Winterfutter wird nicht eingelagert

  • Hallo zusammen,
     
    bin Imker im 2. "Lehrjahr" und habe eine Frage:
    Eines meiner Ablegervölker lagert den angebotenen Sirup (15 Liter, 1- zargig) nicht komplett ein, obwohl sich am Rand der Zarge noch eine unausgebaute Mittelwand befindet.
    Der Ableger hat ca. 13 -14 kg Futter eingelagert, der Rest scheint nun -seit 1 Woche- uninteressant zu sein.
    Wie ist das zu erklären?
    Vielen Dank für Eure Antworten!!!
    Gruß Frank

  • Hallo Frank!


    Es ist einfach schon Oktober, die Bienensaison ist bereits zu fortgeschritten, die Nächte sind sehr kühl, die Tagestemperaturen sind auch nicht hoch, die Volksstärke stagniert oder nimmt bereits ab.


    Das Bienenvolk richtet sich schon sehr auf die Überwinterung ein. Wabenausbau gehört um diese Zeit nicht dazu. Ev wird das restliche Futter an einem schönen Tag noch angenommen und brutnestnah eingelagert.


    Bitte in den nächsten Jahren das Einfüttern und den Volksaufbau unbedingt jahreszeitlich nach vorne zu verlagern. Die Ableger den Sommer über immer ausreichend mit Futter versorgen. Es geht nichts verloren, entweder wird das Futter in Brut umgesetzt oder als Winterfutter abgelagert. Spätestens Mitte September den letzten Rest Futter verabreichen,dann ist fütterungstechnisch das Bienenjahr abgeschlossen.


    MfG
    Honigmaul

  • Mittelwände welche nicht komplett ausgebaut sind nehme ich vor der ersten AS Behandlung aus den Völkern. Im September und Oktober bauen die Bienen nichts mehr aus, also raus damit. Wenn sie kein Futter annehmen, dann haben sie vielleicht auch genug Futter. Meine Ableger sitzen auf 4 - 5 Wabengassen und dienen als Königinnenreseve für das kommende Frühjahr. Diese Ableger erhalten immer etwa 6 -7 kg Zucker in Wasser aufgelöst. Verhungert ist bisher kein Ableger. Ich wintere sie auf etwa 8 DNM - Waben ein. Sehr viel mehr als die etwa 7kg bekommen sie auch garnicht unter, denn wenn es schönes Wetter ist sammeln sie auch jetzt noch sehr gut und seit Ende Juli haben sie auch selbst schon etwas Winterfutter angelegt, welches ich ihnen lasse.

  • Hallo Frank


    ich denke das Futter ist ausreichend, aber auf alle Fälle und das ist schon reichlich spät, muß die MW raus und durch eine ausgebaute möglichst bebrütete Wabe ersetzt werden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,
    ich habe im letzten Winter bei einem Volk im 2. Brutraum nur 9 Waben gelassen (bei sonst 10 Zanderwaben in einer Zarge). Im zeitigen Frühjahr hatten die Beinen den freien Platz an der Außenwand schon verbaut. Bemerkt habe ich es bei der ersten Durchsicht im Frühjahr. Es war Ausbau wie in einem Rähmchen, allerdings ohne Rähmchen. Der Ausbau war an die neunte Wabe und an die Außenwand angehängt. Ich habe es belassen, bis zur Wabenerneuerung im August. Es sollte also entweder ein Leerrähmchen, eine ausgebaute Wabe oder zur Not auch eine Mittelwand verbleiben. Hauptsache kein leerer Platz.
    Gruß twobein

  • hallo Frank,


    13-14 kg sind ausreichend, nimm den Rest vom Futter raus. Ob du die Rand-MW drinn läßt oder nicht oder durch eine ausgebaute ersetzt ändert nichts. Die Randwabe bleibt leer.

  • Hallo honigmaul,


    bei mir nehmen die Bienen jetzt noch immer gut Zuckersirup an. Gestern habe ich ihnen erst die zweite 4-kg-Portion gegeben. Am Samstag kommt die dritte.


    Wie viel füttert ihr eigentlich ein?
    Ich bin erst seit April dieses Jahres Imker und habe noch keine Erfahrung mit der Überwinterung gemacht. In manchen Quellen habe ich gelesen, dass man 10-15 kg Zuckersirup einfüttern soll, andere wieder meinen 15-20 kg.


    Imkerei Fläming

  • Hallo honigmaul,


    bei mir nehmen die Bienen jetzt noch immer gut Zuckersirup an. Gestern habe ich ihnen erst die zweite 4-kg-Portion gegeben. Am Samstag kommt die dritte.


    Wie viel füttert ihr eigentlich ein?
    Ich bin erst seit April dieses Jahres Imker und habe noch keine Erfahrung mit der Überwinterung gemacht. In manchen Quellen habe ich gelesen, dass man 10-15 kg Zuckersirup einfüttern soll, andere wieder meinen 15-20 kg.


    Imkerei Fläming

  • Hallo Frank! Die Frage der Winterfuttermenge ist hier sehr defizil und schwierig. Die Menge ist in starkem Maße von deiner Betriebsweise abhängig. Ich komme mit kleinen Futtermengen aus. Meine Völker überwintern auf 8 -9 Waben Normalmaß. Mehr gehen in meinen Brutraum nicht rein. Ich gebe immer zwischen 8 -10 kg Zucker, bitte nicht zu verwechseln mit Angaben von Sirup. In diesen Jahr habe ich erstmals mit Fertigsirup gefüttert und den Völkern 16 kg Sirup eingefüttert. In den letzten 40 Jahren ist mir noch nie ein Volk verhungert und ich habe in jedem Frühjahr aus den Völkern überschüssige Futterwaben entnommen. Wenn ich lese welche Futtermengen hier Kollegen in ihre Völker geben, bleibt für mich die Frage was daraus wird - "Frühtrachthonig" ?? Ich habein jedem Frühjahr meine Sorge bis zur Obstblüte, bzw. Rapsblüte die Winterfutterbestände in Bienenmasse umzusetzen um dann auch kein Winterfutter in den Honig zu bekommen.

  • Hallo Bienenhalter,
    wenn Du hier liest, welche Mengen Futter hier Kollegen verwenden,
    dann frag Dich mal, auf welchen Wabenmaßen und auf wieviel Waben diese ihre Völker einwintern.
    Standard bei Normalmaß sind zwei volle Zargen, also bei Segeberger zweiundzwanzig Waben,
    heißt bei etwa ein Kilo Futter je Wabe zweiundzwanzig Kilo Futter.
    Und damit liegst Du noch knapp gerechnet, also nichts mit als "Frühttrachthonig" geerntet.
    Auf acht bis neun Waben überwintert ergibt allerdings kaum eine Frühtrachternte.
    Das sind gerade mal überwinterungsfähige Ableger, zu spät im Jahr gebildet.
    Das ist halt ein Unterschied, zwischen HBB mit begrenztem Raum und Magazinen mit praktisch unbegrentem Raum.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    nun ich muß dich enttäuschen, ich habe keine Hinterbehandlungsbeuten, es sind alte DDR Beuten mit einem isolierten Brutraum, Zwischenboden und innerem Flugloch, wobei ich den Butraum wie eine HBB benutzen kann, oder über einen Deckel auch wie ein Magazin. Jedoch sind die Aufsatzzagen nur aus einfachwandigem 22 mm Holz. Wie ich sagte die Futtermenge hängt von der Betiebsweise ab. Ich überwintere nur im Brutraum, auch meine Wirtschaftsvölker und erreiche trotzdem mit in der Regel 3-4 Trachten, Obst / Raps, Raps / Robinie, Brombeere/ Waldblüten/ Sommerlinde und der anschließenden Winterlinde, Volksertäge von 70 kg und mehr, besonders in diesem Jahr! Natürlich habe ich keine Weidentracht oder Löwenzahnernte, aber da habe ich sowieso kaum die Gegebenheiten dazu an meinem Standplatz.
    Also man kann auf 22 Waben überwintern , muß aber nicht! Wie gesagt es gibt viele verschiedene Betriebsarten, jede hat Vor -und Nachteile! Ich bin überzeugt das meine kleinen Einheiten auf in kurzen Warmphasen im Winter nicht gleich in Brut gehen, wovon ich bei großen Völkern nicht überzeugt bin. Völker die im Winter in völliger Ruhe sind belasten ihre Kotblase nicht, verbrauchen nicht unnütz Eiweißreserven und sparen sich bestimmt auch einige Varroabrutzyklen ein.
    Ich denke jeder soll das nach seiner Überzeugung und seinen lokalen Möglichkeiten machen.

  • Hallo zusammen,


    wir haben 15 Liter Zuckerlösung 2:1 eingefüttert und überwintern auf 2 Zargen DNM (Segeberger Syropor Beuten). Die 15 Liter sollten 15 kg Futter entsprechen allerdings haben wir heute festgestellt das in der oberen Zarge fast keine Zunahme zu sehen ist. Kann es sein das sie das Futter in die untere Zarge geschaft haben?


    Die Waben in der oberen Zarge sind maximal halb voll und kaum verdeckelt.


    Eingefüttert habe wir in unserem 2. Bienenjahr später als letztes Jahr und zwar bis letzte Woche. Das Futter ist auch nahezu komplett aufgenommen worden.


    Wo ist das alles also geblieben??? :confused:



    Danke.

  • Hallo Clausis!


    Im Herbst lagern die Bienen das Futter brutnestnah ein, da kann es schon sein, dass man bei zwei Magazinen von oben kein frisch eingelagertes Futter sieht.


    Für meine Begriffe ist das Einfüttern um diese Jahreszeit viel zu spät. Die 15 Liter Futter kommen mir auch nicht richtig viel vor. Aber ich kann nur von unserer Gegend und von unserem Futterverbrauch im Winter sprechen. Ich gebe im Durchschnitt etwa 25 Liter Futter. Im April wird das überschüssige Futter entnommen und im Sommer den Ablegern gereicht. Da geht nichts verloren.


    MfG
    Honigmaul