Volk verschwunden - durch Varroa?

  • Inzwischen bin ich mir (fast) sicher über den Ablauf der Ereignisse bei einem meiner vier Völker, das ich gestern nicht mir wieder fand.


    Dieses Volk war gut durch den Winter gekommen, es war stark, im Dezember waren nach der OS-Träufelung 40 Milben gefallen, weniger als bei den anderen. Im April setzte ich den HR auf, Naturbau. Zweimal schleuderte ich die vollen Waben aus. Es gab nichts Auffälliges bis zum September.


    Am 1.9. schob ich die Gemüllschieber zur Varroakontrolle unter, bei allen Völkern. Ich fand nach einem Tag je 5 bis 10 Milben auf den Gemüllschiebern. Ich machte AS-Behandlung mit dem Schwammtuch und kontrollierte vorher das Gewicht. Das verschwundene Volk wog zu diesem Zeitpunkt (also vor dem Einfüttern) 38 kg.


    Es fielen einige hundert Varroas, deshalb wiederholte ich die AS-Behandlung in Abständen von 3 oder 4 Tagen noch zweimal. Nach der dritten Behandlung fielen immer noch viele Milben, zwisen 50 und 200 an drei Tagen jeweils. Das verschwundene Volk hatte nur 50, das war am 17.9. Ich behandelte nicht weiter.




    Mir war aufgefallen, dass das Futter, das ich nach jeder Behandlung in die Futterzargen goss, zuletzt von diesem Volk nicht mehr angenommen wurde. Dann fielen mir am 18.9. schon die vielen Bienen vor dem Flugloch auf, die ich für jungbienen beim Einfliegen hielt. Aber wahrscheinlich war zu diesem Zeitpunkt bereits das Volk verschwunden und die Bienen vor dem Flugloch waren von anderen Völkern, sie räuberten die Waben aus. Der Inhalt des Gemüllschiebers war auffällig voller Bienenköpfe, wie ich an anderer Stelle berichtete.



    Am 20.9. schließlich entdeckte ich, dass die Beute leer war und nur noch Wespen sich darin holten, was für sie fressbar ist.



    Dass die Bienen eines Volkes komplett verschwinden als Folge eines Varroa-Befalls, hatte ich gelesen. Nun habe ich diese Erfahrung selbst gemacht und bin seitdem erfahrener Benutzer des Imkerforums.




    Ich frage: Wo bleiben die Bienen? Wie kann es sein, dass zum gleichen Zeitpunkt wirklich alle Bienen ausziehen? Deutet sich das nicht vorher an, z. B. durch schwache und verkrüppelte Bienen oder durch besonders hohen Milbenfall? Wer hat noch erlebt, dass ein Bienenvolk oder auch mehrere komplett verschwindet?



    Holbee

  • Gott sei Dank mußet ich das noch nicht erleben, aber es deutet alles auf einen Varoaschaden hin.

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • Hallo zusammen,


    das ist kein Einzelfall.


    Letztes Jahr zwischen 25.08.2009 und 08.09.2009, als ich verreist war, waren danach 3 Beuten leer und kaum tote Bienen im Boden. Zuvor waren bereits 2 AS-Schwammtuch-Behandlungen abgeschlossen. Trotz OS-Behandlung im Dezember 2009 waren es nach 1 AS-Behandlung Ende Juli 2010 insgesamt 4 Völker, die nach Urlaub leer waren. Auch dieses Jahr kaum tote Bienen im Boden.


    Damit werden wir wohl zukünftig immer mehr leben müssen, dass auch im Sommer trotz Behandlung Völker unter den Milben zusammenbrechen.


    Da hilft nur frühzeitig bereits reichlich Jungvölker bilden.


    Grüsse von


    Petra

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  • Am 1.9. schob ich die Gemüllschieber zur Varroakontrolle unter, bei allen Völkern. Ich fand nach einem Tag je 5 bis 10 Milben auf den Gemüllschiebern.


    Hallo Holbee,


    am 06.09.2010 schriebst Du:


    Ein Test Anfang September ergab nach einem Tag 30 bis 40 Milben pro Volk!


    Welche Zahlen sind denn nun richtig?


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon
    ---
    Vertrauen ist gut, Varroakontrolle ist besser

  • Meine Aufzeichnungen sagen: 5 bis 10 Milben und mehr pro Tag am 1.9. vor AS-Behandlung. Meine Aussage vom 6.9. war aus der Erinnerung und falsch, ich bitte um Entschuldigung. Nach einer ersten AS-Behandlung am 5.9. prüfte ich drei Tage später den Milbenfall: Fast 300.


