Die räubern immer noch!

  • Ich ging eben zu meinen drei verbliebenen Völkern, um den Milbenfall zu kontrollieren. Von weitem sah ich Bienen wild um eine Beute fliegen, an allen Ritzen versuchten welche, einzudringen. Am Flugloch herrschte wildes Gedrängel, der Schaumstoffstreifen, den ich zur Verengung in den Spalt gestopft hatte, war an einem Ende ein Stück heraus gerissen. Besonders in dem dort entstandenen Loch versuchten ganze Bienenpulks, in die Beute zu kommen.


    Ich verstopfte das Flugloch erneut und ließ nur einen knappen Zentimeter frei, so dass nur eine Biene zur Zeit durch passt. Und ich stellte noch ein Brett schräg vor das Flugloch. Allerdings befürchte ich, dass es bereits zu spät und das Volk so gut wie ausgeräubert ist.


    Das beraubte Volk hatte besonders starken Milbenfall in der letzten Zeit, in 10 Tagen fielen 280 Milben. Nach den letzten drei Tagen zählte ich 80 Milben auf dem eingefetteten Gemüllschieber. So liegt der Schluss nahe, dass das Volk von Milben geschwächt die eindringenden Räuber nicht mehr genügend abwehren konnte.


    Damit sind mir vier von sechs Völkern in diesem Sommer kaputt gegangen. Vielleicht ist das eine Folge meiner sehr späten (Ende August) Behandlung, und dann die 3 Behandlungen mit Schwammtuch in kurzen Abständen von ca. 4 Tagen. Vor Schreck angesichts der plötzlichen hohen Milbenzahl.


    Aber sicher bin ich mir noch lange nicht, was ich wirklich falsch gemacht habe und was ich in Zukunft anders machen werde. Zum Beispiel hatte ich in diesem Jahr zum ersten Mal keine Drohnenbrut geschnitten - das wird mir von Imkerfreunden auch zum Vorwurf gemacht und als Ursache des hohen Varroabefalls gesehen. Oder mein Versuch, nur noch Naturbau machen zu lassen, ohne Absperrgitter die Honigräume aufzusetzen .......:roll:


    Und dabei habe ich in diesem Jahr besonders viel Honig von den Bienen bekommen, wunderschönen Waldhonig.



    Holbee

  • Hallo Holbee,
    handelt es sich um ein altes Volk oder hast Du es dieses Jahr erstellt?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Es handelt sich um eins meiner alten Völker, die ich vor drei Jahren als Ableger gekauft hatte. 2009 machte ich einen Ableger mit der alten Königin, sie haben seitdem also eine neue Kö. In diesem Jahr im Mai machte ich wieder einen Ableger von dem Volk, ließ aber die Kö drin.


    Holbee

  • Hallo Holbee,
    das habe ich nur nachgefragt, weil ich die Erfahrung emacht habe, das es meist die alten Völker sind, die Ärger mit Räuberei,
    hoher Varroabelastung usw. machen.
    Deswegen empfehle ich, viele Ableger zu machen und hauptsächlich junge Völker und verjüngte Völker zu überwintern.
    Hilft Dir jetzt aber auch nicht wirklich weiter...
    Nur mal allgemein bei Räuberei:
    Fluglöcher verengen, notfalls das beraubte Volk verstellen, leere Beute an Stelle des beraubten Volkes, bei starker Räuberei auch mal dann das Flugloch zu machen, auch den Nachbarvölkern das Flugloch verengen, wenn Räubervolk am gleichen Stand das Volk mit Duftstoffen einsprühen, ...
    Viele Grüße
    Lothar


    , leere Beute anstelle desberaubten Volkes

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Holbee,
    ich hatte ähnliche Erlebnisse bei der Umstellung auf artgerechte Bienenhaltung.
    Da mußt du jetzt durch und wirst belohnt.
    Was Lothar empfiehlt, hilft nicht richtig weiter.
    Viele Ableger schaffen, ist nicht das Ziel. Eher, gute Völker führen.
    Eine Königin mit 5 Jahren, die ihr Wissen vererbt.
    Beziehungsweise deren Arbeiterinnen.


    Beste Grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo,


    ich habe ähnliche Erfahrungen die Lothar gemacht. Mit einer jungen Königin sind die Völker irgendwie fitter. Nach Meining einiger bekannte sollte all Königinnen nach einem Jahr ersetzen. Inzwischen neige ich auch zu dieser Meinung.


    gruß Micha.

  • Hallo Miteinander,
    richtig gute Königinnen nimmt man doch weiterhin mit über den Winter.
    Diese sollen sich ja vererben können.
    Aber wir sind weit weg vom Thema...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Holbee


    habe erst vor ein paar Tagen in einem Beitrag geschrieben, das Völker ohne Varroa-Behandlung im dritten Jahr, garantiert zusammanbrechen. Das soll jetzt kein Vorwurf sein, aber das gilt auch für Völker die ungenügend oder zur Unzeit behandelt wurden. In deinem Fall würde ich überprüfen ob das Volk überwinterungsfähig ist, was ich kaum glaube, dann kehre die restlichen Bienen ab, in ein Behältnis wo du eine AS-Schwammtuchbehandlung machen kannst, wenn es notwendig sein sollte.
    Dann lass sich die Bienen voll Honig saugen und schlage am Abend in ein zu verstärkendes Volk, natürlich ohne Königin, nur wenn das andere Volkauch nicht viel Wert ist kannst du sie drin lassen. Die Beute zu und wegnehmen. Das wäre mal eine Möglichkeit, was man machen kann. das ist eine Spielerei für einen der nur wenige Völker hat. Einer der viele Völker hat macht die Klappe zu und .........ist Ruhe im Schiff.


    Mir war grad mal so zu schreiben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Miteinander,
    richtig gute Königinnen nimmt man doch weiterhin mit über den Winter.
    Diese sollen sich ja vererben können.
    Aber wir sind weit weg vom Thema...
    Viele Grüße
    Lothar


    Hallo, Lothar,


    ein gutes Thema, was hier angeschnitten wird.
    Das Vererben guter Königinnen, auf "natürliche" Art.
    Gehört hier nicht hin. Kann man neu aufmachen.
    Hallo, Micha,
    neue Besen kehren gut, aber damit lösen wir nicht das Problem des "Schwächlings Bien".
    Klar sind es auch äußere Umstände, Gifte und Monokulturen, die den Bienen schaden.
    Aber die Bienen sind durch Zucht auch "Weicheier" geworden, nicht mehr wehrhaft, darum Räuberei.
    Sie haben resigniert und das dürfen wir nicht zulassen.Wehrhafte und stechbereite Bienen erhalten wir nur,
    wenn wir uns auf die Natur des Biens einlassen.


    Scheiß auf die Leistungsgesellschaft, die Bienen kennen das nicht, sie werden zur Leistung gezwungen.
    Meine Königinnen haben keine Namen und keine Kennzeichnung, wie alt sie sind, ist mir egal.
    Das Bienenvolk soll das regeln, nicht der Mensch.
    Ich wünsche dir, wenn du mal nicht mehr fit bist, daß du nicht einfach ersetzt wirst, sondern daß du geliebt
    wirst, bis zum Ende.


    Gruß, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo