierte Gene - wooow), aber andererseits finde ich es gruselig, ähnlich wie ivf-Babies, die womöglich noch vor der Implantierung in die Gebärmutter auf Defekte getestet und aussortiert werden - "Brave new world" läßt grüßen....:evil:
    Man muß nicht alles tun, was man machen kann....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Eine besamte Königin braucht längere Zeit bis sie sicher in Eilage geht und sollte schon eigene Bienen erzeugt haben.
    Wenn die vorher schon durch die Lande geschickt wird passt das gar nicht.
    Künstliche Besamung sollte die Ausnahme sein und nicht die Regel, ist aber eine gute und ausgereifte Methode um gezielte Anpaarungen zu machen. Ansonsten gilt was Ramunas schon geschrieben hat, das sehe ich genau so.
    Sehr wichtig bei der Besamung sind die Drohnen, wer nichts von Drohnenaufzucht versteht, kann sich die Mühe sparen.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • beehead : bei all den zehnkilometerweit vagabundierenden Drohnen - und ohne genetische Fingerprints von Mama und den ganzen Papas - ich würde meine Hand keinesfalls mehr für irgendeine "definiert begattete/inseminierte" Königin ins Feuer halten, ich würde mich mit hoher Wahrscheinlichkeit böse verbrennen.
    Theoretisch ist das eine tolle Möglichkeit - aber die Bienen machen, was sie wollen - nicht das, was wir wollen.
    Ist einfach so.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • SaBiene ,


    ich bin platt und äußerst amüsiert: Wie, die hat tatsächlich nochmal "nachgelegt" ?


    Da wäre Zahlenmaterial von Überprüfungen mal sehr interessant, wobei das Utopie ist.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin,


    Besamten Königinnen fehlt ebenfalls das Freiflugerlebnis - wie sicher ist es, daß sie nicht nochmal losdüsen?
    Ich finde Besamung einerseits klasse


    Hallo sabi(e)ne ,besamte Königinnen müssen einige Zeit hinter Abspergitter gehalten werden ,damit es nicht zu solchen Ausflügen kommt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • ich bin platt und äußerst amüsiert: Wie, die hat tatsächlich nochmal "nachgelegt" ?


    Wenn Du einmal den Mut hast, eine im Frühjahr unbegattet gebliebene Kö einfach stehen zu lassen und gegebenenfalls mit Jungbienen zu verstärken, könntest Du 3 Wochen nach der ersten Brünstigkeit der Kö eine Überraschung erleben...


    Die Drohenaufzucht und die Samengewinnung sind der Knackpunkt bei der künstlichen Besamung.

  • bei all den zehnkilometerweit vagabundierenden Drohnen - und ohne genetische Fingerprints von Mama und den ganzen Papas - ich würde meine Hand keinesfalls mehr für irgendeine "definiert begattete/inseminierte" Königin ins Feuer halten, ich würde mich mit hoher Wahrscheinlichkeit böse verbrennen.


    In dem Punkt, dass eine Kö ausschliesslich von erwünschten Drohnen begattet wurde, stimmt das. Wir haben angefangen Fingerprints zu nehmen. Vieles deutet aber darauf hin, dass es doch natürliche Rassebarrieren gibt. Sei es durch unterschiedliche Flughöhen, Flugzeiten der Drohnen oder durch den Begleitschutz der Kö. Tatsache ist auf jeden Fall, dass ich auf einem Stand an dem nachweislich seit über 40 Jahren kein Begattungskästchen mehr zum Einsatz kam, reinrassige Königinnen gefunden habe. Immer wenn mindestens eine erwünschte Drohne an der Paarung beteiligt war, bekommt diese Kö mämlich auch zu einen Teil den
    erwünschten Nachwuchs.


    Die Begattungssicherheit einer Belegstelle hat auch etwas mit der Drohnendichte zu tun. Wenn Kö am nächstbesten Drohnensammelplatz auf Tausende fitter Drohnen treffen, dauert der ganze Hochzeitsflug nur wenige Minuten.


    Noch nicht mit Fingerprints gemessen wurde, ob es besser ist, auf der Belegstelle eine geballte Ladung von starken Drohnenvölkern zu haben und einen möglichst grossen bienenfreien Gürtel darum herum oder dann wenn der ganze Gürtel auch noch mit starken Drohnenvölkern zugestellt wird.


    Einerseits könnten die Drohnenvölker im Gürtel Drohnen von ausserhalb Übernachtungsgelegenheiten bieten, andereseits könnte die so enorm hohe Drohnendichte die fremden Drohnen davon abbringen bis zur Belegstelle zu wandern.


    Jetzt fragt sich einfach wo der Aufwand geringer ist, bei systematischen Fingerprints an möglichen Zuchttieren oder der (all zu) aufwändigen Verbesserung der Belegstellen?


    Fair wäre, wenn die Imker die Importrassen halten, den Imkern die mit der einheimischen Biene arbeiten, die Fingerprints bezahlen müssten!

  • Liebe Sabi(e)ne,
    dies ist auch der Hauptgrund, warum gute Züchter ihrer Königin, direkt noch in der Narkose, einen Flügel stutzen. Da fliegt dann nix mehr ...


    Einwände gegen den künstlichen, von uns Menschen ausgehenden, Eingriff in das Leben eines Individuums bleiben hierbei leider unberücksichtigt, und kritische
    Sichtweisen zur künstlichen Besamung sind natürlich zulässig.

    Moin,
    ich hab an einem nassen, verregneten Julinachmitttag eine schon seit zwei Wochen bei mir legende *begattet gekaufte* Königin völlig allein nachmittags um 16 Uhr allein ausfliegen sehen - und etwa 25min später mit Begattungszeichen zurückkommen sehen - seitdem hab ich extreme Zweifel, was die Abstammungen und Stammbäume angeht.
    Und nicht ganz zu unrecht, denke ich, weil das mit Sicherheit kein Einzelfall war.
    Besamten Königinnen fehlt ebenfalls das Freiflugerlebnis - wie sicher ist es, daß sie nicht nochmal losdüsen?
    Ich finde Besamung einerseits klasse (definierte Gene - wooow), aber andererseits finde ich es gruselig, ähnlich wie ivf-Babies, die womöglich noch vor der Implantierung in die Gebärmutter auf Defekte getestet und aussortiert werden - "Brave new world" läßt grüßen....:evil:
    Man muß nicht alles tun, was man machen kann....

  • Hallo Nigra.
     
     


     
    Fair wäre, wenn die Imker die Importrassen halten, den Imkern die mit der einheimischen Biene arbeiten, die Fingerprints bezahlen müssten!


     
    Sollte es einmal soweit kommen, sage ich Apisuisse und VDRB adjeu.:wink:
    Sonst müssten die ja mit der Bienenzeitung wieder aufschlagen, damit's der dumme Durchschnittsimker nicht merkt!
     
    Viele Grüsse von Melli...! der sich freut Ruedi Ritter mal ne paar klare Antworten abzuverlangen.

    Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft. [v. Ehrenfels.]