    Holbee

  • Gott sei Dank mußet ich das noch nicht erleben, aber es deutet alles auf einen Varoaschaden hin.


    Ich finde, dass das zu schnell geurteilt ist. Holbee hat geschrieben, dass bei diesem Volk bei der Behandlung die wenigsten Milben gefallen sind. Wenig Milben gefallen + Volk 2 Tage später weg = Varroaschaden? Nicht schlüssig. Hier fehlen einfach einige Angaben. Ist bekannt, ob das Volk am 17.9. noch stark war? Wenn nicht, könnte der geringe Varroafall durch nur noch wenig Bienen begründet sein. Wenn doch, dann könnte das Volk einfach durch Räuberei gestorben sein. So etwas habe ich auch schon gesehen, als es noch keine Varroa in D. gab.
    Gruß Ralph

  • Ich habe es letztes Jahr auch erlebt, trotz vorher erfolgter Varroabehandlung. Auch wenn es nicht populär ist, eine solche Frage zu stellen: Was hast Du an Imkern in der Nachbarschaft? Kannst Du ausschließen, daß Deine Bienen sich durch Reinvasion bzw. beim Ausräubern benachbarter Bienenstände nicht mit Milben eingedeckt haben?


    Eine Bekannte von mir, die im Saarland beheimatet ist, erzählte mir aus dem dortigen überalterten Imkerverein, daß man dort erst jetzt (!) mit der Varroabehandlung angefangen hätte. Das hätte man immer so gemacht wurde ihr bedeutet. Sie hat ihre Bienen dort weggeholt und in Sicherheit gebracht.


    Gruß, Klaus

  • Hallo Klaus,


    kannst Du mir vielleicht die Geo-Koordinaten geben, ich habe da nämlich so ein paar Befürchtungen.
    Ich habe auch einen Stand, auf dem die Milben nicht "alle" werden.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ist bekannt, ob das Volk am 17.9. noch stark war? Wenn nicht, könnte der geringe Varroafall durch nur noch wenig Bienen begründet sein.


     
    Genau das ist mir nicht bekannt. Meine Vermutung ist jetzt aber, dass das Volk schom am 17.9. stark geschwächt war und der geringe Milbenfall (50) durch wenig Bienenentstand.


    Holbee

  • Hallo Imkerfreunde


    habe gestern auf Holbee`s Beitrag in dem es vermutlich ums gleiche Volk ging ausführlich geantwortet. Habe heute bei meinem "Milbenvolk" nachgeschaut, es ist keine Brut mehr vorhanden, sollten die Bienen jetzt weniger werden, vermute ich ist keine Königin mehr vorhanden, ich habe sie heute nicht gesucht. Sie haben heute noch mal 5l Futter bekommen weil sie zu leicht waren und noch ein Schammtuch AS, aber entgültig das Letzte. Nach der Auffütterung werde ich nochmal gezielt nach der Königin suchen oder gleich noch eine Neue zusetzen.


    Es kann nicht nur an der Varroa liegen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Bienenfreunde!


    Zitat

    Am 1.9. schob ich die Gemüllschieber zur Varroakontrolle unter, bei allen Völkern. Ich fand nach einem Tag je 5 bis 10 Milben auf den Gemüllschiebern. Ich machte AS-Behandlung mit dem Schwammtuch und kontrollierte vorher das Gewicht. Das verschwundene Volk wog zu diesem Zeitpunkt (also vor dem Einfüttern) 38 kg.



    Bei einem meiner Völker fielen um den 20.07. nach einer AS-Behandlung auch einige tausend Milben. Ich habe sie nicht gezählt, die Windel war richtiggehend schwarz. Wenn ich das Volk auch erst am 1.09. behandelt hätte, wäre es auch sicher schon tot. Warum wird da groß gestaunt, wenn die Behandlung am 01. 09. nichts mehr retten kann, eigentlich ist es auch kein Wunder.


    Als weiteren schweren Fehler sehe ich, dass man sich auf den natürlichen Abfall verlässt. Wer sagt, dass nicht die toten Milben durch Ameisen und andere Raubinsekten verschleppt worden sind.


    MfG
    Honigmaul

  • Holbee :
     
    Hallo
    Du musst jetzt deine anderen Völker vermehrt beobachten ,denn beim verlassen der Beute durch Milben verteilen sich die Bienen auf die noch vorhandenen Völker und nehmen die vorhandenen Milben mit. Jetzt könnten in deinen noch vorhandenen Völker so viele Milben sein , das diese auch noch kaputt gehen .Die so genannte REINWASIEON .
    Ist mir im letzten Jahr so passiert.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd

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