Zu spät reagiert

  • Hallo zusammen,
     
    auch auf die Gefahr hin, gleich in der Luft zerrissen zu werden, stelle ich mal mein heutiges Erlebnis mit den Bienen ein. Vielleicht dient es noch dem einen oder anderen Anfänger, es besser zu machen...
     
    Bei den Windelkontrollen der letzten (schönen, warmen) Tage fielen mir 3 nebeneinander stehende Völker auf, die massiv von Wespen attackiert wurden. Alle 3 Völker sind/waren diesjährige Schwärme, 2 davon brachten auch eine kleine Honigernte. Bei allen reger Flugbetrieb und Polleneintrag.
     
    Trotzdem hatte ich das Gefühl, da stimmt was nicht. Unsicher, ob ich im Oktober tatsächlich noch in den Kisten rumwühlen soll, entschied ich mich, noch ein paar Tage abzuwarten und zu beobachten. Heute am frühen Nachmittag bemerkte ich, das mindestens eins dieser Völker ausgeraubt wurde.
    Von oben waren nicht mehr allzu viele Bienen in der Kiste zu sehen, also fegte ich dieses Volk abseits vom Stand ab. An den Platz stellte ich eine leere Kiste. Die Räuber beschäftigten sich auch zunächst mit dieser Kiste, fielen aber nach kurzer Zeit über das Nachbarvolk her, trotz des sehr kleinen Flugloches. Dieses Volk wehrte sich zwar noch, aber die Räuber wurden immer zahlreicher. Die Wespen schienen den Tumult zu nutzen, um ungehindert in die Beute zu marschieren.
    Also löste ich auch dieses Volk auf. Es waren mehr Bienen als im ersten abgefegten Volk und es waren noch 4 Brutwaben da, verdeckelte und auch jüngere Brut.
     
    Den Räuber konnte ich erst garnicht ausfindig machen, weil überall reger Flugbetrieb herrschte. Die Mehlprobe brachte es zutage. Räuber war das stärkste und schwerste Volk am Stand. (Die hatten schon vor der Fütterung 37 kg Gesamtgewicht, ob die sich das auch zusammengeräubert haben?)
     
    Bei dem zweiten abgefegten Volk begegnete mir ganz zum Schluß die Königin. Wat nu?
     
    Da stand ich nun mit der Königin in der Hand und überlegte, wie ich die Dame parken kann, bis ich herausgefunden habe, ob das dritte "Wackelkandidat"-Volk wohl eine hat oder nicht? Inzwischen war es 19 Uhr, für eine Durchsicht zu dunkel. Auf dem Flugbrett dieses Volkes saßen noch einige Bienen herum. Nun habe ich hier oft gelesen, ein weiselrichtiges Volk läßt eine fremde Königin nicht rein. Ich habe sie dann zu den Bienen auf´s Flugloch gesetzt. Die stürzten sich sofort auf sie, aber nicht um sie zu meucheln. Sie schienen ihr durchaus freundlich gesonnen und nach ein bißchen auf und ab laufen verschwand Madam mit ihnen in der Kiste.
     
    So, da gibt nun sicher etliches, was ich früher, besser, anders oder auch garnicht hätte machen können/sollen. Ihr könnt mich gerne aufklären, ich bitte sogar darum.
     
    Bei dem ersten Volk habe ich wohl eindeutig zu spät reagiert und hätte es besser schon früher aufgelöst. Das zweite Volk war zwar nicht sooo stark, aber weiselrichtig und hatte Brut (Arbeiterinnenbrut!), was hätte ich da besser machen können?
     
    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo, Heike,

    Zitat

    Das zweite Volk war zwar nicht sooo stark, aber weiselrichtig und hatte Brut (Arbeiterinnenbrut!), was hätte ich da besser machen können?


    Bei Dunkelheit zumachen und wegbringen aus dem Flugkreis.
    Alles andere hätte eh nicht mehr geholfen.
    (Würde ich mit dem dritten kleinen morgen aber auch sofort machen, sicherheitshalber).


    edit: und nächstes Mal früher auf den Bauch hören...;-) der hat zu 99% recht)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Bei Dunkelheit zumachen und wegbringen aus dem Flugkreis.


     
    Hallo Sabine,


    guter Tip, danke. Wäre aber heute nicht durchführbar gewesen, da "Heike allein zu Haus". Und alleine kriege ich keine 2-Zarger ins Auto gehoben :oops:


    Da werde ich mir wohl was überlegen müssen, wie ich sowas bewerkstellige. Tips?


    Und ach ja, ich habe ja nun einige Futterwaben übrig. Was wäre sinnvoller: Nachschauen, ob ich die verteilen kann, oder dem einzigen Einzarger am Stand komplett aufsetzen? Aufbewahren für evtl. Notfälle im Frühjahr?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Warten bis starke Männer zum Schleppen in der Nähe sind?:cool:


    Futterwaben: jetzt noch aufsetzen, bringt's nicht, das merken die nicht mehr, verwahr sie fürs Frühjahr.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Warten bis starke Männer zum Schleppen in der Nähe sind?:cool:


     
    Sabine, wenn mein GG heute abend um 22:30 Uhr platt von der Arbeit kommt und ich ihm ins Ohr säusel: "Schatzi, ich hätte da noch was...", zeigt der mir günstigstenfalls einen Vogel :wink:


    Gruß, Heike

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    (Ambrose Redmoon)

  • :u_idea_bulb02:Es gibt ja noch die Variante ; eine Freundin einladen " Kaffe und Kuchen" :roll: Beute gemeinsam aus dem Flugradius schleppen, und dann ... über Männer lestern:-D

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • Auch nicht schlecht, Pharao.


    Mal sehen, ob ich eine finde, die nicht gleich den Rückwärtsgang einlegt, wenn ich was von "räubernden Bienen" sage...:-D


    Hm, eigentlich wäre mir eine Lösung lieber, mit der ich auch alleine zurechtkomme. Muß ich noch mal angestrengt nachdenken.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Heike


    Dein Mann möchte doch auch gerne was Essen wenn er "sooo Platt" von der Arbeit kommt ........, oder?


    Entweder Du kochst ......., oder er kocht selber!


    Dann musst Du allerdings eine Kollegin oder einen Imkerkollegen anfragen.


    Ob es IHM dann egal ist wenn der knackige junge Imker aus dem Verein vorbei kommt ........, na lassen wir das! ;-)))


    Viele Grüsse, Ernst

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.

  • Um nochmal auf´s eigentliche Thema zurückzukommen: Wenn ich tatsächlich vorher in den Völkern nachgesehen hätte, hätte ich beim zweiten abgefegten Volk nicht übermäßig viel Bienen, aber auch nicht sooo wenige gesehen, jüngere und verdeckelte Brut auf mehreren Waben, ausreichend Futter und Pollen, vielleicht hätte ich sogar die Königin gesehen. Das hätte dann für mich bedeutet: alles klar, Kiste wieder zu, war eine unnötige Störung.
    Wieso sind da trotzdem die Wespen ein und aus gegangen?
    Nicht wehrhaft genug?
    Deshalb auch das zweite Räubereiopfer?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Sonnenblume,
    aus deinem Profil ist zu ersehen, dass du mit Segeberger Beuten arbeitest und wahrscheinlich hattest du das Bodengitter offen. Wespen sind etwas kleiner als Arbeitsbienen und schaffen es zum Teil, sich durch die Maschen des Bodengitters hindurch zu zwängen. Dadurch haben Wespen einen teilweise völlig ungehinderten Zutritt.
    Gleichzeitig werden die Wachbienen bei stark eingeengtem Flugloch durch das von unten herein scheinende Licht stark irritiert. Schiebe einmal den Bodenschieber ein und beobachte die Besetzung des Fluglochs. Du wirst feststellen, dass wenige Minuten nach dem Einschieben des Bodenschiebers sich die Fluglochbesetzung wesentlich verbessert.
    Der Fehler könnte also gewesen sein: Offenes Bodengitter bei gleichzeitig stark verengtem Flugloch --> Zutritt von Wespen über das Bodengitter und mangelhafte Fluglochbesetzung.
    Ich habe auch Segeberger und lasse aus genau diesem Grund den Bodenschieber von Frühjahr bis Herbst drin.
    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    danke für den Hinweis, ich werde ihn mir für den kommenden Sommer merken. Im Augenblick kann es allerdings nicht am offenen Boden liegen, da die Bodenschieber seit Wochen wegen der ALV-Behandlung drin sind.


    Sollte sich im nächsten Sommer schon vor der Behandlung ein Wespenproblem anbahnen, werde ich das mal ausprobieren.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)