dadant ausreichend für brutraum ?

  • Hallo an die Runde,


    bin frisch gebackener Jungimker und mache mir gerade viele Gedanken um die richtige (zukünftige) Beute.


    Eigentlich war ich versucht, Dadant nach Bruder Adam zu favorisieren. Bei Liebig hab ich jetzt gelesen, er benutzt 2 Zanderzargen als Brutraum, und die seien im Frühjahr/Sommer auch durchaus gut belegt, sodass er noch mal 1 oder 2 Honigzargen draufsetzt. Wenn ich mir Dadant anschaue, mit einem Brutraum konzipiert, so stellt sich mir die Frage, ob das denn für ein durchschnittliches Volk reichen kann ? Denn 12 x Dadant ist doch ein gut Stück weniger als 20 x Zander, wenn ich mich nicht irre.


    Am liebsten würde ich ja die Bienen zum Großteil auf Eigenhonig lassen und nur sehr wenig für mich entnehmen. Wie könnte ich das mit einem der Beutesysteme gut realisieren ? Geeignet scheint mir das System mit 2 Brutzargen und einer Honigzarge gleichen Maßes, so wie Liebig es beschreibt : Unterste Zarge weg, auf zweien einwintern.
    Oder, wie bei der Einraumbeute von Mellifera, ein asymmetrisches Flugloch, sodass der Honig an der abgewandten Seite eingelagert wird ? So bekäme ich doch auch ganz gute und reine Honigwaben hin. Kann das klappen, vielleicht mit Dadant ? Dann wäre ich das Problem los, dass die Bienen über Winter in den Honigraum hochgehen und Wabeninkompatibilität zwischen Honigraum und Brutraum herrscht.


    Hat jemand zu diesen Fragestellungen Anregungen für mich parat ?


    Danke für eure Antworten und Nachsicht auf meine Newb-Fragen :D


    Grüße Jean

  • Hallo Jean,


    willkommen im Forum!
    Dadant reicht natürlich für ein Volk aus, die meisten Berufsimker arbeiten damit!
    Eine Königin legt am Tag max. 2000 Eier sind in 21 Tagen, wenn die ersten schlüpfen, 42000 Eier bzw. belegte Zellen. Eine Zelle hat Kantenlänge von 5.1mm --> 26mm² Fläche * 42000 = 1092000 mm² Brutfläche. Dadant hat 420mm * 270mm = 113400 mm² pro Wabe = 9,6 Waben Brut zur Hauptbrutzeit, der Honig = Futter ist dann im Honigraum. Im Herbst/Winter legt die Königin weniger, d.H. mehr Platz für Futter.


    Na denn noch viel Spaß
    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • ... Dankfehler !!!! Die Waben sind ja beidseitig mit Zellen belegt, d.H. das ganze durch 2 macht 4,8 Waben reichen aus... der Rest sind Pollen und Futter

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Hallo an die Runde,


    bin frisch gebackener Jungimker und mache mir gerade viele Gedanken um die richtige (zukünftige) Beute.


    Eigentlich war ich versucht, Dadant nach Bruder Adam zu favorisieren.

    Das ist nicht falsch!

    Zitat

    Bei Liebig hab ich jetzt gelesen, er benutzt 2 Zanderzargen als Brutraum, und die seien im Frühjahr/Sommer auch durchaus gut belegt, sodass er noch mal 1 oder 2 Honigzargen draufsetzt. Wenn ich mir Dadant anschaue, mit einem Brutraum konzipiert, so stellt sich mir die Frage, ob das denn für ein durchschnittliches Volk reichen kann ? Denn 12 x Dadant ist doch ein gut Stück weniger als 20 x Zander, wenn ich mich nicht irre.

    Weder 12 DA-Waben und schon gar nicht die 20 ZA-Waben sind komplett bebrütet! Die 12er reicht dicke! DU regelst das VOlk über die Honigräume die reichlich darafu stapeln kannst.


    Zitat

    Am liebsten würde ich ja die Bienen zum Großteil auf Eigenhonig lassen und nur sehr wenig für mich entnehmen.

    Guter Vorsatz! So nachteilig ist übrigens eine Honigernte nicht für das VOlk, wie immer von den wesengemäß bemühten Imkern geschrieben wird. Es beflügelt das Volk zu neuen Leistungen und entsorgt die Altbienen auf tiergerechtem natürlichen Weg durch Arbeit :-)

    Zitat

    Wie könnte ich das mit einem der Beutesysteme gut realisieren ? Geeignet scheint mir das System mit 2 Brutzargen und einer Honigzarge gleichen Maßes, so wie Liebig es beschreibt : Unterste Zarge weg, auf zweien einwintern.
    Oder, wie bei der Einraumbeute von Mellifera, ein asymmetrisches Flugloch, sodass der Honig an der abgewandten Seite eingelagert wird ? So bekäme ich doch auch ganz gute und reine Honigwaben hin. Kann das klappen, vielleicht mit Dadant ? Dann wäre ich das Problem los, dass die Bienen über Winter in den Honigraum hochgehen und Wabeninkompatibilität zwischen Honigraum und Brutraum herrscht.

    Im Winter sind keine Honigräume auf den Völkern! Bei Dadant sparst du dir die Zargenschlepperei zur Einfütterung und im Frühjahr, wenn die meisten Völker nur noch einen Raum belegen und du wieder einen wegnehmen musst.


    Zitat

    Hat jemand zu diesen Fragestellungen Anregungen für mich parat ?

    Gönn' dir zusätzlich einen schönen Imkereikurs, dann klären sich viele Fragen schon mal im Vorfeld.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo, Imkerkurs ist natürlich unerlässlich, Problem war nur jedenfalls bei mir, dass dort auf so ein System nicht eingegangen wurde, wenn überhaupt erwähnt. Ich hab hier im IF davon näheres erfahren, im Sommer d.J. für einen Ableger angeschafft und bin sehr zufrieden mit der Handhabung. Bin gespannt ,wenn es nächstesJahr dann richtig losgeht. Herzlichsten Dank für die Broschüre „ Wirklich einfach imkern mit Dadant“ vom oben genannten Reiner Schwarz, zu finden hier im Forum. :)

  • Wie könnte ich das mit einem der Beutesysteme gut realisieren ? Geeignet scheint mir das System mit 2 Brutzargen und einer Honigzarge gleichen Maßes, so wie Liebig es beschreibt : Unterste Zarge weg, auf zweien einwintern.


    Richtige Überlegung. Geht in Mitteleuropa auch ganz gut mit Flachzargen wie z.B. Langstroth 2/3 (Rähmchen 159 und Zargen 168mm hoch) Mit dem Langstroth-Mass kann man auch nach Dadant imkern ( Langstroth Jumbo)

  • Bei Dadant sparst du dir die Zargenschlepperei zur Einfütterung und im Frühjahr, wenn die meisten Völker nur noch einen Raum belegen und du wieder einen wegnehmen musst.


    Irgendwie müssen wohl auch Dadant-Imker ihre alten Schwarten vom Stand nach Hause transportieren und die frischen Rähmchen von zu Hause an den Stand. Nehmt ihr dazu Papiertüten oder bindet ihr sie einfach mit Schnur zusammen?


    Also ich finde die Zargen noch ganz praktisch für den Wabentransport :wink:

  • Irgendwie müssen wohl auch Dadant-Imker ihre alten Schwarten vom Stand nach Hause transportieren und die frischen Rähmchen von zu Hause an den Stand. Nehmt ihr dazu Papiertüten oder bindet ihr sie einfach mit Schnur zusammen?:


    Die werden zusammengefaltet.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Was mich an Dadant stört, liebe Freunde,
    ist, dass man früher oder später damit anfängt mit Trennschied im Brutraum herumzufuhrwerken. Erweitern, einengen und dann die Monsterkisten beim Transport. Wenn ich im Brutraum Wabe für Wabe bearbeite, dann bin ich ja eigentlich schon wieder bei der vielgeliebten Hinterbehandlungsbeute. Für mich sind zwei Brutraumzargen praktischer, weil Zargenweise bearbeitet oder Erweitert, neues Wabenmaterial zugegeben oder rausgenommen wird.
    Und wie sagt man so schön: Duck und weg
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Was mich an Dadant stört, liebe Freunde,
    ist, dass man früher oder später damit anfängt mit Trennschied im Brutraum herumzufuhrwerken. Erweitern, einengen und dann die Monsterkisten beim Transport. Wenn ich im Brutraum Wabe für Wabe bearbeite, dann bin ich ja eigentlich schon wieder bei der vielgeliebten Hinterbehandlungsbeute. Für mich sind zwei Brutraumzargen praktischer, weil Zargenweise bearbeitet oder Erweitert, neues Wabenmaterial zugegeben oder rausgenommen wird.
    Und wie sagt man so schön: Duck und weg
    Wolfgang


     
    hallo Wolfgang,


    du hast die Betriebsweise noch nicht verstanden. Bei Dadant und allen anderen ähnlichen Maßen hast du weniger Arbeit, weil weniger Schwarmtrieb, weil die Bienen über den Honigraum kontrolliert werden. Schied wird hächstens 2 -3 mal verschoben, bei mir nur 1- 2x bis Anfang Mai, dann ist Schluss.
    1 Dadant ist leichter zu transportieren als 2 Zander oder DN.

  • Hallo, Imkerkurs ist natürlich unerlässlich, Problem war nur jedenfalls bei mir, dass dort auf so ein System nicht eingegangen wurde, wenn überhaupt erwähnt. . :)


     
    schade, warscheinlich alles fanatische Carnika-Imker, die Dadant und Buckfast als Zwangkombi sehen. Schade dass der Glaubenskrieg noch kein Ende hat.

  • Na ja,
    Du hast recht, ich versteh es nicht, und deshalb ist es wohl besser, ich mach so weiter wie bisher. Und ja, was ich verstehe, ist, dass zwei Zargen Zander schwerer sind als 1 x Dadant. Punkt für dich.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.