US-Armee findet angeblich Grund für CCD/Bienensterben

  • Die New York Times berichtet darüber, daß die US Armee, bzw. die Wissenschaftler der US-Armee, den Grund für das Bienensterben/CCD gefunden haben.


    Und zwar soll es das Zusammenspiel zwischen dem Pilz Nosema c. und einem DNA-Virus sein.


    ...


    Auch wenn das dem Interessierten nicht ganz neu vorkommt, denn das haben bereits andere Forscher schon behauptet, so haben die Wissenschaftler der US-Armee mit einer "Protein-Software" das Ganze nachgerechnet.


    Siehe: http://www.nytimes.com/2010/10/07/science/07bees.html?_r=1&emc=eta1


    Wie der Pilz aber dazu kommt, zuzuschlagen, das bleibt noch ungelöst.


    Unter anderem heißt es:

    Zitat

    But there are solid clues: both the virus and the fungus proliferate in cool, damp weather, and both do their dirty work in the bee gut, suggesting that insect nutrition is somehow compromised.


    Kühles nasses Wetter begünstigen sowohl den Virus als auch den Pilz und beide attackieren die Gedärme der Bienen - was darauf hindeutet, daß etwas mit der Ernährung der Bienen nicht stimmt.



    Meine Einschätzung: Verlust an wesentlichen Nährstoffen plus Insektizide = schädliche Ernährung ("junk food") => Virus und Pilz schlagen zu.



    Hohe Akarzid- und Insektizidbelastung der Bienennahrung sind gut erforscht und belegt.


    Diese Kette von Tatsachen wird den Forschern immer wieder auf den Kopf schlagen, bis sie es verstanden haben.



    Hoffentlich schnell genug.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Siehe auch die Studie:



    Interactions between Nosema microspores and a neonicotinoid weaken honeybees (Apis mellifera)


    Cédric Alaux,1* Jean-Luc Brunet,2 Claudia Dussaubat,1 Fanny Mondet,2 Sylvie Tchamitchan,2 Marianne Cousin,2 Julien Brillard,3 Aurelie Baldy,1 Luc P Belzunces,2 and Yves Le Conte1


    Abstract:


    Global pollinators, like honeybees, are declining in abundance and diversity, which can adversely affect natural ecosystems and agriculture. Therefore, we tested the current hypotheses describing honeybee losses as a multifactorial syndrome, by investigating integrative effects of an infectious organism and an insecticide on honeybee health. We demonstrated that the interaction between the microsporidia Nosema and a neonicotinoid (imidacloprid) significantly weakened honeybees. In the short term, the combination of both agents caused the highest individual mortality rates and energetic stress. By quantifying the strength of immunity at both the individual and social levels, we showed that neither the haemocyte number nor the phenoloxidase activity of individuals was affected by the different treatments. However, the activity of glucose oxidase, enabling bees to sterilize colony and brood food, was significantly decreased only by the combination of both factors compared with control, Nosema or imidacloprid groups, suggesting a synergistic interaction and in the long term a higher susceptibility of the colony to pathogens. This provides the first evidences that interaction between an infectious organism and a chemical can also threaten pollinators, interactions that are widely used to eliminate insect pests in integrative pest management.


    Der ganze Text:


    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2847190/


    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pm…7190/pdf/emi0012-0774.pdf (PDF)

  • Wenn man das auch noch in Deutsch vor Augen hätte wärs schon schön. Auch wenn ich mich jetzt in eine Ecke mit Westerwelle stelle:
    Mir sin hald doch a deutsches Forum.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Moin,
    das

    Zitat

    suggesting that insect nutrition is somehow compromised.
    (Was darauf hindeutet, daß die Insektennährstoffversorgung irgendwie kompromittiert = gestört ist)

    ist doch genau das, was ich die ganze Zeit sage - abnehmende Bodenfruchtbarkeit = abnehmende Proteinsynthese in allen Pflanzen (Tiere generieren keine Proteine, sie beziehen sie nahezu ausschließlich von den Pflanzen, bzw als Fleischfresser von anderen Tieren) = unzureichende Eiweißversorgung der Bienen = Anfälligkeit für alles Negative.


    Die PSM kommen schließlich auch "nur" zum Einsatz, weil die Pflanzen nicht wirklich fit sind, sich gegen ihre Krankheiten und Schädlinge selbst zu wehren - in Monokulturen mit Hybridsorten kein Wunder.:roll:


    In freier Wildbahn wird man nur sehr selten völlig lädierte Wildpflanzen durch Läuse oder Raupenfraß oder Pilze sehen - in Gärten an Kulturpflanzen ist das deutlich häufiger.


    Und es leiden ja nicht bloß die Bienen, sondern ALLE - die Lebenserwartung beim Menschen nimmt seit etwa 10 Jahren wieder ab, statt weiter zu steigen.


    Der Schlüssel zum Überleben sind Proteine, die werden aber per Biosynthese in den Pflanzen gebildet, nicht wie Stärke oder Zucker durch Photosynthese.
    Wenn diese Biosynthese gestört wird dadurch, daß nicht alle nötigen Elemente in pflanzenverfügbarer Form vorhanden sind, geht sie in die Hose.


    Und wer diese Pflanzen frißt/ißt, wird sich ebenfalls nicht voll entfalten können, weil eben was fehlt.
    Wenn wir jetzt als Menschen ziemlich oben auf der Nahrungspyramide stehen, und es hakt überall, von ganz unten an, immer nur um 1% - meint ihr nicht, daß die Kumulierung schon ganz schön heftige Effekte haben wird?:cool:


    Und nochmal: wenn die Bienen sterben, sind alle anderen Insekten noch weit schwerer betroffen - wer merkt schon, wenn es manche Solitärbienen- oder Wespenarten plötzlich nicht mehr gibt?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat

    Tiere generieren keine Proteine


    Ach, wozu haben wir denn so massig viele Ribosomen? Zum Bowling-spielen?
    Herrjeh, bitte bei den Fakten bleiben; bestimmte Aminosäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind es die wir Menschen vornehmlich von den Pflanzen beziehen sowie fantastische Farbstoffe, einige Vitamine, Spurenelemente und essentielle Cofaktoren...aber Proteine machen wir wie alle anderen Tiere besser als Pflanzen (mal von Soja abgesehen).


    Melanie


    Melanie

  • Ähhh, nein.
    Ohne Zufuhr von essentiellen Aminosäuren von außen machen wir gar nix.
    Ich hab da auch lange dran geknackt, aber wir können nicht alle essentiellen Aminosäuren selbst herstellen - ist so.
    Sonst gäb es ja die Lysinmangel-Idioten nicht...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Das stimmt zwar, bei uns sind es acht essentielle AS beim gesunden Erwachsenen und die werden von den Pflanzen zur Verfügung gestellt, ja.
    Allerdings heißt dauerhafter Mangel an selbigen kein Kümmertum, sondern Tod.


    In der Nahrungskette wird nur gegessen, was existent ist, hätte es sein Protein nicht während des Wachstums aufbauen können, wär`s nicht entstanden. Der Inhalt mag geringer ausfallen aber er ist da.


    Es ist ein Argument, jedoch sollte man nicht alles darauf reduzieren und es liest sich etwas mißverständlich, so als ob es eine Proteinweiterleitung gäbe von der Pflanze zu uns.
    wir entnehmen der Pflanzennahrung die essentiellen Aminosäuren, alle übrigen können wir selbst oder werden in uns selbst hergestellt (Bakterien). Proteinaufbau können wir echt perfekt, da hat Hymenophtera recht.
    Die Essentiellen wirken da als Begrenzung der möglichen herzustellenden Menge, ja. Aber nicht da, heißt, kein Protein oder weniger bis zu gewissen Grenzen. sonst Tod.


    Also, gewisse Reduzierungen wären denkbar, aber die führen noch nicht zu einem Proteinmangel oder einer Eiweißmangelernährung.


    Es grüßt


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Allerdings heißt dauerhafter Mangel an selbigen kein Kümmertum, sondern Tod.


     
    Vor dem Tod kommt die Degeneration, also sozusagen "ein bisschen Tod". Die Auswirkungen ziehen sich über Generationen, wie die Epigenetikforschung zeigt, wie aber auch andere Studien (z. B. Weston A. Price) zeigen.


    Beim Menschen ist das vor allem beim Knochenschwund im Gesichtschädel und Kiefer zu bemerken, sowie Knochenschwund an anderen Stellen, wo die Speicher des Körpers erst abgebaut werden, bevor der Körper dann aufgibt.


    Ähnliche Speicher wird es bei anderen Lebewesen auch geben - auch bei den Bienen?
    Wenn ja, wo sitzt dieser Speicher?


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo nochmal,


    eigentlich sprach ich von Ernährung FREI von essentiellen AS, was definitiv zu KEINEM Proteinaufbau mehr führt. Beim Proteinumsatz und notwendiger Zellerneuerung etc ist da schnell Ende.
    Proteinreserven befinden sich übrigens nicht betont im Knochen.


    Aber lassen wir das.


    Ich bin bloß nicht dafür, es auf diesen Mechanismus zu reduzieren. So simpel wirds nicht sein.


    Studien finden sich bei entsprechender Stichwortsuche für fast alles. Hier mit Texten wie wild herumzuwerfen führt m.E. nach oft zu solchem Leseaufkommen für viele, auch inhaltlich kaum widerlegbar, dass die Diskussion hinkt :wink:

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    Hans Kasper