Bundesverfassungsgericht: Milch von MüllerMilch darf als GenMilch bezeichnet werden

  • Hallo Klaus, wirklich GENial,
    man durfte doch den Seehofer, als er UmweltMINIster war, als GENhofer bezeichnen,
    ich zeichnete damals ein Karikatur ...
    wer möchte ... einfach draufklicken



    Grüße
    JR

    Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stummer Bürger, sondern ein schlechter Bürger (Perikles, griechischer Staatsmann, -490 bis -429)

  • Ich sehe das Ganze zwiespältig.
     
    Der Begriff "Gen-Milch" geht hier meiner Meinung nach deutlich zu weit und es enttäuscht mich etwas, dass sich der Bundesgerichtshof hier auf die Meinungsäußerung zurückzieht.
     
    Das Ganze muss jedoch auch unter dem vollständigen Kontext betrachtet werden. Im konkreten Fall hat der BGH nämlich nur geurteilt, dass kein geschäftsschädigendes Verhalten vorliegt, wenn im Rahmen einer Kampagne bei der es darum geht, dass sich Müller weigert seine Lieferanten Vertraglich zu einem Verzicht auf Gentechnisch manipulierte Futtermittel zu verpflichten, von Genmilch gesprochen wird.
    Es ist also keineswegs so, dass jedem ungestraft erlaubt wird, Müller-Milch als Genmilch zu bezeichnen, wenn er dies nicht näher begründet.
     
    Auch wenn die Niederlage der Großmolkerei ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Sättigungs-Industrie (von Nahrungs- oder gar Lebensmitteln will ich da nicht unbedingt in allen Fällen reden) offenbar doch nicht so mächtig ist, wie sie gerne wäre und nicht jede Nachlässigkeit oder auch Sauerei einfach mit dem Segen der Justiz unter den Teppich kehren kann, ist das für mich kein grund zum lauten Jubel.
     
    Wer garantiert dir denn, dass im Flugkreis deiner Bienen keine genveränderten Pflanzen Nektar spenden?
    Wenn Du das nicht garantieren kannst, läufst Du, wenn so etwas Schule macht, recht schnell gefahr, dass jemand kommt und dich ungestraft Gen-Imker und dein Produkt Gen-Honig nennt!


  • Wer garantiert dir denn, dass im Flugkreis deiner Bienen keine genveränderten Pflanzen Nektar spenden?


    Wenn Du das nicht garantieren kannst, läufst Du, wenn so etwas Schule macht, recht
    schnell Gefahr, dass jemand kommt und dich ungestraft Gen-Imker und dein Produkt
    Gen-Honig nennt!


    hallo Wulle, damit werden wir wohl oder übel leben müssen, wenn Monsanto, Bayer und Co.
    von der EU ihre GENMaisprodukte zugelassen bekommen, die GENKartoffel Amflora
    wahrscheinlich trotz der Probleme in Schweden doch wieder angebaut werden darf
    usw. ... und was passiert, wenn sich diese Sorten auskreuzen, rund um unsere
    Bienenstände herum ?


    Grüße JR

    Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stummer Bürger, sondern ein schlechter Bürger (Perikles, griechischer Staatsmann, -490 bis -429)

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  • Hallo Wulle,
    Ich denke, dass das niemand mehr garantieren kann! :roll:


    http://www.umweltinstitut.org/…stitut_online_monitor.pdf


    Hallo Katrin,
    der Flyer aus dem Jahre 2005 hat auch heute noch Gültigkeit.
    Was sich seither in Sachen Biodiversität getan hat, wollen
    viele gar nicht wissen.


    >> ein interessanter Bericht in diesem Zusammenhang

    Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stummer Bürger, sondern ein schlechter Bürger (Perikles, griechischer Staatsmann, -490 bis -429)

  • Das stimmt. I. d. R. hört man dann Sprüche wie "Das will ich gar nicht wissen" oder "Dann darf man ja gar nichts mehr Essen!". Sehr beliebt ist auch "Man kann ja sowieso nichts dagegen tun!"


    In den Medien wird auch sehr gern berichtet, dass nur Deutschland "so ein Gestell" bei genmanipulierten Pflanzen und Tieren hat. Den meisten Amerikanern z. B. sei dies ziemlich egal.....

  • Greenpeace startet auf europäischer Ebene eine Initiative, bei der eine Million Stimmen zusammen kommen müssen, um die Grüne Gentechnik erneut zu diskutieren. Da gibt es ein entsprechendes Instrument, welches es entsprechenden Initiativen erlaubt, Akitivitäten zu bündeln.


    Ich habe mitgestimmt http://www.greenpeace.org/inte…g/take-action/EU-Petition und es via Twitter (KMBonn) und Facebook weitergegeben.


    Gruß, Klaus




  • Und genau da liegt das Problem und zwar nicht nur unseres sondern auch das von Müller-Milch und anderen.


    Kürzlich wurde ich von einer Verwandten angesprochen, als ich ein Stück Schokolade von einem großen Süßwarenhersteller in den Mund geschoben habe:
    Ob ich denn so einen Mist tatsächlich kaufen würde, wo doch bekannt sei, dass der Hersteller Genmanipulierte Zutaten verwendet.
    Darauf habe ich ein bisschen recherchiert mit einem für mich auf den ersten Blick erstaunlichen aber durchaus nachvollziehbaren Ergebnis:


    Es gibt in Europa nur zwei größere Süßwarenhersteller, die sich verpflichtet haben auf Gentechnisch veränderte Zutaten zu verzichten. Andere haben sich aus meiner Sicht durchaus nachvollziehbar dahingehend geäußert, dass sie selbstverständlich ebenfalls, schon mit Blick auf den mehrheitlichen Verbraucherwillen eine solche Verpflichtung eingehen würden. Nur ist es leider nahezu unmöglich alle Lieferanten und jede Warenlieferung zuverlässig zu kontrollieren. Wenn dann trotz Verpflichtung irgendwo doch etwas gefunden wird, dann ist der Imageschaden unermesslich, weil neben dem GVO-Fund noch der Vorwurf der Verbrauchertäuschung für gewaltigen Ärger sorgt.


    zurück zur Molkerei:
    Welche Molkerei kann alle Landwirte zuverlässig kontrollieren? Welcher Landwirt, auch wenn er konsequent versucht GVO zu vermeiden kann garantieren dass das Futter keine unerwünschten Spuren enthält?


    Das kann leider niemand!


    Deshalb sollten wir uns in solchen Fällen mit Schadenfreude oder Anprangerungen stark zurückhalten!


    Für uns Imker kommt noch ein weiteres Problem dazu: Bienen befliegen nicht nur Nahrungsmittelpflanzen. Ich kenne mich in dem Bereich nicht so gut aus aber es erscheint mir alles andere als abwegig dass es auch im Zierpflanzenbereich die eine oder andere Genmanipulation gibt. Diese unterliegen sicherlich bei weitem nicht so strengen Richtlinien wie Lebensmitteltaugliche Pflanzen.
    Vielleicht liege ich ja vollkommen daneben aber auch von da könnte Gefahr drohen.


    Auch der ausdrückliche Hinweis auf meinen Futtersirupbehältern, dass das Produkt garantiert keine genveränderten Ausgangsstoffe enthält stimmt mich da sehr nachdenklich. Sind auch Produkte auf dem Markt, die aus Genmais hergestellt sein könnten? Wenn ja, dann gäbe es dem "GENialen Urteil" folgend unter uns möglicherweise schon einige Genhonig-Produzenten!

  • Und genau da liegt das Problem und zwar nicht nur unseres sondern auch das von Müller-Milch und anderen...... ......Wenn ja, dann gäbe es dem "GENialen Urteil" folgend unter uns möglicherweise schon einige Genhonig-Produzenten!


     
    Genau das ist der Punkt in dieser Diskussion: Es kann - rein technisch betrachtet - keine Koexistenz zwischen GVO-Pflanzen und "Nicht-GVO-Pflanzen" und damit Lebensmitteln geben. Auch wenn das der Gesetzgeber suggeriert ("Abstandsregelungen").
     
    Und die Industrie ist schon viel weiter, ich erinnere nur an die z.Z. laufende Zulassung eines GVO-Lachses in den USA. Sowenig man Kartoffeln fein säuberlich bei der Verarbeitung trennen kann (GVO versus Nicht-GVO), kann man Lachse bei der Verarbeitung nicht trennen und das Ausbrechen in die freie Wildbahn ist auch nicht zu verhindern, so wie den Pollenflug von GVO-Mais.
     
    Man muß wissen, was man will: Entweder oder ..... aber beides in friedlicher Koexistenz nebeneinander, das geht nicht!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Da kann die Folgerung dann aber nur lauten, sich weiterhin vehement gegen Grüne Gentechnik sowie deren Befürworter aus FDP und CDU einzusetzen und nicht zu warten, bis das Kind im Brunnen abgesoffen ist - will sagen, der eigene Honig plötzlich als kontaminiert eingestuft wird.


    Gruß, Klaus

  • Da kann die Folgerung dann aber nur lauten, sich weiterhin vehement gegen Grüne Gentechnik sowie deren Befürworter aus FDP und CDU einzusetzen und nicht zu warten, bis das Kind im Brunnen abgesoffen ist - will sagen, der eigene Honig plötzlich als kontaminiert eingestuft wird.


    Gruß, Klaus


     
    Es ist mir eigentlich völlig wurscht, ob und ggf. welcher Partei die Befürworter angehören!
    Bekämpfen tu' ich sie aber trotzdem nicht sondern versuche, sie zu überzeugen.


    Ein recht aktiver GVO gegner hier vor Ort, der auch an der Erklärung zum genfreien Landkreis mitgewirkt hat ist CDU-Mitglied und -Kreisrat. Hauptberuflich Bio-Landwirt. Vernunft und Unvernunft ist von der Parteizugehörigkeit weitgehend unabhängig.

  • ...
    Ein recht aktiver GVO gegner hier vor Ort, der auch an der Erklärung zum genfreien Landkreis mitgewirkt hat ist CDU-Mitglied und -Kreisrat. Hauptberuflich Bio-Landwirt. ...


     
    Wie kann man in eine Partei eintreten die die eigenen Interessen nicht vertritt???? :oops::oops:Da kommen erinnerungen hoch!:evil:


    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Na, so eng würde ich das nicht sehen. Hier in NRW findet ja gerade eine heiße Diskussion um die Schulform statt. Da gibt es das Beispiel des Bürgermeisters von Ascheberg, der bei der CDU ist und eben wegen der Gegebenheiten vor Ort eine ganz andere Schulpolitik betreibt wie es die Landes-CDU fordert. Aufgrund von Abstimmungen und Elternbefragungen hat es sich so ergeben und er respektiert den Willen der Lehrer und Eltern. Das finde ich ok.


    Das ist nicht selten, daß es auf kommunaler Ebene manchmal anders läuft als es die Partei vorgibt. Da geht es oftmals pragmatischer zu.


    Gruß, Klaus