Bienenkiste Meinung??

  • Das ist Unsinn. DNM ist in Mittel- und Norddeutschland das mit Abstand am weitesten verbreitete Maß.
    Gruß Ralph



    Da nn sollte man es vielleicht umbennenn in NDM NordDeutschesMaß :lol:

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Zitat

    Wer hat es denn schon in anderer Betriebsweise geschafft, den Kleingärtner, den Rentner von nebenan zur Bienenhaltung zu verhelfen?


    Da wage ich mal die provokante Frage: Ist es sinnvoll und gewünscht daß eben irgendwer sich mal irgendwie ein paar Bienen hinstellt?


    Da denke ich an die Leute die Ameisen irgendwie geil finden und sich dann im AntStore ein paar Blattschneiderameisen kaufen.
    Da denke ich auch an die Leute, die diese süßen Waserschildkröten so nett finden und sie sich daher einfach mal so eben in den Gartenteich setzen.


    All diesen Leuten wird durch Baumärkte und andere Anbieter suggeriert, daß das alles ganz einfach und unkompliziert ist und ganze Sets machen das super einfach, sich mal eben ein Aquarium zuzulegen oder sich mit diesen witzigen Fröschen oder schönen Meerwasserfischen zu schmücken.
    Ganz easy...eben so wie mal eben ne Schwammsanierung im Dachstuhl. Kann quasi jeder. Wissen überall verfügbar und im Internet abrufbar. Kostenblos erhältlich. Jahrzehnte Erfahrung zusammengeschrumpft auf ein paar Seiten.
    All diese Spezialisten, Fachfirmen, Fachbücher...nur Geldschneiderei?


    Da bin ich wohl etwas konservativ wenn ich denke, daß man Tierhaltung eben nicht so einfach wie den Konsum machen sollte...


    Melanie

  • Ja die Beliebigkeit des Mottos "Jeder kann alles sofort und gleich" unter besonderer Berücksichtigung von Angebot und Nachfrage. Die Ideologen und Marktstrategen hinter der Bienenkiste schaffen ein Bedürfnis und einen Markt unter der Überschrift "Wir brauchen noch mehr Imker und geben jedem möglichst einfach die Möglichkeit, Bienen zu halten." Hört sich ja ehrenwert an, erstmal.... Unter Nutzung der allgemeinen breiten Berichterstattung zum Thema Bienensterben treibt man da die bereits im Lauf befindliche Sau noch mal durchs Dorf. Viele Leute wollen etwas für Bienen tun - völlig in Ordnung. Denen suggeriert man, das man für Bienen etwas tun kann, in dem man Bienen hält.


    Habe ich da etwas verpaßt oder erschließt sich mir die Logik einfach nicht?


    @melanie: Ich gebe Dir da Recht - man muß nur mal eine Reptilienmesse besuchen und sich diese Klientel ansehen. Oder um einen mir bekannten Veterinär wiederzugeben, der von einem Erlebnis erzählte. Er wurde vor ein, zwei Jahren zu einem Fall gerufen, da hielt ein Anhänger der Gothic-Szene eine Kobra und und (O-Ton Vet) holte im "bedröhnten Zustand" die Kobra aus dem Terrarium. Prompt wurde er gebissen und die Gift-Notruf-Zentrale in Düsseldorf hatte das Gegengift nicht vorrätig. Es mußte per Heli aus München eingeflogen werden. Wäre es nach ihm gegangen, so der Vet, hätte er den Gothic-Fan ganz seiner Todessehnsucht überlassen.



    Gruß, klaus

  • Da wage ich mal die provokante Frage: Ist es sinnvoll und gewünscht daß eben irgendwer sich mal irgendwie ein paar Bienen hinstellt?


    Solange sie echtes Interesse haben und (wie in dem von Klaus beschriebenen Fall) Kurse besuchen, sind das doch die besten Voraussetzungen.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Ich habe keine Erfahrungen mit der Bienenkiste, doch bei dem Preis kommt nur selberbauen in Frage.
    Wirklich weiter helfen da nur Leute die Erfahrungen mit der Bienenkiste gesammelt haben.



    Da wage ich mal die provokante Frage: Ist es sinnvoll und gewünscht daß eben irgendwer sich mal irgendwie ein paar Bienen hinstellt?


    Komisch, dort wo hauptsächlich Langstroth und Dadant ohne "Imkerführerschein" verwendet werden, kommt keiner auf solche Ideen :confused:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Durch die Bienenkiste bin ich wieder auf die Imkerei aufmerksam geworden.
    Ich habe null Ahnung und beschäftige mich seit 2 Wochen intensiv mit dem Thema.
    Da ich die Imkerei nur für den Hausgebrauch betreiben möchte, habe ich dank meines gesunden Menschenverstandes und des Studiums diverser Seiten mich gedanklich für die TBH entschieden, da mir die Bienenkiste zu aufwendig und "kompliziert" erscheint.



    Interessierter

  • TBH ist das gleiche in grün, genauso überflüssig und für unsere Verhältnisse völliger Quatsch. Auf Basis von "null Ahnung" kann man nicht entscheiden und schon gar keine Bienen halten. Und nur "für den Hausgebrauch" heißt nicht, daß man da quasi eine "Imkerei light" betreiben kann und sich nicht ernsthaft mit den Bienen in Form von Fachwissen erlangen beschäftigen muß. Im TBH à la Kenyan Top Bar Hive ist bspw. eine Varroabehandlung mit den herkömmlichen AS-Verdunstern und OS-Applikatoren von oben gar nicht möglich.


    Imkerei à la TBH oder Bienenkiste ist das letzte, was wir brauchen und den Bienen tut man damit auf keinen Fall etwas Gutes.


    Gruß, Klaus

  • Ich Steig hier mal ein


    Ich muss Klaus im Grundsatz recht geben, nur die Formulierung mag ich nicht
    Imkerei nach Methode easy living und alles wird gut ist einfach nicht machbar.
    Neben Behandeln sind auch noch andere Nachteile zu erwähnen.
    Der Drohnen ausschnitt geht nicht.
    Und wer will schon zur Honigernte die Waben rausreißen und verquirrln. ??
    Das geht nicht für Einsteiger. Die haben noch einen zu großen Respekt und Angst Fehler zu machen.
    Für mich würde ich es mir jetzt zutrauen, aber eingestiegen währe ich so nicht.
    Ich halte, daß alles für Unsinn, deshalb Nocheinmahl fragt, wo alte Imker ihre Ausrüstung verschenken.
    Oder wo etwas noch vom Opa rumsteht.
    Ist immer noch besser als Geld für so etwas zu verbrennen.


    Servus der moikaner

  • Hallo zusammen,


    @ Klaus:
    Dass Du von der Bienenkiste nichts hälst ist Deine persönliche Meinung.
    Pauschal und ohne ohne Begründung (hier einem Anfänger) zu sagen, dass bekannte AS- und OS-Behandlungs-Verfahren nicht möglich sind, ist schlicht falsch.


    Recht gebe ich Dir, dass das Konzept der "Bienenkiste" nichts neues ist.


    Ich habe selbst gesehen, dass sowohl die AS-Schwammtuch-Methode als auch die OS-Träufel-Methode in Trogbeuten, wozu auch die Bienenkiste im Grunde zu zählen ist, wirkungsvoll möglich sind.


    Grundsätzlich ist das Bekanntmachen der Imkerei ein positives Anliegen und das wird zweifellos durch die diversen Vernetzungen der "Bienenkiste" erreicht.


    Wer Bienen ohne Ertrags-Maximierung einfach nur "haben" will, kann mit 5 einfachen Schritten durch das Bienenjahr kommen und mit 2 Trogbeuten und etwas Glück immer ein Bienenvolk und einen Ableger im Garten haben.


    Grüsse von


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -



  • Hallo,
    ... und warum wird dann die Trogbeute in ihrer ursprünglichen Form nicht benutzt?
    LG IMME

  • Es gibt schon noch Trogbeuten, z.B. trifft man in Norddeutschland noch die Dänische Trogbeute an, hauptsächlich eben bei älteren Imkern, die damit eben seinerzeit angefangen haben.


    Es geht eben darum, NICHT die Imkerei à la Kleinstaaterei des XVIII. Jahrhunderts fortzusetzen mit ihren zig Maßen. Das ist es ja eben auch, was Imkerei unattraktiv macht, durch die Imker-Erfinderitis werden Bienenkästen und Zubehör unnötig teuer. Serienfertigung mit hohen Stückzahlen macht das Produkt preiswert und niedrige Produktionskosten erlauben es eben auch, das Endprodukt, den Honig usw., entsprechend anzubieten. Und der Biene ist es völlig egal, nach welchen Maßen ihre Behausung konstruiert ist.


    Vor diesem Hintergrund finde ich es rücksichtslos, kurzsichtig und blind, Systeme wie die TBH oder die Bienenkiste einzuführen.


    Moikaner: Ebenso ist es nicht ohne Risiko, altes Material bspw. aus dem Nachlaß von Imkern einzusetzen. Billig gefreit ist manchmal teuer gereut wie es so schön heißt.


    Gruß, Klaus

  • Die Tradition, seine Meinung in den Reihen der Imkerschaft durch rabulisierende Methoden zu verbreiten und zu verankern, beruht auf den Bienenbaron August Freiherr von Berlepsch (1815-1877).


    Seither dürfen Imker nicht einfach nur Imker sein, sondern sind gesellschaftlich gezwungen, dem Ideal des jeweils am lautesten Schreienden folgen zu müssen.

    Die Verbreitung der Rähmchenimkerei verdanken wir diesem Bienenbaron und seinem Schreib- und Diskussionsstil.


    Diese Tradition des Unterbutterns und Rechthabens - obwohl die Faktenlage ganz anders aussieht - pflanzte sich bis heute fort, wie anhand der Diskussion hier ja auch zu sehen ist.


    Nun ja, das kommt davon, wenn nach Meinungen denn nach Fakten gefragt wird.


    Die Antworten auf die Frage nach Fakten sehen entsprechend anders aus.


    1) So sind es gerade die Großimker, welche eine hohe Anzahl von Völkern an einem Standort halten. Die Auswirkungen auf die Verbreitung von Pathogenen innerhalb dieser Völker sind in mehreren wissenschaftlichen Studien belegt. Dieser Fakt wird unterstützt von der Tatsache, daß die Massentierhaltung im Allgemeinen diese Probleme verursacht. So sind es die großen Hühnerfarmen, die großen Schweinefarmen und andere Massentierhaltungsställe, in denen regelmäßig die Seuchen ausbrechen.


    Fakt ist auch, daß mit steigender Anzahl von Bienenvölkern auch der Druck da ist, mit den Bienen bestimmte Trachten anzuwandern. Die Wanderimkerei hat ihre Wirkungen auf die Verbreitung von Pathogenen, was allein darin zu erkennen ist, welch Aufwand zur Anmeldung der Anwanderung in andere Bezirke betrieben wird. Logisch herzuleiten ist es ohne Frage.


    Ein weiterer Aspekt ist, daß die indirekte Nahrungskonkurrenz zu lokalen Bestäubungsinsekten durch zu hohe Zahl der Bienenvölker an einem Standort erhöht wird. Gerade von seiten des Naturschutzes und der damit verbundenen Biodiversität ist es äußerst fraglich, wie diese hohe Zahl von Bienenvölkern zu beurteilen ist. Auch wenn die Universität in Bonn festgestellt hat, daß geringe Völkerzahlen keinen oder nur einen unwesentlichen Einfluß auf die anderen Bestäuber haben, sieht es bei steigender Völkerzahl pro Standort schon wieder ganz anders aus.


    Es gibt noch einige weitere Aspekte, welche die Frage aufwerfen, inwiefern es nicht nachhaltiger und zukunftsorientierter ist, viele kleine Imkereien anstatt wenige aber große Imkereien zu fördern. In der Landwirtschaft ist diese Frage durch den Weltagrarbericht bereits gelöst: Hier wird eindeutig gefunden, daß viele kleine regionale Landwirtschaften die Zukunft sind.


    In ähnlicher Form sehe ich das bei den anderen Landwirten, den Imkern. Hier wäre es in vielerlei Hinsicht gesund, würden sich die Imkereien verkleinern und auf mehr Imkern verteilen.



    2) Ein weiterer Aspekt ist, daß Lebewesen sich innerhalb ihrer Umgebung an die Verhältnisse anpassen. Das ist die Grundlage auf der nicht nur Bienenrassen, sondern innerhalb der Rassen auch lokale Formen entstehen. Das bedeutet: Evolution findet nicht isoliert statt, sondern immer in Form einer Co-Evolution mit der Umgebung.


    Umgebung bedeutet im Falle der Bienen auch, daß die Bienen mit der Flora, speziell den Blütepflanzen der Region fein abgestimmt neben- und miteinander entwickelten. Der gesamte Rythmus des Jahresablaufes der Flora und der Bienen sind über Jarhmillionen entstanden.


    Nun war es gerade die "rationale" Imkerei, die sich über diese regionale Abstimmung hinweggesetzt hat und Bienen aus aller Herren Länder in unsere Regionen verpflanzt haben. Nun, eine Biene ist ein Lebewesen und als solches eingeflochten in Abhängigkeiten zu anderen Lebewesen. Wenn Du nur das Lebewesen alleine in Regionen verpflanzt, wo es völlig andere Bedingungen und vor allem Trachten vorfindet, als zuvor - wird es sehr viel Kraft aufwenden müssen, um sich hier wieder anzupassen.


    Dazu ist es aber notwendig, daß es die entsprechende Ruhe findet, alle Arten der Anpassungen, die der Art möglich ist, unter anderem Verhaltensweisen!, auszuspielen und vorzunehmen. Diese Ruhe ist den Bienen in der Rähmchenimkerei aber gar nicht möglich.


    Die Bienen in der rationalen Imkerei überleben doch nur in unserer Region, weil sie mit Zuckerfutter versorgt werden. Ich bin mir sicher, daß ohne Zuckerfütterung jedes hierher verpflanzte Volk fürchterlich hungern und zugrunde gehen muß - weil die feine Abstimmung zu dem hier vorzufindenen Pflanzenbestand völlig fehlt.


    Gerade in diesem Punkt ist der moderne Handel mit Bienenvölkern über alle Regionen der Welt hinweg den Bienen auf der ganzen Welt gefährlich, da die Evolution der Bienen völlig von den Blütepflanzen entkoppelt wird.


    Aus diesem Grund wäre es denjenigen, die mit Kunstschwärmen handeln, etwas Zurückhaltung angeraten, auf die kleinen Imker zu schlagen.



    3) Auch wirklich jedem, der sich mit Bienenbiologie auch nur näher beschäftigt, wird ins Auge fallen, daß das Wabenwerk der Bienen viel mehr ist als eine Wachsplatte, auf dem die Bienen sitzen. Das hat nicht nur Professor Tautz in seinem Buch "Phänomen Honigbiene" schön dargelegt, sondern ist durchweg in der Imkerliteratur zu finden.


    Noch mehr dazu findet sich in der wissenschaftlichen Literatur der neueren Zeit. So beeinflussen die Zellgrößen die Morphologie und Körperform der Bienen - und damit ihr auch ihr Verhalten. Die Dicke der Wände der Zellen bestimmen die Fähigkeit einen Bereich auf der Wabe zu wärmen - kleinste Abweichungen von der optimalen Wärme jedoch verursachen schon zum Beispiel Verkürzungen der Flügel. Oder beeinflussen das Sammelverhalten.


    Des Weiteren sind die Waben physikalische (Schwingungen) und chemische (Hormone, Geruchsstoffe) Kommunikationsmittel. Die Waben sind aber auch die Gärgefäß für die Fermentation von Nektar und Pollen, die zu Honig und Bienenbrot fermentiert werden.


    Wachs hat die Fähigkeit, bestimmte vor allem fettlösliche Dinge zu speichern.


    Das wiederum wird bei der Verwendung von Mittelwänden zu einem Nachteil, denn laut vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen, ist es geradezu schwierig, käuflich zu erwerbende Mittelwände in die Hände zu bekommen, die nicht mit Akariziden und anderen chemischen Stoffen verunreinigt und damit belastet sind. Diese Anreicherung von Fremdstoffen, die nicht in einen Bienenstock gehören, findet natürlich auch bei der Eigenproduktion von Mittelwänden statt - denn auch die Umweltschadstoffe, die von außen eingetragen werden, werden im Wachs abgelagert.


    Die Abkehr von der Verwendung von Mittelwänden ist daher ein notwendiger Schritt und viele Imker berücksichtigen das, indem sie vermehrt Naturbau in ihr System integrieren.


    Bei der Verwendung von Rähmchen werden die Bienen dazu gewzungen, die Waben an den Seitenteilen des Rähmchens anzubauen. Wer die Bienen in einer Rähmchenkiste zwei-drei Jahre alleine läßt, ohne eine Wabe zu ziehen, wird feststellen, daß die Schlitze zwischen Rähmchenseitenteil und Beutenwand mit Wachs und Propolis zugekleistert sind. Diese Rähmchen sind nicht mehr zu ziehen.


    Wenn dem so ist, dann stellt sich natürlich die Frage, warum die Bienen so erpicht darauf sind, diese Lücken zu schließen? Sie lassen zwar kleine Durchlaufwege, aber größtenteils werden diese Ritzen geschlossen, wenn Du den Bienen freien Lauf läßt.


    Die Funktionen hinter dieser Schließung der Seiten ist noch nicht wissenschaftlich aufgeschlüsselt, daher bleiben nur Vermutungen übrig. Zum Beispiel, daß diese Ritzen, wie andere Ritzen auch, für die Pathogene der Bienen einen Zufluchtsort oder Brutstätte bilden. Seien es Wachsmotten oder aber schädliche Mikroben. Vielleicht hat es auch damit zu tun, daß das Beutenklima dadurch beeinflußt wird. Zukünftige Forschung wird dies hervorbringen. Fakt ist jedoch, daß die Schließung dieser Zwischenräume ein Trieb der Honigbienen ist.


    Laut der EU-Verordnung für Bio-Landwirtschaft, sollen von Menschen gehaltene Tiere ihre Triebe voll ausleben dürfen. Auch wenn solche Verordnungen und Regelungen nur Orientierungswert besitzen, wäre es zumindest ein weiterer Hinweis, ob auch wirkliche alle Triebe der Honigbienen berücksichtigt werden, wenn Rähmchen und Mittelwände in der Imkerei zum Einsatz kommen.


    Daher ist die Verwendung von Stabilbau für die naturnahe Imkerei, die den Namen verdient, eine gute Erwägung.


    Es gibt aber weitere Aspekte, welche die Verwendung von Stabilbau begründen. Es sind biologische Gründe. Mit der Verwendung von Mittelwänden und Rähmchen wird der Wachsbau der Bienen vereinheitlicht. Die Vereinheitlichung von Zellenformen jedoch hat zur Folge, daß die Bienen selbst morphologisch immer einheitlicher werden.


    Das führt weiter dazu, daß auch die Bienen selbst sich immer einheitlicher verhalten, denn Verhalten ist zum Teil auch an den Körper gebunden. Auch die vielen anderen Funktionen des Wabenbaus, die ja noch nicht mal in Gänze überblickt sind, können nur einheitlicher ausgeführt werden.


    Das hat sehr viele Folgen, wobei die schwerwiegenste Folge die herabgesetzte Immunität gegenüber Pathogenen ist. Ein Pathogen wird erst wirksam, wenn er den richtigen Schlüssel zum Wirtsorganismus besitzt. Wenn alle Völker das gleiche Schloß besitzen, hat es der Einbrecher, der einen Schlüssel für viele Haustüren besitzt, sehr viel einfacher.


    Vielfalt des Wabenbaus und damit des Verhaltens ist damit der einzige Garant für die Erledigung von vielfältigen Aufgaben und vor allem den vielfältigen Möglichkeiten der Immunabwehr von Pathogenen.


    Nun sind es gerade die großen Imkereibetriebe, die eine Vereinheitlichung ihrer Völker anstreben. Dies wird durch unterschiedlichste Methoden erreicht.


    Kleinere Imkereien jedoch unterliegen nicht den wirtschaftlichen Zwängen eines Erwerbbetriebes und haben dadurch die Möglichkeit, solche biologischen Notwendigkeiten zu berücksichtigen.


    Bitte nicht falsch verstehen: Das macht die kleineren Imkereien nicht besser und die größeren Imkereien nicht schlechter. Nur sollte anerkannt werden, daß sie die Möglichkeiten haben und dadurch ein Rückgrat ausbilden können, welche die Folgen der intensiven Großimkerei abmildern können.


    Dasselbe gilt für die Imkerei in Stabilbaubeuten. Diese Art der Imkerei nimmt Rücksicht auf die biologischen Bedürfnisse und Triebe der Bienen, indem sie ihnen größtmögliche Freiheit, insbesondere bezüglich ihres wichtigen Organs - dem Wabenbau, gibt.


    Das sollte gewürdigt und anerkannt sein und bleiben.


    Die hier in dieser Diskussion stattfindende Vermengung von Anfängerfehlern, Vorurteilen und dem Stabilbau, hier in der Bienenkiste, ist weder gerechtfertigt noch wirklich zielführend.


    Wenn der Anfänger sich bildet, seine eigenen Fehler beobachtet und daraus lernt, wenn er die helfende Hand eines Paten annimmt - dann ist auch die Bienenkiste eine Möglichkeit der Imkerei.


    Wir können über Vor- und Nachteile diskutieren, unabhängig von Anfängerfehlern. Wir können über Praxiserfahrungen mit Stabilbau diskutieren und über Beobachtungen dazu.


    Die hier stattfindende Klatsche ist unter jedem anspruchsvollen Niveau.


    Ich bitte daher die Teilnehmer sich zu besinnen und die Diskussion neu zu beginnen. Dann beteilige ich mich gern weiter - und andere ebenso, die mehr Erfahrung als Vorurteile mitbringen.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Ich sehe in dem Text von Bernhard nur aneinandergereihte Behauptungen und herbeifabulierte, nahezu schon ideologisch angehauchte Verdrehungen von Fakten und Wünschen.


    Da mache ich mir jetzt mal eine Tasse Tee, bin betroffen und zünde eine Lichterkette an.


    Gruß, Klaus