Oxalsäure mehrfach träufeln möglich?

  • Natürlich kann man Oxalsäure auch im Sommer träufeln, aber habt ihr euch schon mal überlegt, was das bringt?
    Ox wirkt nicht in die Brut und davon gibt es auch noch im August reichlich zumal die Drohnenbrut immer weniger wird. Da ringt auch mehrmals träufeln nichts. Warum gibt es Behandlungskonzepte der Bieneninstitute, wenn jeder Imker sein "eigenes Süppchen kocht" und das auch noch als erfolgreich propagiert?


     
    Erfolgreich,
    weil es bei mir funktioniert.
    Es muß ja auch nicht bis in die Brut wirken, da es sich um eine Blockbehandlung handelt. Daher auch die lange Anwendungszeit bis die Brut geschlüpft ist.
    Warum soll ich also etwas ändern?



    Gruß,
    Jörg

  • Hallo Zusammen,
    Bienenwohl und Oxuvar sind zwei völlig verschiedene Anwendungen bei denen Oxalsäure Bestandteil der Träufelflüssigkeit ist. Nicht nur, dass die Erstere - Bienenwohl - in D nicht zugelassen ist, ist die Zusammensetzung auch unterschiedlich zum Oxuvar.
    Bienenwohl enthält neben Oxalsäure und Zucker, Alkohol, ätherische Öle und Zitronensäure. Soweit meine Kenntnis. Die Anwendungsmenge pro Träufelung Bienenwohl im Spätsommer (Völker sind in der Regel noch nicht Brutfrei) liegt auch unter der empfohlenen Menge von Oxuvar ins brutfreie Volk.
    Deshalb sollte man genau nachfragen wenn einem erklärt wird Oxalsäure kann mehrmal hintereinander angewendet werden.
    Ich würde immer empfehlen, wenn Oxalsäure Träufelanwendung in D!, dann einmal ins butfreie Volk mit einem hier zugelassenen Mittel.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Bienenwohl ist scheint wohl doch besser verträglich - wenn auch nicht zugelassen - ist denn der Oxalsäure %Gehalt der gleiche wie in Oxuvar?
     
    Wenn man eine Blockbehandlung im Sommer mit 10ml x4 nimmt, kommt man auf Gesamtbelastung < 40ml pro Volk weil der Bienendurchsatz noch besteht? Würdet ihr das auch so sehen?
     
    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.


  • Ich würde immer empfehlen, wenn Oxalsäure Träufelanwendung in D!, dann einmal ins butfreie Volk mit einem hier zugelassenen Mittel.
    Gruß Eisvogel


    Natürlich,
    in D nicht`s anderes machen :cool:


    Leider läuft vieles im Ausland besser, aber wer guckt sich schon gerne etwas aus dem Ausland ab?


    Jörg

  • Natürlich kann man Oxalsäure auch im Sommer träufeln, aber habt ihr euch schon mal überlegt, was das bringt?
    Ox wirkt nicht in die Brut...


    Soweit ich gelesen habe (noch nicht selbst probiert, folgt aber 2011) lässt sich Oxuvar nach Trachtende in Kombination mit einer kompletten Brutentnahme und Bauerneuerung vorteilhaft einsetzen. Es wird einfach auf die Bienen geträufelt, die sich im Hobbock befinden; anschließend werden die Bienen in die Beute mit Leerrähmchen/Mittelwänden zurück gegeben. Da der Wirkungsgrad einer solchen Behandlung sehr hoch sein müsste und da bis zu diesem Zeitpunkt kaum Räubereien (Stichwort Reinvasion) stattgefunden haben (jedenfalls bei meinen Trachtverhältnissen nicht), kann die Höhe des Varroatotenfalls bei dieser Behandlung meines Erachtens auch als Maß der Widerstandsfähigkeit der Völker gegen die Varroa heran gezogen werden und so als Selektionskriterium für die Auswahl der Muttervölker für die Königinnennachzucht am Stand mit heran gezogen werden.
    Gruß Ralph

  • Bienenwohl ist scheint wohl doch besser verträglich - wenn auch nicht zugelassen - ist denn der Oxalsäure %Gehalt der gleiche wie in Oxuvar?
     
    Wenn man eine Blockbehandlung im Sommer mit 10ml x4 nimmt, kommt man auf Gesamtbelastung < 40ml pro Volk weil der Bienendurchsatz noch besteht? Würdet ihr das auch so sehen?


    Ja.


    Ich kenne die Oxalsäurekonzentration in Bienenwohl nicht, aber in Oxuvar (aber auch der Lösung aus dem Serumwerk Bernburg) sind es 3,5%.
    In den ersten Versuchen, als man anschließend dringend vor mehrmaligen Träufeln warnte, war die Oxalsäurekonzentration in der Lösung höher. Wenn ich mich richtig erinnere, waren es 5%.
    Es scheint so zu sein, dass die Konzentration der Oxalsäure in der Träufellösung einen entscheidenden Einfluß auf die Lebensdauer der Bienen hat. Wieviel man in die Völker träufelt, schein relativ unkritisch zu sein, solange man die Bienen nicht in der Lösung badet.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"


  • ..Wieviel man in die Völker träufelt, schein relativ unkritisch zu sein, solange man die Bienen nicht in der Lösung badet.


    Danke für Deine Antwort!


    Aber die Menge macht sehr wohl was aus: ich kennen einen, der hat letzten Winter 2 seiner Völker gekillt, weil er sich in den ml vertan hat, er nahm 30ml pro Wabengasse:-(
    nach dem 2. Volk bemerkte er den Irrtum, weil ihm auffiel, dass die Flasche so schnell leer wurde und ja nicht für alle Völker reichen würde. Als er das nächste Mal in die Kisten guckte waren die Bienen tot. Das war eine sehr ärgerliche und traurige Panne.


    Ihr versteht nun vielleicht warum ich so zurückhaltend bin mit der OS Träufelung und lieber nochmal nachfrage.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Aber die Menge macht sehr wohl was aus: ich kennen einen, der hat letzten Winter 2 seiner Völker gekillt, weil er sich in den ml vertan hat, er nahm 30ml pro Wabengasse


    Das meinte ich mit "Bienen in der Lösung baden"... da scheint jede Bienen zu viel auf ihren Chitinpanzer abbekommen zu haben.
    Interessanterweise scheint das bei der Verdampfung nur eine sehr untergeordnete Rolle zu spielen. Ein Problem des Wasser, also pH-Wertes?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Jule,


    ja, der Oxalsäuregehalt ist hier bei beiden Produkten gleich, allerdings haftet nach Lehrmeinung Bienenwohl besser an der Biene, wodurch dann wiederum eine höhere Milbentoxizität erreicht wird.
    Ein mehrfaches Träufeln im Sommer wird nicht nur auf dem Beipackzettel von Bienenwohl empfohlen - es gibt hier ein nahezu identisches österreichisches Produkt mit dem Namen Bee Vital, welches ähnlich eingesetzt wird.


    Ich persönlich kann ein mehrfaches Träufeln nicht empfehlen, da hier immer mit einem erhöhten Bienenabgang zu rechnen ist. Die Biene verlässt zum Sterben (bei möglichem Flugwetter) ihren Stock, und es fällt hier natürlich
    keine weitere Veränderung im Volk auf (Bodenbrett zeigt keine Verdachtsmomente). Mach lieber im Winter bei Brutfreiheit (es ist ja bald soweit, also nur Geduld) die Oxalsäurebehandlung, und dann natürlich nur 1 x.
    5 ml je besetzter Wabengasse, da liegst Du immer richtig.
    Kleine Anmerkung noch zum Schluss: Die Hauptmotivation für die Zulassung eines Oxalsäuremittels ist die Anwendersicherheit - dies mag dann auch der Grund dafür sein, warum das Verdampfen von Oxalsäure bis heute
    noch nicht in Deutschland zugelassen ist (und es wohl auch in Zukunft nicht sein wird).


    Bienenwohl ist scheint wohl doch besser verträglich - wenn auch nicht zugelassen - ist denn der Oxalsäure %Gehalt der gleiche wie in Oxuvar?
     
    Wenn man eine Blockbehandlung im Sommer mit 10ml x4 nimmt, kommt man auf Gesamtbelastung < 40ml pro Volk weil der Bienendurchsatz noch besteht? Würdet ihr das auch so sehen?
     
    Gruß Jule

  • ...Die Hauptmotivation für die Zulassung eines Oxalsäuremittels ist die Anwendersicherheit - dies mag dann auch der Grund dafür sein, warum das Verdampfen von Oxalsäure bis heute noch nicht in Deutschland zugelassen ist (und es wohl auch in Zukunft nicht sein wird).


    Also sind wir deutschen Imker erheblich dümmer als die Schweizer oder Österreicher...?
    Aber die sterben wohl wegen der "gefährlichen" Begasung bald aus...


    Gute Nacht Deutschland. :liebe002:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Das Begasen von Bienenvölkern ist in Deutschland nicht zugelassen. Punkt!
    Dies ist nicht ganz unwichtig, wenn wir über Behandlungsmethoden in einem Forum referieren, wo viele Jungimker mitlesen
    (die wir nicht immer sehen, da sie meist nicht schreiben). Das hat wohl auch nichts mit Dummheit zu tun, oder sind die Ungarn (Gabon als Varroabehandlungsmittel zugelassen),
    Türken (Amitraz), Litauen (Apifos), etc. schlauer als wir Deutschen ...?

  • Es ist mir unverständlich, wieso immer wieder behauptet wird, dass die OS-Bedampfung nicht zugelassen werden kann, weil sie zu gefährlich ist:evil:. In "Varroa unter Kontrolle" steht, dass die Bedampfung nicht empfohlen wird, weil die Darreichungsform der Oxalsäure ungeklärt ist. In diesem Link ist das ganz klar und eindeutig formuliert:
    "Der Grund dafür, dass wir das Zulassungsverfahren für Oxalsäure in der Applikationsform Verdampfen nicht weiter betrieben, lag vorrangig in der noch nicht ausgereiften Arbeitssicherheit: Das Hantieren mit Oxalsäurekristallen kann für den Imker gefährlich werden. Eine Zulassung wird hier erst möglich, wenn für das Verdampfungsverfahren Tabletten bzw. Kapseln, die dem Arzneimittelgesetz entsprechen, verfügbar sind. Bis heute liegen zur Herstellung und Haltbarkeit solcher Präparate keine ausreichenden Daten vor."
    Also: OS-Bedampfung an sich wird nicht als Problem gesehen, sondern das Fehlen von Oxalsäurekapseln oder -tabletten mit der Beifügung "ad us.vet.".
    Gruß Ralph