Varroa Nachkontrolle - wann aussagekräftig?

  • Einen schönen Nachmittag,


    ich komme gerade von meinen Bienen und habe die Varroaschieber kontrolliert. Bei den meisten sieht der der Milbenfall recht gut aus (habe 3mal AS 60% mit Schwammtuch behandelt).
    Bei zwei Völkern ist der Milbenfall jedoch noch recht hoch. Bei dem einen innerhalb 5 Tagen ca. 100 Stück.`Teilweise leben die Milben auch noch, der Großteil ist jedoch bereits tot. Nun stellt sich mir die Frage, ob diese Milben durch die letzte AS Behandlung vor gut 2 Wochen getötet wurden und nun aus den Zellen der schlüpfenden Brut fallen oder dies der natürliche Totenfall ist? :confused:
    Ab wann kann man den von einer aussagekräftigen Beobachtung von dem Milbenfall pro Tag nach einer AS Behandlung sprechen? Meint ihr, das Volk hat echt noch so viele Milben im Vergleich zu den anderen oder fallen momentan nur viele abgetötete Milben?


    Ich bin nun am überlegen, ob ich diese zwei Völker nochmal behandeln soll oder einfach warten soll, bis die OS Behandlung durchgeführt wird *grübel*.


    Liebe Grüße, Stefan

  • Hallo Stefan,
    vor dem gleichen Problem stand ich auch, die letzte AS-Behandlung war gerade 14 Tage her. Es sollten also aus der gedeckelten Brut alle Milben raus sein.
    Ich habe sicherheitshalber bei den betroffenen Völkern jetzt noch eine 4. Behandlung laufen, denn das Wetter ist dafür jetzt nochmal günstig.
    Bei der 85 %-igen AS heißt es, das man erst nach 4-6 Wochen eine aussagefähige Milbenkontrolle machen kann, d.h. erst dann herrscht wieder natürlicher Milbenfall.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Stefan,
    Bei der 85 %-igen AS heißt es, das man erst nach 4-6 Wochen eine aussagefähige Milbenkontrolle machen kann, d.h. erst dann herrscht wieder natürlicher Milbenfall.


    Warum das denn??? Tot ist doch tot, egal, was es bewirkt hat? Die 85%ige müsste ja eher schneller wieder weg sein, weil sie besser verdunstet...


    Ich dachte "normaler" Totenfall ist 11 Tage nach Aufhören der Behandlung, wenn alle verdeckelte Brut geschlüpft ist...


    es rätselt weiter


    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo,
    wir hatten gestern Imkerversammlung. Der Fachberater (LWG Bayern) hat berichtet, dass es jetzt Anfang Oktober trotz der üblichen AS-Behandlungen in einzelnen Völker zu Milbenabfallszahlen von 10, 20 oder mehr kommt. Er sagt, dass diese Völker mit hoher Wahrscheinlichkeit Weihnachten nicht mehr leben. Man soll unbedingt Kontrollen durchführen und wenn mehr als 10 Milben am Tag fallen, die Milchsäure-Sprühbehandlung durchführen. Es war auch im letzten Jahr so, dass Mitte September wieder viele Milben in einzelnen Völkern zu finden waren. Mancher aus unserem Zeidlerverein hatte über den Winter recht schmerzliche Verluste.
    Unter lwg.bayern.de/bienen kann mans nachlesen.
    Ich kontrolliere jetzt. Hoffentlich muss ich mit dieser Milchsäure nicht auch noch anfangen.
    Gruß twobien

  • Ich habe gestern jetz nochmal behandelt, zum 4. Mal. Wir hatten knapp 18 Grad im Schatten was für für eine gute Verdunstung noch reichen dürfte. Nacher werd ich mal schaun, wieviele so gefallen sind.
    Milchsäurebehandlung möchte ich igentlich nicht mehr durchführen da ich um diese Jahreszeit ungern die Völker auseinander nehme.
    Liebe Grüße

  • Ich habe jetzt bei 2 Völkern (Varroafall 19 bzw. 31 Milben innerhalb 24 Std.) noch ein 4. Mal behandelt und der Milbenfall während der Behandlung war enorm hoch. Ich hoffe nur, dass bei den anderen Völkern alles in Ordnung ist, so wie es auch die letzte Varroakontrolle zeigte. Aber es dauert ja nicht mehr soooo lang bis zur OS-Behandlung.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Also ich habe den Eindruck, daß selbst 4 Wochen nach der letzten AS-Behandlung noch erhöhte Totenfallraten zu ermitteln sind. Jedenfalls hat die 3. und letzte AS-Behandlung zwar noch etwas rieseln lassen aber nicht so viel wie der "natürliche Totenfall" es suggerierte. Da ich nicht glaube, daß die Behandlung versagt hat, muß ich den Totenfall auf die letzte AS-Behandlung schieben. Nun, ich bin gespannt was die Oxalsäure im Winter noch so runter holt...das ist ja m.E. der wichtigste Schlag gegen die Varroa!


    Melanie

  • Mit Verlaub, der natürliche Totenfall wird überbewertet. Alles was an Milben abfällt ist tot - Mausetot und nur das zählt. Die Formel die seiner Zeit Liebig & Co aufgestellt haben ist kalter Kaffee.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Zitat

    Mit Verlaub, der natürliche Totenfall wird überbewertet. Alles was an Milben abfällt ist tot - Mausetot und nur das zählt. Die Formel die seiner Zeit Liebig & Co aufgestellt haben ist kalter Kaffee.


    Ich bin blöd und verstehe daher die Aussage nicht. Warum soll der natürliche Totenfall keine Aussage über den Befallsgrad machen. Mag sein daß es nicht berechenbar ist á la 10 tote Milben = 100 lebende Milben aber wenn der Totenfall in einem Volk bei 10 und im anderen bei 100 läge - wäre es nicht nachvollziehbar anzunehmen daß zumindest das 2. Volk ein echtes Milbenproblem hat und eher Aufmerksamkeit bekommen sollte als das erste Volk?


    Melanie

  • Ich bin blöd und verstehe daher die Aussage nicht. Warum soll der natürliche Totenfall keine Aussage über den Befallsgrad machen.


    Schau mal Melanie,
    jedes Bienenvolk hat ein anderes Brutverhalten. Ebenso jede Varroapopulation.
    Liebig geht in seiner Befallsgradermittlung von einer Schätzung aus.


    Hierzu schreibt er:

    Zitat

    „Da wir wissen, dass sich die Varroamilbe im günstigsten Fall, den wir bei Schätzungen immer annehmen sollten monatlich verdoppelt, wäre dies bei ca. 240 Milben einen Monat später 480 und bis zu 960 Milben im Folgemonat.“


    Ich habe Liebig bei einer Schulung darauf angesprochen, er hat nur rumgeeiert und Quatsch erzählt. Und alle Welt nimmt diese Schätzung für bare Münze und quatscht den Unsinn auch noch nach. Wenn ich hier so manchen Beitrag lese, könnte es einen himmelangst werden. Fallen ein paar Milben drehen die Leute durch. Sofort behandeln heißt es da. Wieder und wieder AS ins Bienenvolk. Vier - fünf mal. Das Ganze hat nichts mehr mit einer vernünftigen Varroabekämpfung zu tun, es ist Schwachsinn. Man kann auch auf diese Weise seine Bienenvölker ruinieren.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Mag sein Dieter, wenn es um 1, 2 oder 3 Miben geht,


    aber es ist eben eine Daumenregel für Imker, die wenig Zeit haben oder eben nicht Deine Intelligenz, die offenbar auf andere Art und Weise den kritischen Punkt im Milbenbefall erkennt.


    Ich hatte bei der letzten Kontrolle leicht erhöhten "nat. Milbenfall" 3-5/ Tag aber einen Ausreißer mit über 40 ...
    Ich behandle nun nochmal alle.
    Und das interessante - das Volk neben dem Außreiser hatte heute, am 2. Tag der Behandlung, 107 Gefallene ...


    Also sag ich, so lange ich noch nicht so intelent bin wie Du:
    Lieber einmal umsonst auf Verdacht behandelt ...


    MfG André

  • Also sag ich, so lange ich noch nicht so intelent bin wie Du: Lieber einmal umsonst auf Verdacht behandelt ...


    Immer zu André,
    behandle deine Bienen auf Verdacht. Sie werden es dir danken.


    Übrigens der Landwirt, der mit der Giftspritze übers Land rollt, denkt eben so wie du. Viel hilft viel - ist auch seine Devise. Mit Bienenpflege hat das nichts mehr zu tun. Bienenpflege - Imkerei fängt im Kopf an.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!