Beutenausrichtung

  • Hallo Imkerfreunde,
    ich habe bei Bruder Adam und seiner Betriebsweise gelesen, dass er die Beuten als Viererblock mit unterschiedlichen Fluglochausrichtungen (also jede Beute ihre eigene Himmelsrichtung) aufstellt. Dadurch soll es nicht mehr zum Verfliegen der Arbeiterinnen bzw. Königin nach dem Begattungsflug kommen.
    Mir fehlt nun aber die Erfahrung, um diese Behauptung bestätigen zu können. Reihenaufstellung mit je 2 Beuten betreibe ich z.Zt. Aber mit 5 Völkern kann man dazu noch keine Aussage treffen.
    Wer hat Erfahrung diesbezüglich mit deutlich mehr Völkern? Was meint ihr dazu?:confused:
    Danke und viele Grüße
    Imkertom

  • Moin Imkertom,


    bloß nicht in alle 4 Himmelsrichtungen! Wie willst Du daran ungestört arbeiten?
    Mache Blockaufstellung, z. B. jeweils 4 oder 5 in eine Richtung.
    Zweitbeste Lösung: In Reihe, und davor irgendwelche markante Orientierungspunkte verteilen (dicken Stein, Baumstamm...).

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Wer hat Erfahrung diesbezüglich mit deutlich mehr Völkern? Was meint ihr dazu?:confused:



    Sicher ist der Verflug bei Wanderwagen, Bienenhäusern und langen Reihen am grössten. Dazu eine Erfahrung eines anderen Imkers der seine 20 Magazine in zwei Reihen an einem Südhang aufgestellt hat. Nach unten sind Wiesen und Obst nach oben nur noch Wald. Immer in jeder Frühtracht hat die untere Reihe markant mehr Honig als die obere Reihe. Gibt es einmal Waldhonig ist der Effekt genau umgekehrt die näher dem Wald gelegene Reihe hat deutlich mehr Eintrag. Die voll beladenen und ermüdeten Sammelbienen sind nicht wählerisch und die Wächter wehren solche Bienen auch nicht ab.


    Bei meinem Bienenhaus sind die beiden Randvölker auf der östlichen Seite immer auffallend volksstark. Der vorherrschende Westwind führt anscheinend dazu.
    Im Bienenhaus mit zwei Lagen Hinterbehandlungskästen übereinander hat die untere Reihe im Schnitt mehr Honig.


    Die Aufstellung spielt also auch in der Praxis sichtbar eine grosse Rolle auf den Verflug. Durch die Drohnen teilt man aber auch auf Ständen mit Einzelaufstellung und unterschiedlichen Ausflugrichtungen einen guten Teil des Jahres die Hygiene mit allen umliegenden Völkern.


    Für die Leistungsprüfung an Bienenvölkern ist die Einzelaufstellung aber trotzdem interessant. Wer vom Platz und den Gegebenheiten her die Möglichkeit hat, tut sicher gut daran, seine Völker nicht in Reih und Glied aufzustellen.

  • bloß nicht in alle 4 Himmelsrichtungen! Wie willst Du daran ungestört arbeiten?


    Meinst Du 7 seien besser? h**p://www.siebenstern-imkerei.**/pdf/Siebenstern/7-aufbau%20siebenstern/anleitung.pdf
     
    Im Ernst, ich sehe da keine Einschränkungen wenn man genügend Platz hat.

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  • hallo,


    natürlich ist es besser die Völker in verschiedene Richtungen und in etwas Entfernung zueinander aufzustellen. Wer den Platz dazu hat, kann das machen. Das unnatürlichste ist die Reihenaufstellung, Magazin an Magazin. Bei einer Leistungsprüfung ist eine Einzelaufstellung Voraussetzung.
    Trotzdem haben auch "Reihenaufsteller" Honig in den Aufsätzen. Besser ist die Einzelaufstellung.
    Suchs dir aus!

  • Im Ernst, ich sehe da keine Einschränkungen wenn man genügend Platz hat.


