Anfänger mit Fragen zur Beschaffung von Bienenvölkern (für das kommende Frühjahr)

  • Hallo zusammen


    Ich habe mittlerweile schon unzählige Seiten im Internet durchgearbeitet, Bücher durchwälzt, und auch schon mit dem Vorstand des örtlichen Imkervereins telefoniert, um mich nach Lehrgängen etc zu erkundigen. Dort war man aber erst einmal sehr zurückhaltend, und man sagte mir die Lehrgänge würden erst wieder im Frühjahr beginnen, und ich sollte die Zeit mit Literatur verbringen. Um Bienen sollte ich erst im Frühjahr (nach dem Auswintern) anschaffen, um das Risiko zu minimieren. (Ich hatte ohnehin nicht vor, mir vor dem Frühjahr Bienen anzuschaffen)


    Jetzt stellen sich mir aber ein paar Fragen. (Beim Telefonat hatte ich zeitweise den Eindruck, daß man mich von der Idee der Bienenhaltung abbringen wollte, darum rufe ich nicht so schnell noch einmal dort an und frage lieber hier)


    Sollte ich mich jetzt schon darum kümmern, wo ich im Frühjahr 2-3 Bienenvölker her bekomme? (Sollte man sich evtl vormerken lassen?) Oder reicht es, bis dahin zu warten und dann erst auf die Suche zu gehen?


    Ich denke auch da an die verschiedenen Beutesysteme, ich weiß nicht welches System hier in unserer Gegend das meist gebrauchte ist. Wenn ich jetzt z.B. anfange Zanderbeuten (sind mir mit meinem Wissenstand im Augenblick die sympatischten, bitte keine hitzige Diskussion deswegen :lol:) zu bauen und dann nur Bienen auf DNM bekomme, stehe ich doch ziemlich blöde da.
    Und den Winter abzuwarten und mich erst um die Zargen zu kümmern wenn ich Bienen bekomme, fände ich verschwendete Zeit.


    Wie kompliziert wäre es, ein Bienenvolk von einem Maß auf das andere "umzusiedeln"? (Völker werden ja zumeist mit Waben abgegeben, das System sollte also stimmen)
    Dann bräuchte ich doch z.B. Zargen mit gleichen Außenmassen, aber mit 2 Wabensystemen?


    Ich habe z.B. Zargen für DNM und Zargen für Zander mit gleichen Abmaßen gesehen, könnte man die dann zum umsiedeln in ein anderes System benutzen?
    Zu diesem Thema habe ich leider noch nicht viel gefunden, vermutlich auch weil mir das richtige Suchwort fehlt...


    Und Abschliessend zu unserer Situation (Komentare hierzu sind auch willkommen):
    Wir hätten mindestens 2 Stellplätze.
    Unseren Garten (unter anderem einen Pflaumenbaum, etliche Krokuse, viel Heidekraut), das Grundstück ist umzäunt und weitestgehend mit einer rund 2m hohen Hecke (Sichtschutz) umgeben. (neben den üblichen Gärten auch ein Friedhof, Kleingartenanlage und Ackerfelder in 2 km Flugradius)
    Knapp 5 km Luftlinie entfernt eine Wiese, leider nur teilweise umzäunt, umgeben von größtenteils Ackerflächen, auf denen in den letzten Jahren auch regelmäßig Raps angebaut wurde. Auf der Wiese selber pflanzen wir gerade ein paar Obstbäumchen an.


    Falls wir für irgendwelche Spezialfälle doch noch einen weiteren Platz bräuchten, könnte ich sicherlich die Dachterrasse vom Haus meiner Eltern knapp 3 km von uns entfernt für 2-3 Völker mißbrauchen.

    Gruß, Chris

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  • Sollte ich mich jetzt schon darum kümmern, wo ich im Frühjahr 2-3 Bienenvölker her bekomme? (Sollte man sich evtl vormerken lassen?) Oder reicht es, bis dahin zu warten und dann erst auf die Suche zu gehen?


    Hallo Chris


    Das kommt ganz auf Dein Budget an und wieviel Lehrgeld Du zu zahlen bereit bist. Alle Deine Fragen wurden hier aber schon mehrfach behandelt.


    Ich achte bei den Stellplätzen immer darauf, wo welche Nachbarimker stehen. Vielleicht ist es bei Euch aber nicht so schlimm mit der Bienendichte wie hier.
    Hier ist es im Flachland nirgends möglich, weniger als 20 fremde Stände im Flugradius zu haben.

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  • Warum stellst du dir den nicht JETZT 2 Völker auf? Auch um diese Jahreszeit sind eingefütterte Völker zu bekommen und das umstellen ist durchaus möglich.
    Dann kannst du den ganzen Winter über basteln ohne dir Gedanken zu machen was, wenn, wo.
    Grüße:

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • Hallo Chris, herzlich willkommen hier!


    Lass dich nicht entmutigen und frag bei einem anderen Verein oder beim Imker, bei dem du bisher deinen Honig kaufst. Wenn du einen Kurs machst können auch Kontakte hergestellt werden. Oder du findest hier im Forum einen Imker in deiner Nähe.


    Mein allererster Kontakt war auch eher abschlägig. Der Imker war sichtlich nicht daran interessiert jemanden "an der Backe" zu haben... er fing gleich an zu jammern, dass das soo viel arbeit sein und soo schwierig ...


    Heute weiß ich warum er so abweisend war... er fürchtet Konkurrenz und möchte nicht in die Karten geguckt haben... aber nicht alle sind so!


    Viel Glück beim Finden und mit den Bienen!


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo,



    Das kommt ganz auf Dein Budget an und wieviel Lehrgeld Du zu zahlen bereit bist.


    Beim Budget kommt es mir auf 100 oder 200 Euro nicht an. (Ich weiss ich werde für die Anfangsausstattung 3 Beuten + Völker sicher die 1000 Euro-Grenze sprengen)
    Natürlich will ich möglichst wenig "Lehrgeld" bezahlen (wer gibt schon gerne unnötig Geld aus?), aber lieber zahle ich mit Geld als mit toten Bienen. Ich gebe gerne heute mehr aus und dafür sind meine ersten Bienen die Stammväter - öhmmm.. -mütter der kommenden Generationen.
    (Wenn ich am Material spare und mir die Völker deshalb eingehen, muss ich mir neue Völker kaufen. Dann lieber direkt mehr/besseres Material, da habe ich auch noch länger etwas von.)
     


    Ich achte bei den Stellplätzen immer darauf, wo welche Nachbarimker stehen. Vielleicht ist es bei Euch aber nicht so schlimm mit der Bienendichte wie hier.
    Hier ist es im Flachland nirgends möglich, weniger als 20 fremde Stände im Flugradius zu haben.


    Bisher habe ich noch nicht bewusst nach anderen Ständen geschaut, aber ich habe bisher noch keine Beute irgendwo stehen gesehen (was ja nichts heisst, ich will meine ja auch nicht für jeden offensichtlich aufstellen).
    Um herauszufinden, wie viele Stände in meiner Umgebung sind, frage ich wahrscheinlich auch am Besten den lokalen Imkerverein?
    Und wenn die Standdichte zu hoch ist? Soll ich auf meine 2 im Eigenbesitz befindlichen Stellplätze verzichten und mir etwas anderes suchen? (Zumindest auf dem 2ten Platz kann ich mir das nur schwer vorstellen, dort sind im Umkreis von 2 km gerade einmal 20 Häuser)


    Warum stellst du dir den nicht JETZT 2 Völker auf? Auch um diese Jahreszeit sind eingefütterte Völker zu bekommen und das umstellen ist durchaus möglich.


    Weil ich schon mehrfach den Rat gehört/gelesen habe "besorge Dir die Völker nicht jetzt sondern erst im Frühjahr, da sind sie dann etwas teurer, aber du hast nicht das Überwinterungsrisiko". Als Anfänger stehe ich sicherlich dumm da, wenn mir ein Volk weisellos aus dem Winter kommt. (Wenn ich das dann überhaupt so erkenne, bisher ist mein Wissen ja nur theoretischer Natur.)




    Lass dich nicht entmutigen und frag bei einem anderen Verein oder beim Imker, bei dem du bisher deinen Honig kaufst. Wenn du einen Kurs machst können auch Kontakte hergestellt werden. Oder du findest hier im Forum einen Imker in deiner Nähe.


    Mein allererster Kontakt war auch eher abschlägig. Der Imker war sichtlich nicht daran interessiert jemanden "an der Backe" zu haben... er fing gleich an zu jammern, dass das soo viel arbeit sein und soo schwierig ...


    Ja, ich glaube auch fast, dass dieses Imker-Ehepaar Konkurenz fürchtet. Die wohnen Luftlinie vielleicht 200 Meter von uns entfernt, und das wusste mein Gesprächspartner auch fast von Anfang an. Ich wurde darauf hingewiesen wie teuer das Imkern denn wäre (Meine Antwort: "Ich weiss, mit 1000-2000 Euro am Anfang muss ich rechnen") und dass ich erst mal Bücher lesen sollte und so weiter.


    Ich muss zu meiner Schande gestehen dass wir schon lange keinen Honig gekauft haben, und dann auch nicht direkt vom Imker... Erst mit der eigenen Obstwiese kam über die Bestäubungsfrage das Interesse, selber Bienen zu halten.


    Dann werde ich mal zum Imkerverein im Nachbarort Kontakt aufnehmen, die haben zumindest eine EMail-Adresse auf einer Webseite angegeben und auch einen Termin/Ort, wo sie ihre monatlichen Treffen abhalten und Gäste willkommen heissen.

    Gruß, Chris

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  • Hallo Chris,


    wirklich blöd, dass du gleich bei deinem ersten Imkerkontakt so auf die Nase gefallen bist. Aber ich schließe mich Jule an, nicht alle sind so.
    Da du in einem Ballungsgebiet wohnst, müsste es auch in der Nähe noch andere Vereine geben. Auch Imkerseminare sollten bei Dir in erreichbarer Nähe stattfinden. Bei mir startete das im Februar, man bekam erste Einblicke und ab Mai /Juni konnte man schon Ableger oder Wirtschaftsvölker für kleines Geld erwerben, befand sich aber immer noch in dem Seminar und hatte Anbindung an erfahrene ImkerInnen (Imkerpate inbegriffen).
    Was deine Frage nach den gängigen Rähmchenmaßen betrifft: da wird dir sicher noch ein "Ruhrpöttler" drauf antworten, aber da wage ich mal einen Schuss ins Blaue: Aufgrund deiner guten Anbindung an einige größere Städte werden sich bestimmt "ZanderinmkerInnen" finden. Sollte mich zumindest wundern, wenn nicht.


    Viel Spass mit deinem neuen Hobby
    Fiona

  • Hallo Chris,

    Zitat

    aber lieber zahle ich mit Geld als mit toten Bienen


    Vielleicht liegt genau da das Geheimnis: es gibt nur wenige andere Bereiche, indem es so egal ist , wieviel Kohle man ausgibt. Ich glaube auf Herz und Verstand kommt's an, damit die Bienen (gut) überleben. Wo gibts das noch?:daumen:
    Dir viel Glück und Erfolg mit Deinen Bienen,
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Jetzt habe ich gerade eben mit einem Imkerverein im Nachbarort telefoniert, bin auf das monatliche Treffen am 14ten eingeladen worden, habe direkt einen Imkerpaten und einen Ableger angeboten bekommen. Die Frage mit welchem Beutesystem ich arbeiten soll hätte sich damit auch erledigt, in dem Verein ist wohl das DNM angesagt.
    Zudem habe ich auch noch erfahren dass in dem Verein jemand aus meinem Abitur-Jahrgang ebenfalls Mitglied ist. So trifft man alte Bekannte wieder.


    Ich fühle mich dort auf jeden Fall willkommen. Danke an alle für den Schubs, so habe ich das Telefon doch wieder etwas schneller in die Hand genommen. Meinen ersten Kontakt zu Imkern werde ich dann wohl besser zu den Akten legen und auf dem zweiten Versuch aufbauen.

  • Also ich rate ja immer mit Schwärmen anzufangen...es gibt einfach nichts schöneres: Man bekommt sie umsonst, man muß keine Beutensysteme umstellen, man hat bereits sehr bauwillige und in der Regel auch recht gesunde Bienen mit so einem Schwarm. Und das Einfangen ist einfach wie so eine Art "Feuerprobe"...wer das macht, wird Imker bleiben...


    Melanie

  • Ja auf der Seite der "Bienenkiste" gibt es eine Schwarmbörse. Leider hat sich für mich niemend gemeldet der einen gesichtet hat.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • aber lieber zahle ich mit Geld als mit toten Bienen

    Klar, aber das ist leider nicht so einfach.


    Wer sich mehr Zeit lässt und zuerst bei verschiedenen Imkern nur einmal über die Schulter guckt oder etwas zur Hand geht, daneben einen Kurs besucht und Theorie lernt, wird durchschnittlich wohl günstiger fahren und wengier Fehlkäufe tätigen. Gut sind deshalb auch Grundkurse mit Leihbeuten oder wenn einfach ein persönliches Volk am Lehrbienen- oder Patenstand betreut werden kann.