Varroa-Inhibitoren

  • Dazu fällt mir ein, dass ich beim youtube-Kanal beetv84 in den Kommentaren mal folgendes gelesen habe:


    Zitat

    Schon gewusst?? Die Varroa verträgt absolut KEIN Pflanzenöl. Seit ich meine Bienenbeuten in Leinöl tauche und die Bienen hin und wieder mit einer Emulsion (Zucker-Rapsöl-Wasser) besprühe, ist die Varroa für mich kein Thema mehr.


    Zitat

    Du brauchst = 1 Liter Wasser, 1 Teebeutel Thymian-Tee, 500 Gr Zucker, 4 Esslöffel bestes Rapsöl. Erst den Teebeutel mit kochendes Wasser aufgiessen, danach den Zucker im heissen Wasser auflösen. Auf etwa 40 Grad abkühlen lassen. 4 Esslöffel dazugeben und sehr gut schütteln. In Labor-Spritzflasche (mit Schwanenhals) füllen und pro Zarge die Bienen mit 500 ml benetzen. Diese Behandlung eignet sich natürlich nur für warme Sommertage und sollte an 3 aufeinander folgende Wochenenden durchgeführt werden. Der Erfolg wird sich zeigen.


    Wer's selbst nachlesen möchte: https://www.youtube.com/all_comments?v=wUNTbHvLNSE

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Die Amis vernebeln auch Paraffinöl in den Beuten als Bekämpfungsmaßnahme und das soll funktionieren. :-? Wohl bekomm's...

  • Also ich weiß nicht.


    "Wird der Lockstoff vor der Verdeckelung mit einer einfachen Sprühapplikation in die Brutzelle eingebracht,..." (aus dem vorher verlinkten Artikel)...


    Hi!
    ich weiss auch nicht. Produzieren die kurz vor der Verdeckelung stehenden Maden zu wenig Lockstoff für die Varroa? Soll da was imitiert werden, das eh schon besser funktioniert als den Imkern lieb ist?


    Ich versteh den Sinn echt nicht - kann mir mal einer helfen?


    Und ein Öl sprühen (in welcher Form auch immer) vertreibt die Varroa, oder?


    LGF

  • ähm, jetzt wieder einmal so ein Querdenker. Ich hoffe jemand weiß es besser...


    Früher hatte man doch Wespennester aus dem Dach einfach mit Öl eingsprüht, ja vorzugsweise den "Vorläufer" vom WD40. Damit hatte man dann fast alle drin gebliebenen erwischt und dann am nächsten Tag war der Rest ausgeflogen. Ich dachte, dass mit dem Öl die Tracheen verstopfen bzw. verkleben und die Wespen erstickt sind.


    Wenn jemand jetzt Öl direkt auf die Waben sprüht, sollte doch eigentlich das Gleiche passieren. Ich hoffe mal, ich IRRE.


    Was mir dann noch aufgefallen ist, Tee mit Zucker und dann Öl, da fehlt mir der Emulgator, der das Öl im Wasser verteilt. Emulgatoren wie z.B. Seife, Eiweis, etc.


    So und jetzt die "Besserwisser" bitte ran an die Tasten...


    Gruß GM

  • Ich versteh den Sinn echt nicht - kann mir mal einer helfen?


    Die Varroa hat keine Augen sondern orientiert sich hauptsächlich über den Geruchssinn. Wenn man die Zellen mit dem Duftstoff den Varroaweibchen einsprüht, besagtem Öl, finden die Männchen die Weibchen nicht mehr so gut und wenn sie sie finden, begatten sie die Weibchen zu früh. Sprich: die Begattung schlägt zu einem großen Prozentsatz fehl. Keine ordentliche Begattung = eingeschränkte Vermehrung. Die Antibabypille zum Sprühen für Varroen.

  • da fehlt mir der Emulgator, der das Öl im Wasser verteilt.


    Ich hatte zwar mal Chemie-LK, aber viel ist nicht mehr hängengeblieben. Nur soviel vielleicht: Durch das Schütteln wird eine Dispersion hergestellt. Wikipedia:

    Zitat

    ...ein heterogenes Gemisch aus mindestens zwei Stoffen, die sich nicht oder kaum ineinander lösen oder chemisch miteinander verbinden. Dabei ist ein oder mehrere Stoffe (disperse Phase) fein verteilt in einem anderen kontinuierlichen Stoff (Dispersionsmedium)

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Ja mit Schütteln erreichst kleinere Tröpfchen, allerdings sind die immer noch nicht wasserlöslich - sprich ist ähnlich bei einer Lavalampe, die Öltröpfchen ziehen sich sofort wieder gegenseitig an. Je nachdem wie das Mischungsverhältnis und die Zeitspanne des ruhens ist bekommst wieder den Ölteppich auf dem Wasser. Inwieweit die Luft hier als Emulgator dient, mag ich nicht sagen, allerdings möchte ich hier erneut einen Hinweis auf die mögliche Oxidation geben.


    Gibst Du jetzt aber Seife hinzu, hast Du bei den Seifenmolekülen einen wasserliebenden und ölliebenden Teil. Kleinste Öltröpfchen werden jetzt von den Seifenmolekülen umschlossen und im Wasser getragen. Eine Entmischung wird, vorausgesetzt das Verhältnis stimmt, verhindert. (ähnlich Abspühlen in Küche)


    Seife war in diesem Beispiel der Emulgator. Es gibt allerdings eine Vielzahl von Emulgatoren, welcher tatsächlich der richtige ist, kann ich nicht sagen.


    Angenommen du willst auf den Emulgator verzichten, dann musst Du andauernd schütteln, selbst beim Sprühen und die Flüssigkeit im Steigrohr darf da auch nicht stehen bleiben, weil aufgrund des Querschnittes und fehlender Luft das Schütteln wenig Aussicht auf Erfolg hat.


    Gruß GM


    PS: Nur noch so als Hinweis: Früher, vor Priel und anderen Spühlmitteln, wurde Zinnkraut in das Abspühlwasser gegeben.

  • Danke, Bernhard!
    Durch ein zuviel des besagten Lockstoffes sind die V-Männer irritiert, weil sie (noch) nicht den echten Duft der echten Weiber von dem vom Imker eingebrachten Duft unterscheiden können. Sie irren quasi wollüstig durch die Gassen der Waben ;-)


    Nun kommt es halt drauf an, wie öko der künstliche V-Diesel wirklich ist, ob er Rückstände im Wachs bildet usw.....
    Im Endeffekt wieder ein "Fremdstoff" auf Bienen und Waben.


    Eine Falle mit dem Zeugs würde mir eher behagen - da hat man dann gleich einen etwa-Überblick über den Befallsgrad und die Bienen und das Wachs kommen mit dem Stink nicht (direkt) in Kontakt.


    Besser, viel besser wäre es, wenn es zu einem Gleichgewicht von Milben und Bienen kommt, so wie das bei der Cerana wohl ganz gut hinhaut - ganz ohne Imker und Zusatzstoffe. Dann hätten auch (je nach Trachtgebiet) auch wieder "Wild"-Völker eine faire Chance.


    Naja, darüber haben sich schon ganz andere Leuts ihren Kopf zerbrochen.


    LGF

  • Durch ein zuviel des besagten Lockstoffes sind die V-Männer irritiert, weil sie (noch) nicht den echten Duft der echten Weiber von dem vom Imker eingebrachten Duft unterscheiden können. Sie irren quasi wollüstig durch die Gassen der Waben...


    Kann jetzt gerade nicht nachlesen, aber war es nicht eher so: Die Männchen irren nirgendwo herum, sondern schlüpfen in der Zelle zuerst, dann die Schwestern. Die werden begattet, das Männchen stirbt. Außerhalb der Zellen gibt es daher nur weibliche Milben.


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Ist schon ne Weile her, als ich das mal lernte ... aber du könntest Recht haben!
    .... dann finden die Männer IN der verdeckelten Zelle die Weibchen nicht? Mhm, so groß ist die Zelle nun auch wieder nicht - und Fühler haben die Biester doch auch!?


    Ich muss das bei Gelegenheit nochmal nachlesen, die Biologie der Varroa ... vielleicht versteh ich dann den Bekämpfungsansatz besser .....

  • Hallo Fränkle,


    Die Milbenpaarung findet in der Zelle statt. Nicht nur in der Zelle, sondern genau genommen, sogar an dem von allen Milben gemeinsam genutzten Kotplatz in der Zelle. Um die Reine Lokalisierung kann es also kaum gehen. Ein Mechanismus der aber z.B. ausgenutzt werden könnte, wäre die Tatsache, dass nur die jüngsten adulten weiblichen Varroastadien als Paarungspartner für die Männchen interessant erscheinen. Dieser Mechanismus verhindert normalerweise, dass sich das Männchen mit seiner Mutter paart. Gelänge es jetzt aber durch Pheromongabe, z.B. die jungen Milben (seine Schwestern) auch als alte Milbe (Mutter) erscheinen zu lassen, blieben die jungen Weibchen unbefruchtet.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Ludger,
    genau darum geht es bei dieser Hohenheimer-Arbeit. Die Verwirrung der paarungswilligen Männchen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk