Varroa-Inhibitoren

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    Dennoch: Dass das Verhalten von Varroen größtenteils erlernt und nicht ererbt ist, ist eine aus der Luft gegriffene Behauptung. Gruß Ralph

  • Dennoch: Dass das Verhalten von Varroen größtenteils erlernt und nicht ererbt ist, ist eine aus der Luft gegriffene Behauptung.


    Dennoch: Daß das Verhalten von Varroen größtenteils vererbt und nicht erlernt ist, ist eine aus der Luft gegriffene Behauptung.


    Meine Behauptung basiert auf:


    "Verhaltensbiologie" von Peter Kappeler, ISBN: 978-3540687764


    Dort wird zwar nicht die Varroa im Speziellen behandelt, aber warum sollte ausgerechnet die Varroa eine Ausnahme gegenüber allen anderen Lebewesen darstellen?


    So ganz aus der Luft gegriffen, war meine Behauptung also nicht.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Moin,

    Zitat

    im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch Entscheidungen treffen können, die nicht durch Gene maschinell programmiert worden sind.


    Och, Bernhard, du weißt doch ganz genau, daß Gene keineswegs mit "festen Programmen" zu vergleichen sind - es gibt genug, die sehr schnell mit entsprechenden Proteinen oder Botenstoffen auf bestimmte Reize reagieren, innerhalb von Minuten, bei Bakterien und Viren auch noch schneller.
    Gene sind nun wirklich nix statisches, sondern im Gegenteil sehr dynamisch.
    Bestmögliches Überleben und Vermehrung ist das Ziel, und dafür tun so ziemlich alle Lebewesen nahezu alles, auch in ihrer Körperchemie.
    Und wie wir nicht erst seit diversen Experimenten mit meditierenden Mönchen im CT wissen, kann man allein mit dem Geist seinen Körper ganz schön manipulieren, und damit auch die Körperchemie/die Kommensalen, und damit auch die Gene.
    Ich denke schon, daß es etwas zu kurz gegriffen ist, alle Lebewesen außer Primaten und Walen als simple Reiz-Reaktions-Körper zu sehen, und ihnen grundsätzlich Geist abzusprechen, ohne jetzt gleich dem Animismus anheim zu fallen.:wink:
    Eine Entscheidung ist etwas ganz anderes als eine reine Reaktion auf einen Stimulus, weil ersteres ein Abwägen der Situation erfordert, und das zweite ganz automatisch ohne Wahlfreiheit geschieht (okay, da sind wir d'accord :wink:).
    Aber Gene sind auch nix automatisches oder statisch (mit Bruce Lipton wedele .:Biene:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    mir als Biologe geht es jetzt doch etwas zu sehr durcheinander:


    1. Gene sind Erbinformation und beschreiben die Buchstaben der Proteine/Eiweiße/Enzyme.
    2. Um ein Protein herzustellen ist viel mehr nötig. Unter anderem muß das Gen (DNA) erst mal umgeschrieben werden in eine mRNA die dann an den Ribosomen für die Proteinsynthese sorgt. Auch dann ist das Enzym noch längst nicht aktiv sondern muß noch räumlich strukturiert und nachbearbeitet werden. Die meinsten Genprodukte (Proteine, teilweise auch die Zwischenstufe mRNA) sind sehr stabil und werden nicht mal schnell als Reaktion auf die Umwelt gebildet. Nur wenige Schlüsselproteine werden tatsächlich abhängig von der Umgebung sehr schnell gebildet und wieder abgebaut.
    3. Die Regulation der Genexpression ist hochkomplex. Viel komplexer als die Erbinformation selbst. Ein Teil ist in der Erbinformation selbst enthalten, ein Teil ist "chemisch auf diese aufgesetzt" (Epigenetik ist hier ein Schlagwort, siehe Jules Beitrag) und vieles geschieht auf späteren Ebenen und ist weitgehend unverstanden.
    4. Seit wann bekannt ist dass der "Geist" Gene modifiziert im Sinne von Sequenz verändert kann ich nicht beurteilen, mir sind reproduzierbare wissenschaftliche Ergebnisse hierzu unbekannt. Ganz anders sieht das bereits bei der Epigenetik aus.
    5. Darüber zu diskutieren was am Milbenverhalten genetisch bedingt, entwicklungsbedingt oder erlernt ist, das ist momentan müßig da hierzu keine fundierten Experimente vorliegen. Bernhard hat aber mit seinem Hinweis insofern recht, als dass man die Lernmöglichkeiten von Invertebraten, seinen es Insekten oder Spinnentiere wie die Milben, nicht unterschätzen sollte. Das dürfte wohl jedem Imker einleuchten der Experimente von K. v. Frisch oder heute z. B. der bee group Würzburg liest.


    Aber kehren wir zum Thema zurück.


    Gruß vom sonnigen Mindelsee


    Michael

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Moin,

    Zitat

    Nur wenige Schlüsselproteine werden tatsächlich abhängig von der Umgebung sehr schnell gebildet und wieder abgebaut.


    Ich hab auch nicht behauptet, daß es alle wären...:wink:

    Zitat

    Ganz anders sieht das bereits bei der Epigenetik aus.


    Auf die ersten Erwähnungen von Epigenetik kam hier keine Resonanz, deswegen versuche ich das Wort zu vermeiden :wink:
    Daß identische DNA nicht wirklich identische Lebewesen hervorbringt, kann man an eineiigen Zwillingen gut sehen.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • muss man das alles verstehen, um erfolgreich Bienen halten zu können ???? ;-))
    ich hoffe nein, sonst muss ichs an Nagel hängen.
    Kann etwas interessant zu lesen sein, auch wenn mans nur ein Stück weit versteht? Ich habe das Gefühl JA, also macht weiter!


    schönes WE!

  • muss man das alles verstehen, um erfolgreich Bienen halten zu können ?


    Das kommt ganz auf die Ziele an, die man sich setzt. Wer sich Zucht Richtung Varroatoleranz auf die Fahnen geschrieben hat, kommt aber wohl nicht umhin, sich mit biologischen Grundlagen zu beschäftigen. Esoterische Eseleien, die zu hohen Verlusten im Winter führen, könnten mancherorts durch mehr Wissen sicher verhindert werden.

  • muss man das alles verstehen, um erfolgreich Bienen halten zu können ???? ;-))


    Nö - genau so wie man zum Schreibem im Imkerforum nicht wissen muss wie das Addressierungsschema vom Speicher im Computer funktioniert. Ich würde sonst auch keine Bienen haben.
    Trotzdem ist hier im Forum genau der richtige Platz darüber zu diskutieren - wenn nicht hier wo sonst? :)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • fränkle : :lol: nein, man kann auch einfach ganz stumpf so imkern, wie man's gelernt hat, ohne sich weitere Gedanken zu machen, und gigantische Honigmengen einfahren.


    Aber das ist nicht mein Ziel, ich will wissen, wie die Bienen ticken, und was eine optimale Haltung wäre.
    Und ich finde, daß spätestens seit 2008 und der Katastrophe im Oberrheingraben sich langsam doch jeder mal Gedanken machen sollte, welche Bedingungen wir da aufgezwungen bekommen. :evil:
    Was nützt die beste und varroatoleranteste Biene der Welt, wenn ihre Umgebung konstant jährlich mehr vergiftet wird???

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Was nützt die beste und varroatoleranteste Biene der Welt, wenn ihre Umgebung konstant jährlich mehr vergiftet wird?


    Ein Fragezeichen sollte eigentlich reichen. Die Frage ist nicht so doof, wie das was üblicherweise von einem Schwall Emoticons begleitet werden muss.