Faire Milch in NRW


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    ... ich zitiere aus dem Link" Die faire Milch zeige außerdem, dass es möglich sei, einen Milchpreis an die Erzeuger auszuzahlen, der die Vollkosten deckt. Momentan wird die Milch zu einem Ladenpreis von 89 bzw. 99 Cent pro Liter angeboten"


    ... das sollte man aber mal kräftig hinterfragen. Bei einem Verkaufspreis von 89-99 Cent wird der Erzeuger wohl nicht seine Vollkosten decken können. Ein schönes Märchen. Es wird bewußt nicht angegeben, was der Erzeuger für seine Milch/Liter erhält. Ein fairer Milchpreis wäre ab 40-45 Cent/Liter. Das werden die Landwirte in NRW nicht bekommen. Nicht mal die Bio-Milchbauern bekommen das hier.


    Klaus, erkläre mir doch bitte mal, wo bei diesem Konzept das Positive für den Imker steckt. Außer, dass in der Bibel steht, dass Milch und Honig irgendwie zusammengehören. Hier im Unterallgäu (!), wird mehr und mehr Mais für die Vergärung angebaut - obwohl das Allgäu doch überwiegend für Milch und Käse steht.
    Die Kraft-Futterzusatzstoffe (z.B. Gen-Soja) kommen aus dem Ausland. Geschütz vor dem 'optimierten' Genmais, wird deshalb hier nichts.


    Grundsätzlich ist Die Faire Milch aber ein sinnvolles und unterstützenwertes Projekt. Der VK im Handel für Milch sollte bei 1.50-1.80 Euro liegen. Das wäre angemessen. Komme mir jetzt keiner, dass Milch ein Grundnahrungsmittel sei. Es ist kein Grundnahrungsmittel - es wurde künstlich dazu gemacht. Ich bin schlicht dagegen, das Milch wie Wasser verkonsumiert wird.


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    Haben Deine Bienen schon die Verpflichtung unterschrieben, keine Genpflanzen anzufliegen?
     
    Damit keine Missverständnisse aufkommen:
    ich bin durchaus ein Befürworter solcher Projekte und gebe ebenfalls seit einiger Zeit etwas mehr Geld aus und habe dafür wenigstens die Zusicherung des Molkereibetriebs, dass die Bauern einen Angemessenen Preis für ihre Milch erhalten und bei der Fütterung auf Genpflanzen verzichten.
     
    Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass es nicht berechtigt ist, von Genmilch zu schreiben, nur weil eine Molkerei eine solche Verpflichtung der Bauern ablehnt.
    Das bedeutet noch lange nicht, dass die Kühe mit GVO gefüttert werden. Durch die bezeichnung Genmilch entsteht bei vielen Verbrauchern aber sofort der Eindruck, bei der Milch selbst handle es sich um ein Produkt, das genveränderte Zutaten enthält.
     
    Nicht nur Babkok hat GenHonig, er ist nur der erste, der daraus Konsequenzen gezogen hat.

  • Ein fairer Milchpreis wäre ab 40-45 Cent/Liter. Das werden die Landwirte in NRW nicht bekommen. Nicht mal die Bio-Milchbauern bekommen das hier.


    Bin grad in Hessen unterwegs - da sind auf der "Faire Milch"-Packung 40 Cent für den Landwirt ausgewiesen. Das ist sicher noch nicht perfekt, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Und auch für uns positiv zu sehen, wenn man annimmt, dass ein Landwirt, der nicht täglich um´s Überleben kämpfen muss, weil er von Konzernen abgezockt wird, vielleicht aufgeschlossener und flexibler bei seiner Betriebsweise sein könnte.


    Du fragst nach dem Positiven für Imker. Der DBIB fasst das in seiner Pressemitteilung auf seiner Homepage ganz gut zusammen:


    Als Imker können wir nicht gleichgültig mitansehen, was in der Milchwirtschaft passiert. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund zusammen mit der Fachberatung für Imkerei
    des Bezirks Oberbayern ist deshalb mit dem Vorschlag auf die Milchbauern zugegangen, die Menge durch „Abrüstung“ in der Betriebsweise der Nachfrage anzupassen und
    gleichzeitig die primären und sekundären Qualitätsmerkmale zu fördern. Dahinter steht der freiwillige Verzicht auf intensive Produktionsmethoden. (...)
    „Gerade der Verzicht auf hohe Kraftfutteranteile aus Soja- und Maisanbau, die Verlängerung der Blühzeiten bei Wiesen und Weiden, die besondere Fütterung mit Heu, Gräsern und Kräutern und zuletzt die Verpflichtung der Landwirte für eine gentechnikfreie Fütterung, kommt den Interessen der Imker und ihren Bienen besonders entgegen“, erklärt der Fachberater für Imkerei des Bezirks Oberbayern, Arno Bruder.
    Da viele der beschriebenen Probleme für die Imker durch eine extensive Betriebsweise vermeidbar sind, unterstützen der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und die
    Imkereifachberatung des Bezirks Oberbayern die Initiative des MVS und des BDM für eine „faire Milch“. Der Präsident des Präsident des DBIB, Manfred Hederer, sagte dazu,
    „Dieses Projekt hat Modellcharakter für eine andere Prioritätensetzung in der Landwirtschaft. Wir werden mit unseren Mitgliedern aktiv für diese bienenfreundliche Milch
    werben.“ Der DBIB ruft die mehr als 80,000 deutschen Imkerfamilien und die vielen Honigkunden dazu auf, die „Faire Milch“ nachzufragen, damit auch künftig die Existenz
    der Bienen und damit ein Land, wo Milch und Honig fließen, gesichert ist.


    Das deckt sich doch ziemlich genau mit den Dingen, die sonst in unseren Diskussionen regelmäßig auftauchen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo !


    Bei uns in Hessen gibt es die Fair Milch etwa seit Herbst 2009. Die für viele bio/hochpreisigen Lebensmittel bekannte tegut Gruppe war der erste Anbieter, kurze Zeit später folgte ReWe. Die Bestände scheinen gut abverkauft zu werden, man bedauert allgemein die schlechte Verfügbarkeit aufgrund der geringen Lieferverfügbarkeit. Deshalb können auch kaum weitere Landwirt dabei mitmachen und keine weiteren Produkte wie z.B. Jogurt unter dem Label angeboten werden.


    Bei einem Landjugendstammtisch im Frühjahr erläuterte ein Bekannter von mir (Ortslandwirt im Nachbarort) das der Flaschenhals in der Lieferkette von "faire Milch" einfach die Molkereien sind. Nur eine Molkerei im Schlüchtern (dort sind auch die "Bergwinkel Beutenbauer daheim) verarbeitet die faire Milch, alle anderen haben wohl Angst vor der "konventionellen Milchwirtschaft". Wobei eine Molkerei für ganz Deutschland dann das "System" der Regionalität natürlich konterkariert, aber ein "Anfang ist es allemal".


    Gruß
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.