    Ich schon. Ich arbeite ungern vor dem Flugloch.
    Durfte schon erleben, wie nahe die einem kommen, wenn die Hose nicht ganz zu ist... :Biene::-(


    Siebenstern oder Abwehrplaketten auf Beuten - wer`s mag...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Miteinander,
    das mit dem vorm Flugloch arbeiten ist eine Frage der Gewöhnung daran von den Bienen.
    Bei der Korbimkerei haben die Imker ja auch vor den Lagden ihre Völker bearbeitet.
    Bei der Blockaufstellung von Bruder Adam arbeitet man ja nicht vor dem Fluglöchern, sondern in der Mitte des Blockes, benutzt die drei anderen Beuten als Tisch.
    Gut bewährt hat sich die Dreier-Aufstellung in der Reihe.
    Links, Mitte, Rechts ist kein Problem bei der Orientierung
    Sehr gut ist eine Hufeisenförmige Aufstellung mit "Innenhof", in der sich die Bienen nach dem Anflug orientieren können.
    Beim Verflug spielt auch das "Zuerst-in-Sicht-kommen" eine Rolle.
    Beuten, die in der Hauptanflugrichtung versteckt liegen, weil andere zuerst ins Auge springen, verlieren mehr Flugbienen.
    Das gilt auch, bei nahe beieinanderliegenden Stellplätzen, die ähnlich aussehen.
    Man muss sich mal in die Flugperspektive eindenken, wenn man Beuten aufstellt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    die Viererblockaufstellung nach Br. Adam betreibe ich genau wie er beschreibt und bin sehr zufrieden damit.


    Radix
    Ich verstehe nicht, warum Du vor den Fluglöchern arbeiten mußt. Weist Du eigentlich, wie der Viererblock aufgebaut ist?
    Die Fluglöcher in alle vier Himmelsrichtungen und natürlich in der Mitte Platz lassen, damit ich von dort an den Völkern arbeiten
    kann und auch die "Windel" im Boden einlegen kann. Dies beteutet ca. 0,5m zwischen den Beuten.


    Also von mir eine ganz klare Empfehlung für die Viereraufstellung


    Gruß,
    Helge

  • Die Himmelrichtung hat keinen Einfluß auf Sammelleistung o.ä.
    Bei mir entwickeln sich alle Völker gleich, egal wohin das Flugloch zeigt.


    Das wurde auch mal untersucht, habe aber leider die Quelle gerade nicht zur Hand.


    Wolfgang
    Dann komm mal bei mir vorbei, ich stelle Dich auch in einen Viererblock,
    vielleicht löst das Dein Einflugproblem :lol:


    Gruß,
    Helge

  • Die Himmelrichtung hat keinen Einfluß auf Sammelleistung o.ä.
    Bei mir entwickeln sich alle Völker gleich, egal wohin das Flugloch zeigt.


    Gruß,
    Helge


     
    das gilt vieleicht im Flachland, in den Gebirgstälern gibt es meistens eine "Wetterseite", d.h. wo immer ein kalter Luftstrom fließt. Wenn das Flugloch genau in diese Richtung (muss nicht immer Norden sein) zeigt, dann erkennt man den Unterschied an der schlechteren Entwicklung auf Grund schlechterer Erträge, die sich wiederum von weniger Flugstunden ableiten lassen.


    Grüße Peterjo

  • Die Himmelrichtung hat keinen Einfluß auf Sammelleistung o.ä.
    Bei mir entwickeln sich alle Völker gleich, egal wohin das Flugloch zeigt.


    Hier im Flachland kann man (ich) bei der Frühjahrsentwicklung sehen, dass die, die gen Westen (die Wetterseite) ausfliegen müssen, eine verzögerte Entwicklung aufweisen. Vor allem bei besonders naß/kalten Wintern.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • ich kenne einen ältereren Imker, der hohe Brennholzstapel rund um seine Bienenbehausungen
    errichtet, damit es keine "Zugluft", wie er es nennt, gibt und die Bienen in Ruhe aus- und einfliegen können.
    (im flachen Vilstal - in verschiedensten Winkeln zu den Himmelsrichtungen)


    das gilt vielleicht im Flachland, in den Gebirgstälern gibt es meistens eine "Wetterseite", d.h. wo immer ein kalter Luftstrom fließt.

    Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stummer Bürger, sondern ein schlechter Bürger (Perikles, griechischer Staatsmann, -490 bis -429)