Kalter,langer Winter?

  • Moin, moin,


    Erst als der Mensch dazwischenpfuschte, hatte der Wald das Nachsehen. Weil "Heger und Jäger" meinen, der Wald kann mehr Wild ernähren, als es der Förster als ausreichend ansieht. Will damit sagen: Deine "regulierende Hand" hat versagt. Es gibt devinitiv zu viel Rehwild pro qkm Wald, es müsste viel mehr geschossen werden.
    Zur "Urwaldromantik" wird es in unseren Breiten nicht mehr kommen, wir müssen unsere Forstplantagen so nehmen wie sie sind. Und da hat nunmal die Masse Rehe, die jetzt da durchstreifen keinen Platz.



    Eben. Der Förster. Der möchte Holzertrag, also Forst. Dabei stört ihn der Verbiss, und die Bäume sollen sich gegenseitig an der Bildung von Klebästen hindern... Und in der Regel hat der Förster auch keine Probleme, den Wildbestand als zu hoch für den Forst zu erkennen.


    Wald aber ist was anderes, Lebensraum, und war von Natur aus sicher nicht wesentlich ärmer an pflanzenfressenden Säugern. Die reinen Fleischfresser begrenzen nicht die Population der Pflanzenfresser auf eine uns erkennbare Anzahl, es ist umgekehrt jede Population abhängig vom Nahrungsangebot. Also ermöglicht eine Population von Rehen, Hasen, Waldhühnern dem Luchs das Dasein, und die Vermehrung bis zu dem Punkt, wo die Familie eben nicht mehr ausreichend ernährt werden kann, weil der Aufwand, der selteneren Beute habhaft zu werden, zu hoch wird. Da stellt sich dann ein Gleichgewicht ein, dynamisch und sicher nicht in jeder Momentaufnahme spontan als solches einleuchtend.


    Problematisch wird eine Art, die sehr effektiv jagd und zu ihrem Erhalt auf die Jagd nicht angewiesen ist. Die kann dann wirklich Beutetiere oder Konkurrenten ausrotten.


    Mir geht es nicht um Urwaldromantik, sondern um begriffliche Genauigkeit. Das, was als Forst bewirtschaftet wird, ist eben kein Wald, sondern wird als solcher ausgegeben. In einem Wald gibt es keine vom Sturm kahl gefegten Flächen, das Mosaik aus Werden und Zerfall ist viel zu kleinräumig. Guck Dir mal verbuschte und verwaldende Wiesentäler an oder in die Wiesen vordringende Waldsäume... Da sind unterschiedliche Altersklassen und Größen, es ist nicht alles wegefressen. Du siehst es einigen Bäumen noch an, dass sie jung mal verbissen wurden... Wiederaufgepflanzte Kahlschläge aber haben Geld gekostet, und daher möchte man die Investition sichern und wieder einen Altersklassenschlag erzeugen, offenbar nicht verstanden habend, warum der vorige dem Sturm zum Opfer fiel.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Miteinander,
    das war ja ein guter Absatz, den Clas geschrieben hat:
    "Problematisch wird eine Art, die sehr effektiv jagd und zu ihren Erhalt auf die Jagd nicht angewiesen ist.
    Die kann dann wirklich Beutetiere oder Konkurrenten ausrotten."
    Warum fällt mir da Humo sapiens sapiens ein?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    ich hatte eher an Homo cf. sapiens gedacht... sapiens sapiens müsste, dem Epitheton nach, in moralischen Kategorien denken können und demnach sein Jagdverhalten einrichten, also die Ausrottung als zu vermeidende Möglichkeit im Auge behalten.


    Ich denke, das tun auch durchaus manche, wahrscheinlich sogar viele Jäger, aber man trifft doch auch immer mal jagende Exemplare, die wohl eher nur so aussehen, wie sapiens sapiens, aber ihrem Verhalten nach unmöglich zu dieser Art gehören können, also bis zu weiteren Ergebnissen als cf. sapiens geführt werden müssen.


    Als krasses Beispiel mit losem Bezug zum Winterwetter fällt mir einer ein, der mir, den Lauf der Waffe von ungefähr in Richtung meines Herzens haltend, in scharfem Ton einen "jagdlichen Platzverweis" erteilte, in der Nähe seines offenbar auch im Sommer gut mit reichen Vorräten schimmligen Brotes versehenen Hirsche- und Schweinefutterplatzes. Ich bin dann gegangen, der Mann war bewaffnet und wirkte emotional unausgeglichen und ziemlich frei von sapientia...


    Dass der kein repräsentativer Vertreter ordentlicher Jagdausübung war, ist schon klar, aber immerhin hatte er das Revier inne, und hinterließ bleibenden, ich möchte doch schon sagen: ungünstigen Eindruck bei mir...


    Ihm aber beizukommen, wenn er Fabrikant ist und es keine Zeugen gibt, habe ich auch leider keinen gangbaren Weg gefunden.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Leute,


    wir haben hier den Fred Oktober und kalter Winter. Der Oktober ist definitv vorbei, beim kalten Winter bin ich mir noch nicht sicher (habe was anderes bestellt:wink:).


    Was aber weder einen Bezug zum Oktober noch zur Imkerei hat, im weitesten Sinn vielleicht noch zum kalten Winter hat, ist das Thema "Jagd und deren Ausübenden" Vor allem ist dieses Thema in genau den gleichen Facetten, zum Teil auch mit den gleichen Geschichten, schon an anderer Stelle ohne Ergebnis durchgekaut worden.


    Also, entweder es fällt euch noch etwas zum Thema "kalter Winter im Oktober" ein und ihr lasst dabei das Thema Jagd komplett außen vor oder ich schließe den Fred, bevor es noch persönlich, emotional und/oder unsachlich wird.


    Alles klar!?


    Gruß
    Werner

    Id schwäza, schaffa!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Werner Egger () aus folgendem Grund: Ich sehe, ich habe mind. 4 min zum schreiben gebraucht