Volk verschwunden - durch Varroa?

  • Hier vagabundieren jetzt Bienen bei meinen am Haus stehenden leeren Beuten und Rähmchen herum, meiner Frau werden sie schon lästig. Nicht dass ich etwa irgendwelche Teile, die mit Honig in Berührung waren, herum stehen lasse! Darauf passe ich sehr genau auf, dass keine Honigwaben oder Geräte vom Honigschleudern draußen stehen bleiben. Alles was die Bienen dort anzulocken scheint sind Teile, die seit eh und je draußen stehen, ohne dass sie Bienen angelockt hätten.


    Es ist also gut möglich, dass es sich bei diesen Bienen um Reste des ausgezogenen Volkes handelt. Aber ich kann nichts gegen ihr Treiben tun, mich stören sie auch nicht, aber andere.


    Ich weiß, dass ich sehr spät oder zu spät behandelt habe. Das hatte ich schon gesagt, durch Reisen und andere Verpflichtungen wusste ich schon früh im Sommer, dass ich erst so spät zur ersten AS-Behandlungen kommen werde.


    Vor zwei Jahren, meinem ersten Imkerjahr, hatte ich bewusst erst im September behandelt und eingefüttert, um nämlich die Heideblüte noch abzuwarten. Da hatte ich keinerlei Probleme mit Milben. In diesem Jahr war das wie gesagt nicht der Grund, die Heide blüht hier zwar jetzt erst, aber kümmerlich. Nur, wie machen das die Heideimker, die können doch nicht schon im Juli/August behandeln, denn danach wäre der Heidehonig voll Rückständen.


    Holbee

  • Hallo Imkerfreunde!


    Zitat

    Nur, wie machen das die Heideimker, die können doch nicht schon im Juli/August behandeln, denn danach wäre der Heidehonig voll Rückständen.


    Eine wirklich interessante Frage. Es gäbe schon mehrer Möglichkeiten wie man Heidehonig ohne Rückstände ernten könnte (Bannwabe, Brutentnahme usw) und trotzdem die Völker nicht verliert.


    Wo sind die Heideimker?


    MfG
    Honigmaul

  • ......Es fielen einige hundert Varroas, deshalb wiederholte ich die AS-Behandlung in Abständen von 3 oder 4 Tagen noch zweimal. Nach der dritten Behandlung fielen immer noch viele Milben, zwisen 50 und 200 an drei Tagen jeweils. Das verschwundene Volk hatte nur 50, das war am 17.9. Ich behandelte nicht weiter.




    .....


    In welcher Form hast Du die Behandlungen durchgeführt?


    Wie Henry immer wieder schreibt, gleicht eine AS-Behandlung einer Handgranate im Volk.
    Wenn in meiner Wohnung alle paar Tage eine Handgranate gezündet würde, würde ich vermutlich auch ausziehen, vorausgesetzt natürlich ich habe es überhaupt überlebt.


    Ich wundere mich immer wieder über die Mehrfachbehandler. Die gängigen Konzepte beinhalten 2 Behandlungen, eine vor und eine nach dem Auffüttern. AS-Behandlungen in so kurzer Folge sind überflüssiger Totalstress fürs Volk! AS wirkt in die Brut. Die Milben fallen nach einer AS-Behandlung infolge dieser einen Behandlung10 Tage lang. Erst danach lässt sich anhand des Milbenfalls einigermaßen sagen, ob eine weitere Behandlung erforderlich ist. Wenn 3 Tage nach einer Behandlung viele Milben fallen, dann ist das ein Zeichen, dass der Befall hoch war und dass die Behandlung gewirkt hat. Wieviele Milben überlebt haben und ob eine weitere Bekämpfung erforderlich ist, kannst Du daraus nicht ablesen!

  • Hallo!


    Der Wulle hat das sehr gut beschrieben! :daumen:
    Ich halte den Bienenauszug auch für eine Folge von AS-Überdosierung!


    Ich hab schon vor einigen Jahren an unterschiedlichen Ständen beobachtet, dass Beuten nach der AS-Behandlung komplett leer waren. Damals hab ich bei warmem Wetter mit 80%iger AS in Universalverdunsterschalen behandelt. Seitdem ich auf 65%ig verdünnt habe, kam so ein Komplettauszug eines ganzen Volkes bei mir nicht mehr vor.


    Die AS-Verdunstung muß vorsichtig dosiert werden. Sie wirkt - wie hier schon oft beschrieben - in die verdeckelte Brut hinein und der massive Milbenfall setzt meist erst nach Behandlungsende richtig ein. Er gibt unterschiedliche Verdunster-Modelle, mit denen die Verdunstungsmenge gut dosiert werden kann, z.B. Liebig Dispenser oder Nassenheider. Ich ziehe solche Modelle der Schwammtuchmethode vor, weil die Verdunstungsmenge stimmen muß und viel AS nicht viel hilft, sondern stattdessen "totsicher" ist.


    Gruß vom Sammler

    Dieser Beitrag wurde bereits 6 Mal editiert, zuletzt von Sammler ()

  • Hallo,


    als ich heute vom Bienenstand kam war ich auch erst mal total sauer, weil es mir mit einem Volk ganz genauso ging. Da ich Anfänger bin habe ich damit keine Erfahrung. Bei diesem Volk (bei den anderen auch) habe ich Ende Juli die 1. Ameisensäurebehandlung gemacht mit dem Liebig-Dispenser 100ml. Aufgefallen ist mir, das bei diesem Volk nicht so viele Milben fielen wie bei den anderen Völkern. Danach fütterte ich auf. Am Flugloch waren keine Besonderheiten zu bemerken. Die Bienen sammelten viel Pollen. Das Futter wurde aber sehr langsam abgenommen. Heute habe ich den Rest mit Trog runtergenommen um die 2. Behandlung zu machen. Es waren seh wenig Bienen in der oberen Zarge, deshalb schaute ich in die untere. Alles leer. Kein Krümel Futter mehr und vielleicht 100 Bienen.
    Wie ausgefegt. Ich denke, es sieht nach Räuberei aus.Oder?
    Vor einer Woche habe ich am Flugloch Kämpfe beobachtet. Hätte ich es verhindern können?


    Gruß Landbiene

  • Wer hat noch erlebt, dass ein Bienenvolk oder auch mehrere komplett verschwindet?


    Auch schon erlebt.
    Letztes Jahr war plötzlich das stärkste Volk weg und ausgeraubt, ohne dass ich es mir erklären konnte. Davor schlechte Futterabnahme und Wespenprobleme.Im Winter bei einigen anderen Völkern Varroaschäden.
    Grund: schlechter Behandlungserfolg, da ich von von Tellervderdunster / selbstgebauter Tropfflasche auf einen "idiotensicheren" Verdunster umgestiegen bin, der allerdings mehr Luftfeuchtigkeit angezogen als AS verdunstet hat.
    Behandlungskontrolle ging damals noch nicht, wegen geschlossener Böden.
    Imkerfehler also.:roll:


    Ich frage: Wo bleiben die Bienen?


    Vor einigen Jahren wurde ich im Herbst zu einem Schwarm gerufen (eindeutig Honigbienen, Carnicas), der sich aber nicht setzen wollte, sondern stundenlang an einer weißgekalkten Hauswand in Schwebe blieb. Am nächsten Morgen war er weg.


    Damals war das für mich unerklärlich;
    heute gehe ich davon aus, dass es ein Varroanotschwarm war ohne Königin.
    Die Bienen bleiben zusammen und werden sich dann wahrscheinlich irgendwo einbetteln.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Vielleicht fügen sie ihrem Palmwachswundermittel gleich ein Gegengift zum fettlöslichen Movento hinzu, damit die Bienen trotz Kontamination nicht sterben.


    *kopfschüttel*


    Bernhard

  • Guten Abend, Imkerei Fläming!


    Bienen "mögen" weiß, weil der nat. Freßfeind in den gemäßigten Breiten jahrtausendelang kein weiß trug, sondern eher ein Braunbärenbraun.
    Daher verbinden die Bienen instinktiv helle Farben erstmal nicht mit einem Angreifer.


    Weshalb Varroaschwärme weiß anfliegen, weiss :-D ich allerdings auch nicht.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo,
    nur so mal kurz angedacht. Wir kommen zurück auf die Heideimkerei und nehmen von jedem Volk einen Ableger. Nach Brutfreiheit wird dieser mit Oxal- oder Milchsäure behandelt. Sie benötigen allerdings dann einen getrennten Standplatz von den anderen. Sie wachsen über den Sommer heran und müssen eigentlich im Spätling nicht behandelt werden. Angsthasen könnten dann noch eine Winterbehandlung machen. muss aber nicht sein. Jetzt kann man mit den alten Völkern noch späte Trachten nutzen.


    Die alten Völker werden anschließend entsorgt, um einem Kolateralschaden vorzubeugen. In den USA hat man das auch schon vor der Varroa gemacht.


    Bei dem jetzt folgenden Geschrei sollte aber doch abgewogen werden ob das mehrmalige Quälen der Völker mit Säure die bessere Lösung ist. Das Volk besteht ja in seinen Nachkommen auf jeden Fall weiter ein vermilbtes nicht.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: