Anfängerfragen zu Beuten-Selbstbau/Bienenkauf

  • Hallo Alle miteinander,
    ich habe vor nächsten Frühling mit dem Imkern anzufangen und habe natürlich viiieeele Fragen :confused:
    Als Grundlage habe ich jetzt einmal "Einfach Imkern" von Dr. Gerhard Liebig gelesen und ein etwas älteres Buch: "Die Honigbiene-Vom Bienenstaat zur Imkerei" von Armin Spürgin gelesen.


    Da ich Schüler bin und dadurch das Geld nicht gerade locker sitzt hatte ich vor meine Bueten selbst zu bauen ( nach der Hohenheimer Einfachbeute). Dabei bin ich auf 3 Fragen gestoßen:


    1) Was für ein Holz? Ich habe mir hier einige Beiträge durchgelesen und bin zumeist auf Weymouthkiefer und Fichte gestoßen...ich werde warscheinlich Fichte nehmen, da diese billiger ist und der Aufpreis mir keine 500g Ersparniss pro Zarge wert ist...
    Sollte es Massivholz/Leimholz/Tischlerplatte sein? Fals ich das Holz im Baumarkt (toom) besorge schneiden sie es dort zu ohne den Schnittabfall zu berechnen? Was kosten 6.5m² Fichtenholz (3 Beuten mit je 3 Zargen) ungefähr?


    2) Im "Einfach Imkern" sieht man eine Art Nut in den Ecken um die Seitenwände zu verbinden, geht dies auch mit einfacher Verschraubung ohne die Nut?


    3) Ich würde gerne die selben Rähmchen verwenden wie im Buch beschrieben sind diese: Zandermaß "normal", Zandermaß modifiziert, Zandermaß Hoffmanrücken....?



    Wann ist der beste Zeitpunkt zum Bienenkauf? Auch zu diesem Thema habe ich mehrere Beiträge gefunden, jedoch variiert die Zeit von Januar-Juni... Ich würde gerne nächstes Jahr schon eine richtige Honigernte einfahren, sollte ich sie also bereits seh früh kaufen? Und welche Größe sollte der Ableger haben (Waben auf Zandermaß) damit er noch einen richtigen Ertrag macht?



    Vielen Dank dass ihr euch den ganzen Text durchgelesen habt :lol:


    Viele Grüße
    Felix

    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.~ Albert Einstein

  • Schonmal danke für deine Antwort. Das sich das Rähmchen bauen nicht lohnt war mir klar (wäre mir aber auch zu viel Kleingefummele ;) ) Was ich mit der Rähmchenfrage meinte war, ob mir jemand genau sagen kann welche Rähmchen im Buch "Einfach Imkern" verwendet bzw. empfohlen werden.


    Gruß
    Felix

    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.~ Albert Einstein

  • Hallo Felix,


    http://www.magazinimker.de/kom…m/zanderbeutensystem.html


    Zitat

    Die Einhaltung des richtigen Bienenabstandes führte in den letzten Jahren auch beim Zandermaß zu einem modifizierten Rähmchen und wird in der moderneren Literatur (Dr. Gerhard Liebig "Einfach imkern" und Karl Kieß, "Bauanleitung für das Zander Magazin-kompatibles System") ebenfalls empfohlen. Das modifizierte Rähmchen wurde 1996, regional schon früher, in die deutsche Imkerei eingeführt und hat dort bereits einen Marktanteil von 50% erreicht.
    Dr. Liebig von der Landesanstalt für Bienenzucht Hohenheim hat beim Hohenheimer Tag 2000 (vor ca. 600 Zuhörern) angekündigt, daß die Völker der Anstalt auf das modifizierte Zanderrähmchen umgestellt würden.


    Modifiziert heißt:

    • lange Ohren (gut zu greifen)
    • verstärkter Oberträger
    • Hoffmanseitenteile als Abstandshalter sind m.W. auch Standard.


    Zitat


    Wann ist der beste Zeitpunkt zum Bienenkauf? Auch zu diesem Thema habe ich mehrere Beiträge gefunden, jedoch variiert die Zeit von Januar-Juni...


    Januar geht schonmal garnicht - da fängt der Winter doch erst richtig an.:wink: Im Frühling nach der Auswinterung.


    Zitat


    Ich würde gerne nächstes Jahr schon eine richtige Honigernte einfahren, ... Und welche Größe sollte der Ableger haben


    Ableger bringen im 1. Jahr i.d.R. keine Honigernte, sondern müssen oft noch gefüttert werden.
    Anders sieht es aus, wenn du ein Wirtschaftsvolk kaufst.
    Dann bekommst Du normalerweise Honig und kannst i.d.R auch 1 oder 2 Ableger machen und mit 2/3 Völkern in den Winter gehen.


    (Hier im Forum wird übrigens oft empfohlen, mit 3 Völkern anzufangen, weil eines "totgeguckt" wird; damals im Anfängerkurs sind die meisten aber mit einem gestartet und es ist trotzdem gutgegangen (gute Betreuung und nur 1x pro Woche zu den Bienchen)).


    Falls es irgenwo in Deiner Nähe einen Kurs gibt: ich kann ihn nur empfehlen. Mit Anleitung geht es einfach viel besser.:daumen:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo Felix,
    ich baue auch meine Zargen selber nach der Hohenheiner Einfachbeute. Als Material verwende ich aus dem Baumarkt 19 mm Nut- und Federbretter, die ich mit Schraubzwingen verleime und dann zuschneide. Um den rechten Winkel immer zu haben, habe ich mir mittels einer gekauften Zarge eine Schablone gebaut, Zarge auf eine Holzplatte gestellt und innen und außen auf den Boden passende Hölzer (Dachlatten z.B.) geschraubt, wo ich dann nacher die zugeschnittenen Wände reinstellen kann ind dann verschraube. Auf richtige Länge der gekauften Bretter achten, damit nich zuviel Abfall anfällt!

  • Wenn ich Beuten instand setze und Reparaturen anstehen, verwende ich Linde oder Pappel, welche ich mir aus einem Sägewerk zu vertretbaren Preisen beschafft habe und seit einigen Jahren auf dem Speicher eingelagert habe. Das ist ein schönes leichtes Holz, was sehr großporige Stuktur hat und nach meiner Meinung auch gute Wärmeisolationseigenschaften besitzen muß. Die Nadelhölzer sind mir oft zu stark verharzt und da´mit "schwerer" und bestimmt auch wärmetechnisch ungünstiger.

  • ...Schablone gebaut, Zarge auf eine Holzplatte gestellt und innen und außen auf den Boden passende Hölzer (Dachlatten z.B.) geschraubt, wo ich dann nacher die zugeschnittenen Wände reinstellen kann ...


     
    Geil! Ich liebe das Forum! Danke für den Tipp!
    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Wann ist der beste Zeitpunkt zum Bienenkauf? Auch zu diesem Thema habe ich mehrere Beiträge gefunden, jedoch variiert die Zeit von Januar-Juni... Ich würde gerne nächstes Jahr schon eine richtige Honigernte einfahren, sollte ich sie also bereits seh früh kaufen? Und welche Größe sollte der Ableger haben (Waben auf Zandermaß) damit er noch einen richtigen Ertrag macht?


     
    Sicher einen Ertag bekommst Du, wenn Du kurz vor der Frühtracht ein trachtreifes Volk kaufst.


    Da Du neu anfängst, möchte ich Dir Flachzargen empfehlen und anraten statt dem Wirtschaftsvolk lieber 2 (Kunst-)Schwärme zu kaufen. Mit etwas Glück und einer guten Trachtlage ist da auch noch eine Sommertracht drin.


    Ich habe auch als Schüler meine ersten Beuten gebaut. Das schwierigste für mich waren die Böden (Varioboden nach Pfefferle) und die Blechdeckel. Die Blechdeckel habe ich dann schlussendlich doch fertig gekauft.

  • Ich kaufe jedes 2. Jahr vom mit vertrauten Züchter im Frühjahr 4 - 5 belegstellenbegattete und wenn vorhanden auch eine gekörte Königin, aus dem jeweiligen Vorjahr. Ich bekomme diese Königinnen immer auf 5 Waben mit ansitzenden Bienen, Brut und etwas Futter. Im Jahr 2010 habe ich 4 solche Ableger in der letzten Aprilwoche abgeholt. Sie haben die Rapstracht fleissig genutzt und sich prächtig entwickelt. Aus dem besten dieser Ableger entnehme ich dann regelmäßig Zuchtstoffwaben. Trotzdem das es sich hier nur um Ableger handelte, habe ich sie zur Sommerlinde und zur Winterlinde abgeschleudert und sehr gute Erträge erzielt. Bei gutem Bienenmaterial wird ein solcher Ableger dir in kürzester Zeit deine Beute voll besetzen, fleissig Waben ausbauen und auch, bei optimalem Trachtverhältnissen, eine erste Honigernte ermöglichen. Ich denke welche Beutenform du wählst ist den Bienen eigentlich egal, wichtig ist du kommst mit deiner Entscheidung auch in der Zukunft gut zurecht. Ich rate meinen, von mir regelmäßig begleiteten Neueinsteigern, sie sollen ruhig an den Beuten sparen, wenn die Finanzen knapp sind, aber niemals am Bienenmaterial. Ich arbeite schon immer ausschließlich in alten gebrauchten Beuten, seit etwa 40 Jahren. Lediglich in diesem Jahr habe ich mir zu Versuchszwecken mal eine Segeberger Styropurkiste zugelegt, aber ich denke es wird auch die einzige auf meinem Bienenstand bleiben.

  • Ich rate meinen, von mir regelmäßig begleiteten Neueinsteigern, sie sollen ruhig an den Beuten sparen, wenn die Finanzen knapp sind, aber niemals am Bienenmaterial.


    Ja, aber bitte nicht übertreiben. A-Belegstelle, KB und Leistungsprüfung müssen für Anfänger sicher nicht sein.

  • Da magst du Recht haben, aber auch keine "Irgendwasableger" aus zweifelhafter Herkunft. Womoglich noch fliegende "Nadelkissen" damit der Anfänger gleich die Nase voll hat. Ich kaufe meine belegstellenbegatteten Königinnen, wie beschrieben für 90,- € pro Ableger auf 5 Waben. Wenn ein Neustarter also 270,-€ für Bienen, dazu nochmals 3 Beuten gebraucht für 20 -30,- €, plus Rähmchen Mittelwände und Kleinzeug ausgibt und eine kleine gebrauchte Schleuder, dann sollte er das für 550,- € Startkapital alles hinbekommen. Meinen Jungimker müssen sich immer Beuten und Rähmchen kaufen, 3 Ableger bekommen sie geschenkt, dafür müssen sie bei allen Arbeiten an den Bienen anwesend sein und zusehen. nach 2 Jahren laufen sie dann meist selbstständig und kommen nur noch mit einer Menge Fragen, aber ich schaue nicht mehr zu wenn sie an ihren Völkern selber arbeiten. Ich finde so kann man im ersten Schritt Kosten und Risiko für Neustarter minimieren.

  • Danke für all eure Antworten, cih werde jetzt einfafch mal in den Baumarkt gehen und dort einfach mal nach Fichtenleimholz fragen oder so^^ Habe auch vor mit 3 Völkern anzufangen (deshalb möchte ich ja auch 3 Beuten bauen ;) ) Wegen der Schleuder habe ich einen Freund, der mir erlabt seine Schleuder zumindest im ersten Jahr (evtl. acuh länger) mitzugebrauchen. Anfängerkurs werde ich auf jeden Fall besuchen ( Uni Hohenheim+danach praktischer Teil in Plieningen) lohnt sich ja schon allein wegen den Erstimker Fördermitteln in BW. Danke auch für die "Rähmchenantwort", denn da war ich total verwirrt durch die große Vielfalt.


    Gruß Felix


    P.s: Sooo wichtig ist mir eine große Honigernte doch nicht, möchte nur mal für den Winter ein eigenes Glas Honig haben ;) SChätze ich werde ein Wirtschaftsvolk und 2 Jung bzw. Kunstschwärme nehmen ( Weiter Frage: Was ist der Unterschied zwischen: Jungvolk, Ableger und Kunstscharm?)

    Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.~ Albert Einstein

  • Hallo Felix, ich habe auch seit diesem Jahr meine ersten Bienen und auch einen Imkerkurs besucht. Die ersten 3 Beuten habe ich von einem älteren Imker geschenkt bekommen.. Ich habe ende April 2 Völker gekauft und über den Sommer 4 Ableger gebildet, der 1. Ableger am 15. Mai gebildet hat sogar 30 kg Honig rangeschleppt insgesamt habe ich fast 70 kg Honig geerntet. Bedenke wenn du die Beuten baust das du auch noch einiges an Reserven brauchst, es gibt immer mal einen Schwarm und Ableger mußt du auch bilden. Beim Bauen ist es egal ob du Holz für 3 Beuten zuschneidest gleich für 6 Beuten. Ich habe mich auch gewundert was ich so alles über den Sommer noch gekauft habe und nächstes Jahr noch kaufen muß. Aber alles in allem ein schönes Hobby aber auch schon mal schmerzhaft.
    Viele Grüße, Heiner