Heiterkeit über Bienen-Gesetzentwurf im sachsen-anhaltischen Landtag

  • Auch aus ganz anderer Sicht, ist das Vorhaben zumindest fraglich. Mit der Einrichtung eines "Schutzgebietes" schaffen diese Züchter doch nur Laborbedingungen, die sich später in der Praxis wieder nicht herstellen lassen.


    Selbst wenn es gelingen sollte, innerhalb der Sperrzone milbenfeste Bienen zu züchten - was passiert, wenn diese außerhalb der Zone auf die anderen Milben stoßen?


    Auf eine Sache jedoch weißt dieses Unterfangen hin: Evolution kann nur örtlich/regional stattfinden und Evolution bedeutet immer Co-Evolution, also die parallele Evolution innerhalb einer Lebensgemeinschaft (Pflanze, Biene, Milb, Mikroben). Zumindest das scheint damit durch die Praxis des Ziehens von räumlichen Grenzen gezeigt.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Schutzzonen um Belegstellen sind notwendig. Und Landbelegstellen sind immer noch besser, als gar keine. Und ob da eine Varroatoleranz-Belegstelle dabei ist oder nicht und ob man damit zum Ziel der Varroatoleranz kommt oder nicht, dass wird die Zukunft zeigen. Von vorn herein das zu verneinen, finde ich - mit Verlaub - ziemlich ***** "unpassend".

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich bin doch gar nicht per se gegen den Schutz einer Belegstelle, z.B. um mit einer Bienenrasse wertvolles genetisches Material zu erhalten oder eine varroabeständige Linie zu erhalten. Als Buckfastler bin ich automatisch dafür, das vielfältige genetische Rassenmaterial zu erhalten und zu pflegen - nichts wäre schlimmer, als eine "Einheitsbiene".


    Ich habe den Gesetzentwurf vorliegen und lese ihn mir erst mal in aller Ruhe durch.


    Tja, was würde ich als Beweis akzeptieren? In jedem Fall das Ergebnis einer mehrjährigen Untersuchung einer unabhängigen Seite, aber nicht den Bericht eines "Züchters" mmit 10 Völkern und einer inselbegatteten Reinzuchtkönigin.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,


    dann sprechen wir in 4 - 10 Jahren wieder über das Thema. Nun musst nur noch du, und andere, zulassen, dass es Leute gibt die diese Zeit durchhalten (ohne gleich mit der Obrigkeit zu drohen). Wenn es nämliche diese Leute nicht gibt, brauchen wir nach dieser Zeit vielleicht überhaupt nicht mehr über Bienen reden.


    Die unabhängige Stelle können "wir" sein, auch du.


    Gruß
    Werner

  • Varroafestigkeit oder Resistenz-Zucht,
    das sind natürlich große Worte. Eher hohe Ziele. Die Versuche werden zeigen, ob es für uns Imker Fortschritte bringt. Schließlich wird, soweit ich weiß darauf geachtet, wieviele vermeidliche varroabelastete Puppen vor dem Schlüpfen von den Bienen ausgeräumt werden. Ob das jetzt zu einer Varroaresistenz führt oder nur zu kleinen mickrigen Völkern, die kaum Nachwuchs und keine Zeit zum Honig erzeugen haben, müssen wir erst noch sehen. Allerdings, mein lieber Klaus1oo, hier geht es nicht um 1o Völker eines Züchters.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der wegen anderer Dinge skeptisch ist

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Na, wenn das so ist, dann will ich mal sehen, ob ich meinen Betriebsstandort nicht auch zur Belegstelle erklären lassen kann. 10km um den ehemaligen Schießstand des Verteidigungsministeriums herum einen Kreis ziehen, bewacht wäre die Belegstelle ja auch durch Feldjäger, Polizei und eine andere militärische Einheit...


    Und im Umkreis von 10km gibt es nur noch Buckfast. Wunderbar!


    Wenn das so einfach ist und da jeder Verein plötzlich nur mit der Behauptung, er züchte varroafeste Bienen, eine staatlich geschützte Belegstelle bekommt - da mach ich direkt mit!


    Ich habe ja schon auf das kleinere Zellmaß (5,1mm) umgestellt, gutes Buckfastmaterial ist auch da und auf der 7 Hektar großen Anlage lassen sich genug Begattungskästen aufstellen.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,
    Schießplatz der Bundeswehr, da passiert ihnen wenigstens nichts. Habe auch dort mal einen Zaun bewacht. Bonn ist sehr schön. Aber nun zu Hundeluft. Ein wenig mehr Aufwand ist das schon, was hier viele Leute betreiben. Auch der Landesverband sieht das so, und unterstützt die Anlage mit nicht allzuwenig Geld. Aber du hast natürlich auch irgendwo recht. Du hast es mit Honig probiert, dann mit Kunstschwärmen aus irgendwo, vielleicht ist ja deine nächste Geschäftsidee, eine Buckfastbelegstelle zu betreiben. Soll es ja schon geben. Aber bei der Fluktuation deiner Bienen, wird das nicht lange gut gehen. Und ob sich damit wirklich Geld verdienen lässt, halte ich für fraglich. Aber warum muss eigentlich ausgerechnet ich diese Belegstelle in Hundeluft verteidigen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Das Politiker oft sehr merkwürdige Dinge tun, ist nicht neu. Zumindest ist es für mich von Interesse das Imkerfragen überhaupt einmal auf landespolitischer ebene reflektiert werden. Vielleicht gelingt es zukünftig mehr Beachtung zu erringen und dann auch wirklich wichtige Dinge durchzusetzen. Ich halte es zumindestens für einen löblichen Versuch.

  • Wolfgang : Von den italienischen Kunstschwärmen ist nicht einer bei mir verblieben, die gingen alle an andere Imker. Als Bioland-Imker kann ich keine konventionellen KS im Eigenbedarf verwenden. Ich habe schön brav aus dem vorhandenen Bienenvölkern via Teilung vermehrt, sogar auf Honigernte deswegen verzichtet. Nicht zuletzt deshalb brauchte ich ja auch selber Königinnen, die ich bei mir in den ehemaligen Schießbahnen zur Begattung aufgestellt hatte. Ich habe ja dieses Jahr schon Königinnen abgegeben und werde das auch nächstes Jahr machen.


    Also nix Fluktuation.


    Bienenhalter : Hier ist der Gesetzentwurf zum Belegstellenwesen in Sachsen-Anhalt


    Gruß, Klaus