Drohnen im Oktober?

  • condor : es muss ja nicht sein, daß die Drohnen die Brut aktiv wärmen -bei meinen Beobachtungen konnte ich nicht feststellen daß sie nur auf den Brutwaben waren sondern direkt außer der letzten Brut - aber sie könnten ja eine Isolationsschicht bilden mit ihren Körpern damit keine Wärme entweicht und die Heizerbienen nicht soviel Energie benötigen. Somit würde man sogar Honig sparen:daumen:
    Und weil du ja Darwin erwähnst: Laut Evolutionstheorie dürfte es ja im Bienenvolk nur sehr wenige Drohnen geben weil sie ja, laut moderner Imkerei, nutzlos sind. Da würde pro Volk ja ein kleines Männer-Grüppchen genügen das die Königin begattet. Weil die Drohnen nutzlose Honigfresser sind müssten also alle Völker mit vielen Drohnen laut Evolution schon lange ausgestorben sein, sind sie aber nicht, im Gegenteil: bei jeder Gelegenheit die sich dem Bien bietet bildet er Drohnenbrut.


    Gruß
    Hannes

  • Die Raumvermesserbienen/Scouts sind nicht meine Idee, sondern Thomas Seeleys Entdeckung....
    Wir haben nur entzückt festgestellt, daß er recht hat, inklusive externer Übernachtungen von bis zu 200 Bienen. :p_flower01:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wenn im zeitigen Frühjahr noch Nachtfröste oder Kälteeinbrüche stattfinden dann sitzen die Drohnen mehr oder weniger geballt in der Beute rum bis das wärmer wird, das muß keine Brutwabe sein, das ist auch hinten bei noch nicht ausgebauten Baurahmenfenstern der Fall. Ob die sich dann wohl als Heckscheibenheizung betätigen?:wink:
    Gruß Hermann

  • biene hans : falls du noch an einer sachlichen Antwort interessiert bis und ich nicht wegen Blasphemie vorher aus dem Forum fliege, kein Mensch behauptet - und schon gar kein moderner Imker- dass Drohnen nutzlos sind.
    Ein kleines Grüppchen Männer langt halt nicht, denn je mehr Drohnen ein Volk an den Start bringt, um so größer ist die Chance zum Zuge zu kommen und dem Erhalt der Art zu dienen. In diesem Sinne: je mehr Drohnen desto besser!
    Wenn es ein Volk aber letztendlich mit den Drohnen übertreibt, fehlen Putzer, Pfleger, Honigsammler. Die Drohnen werden sich nicht richtig entwickeln und letztendlich wird sich das Volk mit dem "wir produzieren massenhaft Drohnen - Gen" selber aus dem Rennen nehmen. Genau so wirkt die Evolutionstheorie! Nur das Volk, welches ein gesundes Gleichgewicht zwischen Drohnen und Arbeiterinnen hat, wird letztendlich überleben (also um Missverständnissen vorzubeugen - nicht den Winter, sondern die Jahrhunderte!)mfg

    Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? ( Vincent van Gogh )

  • Zitat

    Nur das Volk, welches ein gesundes Gleichgewicht zwischen Drohnen und Arbeiterinnen hat,


    Wer legt das fest? Der Imker, der wegen der Varroa die Drohnenbrut ausschneidet?:cool:

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    Bruce Springsteen

  • biene hans : falls du noch an einer sachlichen Antwort interessiert bis und ich nicht wegen Blasphemie vorher aus dem Forum fliege...


    an einer sachlichen Diskusion bin ich immer interessiert, ich glaube das Forum hier auch:daumen:


    Wer legt das fest? Der Imker, der wegen der Varroa die Drohnenbrut ausschneidet?:cool:


    Ja eben, man gibt dem Bien ja nicht einmal die Chance ein Gleichgewicht aufzubauen mit vorgeprägten Mittelwänden und das Ausschneiden der Drohnenbrut.
    Unter Imkern in meiner Gegend hescht halt immer noch die Auffassung: Drohnen sind nur zur Begattung da und unnütze Honigfresser. Aber ich glaube da gibt es langsam ein Umdenken weil viele junge Imker denken da anders und glauben nicht alles was ihnen die "Alten" vorkauen.


    Grüße
    Hannes

  • Ja eben, man gibt dem Bien ja nicht einmal die Chance ein Gleichgewicht aufzubauen mit vorgeprägten Mittelwänden und das Ausschneiden der Drohnenbrut.
    Unter Imkern in meiner Gegend hescht halt immer noch die Auffassung: Drohnen sind nur zur Begattung da und unnütze Honigfresser. Aber ich glaube da gibt es langsam ein Umdenken weil viele junge Imker denken da anders und glauben nicht alles was ihnen die "Alten" vorkauen.


    Hallo Hannes,
    den Glauben teile ich mit dir. Aus eigener Erfahrung habe ich gemerkt, dass sich Jungimker (wie ich) eher für das Tier "Biene" als dessen Produkt "Honig" interessieren und damit auch nicht automatisch bei den konventionellen Betriebsweisen landen, sondern sich auch nach alternativen Wegen erkundigen und dann auch einschlagen (so wie ich es auch tat). Ich denke, es gibt da tatsächlich ein Umdenken weg von "Imkern gegen die Biene" hin zu "Imkern mit der Biene". Was für den Freizeitimker noch den Vorteil des geringeren Zeitbedarfs hat (z.B. wegfallende Zeit für Mittelwände einlöten, Drohnen schneiden, Schwarmkontrolle).


    Aber natürlich kann man den älteren 50+ Imkern da auch direkt keinen Vorwurf machen, die sind halt auch nur Kinder ihrer Zeit und in den 60er Jahren hatte man noch einen ganz anderen Umgang mit der Natur gelehrt ("Das können wir Menschen besser."). Aber auch hier breche ich eine Lanze für die älteren Imker: Es sind nicht alle so, weiß ich auch aus eigener Erfahrung. :daumen:

  • Da stimm ich dir zu CyberDrohn es sind bei weitem nicht alle so!
    Ich kenne auch einen Imker der die 40 noch nicht überschritten hat und schon seit ein paar Jahren Bienen hat, wenn man mit dem redet hört man nur soviel kg Honig geschleudert und soviel verdient mit dem Honig usw. von den Zustand der Völker oder interessanten Beobachtungen hört man kaum was - aber das witzige ist, er hat regelmässig Verluste auch bis zu 100%, was er aber nicht zugeben würde aber ich kenne den der ihm die Bienen verkauft:wink:
    Unterm Strich hatter die Bienen gequält und kann nochsoviel Honig schleudern wenn er sowieso im Frühjahr wieder Völker kaufen kann und jeder weiß was so ein Volk kostet also lohnt es sich wirtschaftlich auch nicht.


    Man darf, glaube ich, nicht mit wirtschaftlichen Interesse an die Bienen ran gehen aber das ist jetzt schon OT -es geht ja um die dicken Drohnen!


    Gruß
    Hannes

  • Zitat

    Ich denke, es gibt da tatsächlich ein Umdenken weg von "Imkern gegen die Biene" hin zu "Imkern mit der Biene". Was für den Freizeitimker noch den Vorteil des geringeren Zeitbedarfs hat (z.B. wegfallende Zeit für Mittelwände einlöten, Drohnen schneiden, Schwarmkontrolle).


    Cyberdrohn, glaubst du, daß das nur Hobbyimker erkannt haben?:lol:
    Ich hab zu Anfang auch völlig konventionell und aufwendig gearbeitet, aber mittlerweile hat sich der Arbeitszeitaufwand dermaßen verringert, daß es nur so eine Freude ist...:lol:
    Und bis auf den geteilten Brutraum sind wir demeter-reif - aber nochmal neue Kistengröße und neues Rähmchenmaß - nein.
    Irgendwann muß mal gut sein.


    Und unsere Bienen kann ich nur als "entspannt" bezeichnen - die haben keinen Streß.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Marion,
    das war nicht humorvoll gemeint sondern eher sarkastisch....... mfg


    Hallo,


    vielen Dank für die Aufklärung, ich meine fast, derselbe quillt nur so aus Deinen Postings raus.
    Mit der humorvollen Formulierung meinte ich selbstverständlich die "breite Männerbrust" etc. von Sabiene im Posting davor und nicht Dich; wie käme ich dazu.
    Sabine hab ich auch nicht so verstanden, dass sie hier Tatsachen behauptet, sondern Denkanstösse gibt und Beobachtungen interpretiert.


    Solange niemand Beobachtungen oder Fragestellungen hat, wird auch nichts Neues hinterfragt oder gar bewiesen oder widerlegt, schon gar nicht wissenschaftlich.
    Alles schon bekannt, ist halt so und fertig, dann können wir das ganz lassen.
    Wo sind denn die Studien zum Drohnenverhalten bis zu ihrem Rauswurf? Über die Drohnen ist doch am allerwenigsten veröffentlicht. Drohnensammelplätze: Warum und wie, wie funktioniert das alles? Nur Rätselraten allein bei diesem Thema.


    Wär es nicht rein biologisch gesehen die pure Verschwendung, ihnen nichts anderes zu lassen als Fressen und Ausfliegen, Fressen und Ausfliegen alleinig für die eventuelle Chance? Wenn sie mal nicht rauskönnen, warum nicht noch ein klein wenig Nebenjob, der sie nicht überstrapaziert. Ressourcennutzung, wäre nur logisch. Genauso logisch, wie die Tatsache, dass sie im Herbst überflüssig wieder rausfliegen.


    Wenn man Seeley mal gelesen hat, dann fällt einem z. B. schon einiges ein zu den Raumvermesserbienen. Damit wurde sich sogar eingehend beschäftigt und alles dokumentiert und ausgemessen, sogar die Bewegungsmuster beim Ausmessen der Behausung. Die Raumvermesserbienen hieltest Du ja offensichtlich auch für lächerlich (da Dir nicht bekannt?).
    Zu Drohnen fällt mir momentan nichts konkretes an Arbeiten ein. Die hab ich vielleicht aber nur noch nicht zu Gesicht bekommen; an eine fundierte Untersuchung, die die sonstige Funktionslosigkeit der Jungs beweist erinner ich mich aber auch nicht.:wink:


    Also kann man doch ein wenig spekulieren über Möglichkeiten, nicht über Tatsachen.


    Brutnestnahe Waben voll besetzt mit Drohnen kann ich als selbst beobachtet beisteuern (durch das Fenster der Warré früh morgens). Habe ich erstaunt registriert aber unter dieser Fragestellung nicht genauer hingesehen.
    Wenn man nicht weiß, auf was man achten soll, dann sieht man eh nur die Hälfte......


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zitat

    Aber auch hier breche ich eine Lanze für die älteren Imker: Es sind nicht alle so, weiß ich auch aus eigener Erfahrung.


    Man sollte jenen über 65 das Imkern verbieten, denn Honig gibt es auf der Welt genug. Die Zukunft liegt in der Einvolkimkerei "besser als Demeter".


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: