Auf einmal sind sie da...

  • Ich hatte schon meine Varroabehandlung vorgestellt, d.h. der Einsatz 60igeer AS via Nassenheider und Apidea Verdunster, einmal Ende Juli/Anfang August und Ende August/Anfang September. Bei den rund 100 Völkern, die auf diese Weise behandelt wurden, fiel bis auf drei Völker relativ wenig - nichts was mir Sorgen hätte bereiten müssen.


    In einem anderen Thread hatte ich geschrieben, stichprobenartig mit 85%iger AS eine Kontrolle machen zu wollen. Ein Bienenstand fällt völlig aus dem Rahmen, mein Stand am Betrieb, da purzeln die Milben. Es ist der Stand, der auch letztes Jahr hohe Ausfälle hatte.


    Ich werde diesen Stand nun komplett behandeln mit 85iger AS, da dort Milben in Mengen fallen wie es nicht in Ordnung ist.


    Die Stichproben hatte ich bei Völkern gemacht, die besonders stark sind und im Vergleich zu anderen Völkern am gleichen Stand starke Flugaktivitäten zeigten. Starker Polleneintrag, kein Ausgeräubert-werden. Es findet auch keine Räuberei bei mir am Stand statt. Habe noch einige MiniPlus draußen, die nicht belästigt werden.


    Also - wo kommen die Drecksviecher her?


    Gruß, Klaus

  • HAtten wir da nicht bereits vor einigen Monaten das Thema?
    Das die Milben das Jahr über in ein Gleichgewicht geraten mit den Bienen und in dem Augenblick wo man die Behandlung beginnt und die Varroapopulation dezimiert, eben jene die überleben wieder verstärkt auf Vermehrung aus sind?
    Ist für mich eine plausible Erklärung des Ganzen. Wenn nicht von draussen, woher dann die Reinvasion. Ist eine Reinvasion von Innen nicht möglicher?

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Hallo Klaus,


    haben ebefalls Mitte August behandelt (10 ml 85%ige im Dispenser) und ein Volk mit hohem Milbefall gehabt. Ende September nochmal 50 ml - und wieder extrem hoher Milbenfall. Hoch sind in diesem fall einige hundert. Soviele hatte ich bei keinem Volk in den letzten drei Jahren.
    Kann man den jetzt noch mit 85%iger behandeln....bei einigen Völkern müsste ich auch noch mal ran. Wie lange muss man nach der letzten Fiuttergabe warten ?

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo zusammen,
    also, ich bin erstaunt, wie hier gegen Varroa behandelt wird. Ausgerechnet auch noch von dem, der alle anderen mit Verlusten zu Dummköpfen erklärt.
    In welchem Behandlungskonzept steht eigentlich, dass man mit 60 %-iger AS nur 2-mal im Abstand von 4 Wochen behandelt? Wie kommt man bei 85 %-iger As auf Mengen von 10 bzw. 50 ml? Ich glaube, ein Blick in das Varroa-Behandlungskonzept von Ba.-Wü., das in ähnlicher Form auch in anderen Bundesländern gilt, würde Eure Fragen beantworten.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Holmi,


    sorry, war ein Tippfehler...100ml waren es natürlich. Und beim zweiten Mal waren es 50 ml, weil ich die Tiere eigentlich überhaupt nur ein einiziges Mal mit AS behandeln wollte. Um die Belastung gering zu halten hatte ich mich zunächst für 50 ml entschieden. Am zweiten Tag wollte ich evtl. noch etwas nachfüllen. Aber als ich gesehen hatte, dass die Behandlung angeschlagen hatte (weil viele Milben gefallen waren), habe ich es bei den 50ml belassen. Behandlungskonzepte finde ich ok, sehe die aber nur als Rahmenvrogaben. Ich denke man sollte durchaus von Volk zu Volk und von Jahr zu Jahr entscheiden und evtl. auch etwas davon abweichen. Grundsätzlich behandle ich so wenig wie möglich und bin damit in den letzten 3 Jahren ganz gut gefahren.

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hmm, warum sollte Reinvasion ausscheiden? Das Einbetteln von Arbeiterinnen funktioniert doch auch bei starken Völkern; womöglich sogar besonders gut weil attraktives Volk...womöglich mögen das die Milben sogar besonders da solche Völker stark in Brut sind...wer weiß ob die da nicht auch Einfluß nehmen können.
    Andere Möglichkeit wäre natürlich daß die Behandlung am Stand nicht so gut funktioniert hat; aus welchen Gründen auch immer...


    Melanie

  • Hallo Holmi,


    sorry, war ein Tippfehler...100ml waren es natürlich.


     
    Das sieht dann schon anders aus.
    Auch ich halte mich nicht stur an Konzepte und variiere. Aber die Zahl war doch sehr abgewichen. Nichts für ungut!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • :roll::evil:


    also, ich hab mit meinen 1 1/2 Imkerjahren ja keine Ahnung :wink:, aber:


    wenn ein erfahrener Imker wie Klaus (den ich nicht persönlich kenne) sich hier hinstellt und Fragen aufwirft, die wir alle haben, warum wird dann sofort die Keule ausgepackt?


    Jeder Jeck ist anders und jeder Imker noch viel "anderster"...


    Klaus hat vermutlich allein durch die Anzahl seiner Völker andere Möglichkeiten die Behandlung zu beobachten... und er müsste ja blöd sein, wenn er absichtlich eine Behandlung wählt, die Verluste verspricht.... ich finde es sehr offen, dass er das hier so postet.


    Ich hatte am 22.07. an einem Stand einen natürlichen Totenfall bei 2 Völkern 0,3 und 2 Völker hatten Null! Die Windeln waren eingefettet, ich konnte es nicht glauben.


    Ich habe am 22.8. trotzdem mit AS behandelt weil bekannt ist, dass es in dem Gebiet wimmelt (spät oder seltsambehandler, jedenfalls kam es letztes Jahr auch erst im September)
    Bei und nach der Behandlung fielen immer so zwischen 55 und 200stück also nicht viel.
    Nun nach Ende der Behandlung habe ich bei eben jenen Völkern mit 0,3 am Start nun 2,7 und 3,9. Die Völker sind sehr stark mit viel Flugbetrieb.
    Beide anderen Völker die nicht nachweisbaren Varroabefall hatten haben nun einen Fall von 11 bzw 18 pro Tag! Diese Völker sind nich ganz so prall wie die anderen beiden, aber auch gut drauf.


    Das kann mir auch keiner erklären!


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Holmi - war ja mein Tippfehler- alles gut !


    Hallo Jule - das ist hier leider immer so.....geht mir auch auf den zeiger, wird sich aber nicht ändern.....sehr ärgerlich !

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • @ Jule: Besten Dank.


    Ich stelle es noch einmal etwas ausführlicher dar, was ich gemacht habe, damit es etwas besser nachvollziehbar ist.


    Nach den Verlusten des letzten Jahres durch plötzlich massiv auftretenden Varroabefall (die ich auf Reinvasion durch nachlässige Nachbarn zurückführte) wollte ich dieses Jahr natürlich alles vermeiden, was irgendwie Ansatzpunkte für eigene Fehlermöglichkeiten übrig ließe.


    Afugrund der Verluste habe ich die verbliebenen Völker geteilt, geteilt und nochmals geteilt. Es wurden alle Völker mit jungen Königinnen bestückt. Vorher, bei entsprechendem Brutstatus erfolgte eine Entmilbung. Milbenbefall wurde auch stichprobenartig kontrolliert. Keine Anzeichen für Probleme. Da ich auf die Honigernte verzichtet habe zugunsten der Jungvolkbildung, gab es keine Einschränkung der Behandlungszeiträume.


    Im Zeitraum Ende Juli/Anfang August erfolgte über einen Zeitraume von zehn Tagen an allen Ständen gleichzeitig der Einsatz von 60%iger AS via Nassenheider oder Apidea Verdunster. Ein Volk zeigte hohen Varroabefall, seine beiden linken und rechten Nachbarn (Verflugmöglichkeit) ebenfalls etwas höher, d.h. mehr als 200 Milben. Alle anderen Völker an allen Ständen hatten weniger als 100 Milben. Nach Abschluß der Behandlung wurden die Windeln belassen und wöchentlich kontrolliert. Ergebnis auch hier ein so geringer Varroafall von max. 10 Milben pro Woche, manche Völker gar nichts.


    Ende August/Anfang September Wiederholung der Behandlung, dieses Mal alle Völker mit geringer Zahl an Varroen auf den Windeln. Auch hier nach Behandlungsabschluß sehr geringer Varroafall. Keine Rede von irgendwelchen Brutschäden, bei allen Durchsichten der Völker und Bodenkontrollen vor den Fluglöchern unter dem Totenfall keine verkrüppelten Bienen oder Krabbler entdeckt. Völker machen einen sehr vitalen Eindruck, haben bspw. bei besetzten 12 Waben Dadant noch 5-6 Waben Brut. Zur Kontrolle habe ich auch noch Bienenproben à 100g mit OS beträufelt, ebenfalls äußerst selten Milbennachweise.


    An meinem Betrieb stehen z.Zt. 32 Völker, von denen einige etwas aktiver sind. Oben schrieb ich: Die Stichproben hatte ich bei Völkern gemacht, die besonders stark sind und im Vergleich zu anderen Völkern am gleichen Stand starke Flugaktivitäten zeigten. Starker Polleneintrag, kein Ausgeräubert-werden. Es findet auch keine Räuberei bei mir am Stand statt. Habe noch einige MiniPlus draußen, die nicht belästigt werden.


    Letzte und vorletzte Woche habe ich einige Dutzend MiniPlus aufgelöst, Kunstschwärme gebildet und behandelt, auch hier kein nennenswerter Varroabefall. Diese Jungvölker stehen an einem anderen Stand.


    Natürlich habe ich das Varroa-Konzept aus BaWü vorliegen.


    Wenn ich bei obiger Arbeitsweise mit der entsprechend sorgfältigen Beobachtung nun plötzlich bei einigen starken Völkern (nicht bei allen 32!!!) einen den Rahmen sprengenden Varroabefall finde, sehe ich da mindestens eine offene Frage.


    Innerhalb von vier Wochen kann auf normalem Vermehrungswege der Varroa innerhalb des Stockes nicht eine Vervielfachung des Milbenbestandes stattfinden, die bei einer Behandlung plötzlich einen tausendfachen Varroafall zeitigt, wenn diese Völker vorher unauffällig waren.


    Jetzt hätte ich gern ernstzunehmende Diskussionsvorschläge.


    Gruß, Klaus

  • Hallo,
    ich hatte die Sommerbehandlung ausgelassen, weil keine Milben fielen. Ende August fielen dann bei einem Volk 2 Milben/Tag, bei einem anderen Volk 1/Tag, bei allen anderen nichts. Also alles in Ordnung? Ich habe dennoch sofort eine Behandlung begonnen mit folgendem Ergebnis über die Serie: Beim Volk mit 2/Tag fielen 2000 Milben, bei 3 anderen zwischen 300 und 600. Ich habe noch eine weitere Serie angesetzt: Nach der 1. Hälfte sind bei dem Spitzenvolk schon wieder 500 Milben gefallen
    Die Lehre daraus? Auf die Beurteilung des natürlichen Varroafalls verzichten und Mitte Juli in jedem Fall behandeln.
    Gruß Ralph

  • Hallo Klaus,
    wo stehen die Völker mit dem hohen Befall außen am Rand?
    Randvölker sammeln mitunter mehr einbettelnde Bienen.
    Ich habe einzelne Völker die ebenfalls wesentlich höheren V-Befall haben und die werden auch noch mal behandelt.
    Letztes Jahr waren die späten Behandlungsintervalle auch sehr wichtig, da sind noch mal jede Menge Milben gefallen.
    Wieso diese Populationen sich so hartnäckig in den Völkern halten, ist mir auch ein Rätsel.
    Um mich herum sind gar nicht mehr so viele Imker, dass dies allein mit Reinvasion erklärbar wäre.
    Behandeln tun inzwischen alle. Ich Frage mich derzeit ob eine auf länge Zeit ausgerichtete Behandlung da nicht besser ist, so wie die Tymolprodukte. Bei meinem Imkerfreund im Allgäu, fallen bei einigen Völkern seit August auch Massenweise Milben und das obwohl er rechtzeitig behandelt hat. (Apilivevar) Der Fragt sich gerade auch, wo die den alle herkommen. Pro Woche immer noch 300-500 Stck. Ob dies mit der Reinvasion zu erklären ist, bin ich überfragt.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance