Ab wann kann ich Honig als Sortenhonig deklarieren

  • Hallöchen
    mal eine Frage die ich an Euch weitergeben möchte.
    Ich wurde von einem Kunden gefragt ,wieviel % anteil der angegebenen Honigsorte vorhanden ist.
    Man spricht ja von Honigsorten ,wenn sie diese als Haupttracht eingetragen haben
    100% gibt es ja nicht da nicht alle Bienen den Nektar der Haupttracht anfliegen.Also sind ja auch andere Trachtquellen bzw Pollen in Raps,Akazie oder Lindenhonig zu finden
    Danke für Eure Antworten
    mfg Stephan

  • Lt. Honigverordnung müssen es mindestens 60% sein.
    Ich zitiere mal:
    "Im aktuellen Kommentar zur Honigverordnung wird überwiegend wieder – wie vor November 2005 – als mindestens 60 % Trachtanteil der angegebenen Sorte interpretiert (von 2005 bis 2009 wurde überwiegend mit > 50 % interpretiert). Außerdem muss ein Sortenhonig nach der HonigV [§3 (3)1] in seinen organoleptischen, chemisch-physikalischen und mikroskopischen Merkmalen der angegebenen Herkunft entsprechen."

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallöchen
    Ich danke Dir für diese Auskunft,Also könnte ich annehmen das die Haupttrachtquelle welche zur verfügung steht,vorrausgesetzt sie Honigt zu mindestens 90% aus dieser Tracht stammt??
    mfg Stephan

  • Wenn Du Sortenhonig verkaufen willst, brauchst Du einen Laborbefund für Deinen Honig. Erst dann darfst Du ihn auch als solchen verkaufen.

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

  • Entweder, Du lässt eine Pollenanalyse machen, oder Du hast Glück mit Deiner Angabe.
    Meine Empfehlung: Lass die "Sortenangabe" sein. Ich finde es unverschämt, was die Imker mitunter ihren Kunden ungestraft für einen Bären aufbinden!


    rst

  • Hallo !


    Hallöchen
    Ich danke Dir für diese Auskunft,Also könnte ich annehmen das die Haupttrachtquelle welche zur verfügung steht,vorrausgesetzt sie Honigt zu mindestens 90% aus dieser Tracht stammt??
    mfg Stephan


    Habt Ihr schonmal eine entsprechende Analyse gesehen ?
    Ich konnte noch keine mit einer 90%igen Sortentracht in Händen halten, eigentlich wird in unserer Region die 70% Marke nicht geknackt. Insbesondere die organoleptischen Parameter die ein Imker wahrnimmt, stimmen oft nicht mit der Analyse überein.


    Etwas past immer nicht !


    Ich zitiere mal aus dem "Steckbrief: Sortenhonig" des LAVES:


    "Die wichtigsten Parameter für die Bestimmung der Sortenreinheit sind Pollenspektrum, elektrische Leitfähigkeit, Zuckerspektrum, Konsistenz (abhängig vom Fructose/Glucose-Verhältnis), Farbe sowie Geruch und Geschmack. Nur wenn alle Parameter übereinstimmen ist die entsprechende Sortenbezeichnung gerechtfertigt." Zitat Ende


    Fakt:
    Ohne Analyse ist alles nur Mutmassung !


    Viellecht macht Ihr einfach mal einen guten "Honigkurs" da bekommt man das beigebracht.


    Gruß
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Miteinander,
    mit den Bezeichnungen "Frühtracht", "Sommertracht" und "Spättracht" ist man auf der sicheren Seite,
    natürlich nur, wenn man typische Trachtpflanzen dafür hat.
    So ähnlich hat man mir das mal in Celle erklärt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • @ Bienenknecht
    90% war etwas hoch gegriffen ,aber wenn ich in 120 ha Raps stehe dann sollte auch Rapshonig rauskommen
    Analyse ok.Da könnte man ja mal Fördermittel bereitstellen aber diese versumpfen ja schon in höheren ebenen.
    zu deinem Honigkurs....den hatten wir nach der wende mal vom Verein mal mitgemacht vom DIB da kam nur sch... bei raus..
    mfg stephan

  • Der Kurs hängt immer von dem ab, der ihn hält. Nicht alle Honigkurse des DIB sind sch... . Die Infos sollten eigentlich überall gleich sein, da am Ende ja so etwas wie ein "Test" geschrieben wird. Zumindest die Parameter sollte man als Imker schon drauf haben. Also Wassergehalt, Behandlung von Honig (nämlich keine :), Etikettierung mit Sortenhonigen, Lebensmittelkunde usw.


    Da Honig ein Lebensmittel ist und dazu ein absolut hochwertiges, muss man wissen wie man damit umgeht, damit er hochwertig bleibt. Fortbildungen sind für mich in dieser Hinsicht Pflicht für jeden Imker, denn mit Lebensmitteln pantscht man nicht herum. Aber das ist jetzt nur am Rande. Die eigentliche Frage wurde ja schon beantwortet.


    LG


    Der Bien


    PS: Warum die Info: "nach der Wende"?? Soll das versteckte Kritik daran sein?

  • So einfach ist das nicht, denn habe ich ich einen dunkelbraunen Honig mit leichtem Grünstich, würzig, leicht malzig im Geschmack, kann ich ihn nicht als Blütenhonig verkaufen. Andererseits ist die Pollenanalyse mit einiger Übung auch von Laien zu erlernen, doch die Bewertung des Anteiles der gefunden Pollen ist nirgends verzeichnet. 60% sind halt nicht immer 60 %, weil bestimmte Pollengruppen im Honigmagen aussortiert werden. Man kann in Massen Vergißmeinichtpollen im Honig finden, ohne dass mir je diese Sorte begegnet ist.
    Es ist doch teilweise eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, ähnlich der Honigkranzuntersuchungen in manchen Ländern.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Also mein Tipp (der übrigens auch Analyse und Prüfung des Landesbieneninstitutes stand hielt): Schreibt drauf "Sommertracht mit Linde" wenn es eben die letzten Sommerschleuderung ist und die ganzen imkermäßig erfassbaren Parameter (Geruch, Geschmack, Farbe, Schleuderzeitpunkt usw.) zur Linde passen.
    Aber Sorten kommen mir nicht mehr ins Glas seit mein "100% sicherer Robinienhonig" lt. Analyse Hundszunge als Leitpollen hatte!


    Melanie

  • ...doch die Bewertung des Anteiles der gefunden Pollen ist nirgends verzeichnet. 60% sind halt nicht immer 60 %, weil bestimmte Pollengruppen im Honigmagen aussortiert werden. Man kann in Massen Vergißmeinichtpollen im Honig finden, ohne dass mir je diese Sorte begegnet ist.
    Es ist doch teilweise eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, ähnlich der Honigkranzuntersuchungen in manchen Ländern.


    Remstalimker


    ok. Danke Remsi, das ist eine Argumentation, die ich noch nicht kannte! Das bedeutet aber, dass jede Sortenbezeichnung, außer die Allgemeinbezeichnung, nur Mutmaßungen sind?


    Gruß Ralph
    der bei S21-Berichterstattung immer an Dich und Deine Gute denken musste.

  • Hallo zusammen
    Mich verwundert nur eins: In keinem Befund ist eine Prozentangabe angegeben, lediglich eine Empfehlung wie etwa "Wie empfehlen die Bezeichnung Kastanienhonig":oops:


    Die Labore können keine genaue Angabe über die % machen.
    Stimmen die verschiedenen Parameter, und die Farbe kommt auch hin, entscheidet der Geschmack über die Sortenangabe. Wenn auch Vergißmeinnicht der Leitpollen ist, ist es kein Vergißmeinnichthonig :-(. Also über das Pollenspektrum geht es auch nicht.
    Also, warum werfen wir mit %-Angaben um uns.
    Der Kunde wird vergleichen. Wie bei mir auf dem Markt, wer Kastanien oder Fichte/Tanne will, kommt zurück zu mir! Es ist ein Unterschied, ob ich Kastanien oder Blüte mit Kastanien verkaufe (kann/will). Des anderen Unvermögens ist mein Gewinn!


    Übrigens Sommerblütenhonig: Es sollten meiner Meinung nach mindestens mehrere Sorten enthalten und geschmacklich feststellbar sein wie z.B. Blüte, Kastanie und Linde.Ansonsten ist es ein Blütenhonig.


    Also lassen wir die Kundschaft entscheiden, wo es den besten Honig gibt.:daumen:

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....