Varroa-Inhibitoren

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    Das wurde nicht großflächig getestet. Vielleicht sollten wir selbst mal vorsichtig kleinere Versuche starten. Ein Wunderheilmittel wird es nicht werden.


    Ein Wundermittel sicher nicht, aber wenn man im Mai nach dem schleudern einige Varroen raus bekommt hat man im Herbst bedeutend weniger in der Kiste

  • Benefits of propolis von Frau Spivak (auf Englisch).


    http://immenfreunde.de/forum/download/file.php?id=2173


    Kann ja jemand eine Zusammenfassung schreiben. Danke.



    Die meisten Imker, die ich kenne, betrachten Propolis als Ärgernis, weil es das Arbeiten an den Beuten deutlich erschwert. Die Zargen verkleben, man hat Flecken an Fingern und Kleidung. Auch ich fand Propolis lästig, bis wir herausfanden, welche positiven Eigenschaften auf die Gesundheit der Bienen vom Propolis ausgehen.


    Warum sammeln Bienen Propolis?
    Es ist schwierig zu sammeln - und Bienen fressen kein Propolis? Also Warum? Die Hinweise aus alter Literatur, dass Bienen damit Risse und Spalten abdichten erschienen uns nicht ausreichen.
    Experiment 1 - Propolisanstrich von Beuten
    Wir bildeten 3 Gruppen von Ablegern (5 Waben Langstroth) und strichen die Innenseiten jeweils mit einheimischem Propolis, brasilianischem grünem Proplis (jeweils gelöst in 70% Alkohol), sowie als Kontrollgruppe mit dem reinen Alkohol. Jede dieser Kisten wurde mit einem kleinen Ableger und junger Königin besiedelt. Bereits nach 7 Tagen konnte bei Untersuchungen des Immunsystems dieser Bienen festgestellt werden, dass die Bienen aus den mit Propolis gestrichenen Kisten, einen niedriegeren Befall mit Bakterien hatten und dass das Immunsystem der einzelnen Bienen weniger stark arbeiten musste. Das Propolis scheint in dieser Form, wie ein externes, mikrobielles Schild für die Bienen.
    Experiment 2 - Selbstmedikation von Bienen mit Propolis
    Bei diesem Experiment wurden Bienenvölker gezielt mit Kalkbrut infiziert indem das Futter (Pollenpatties) mit gemahlenen Kalkbrutmumien verunreinigt wurden. Es konnte ein leichter Anstieg der Propolissammlerinnen, gegenüber nicht infizierten Kolonien beobachtet werden. Bienenvölker scheinen also gezielt Propolis zu sammeln, um Krankheiten einzudämmen. Dabei ist der Mechanismus, mit dem Propolis gegen eine Brutkrankheit wirken kann, derzeit noch nicht geklärt.
    Wo sammeln die Bienen Propolis
    Durch Vergleich (RPHPLC) von direkt im Feld (an Bäumen) gesammeltem Propolis, mit dem Propolis, welches von Bienen gesammelt wird, konnten wir zeigen, dass Bienen in unserer Umgebung haupsächlich an Cottonwood (Populus deltoids) und an balsam poplar (Populus basamifera) gesammelt haben. Koniferen, Birken, Erlen und die meisten anderen Bäume werden hier kaum besammelt. Im Labortest konnte gezeigt werden, dass die antimikrobielle Wirkung des von den Bienen gesammelten Propolis auf paenibacillus Larvae (Erreger der Faulbrut) tatsächlich höher ist, als die der nicht gesammelten Harze. Die derzeit vorliegende Datenbasis ist aber noch nicht hoch genug, um eine Aussage wie - "Bienen sammeln gezielt Propolis - je nach Infektion" abzusichern.
    Konsequenzen für den Imker
    Es ist vermutlich sinnvoll, den Bienen die Möglichkeit zu geben ihre Beuten mit Propolis auszukleiden, da dies dem Immunsystem der Bienen förderlich ist.

    • Einsatz von Proplisgittern - um Propolissammeln zu unterstützen
    • Einsatz von Zargen mit innenseitig rauher Oberfläche, damit die Bienen die Beute auskleiden


    Ich rate davon ab:

    • Beuten selbst mit Propolisanstrichen auszustatten. Der Aufwand dazu ist hoch und es ist einfacher, wenn die Bienen selbst Propolis sammen und verbauen
    • Propolis zu füttern. Bienen fressen kein Propolis - und auch wenn Propolis ein natürliches Pflanzenprodukt ist, bleibt es ein starkes Antibiotikum mit dem nicht leichtfertig umgegangen werden sollte. Unsere eigenen Fütterungsversuche mit Propolis gegen amerikanische Faulbrut verliefen darüberhinaus erfolglos


    --- soweit eine kurze Zusammenfassung
    Ludger

  • Die Amis vernebeln auch Paraffinöl in den Beuten als Bekämpfungsmaßnahme und das soll funktionieren. :-? Wohl bekomm's...


    Naja die Methode ist bei den Amis bekannt, funktioniert aber wird nur noch von wenigen Angewendet. Das Problem ist einfach das die Effizienz und der Arbeitsaufwand zu hoch. Die Effizienz von den verdampfter Oxalsäure ist höher und die Anwendung ist schnell und soll auch besser Verträglich sein.


    Allgemein sind da auch Oxalsäure, Thymol und Ameisensäure vorherrschend. Des Weiteren ist das Thema ätherische Öle sehr verschieden betrachtet. Sehr lange wurde dies von den West Virginia University propagiert (führt zur Entwicklung von Honey B-Healthy). Dies reicht aber nicht als alleinige Bekämpfungsmaßnahme. Mitlerweile wurde auch Ameisensäure (44.1%) mit in das Konzept aufgenommen. Die Verdampfungsmethode entspricht etwa der des Schwammtuchs in einer umgebauten Zarge.


    Die behandlung mit ätherischen Ölen basiert auf der Fütterung mit Futtersaft der mit ätherischen Ölen versetzt wurde (am Futterloch). Denn sollen die Ammenbienen aufnehmen, so das er mit in den Futtersaft aufgenommen wird. Die Konzentration ist so niedrig das die Made überlebt, aber die Varroa kann diese tötet oder die Reproduktion einschränkt.


    Des Weiteren wird der Einsatz von Verschiedenen Langzeitbehandlungsmöglichkeiten mit "Trap-Stips" und Fettplätzchen empfohlen.


    http://www.wvu.edu/~agexten/varroa.htm
    http://www.wvu.edu/~agexten/varroa/FAFumigat.pdf
    http://www.wvu.edu/~agexten/varroa/honeyBhlth.htm
    http://www.wvu.edu/~agexten/varroa06.htm


    Honey B-Healthy ist ein Mix aus Grüner Minze- und Lemongrass Öl, mit Zucker, Wasser und Lecithin als Emulgator. Einfach bei Google eingeben dann findet man das Rezept, was aus der Veröffentlichung abgeschrieben ist.


    Weitere interessante Ansätze bietet z.B. diese Studie über Thymol, Menthol, Kampfer und Eukalyptol. Vor allem Kampfer und Menthol sind hier interessant, aufgrund der niedrigen Mortalitätsraten bei den Bienen. Allerdings sind die benötigten Konzentrationen bei diesen höher als bei Thymol.


    https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-00891242/document (auf S.29 muss die Beschriftung der Linien falschherum sein, dann stimmt sie mit dem Text und älteren Studien überein)


    Interessant könnte auch die Anwendung von Oxalsäure in Glycerin auf Cellulosestreifen (Pappkarton) sein. Da statt Wasser Glycerin verwendet wird besteht nicht das Problem der Austrocknung der Materialien.


    http://link.springer.com/article/10.1007/s13592-015-0405-7
    https://www.researchgate.net/p…_in_the_presence_of_brood (rechte Seite Download full text).


    (Wenn ihr die Springer Links nicht sehen könnt, hilft oft ein Besuch der nächsten Universitätsbibliothek. Da gibt es zu den meisten Sachen freien Zugang. Das selbe gilt auch in ein paar Stadtbibliotheken).


    Leider fehlt bei allen diesen Methoden wieder einmal die Zulassung in Deutschland (vll. Abgesehen von den Fettplätzchen da die Frage ist ob die als Behandlung gelten. Die Effizienz ist aber als niedrig eingestufft.)
    Das Sinnvollste wäre wohl die Zulassung des Sprühens und Verdampfens von Oxalsäure in Deutschland, aber wie es so ist.......

  • Was ich aus den letzten Beiträgen nicht richtig verstanden habe ist folgendes:
    Muss man es jetzt so verstehen, dass viel gesammeltes Propolis auf "sensible", kränkelnde oder angeschlagene Völker hin deutet, oder eher so, dass sie rein gesundheits-prophylaktiktisch verkitten? Bisher habe ich auch den Spruch oder die Floskel gehört, dass viel Propolis auf ein gesundes Volk hindeutet. Sozusagen "sie kitten, weil sie es (sich leisten) können..." Jetzt klingt es eher anders herum, so als ob sie es müssten, weil sie sich dazu gezwungen sehen.
    Rein Technisch wäre die Erklärung vermutlich einfacher, weil sie einfach alles abdichten, auch gegen Ameisen.


    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,


    Völker, die eine Tendenz dazu haben, viel Propolis zu sammeln, bauen sich damit einen entsprechenden Schutz auf. Das könnte in der Konsequenz tatsächlich heissen, dass sie einen besseren Krankheitsschutz haben und gesünder (sind/bleiben).
    Wenn Völker, die bisher nicht gekittet haben, unerwartet anfangen zu kitten, könnte dies hingegen bedeuten, dass sie unter Krankheitsstress geraten.


    Aus züchterischer Sicht, muss man der Neigung zu kitten, deshalb unter Umständen eine andere Bewertung geben.


    Gruß
    Ludger

  • OK, so herum ergibt es einen Sinn, dann habe ich es doch nicht so ganz falsch verstanden.
    Ich hatte das heftige Kitten bewusst erst bei meinen jüngeren Völkern beobachtet, also bei Ablegern aus dem Vorjahr, die jetzt zum ersten Mal volle Stärke hatten. Ich hätte es aber dahin interpretiert, dass die bis dahin fehlende Bienenmasse durch bauliche Maßnahmen, das provisorische Kitten überbrückt wird - das wäre meine rein technische Erklärung. Die älteren Völker hatten nicht so heftig verkittet, wobei die dann den alten Kitt regelmäßig auffrischen.


    Mir war Propolis vorzugsweise nur als technisches Hilfsmittel der Bienen für sich und dann erst als Heilmittel für uns im Sinn. Dass sie es auch für sich als Heilmittel nutzen, liegt da natürlich auf der Hand.


    Gruß Andreas