Senf vs. Phacelia

  • Hallo zusammen,
     
    im Umkreis von ca. 500m um meinen Bienenstand stehen derzeit 3 Senffelder in Vollblüte. Es sind zwar Bienen dort, aber eher wenige. Ca. 2km entfernt blühen 2 Phaceliafelder, da ist der Teufel los.
     
    Natürlich weiß ich nicht, ob da nur meine Bienen unterwegs sind, aber der Flugverkehr war hier in den letzten Tagen recht "lebhaft".
     
    Fliegen die Bienen tatsächlich an den nahe gelegenen Senffeldern vorbei bis zur Phacelie?
     
    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo,


    klar fliegen die dran vorbei, wenn Phacelia leckerer/ertragreicher/wirtschaftlicher/pollenreicher oder was auch immer ist.


    Was kommt denn für Pollen rein, könntest Du doch schnell rausfinden, oder? Blau oder gelb - was siehst Du mehr?


    Senf: http://www.die-honigmacher.de/…e40ae15c7e5729e9c2414b42a


    Phacelia: http://www.die-honigmacher.de/…e40ae15c7e5729e9c2414b42a



    Man wundert sich doch oft, warum so ergiebig erscheinende Angebote in der Nähe links liegen gelassen werden, weil irgendwo was besseres steht.



    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    hier eine Antwort aus Pritsch, Günter: Bienenweide, S.132/133.
    Ackersenf, Zuckergehalt von 17-73%, Honig kg/ha: 17 - 38
    Weißer Senf, Zuckergehalt von 19 - 68%, Honig Kg/ha: 22 - 90
    Phacelia, Zuckergehalt von 22 - 43%, Honig kg/ha: 214 - 496
    Zumindest die Nektarmenge ist bei Phacelia über 10 mal höher als bei Senf.
    Viele Grüße
    winolf

  • Hallo,


    Marion, Pollen sehe ich (je nach Arbeitszeit) eher vormittags. Nachmittags sehe ich in den letzten Tagen scheinbar schwer beladene Bienen auf´s Flugbrett plumpsen. Und irgendwie habe ich ein Problem damit, dunkelblauen Pollen zu erkennen, selbst mitten im Phaceliafeld.


    Winolf, ja, daß die Nektarmenge 10 mal höher ist, hatte ich bei Pritsch auch nachgelesen, aber dafür ist ja auch der Weg 10 mal weiter. Muß sich wohl trotzdem lohnen...


    Gruß, Heike

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    (Ambrose Redmoon)

  • Jetzt müßte man mal den Spritverbrauch gegenrechnen :wink:


    dürfte sich aber eigentlich erübrigen, denn ich glaub nicht, dass die rote Zahlen schreiben beim Sammeln.:daumen:

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    Hans Kasper

  • Wie ich sehe hast du auch das hilfreiche Buch. Ich komme bloß nicht klar mit dem Angaben Honigausbeute pro Hektar beim Geholz (also bei Bäumen). Bei Kräutern ist es ja klar einfach die Fläche auf dem Feld..... aber wie soll man es bei den Bäumen verstehen? Ist es die Menge an Bäumen die auf einem Hektar stehen also bei Kirsche beispielsweise ca. 70 Bäume oder ist es die fläche die ein oder mehrere Bäume bedecken würden wenn man die "fällt" und die Blüten ausbreiten würde??
    Kann mich da einer aufklären??

  • Hallo Mellitus,


    ich gehe einfach mal davon aus, daß die Menge an Bäumen pro ha gemeint ist, wobei die ja noch sehr variieren kann. Je nachdem ob Hochstämme, Halbstämme oder Plantagenbäume.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Mellitus,


    ich gehe einfach mal davon aus, daß die Menge an Bäumen pro ha gemeint ist, wobei die ja noch sehr variieren kann. Je nachdem ob Hochstämme, Halbstämme oder Plantagenbäume.


    Gruß, Heike


     
    Dann würde es ja bedeuten das Raps mit seinen 230 kg/ha ergibiger ist als Linde mit 600 kg/ha.... Wo findet man schon einen ein Feld mit 1 Hektar Linde?? Obwohl man ja sagt Linde soll ja sooo voll mit Nektar sein. Oder verstehe ich grad was falsch??

  • Hallo Mellitus,


    ich glaube, wir reden (schreiben) gerade völlig aneinander vorbei :wink:


    Was ich meinte: ein Hektar Land, wo entweder soviel Raps draufsteht, wie auf einen Hektar eben draufpaßt; oder wo soviel Bäume draufstehen, wie auf einen Hektar Bäume draufpassen.


    Die unterschiedliche Anzahl bei Bäumen pro Hektar ergibt sich einfach aus der Größe der jeweiligen Bäume.


    Ich habe zwar auch noch keinen Hektar Linden gesehen, was aber nicht heißt, daß es das nicht gibt. Zumindest von Robinienwäldern hat man mir kürzlich erzählt, und so ein ganzer Wald hat schon mal schnell ein paar Hektar.


    Habe ich jetzt verständlicher ausgedrückt, was ich meinte?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo,


    Dann würde es ja bedeuten das Raps mit seinen 230 kg/ha ergibiger ist als Linde mit 600 kg/ha....


    Nein, wieso? 600 kg/ha ist doch deutlich höher als 230 kg/ha.


    Zitat

    Wo findet man schon einen ein Feld mit 1 Hektar Linde?? Obwohl man ja sagt Linde soll ja sooo voll mit Nektar sein. Oder verstehe ich grad was falsch??


     
    Für die Frage der Ergiebigkeit spielt es doch keine Rolle, ob du einen Hektar beieinander hast. Beispiel: eine Straße beidseitig von Linden gesäumt, rechnen wir mit 10 m Breite der Bepflanzung insgesamt, dann würden 1000 m Straße ein Hektar Lindenbäume bieten. Nehmen wir an, ein Bienenvolk sammelt 30 kg Honig, wenn die Zahl von 600 kg/Hektar stimmt wären das 50 m dieser Straße. Das einzelne Bienenvolk könnte seine 30 kg Honig also in einem 10 m * 50 m großen Streifen sammeln. Beim Raps müssten sie einen 10 m * 130 m großen Streifen bearbeiten. Das scheint mir schon eine Menge mehr Flugleistung zu erfordern.


    Geben Eure Bücher auch nähere Informationen darüber, welche Umweltbedingungen einen wie großen Einfluss auf die Nektarproduktion haben? Mir hat mal ein alter Imker erzählt, dass die Linden in seinem Dorf in einem Jahr zwar üppig blühten, aber praktisch keinen Nektar gebracht hätten. Ganz grob ist wohl feucht und warm gleichzeitig eine gute Voraussetzung für viel Nektar, aber vielleicht ist das in dem Buch ja noch genauer beschrieben und quantifiziert? Auch im Hinblick auf Boden, Nährstoffversorgung, eventueller Einfluss des Wetters der Vormonate etc.?
    Ich weiß nämlich noch nicht, welche Imkerei-Bücher ich mir demnächst anschaffen sollte. Eines mit tiefergehenden Informationen über Trachten wäre gut.


    Grüße,
    Robert


  • Geben Eure Bücher auch nähere Informationen darüber, welche Umweltbedingungen einen wie großen Einfluss auf die Nektarproduktion haben?
    Auch im Hinblick auf Boden, Nährstoffversorgung, eventueller Einfluss des Wetters der Vormonate etc.?
    Ich weiß nämlich noch nicht, welche Imkerei-Bücher ich mir demnächst anschaffen sollte. Eines mit tiefergehenden Informationen über Trachten wäre gut.


    Grüße,
    Robert


     
    Hallo Robert,


    So detailliert ist das in "Bienenweide" von Pritsch nicht beschrieben, eher kurz angerissen. Frag mal bei Helmut "Isselbiene" nach, er hat ein Bienenweidebuch von Maurizio und ? , vielleicht steht da mehr drin.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sonnenblume44 () aus folgendem Grund: RS

  • Hallo Heike,
    hallo Robert,
    ganz so einfach ist das Spielchen nicht.
    Die Gesamtzuckerabsonderung wird in Mittel per Linde mit 700 bis 1000 gr angegeben.
    Aber große Unterschiede von Jahr zu Jahr und den verschiedenen Lindenarten.
    Temperatur und Feuchtigkeit spielen eine große Rolle.
    In den letzten 10 Jahren habe ich nur einmal Sommerblüte/Lindenhonig und einmal Sommerblüte mit ganz leichtem Lindenblütengeschmack gehabt.
    Obwohl im Einzugsbereich eine 5 km lange Lindenallee ist.
    Raps als Pflanze hat höchstes Pollen und Nektarangebot, aber :
    Beim Raps kommt es auf die Sorte und die Düngung des Bodens an.
    Seitdem kein Schwefel mehr vom Himmel fällt gehen die Ernten zurück.
    Ich habe hier , auch direkt am Rapsfeld ,noch nie Rapshonig geerntet.
    Aber jede Menge Schwärme, weil die Rapssorte jede Menge Pollen brachte, aber keinen Nektar.
    Eine andere Sorte macht die Honigkiste voll, aber die Bienen sind weg, weils keine Pollen brachte.
    Aber man kann insgesamt sagen: Raps und Linde in der Nähe ist gut.
    Ich weiß, das ich euch nicht weitergeholfen habe,
    Gruß
    Helmut

  • Hallo Helmut,


    was für ein Buch meinte Heike denn nun?


    Hallo Heike,
    hallo Robert,
    ganz so einfach ist das Spielchen nicht.


    ich weiß, meine Antwort sollte auch nur Mellitus' Verständnis von Ergiebigkeitszahlen korrigieren, eine reine Rechenübung.


    Zitat

    Die Gesamtzuckerabsonderung wird in Mittel per Linde mit 700 bis 1000 gr angegeben.
    Aber große Unterschiede von Jahr zu Jahr und den verschiedenen Lindenarten.


    Von den großen Unterschieden hatte ich ja auch schon gehört und es hier erwähnt. Aber 1000 g Gesamtzuckerabsonderung pro Baum und Jahr? Das kommt mir nicht sehr plausibel vor. Linde ist hier in Berlin eine Haupttracht, und wenn man davon ausgeht, dass die Bienen es nicht schaffen, wirklich den gesamten abgesonderten Zucker einzusammeln müsst man davon ausgehen, dass ein Baum vielleicht 1 Glas Honig (500 g ) bringt. Der Lindenertrag pro Volk scheint so zwischen 10 und 20 kg zu liegen. Das heißt, ein einziges Volk müsste 20 bis 40 Linden komplett abernten. Oft stehen aber bei Hobbyimkern 10 Völker beieinder, von Berufsimkern ganz zu schweigen. Und Hummeln, Wildbienen und andere Insekten sammeln auch mit. Soviele Linden gibt es hier dann doch nicht. Deshalb denke ich, dass zumindest in Berlin die durchschnittliche Gesamtzuckerabsonderung höher sein muss als die von dir genannten Zahlen.


    Außerdem schmeißen die Linden ja mit Zucker um sich, auch ohne Blüten. Woher kommt eigentlich dieser Sirup, mit dem unter Linden alles besprüht ist? Früher dachte ich, das wäre von Läusen, aber erstens habe ich keine Läusekolonien gesehen, die zu diesen Zuckermengen passen würden, und außerdem erschien mir die Verteilung des Sirups zu gleichmäßig. Schwitzen Linden das direkt aus den Blättern aus?


    Um wieder ontopic zu werden: wäre das mit dem fehlenden Schwefel vielleicht auch eine Erklärung, warum Heikes Bienen am Senf vorbeifliegen? Ich könnte mir vorstellen, dass Senf mindestens ebenso schwefelbedürftig ist wie Raps, beides Brassica...


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Re-Mark
    also das Buch was ich habe gibt keine genauen Angaben darüber welches Wetter oder welche Bodenbeschaffenheit etc. gegeben sein müssen. Aber es hilft schon etwas mehr um zu bestimmen welche Pflanze wieviel Pollen und Nektar gibt. z.B. hatte ich das letzte Jahr das Glück das direkt vor meinem Bienenstand ein Senffeld war im August und September also fix im Buch nachgeschaut und über die Werte informiert - Senf hat ein guten Nektarwert also wusste ich das ich die Bienen weniger einfüttern muss und die Pollentracht ist auch recht ergibig, also konnte ich mich beruhigt auf das nächste Jahr freuen... es hilft zumindest etwas weiter.

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