Geruchsorientiert?

  • Moin Imkers,
     
    Auf unserer letzten Versammlung erzählten ein paar ältere Imker, wie sie zu DDR-Zeiten
    ihre Erträge erhöht bzw. erst ermöglicht haben.
    So haben sie um die Bienen in den Rotklee zu locken, Rotklee geerntet, einen "Tee" daraus gekocht.
    Dieser wurde den Bienen verabreicht, dann wurde ebensolcher "Tee" ins Kleefeld gebracht.
    Dadurch sollten die Bienen schneller ins Feld gelockt werden.
     
    Meine Frage: "Wird so etwas heute noch gemacht, wurde es früher überall so gemacht?"
     
    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo Beetle ,


    ich vermute nur die älteren Imker haben k e i n e n Rotkleetee gekocht sondern einen extra strammen Grog . Als die Birne dann richtig voll war haben sie die Idee mit der " Geruchsortentierung " ausgebrütet und sich halb tot gelacht wenn ihnen jemand den Blödsinn abgekauft hat .


    Gruß hannes

  • Eher schon vorher...
    Die Sache funktioniert (auf dem Papier) auch sehr gut, draußen (in der Realität) allerdings nur bis zum nächsten Regen, oder bis die Bienen eine einträglichere Tracht gefunden haben.
    Alles in allem hat sich die Methode nicht bewährt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hier Wie wald&wiese schon schrieb, das ist schon ziemlich alt, nur nicht sehr verbreitet, weil aufwendig.


    Michael : man kann es aber in der Bestäubung nutzen, um die Bienen von anderen Dingen abzuhalten, dann muß man halt jeden Abend *lenken*.
    Funzen tut das jedenfalls definitiv.
    Nur ist Rotklee ein schlechtes Beispiel, weil da oft der Rüssel der Bienen nicht lang genug ist, um bis an den Nektar zu kommen.
    Auf Apfelblüten prägen geht einfacher.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Was Recht ist muß Recht bleiben :
    Nach Recherche zu von Frisch wäre die Sache mit der " Geruchsorientierung " doch noch mal zu beleuchten .
    Man kommt eben bei den Bienen aus dem Staunen nicht raus .
    Ob es nun aber bezüglich Rotkleetee und steifer Grog irgendwelche Zusammenhänge bei dieser Problematik gibt , wäre allerdings immer noch zu prüfen.


    Gruß hannes

  • Moin Imkers,


    Sabiene, die älteren Herrschaften sprachen alle vom Rotklee.


    Die Sache mit dem Rotklee und zu kurzen Rüsseln
    wurde hier aber schon mehrmals diskutiert,
    ich glaube ohne Ergebnis, wie so oft.:wink:


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Es gibt Imker die dies praktizieren um besseren Sortenhonig ernten zu können.
    Dazu werden die Blüten meines wissens aber in einer Zuckerlösung (gekocht?) aufbereitet und dann den Bienen vor das Flugloch gelegt.
    Ramunas arbeitet glaub ich nach dieser Methode, vielleicht kann er mehr darüber berichten, so es denn nicht zu seinen Btriebsgeheimnissen gehört:wink:


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Sabiene, die älteren Herrschaften sprachen alle vom Rotklee.


     
    Ja, weil der Rotklee - aufgrund des zu kurzens Bienenrüssels - für die Bienen keine nennenswerte Tracht abgibt, hat man die Duftlenkung mittels "Rotklee-Tee" gemacht. Denn der Rotklee mußte zur Saatgutgewinnung bestäubt werden. Und Wildinsekten waren aufgrund ihrer geringen Populationsdichte nicht in der Lage die großen Felder Rotklee in ausreichender Menge zu bestäuben.
     
    Wenn Rotklee für die Honigbiene gut honigt, brauchts keine Duftlenkung. Das passiert in trockenen Jahren, wenn die Kronblattröhre kürzer ausfällt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Um die Bienen in den Raps zu locken, so ist es heute noch in unserer Gegend durchaus üblich, den eigenen Rapshonig aus dem Vorjahr als Lockfutter zu verabreichen.


    Ist zwar kein Tee, aber das gleiche Prinzip der "Duftlenkung".


    Viele Grüße
    Bernhard

  • "Duftgelenkte Bienen im Dienste der Landwirtschaft und Imkerei" (1947) von K.v.Frisch. In Kriegszeiten ging es dabei in erster Linie um die Steigerung des Samenansatzes. Die Sinnhaftigkeit für die Tracht zieht er dabei in Frage.
    Bezüglich Rotklee;
    Dr.A.Fossel schreibt das auf Bergwiesen bei Wildformen mit kürzeren Kronröhren sogar gelegentlich ein Sortenhonig zu ernten ist.
    Es soll ja auch schon Züchtungversuche in Richtung längerer Rüssel gegeben haben.

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Hallo Bernhard ,


    bei uns muß ich die Bienen nicht mit Rapshonig vom Vorjahr in den Raps locken .( Dieser Honig ist auch Ende Juli spätestens verkauft .)
    Deshalb haben die Mecklenburger Bienen eine andere Strategie entwickelt - ohne mein zutun .
    Sie schicken Kundschafter in die Botanik die genaue Flugpläne erarbeiten . Sobald es sich dann lohnt die Rapsschläge anzufliegen brettert die gesamte Belegschaft der Flugbienen , die gerade Flugdienst hat , zu diesem Schlag,
    und schleppt und schleppt ... .
    Ich muß dann nur noch gute Landemöglichkeiten vor dem Flugloch schaffen damit sie , da in der Regel mordsmäßig schwer beladen , wieder gut in den Stock kommen .
    Da kann man mal wieder sehen wie unsere Bienen in den verschiedenen deutschen Regionen das Problem der Trachtsuche - und der Einbringung der Tracht zur allgemeinen Zufriedenheit des Imkers lösen .
    Ist doch intersssant !


    Gruß hannes