Sirup 3:2 Farbe und Fütterung

  • Hi,


    ich habe gerade 3:2 Sirup gekocht (6 kg Weisszucker und 4 Liter Wasser). Schon beim Auflösen des Zuckers fiel mir eine leicht bräunliche Färbung der Lösung auf, es liegt also nicht daran, dass er zu heiß gekocht wurde o.ä.
    Ist das normal?


    Da ich noch keine Futterzarge gebaut habe und für die anstehende Menge auch nicht die Gefrierbeutelmethode verwenden will, werde ich wohl ganz simpel eine Schüssel mit Sirup und Kletterhilfe in die Leerzarge stellen. Spricht etwas dagegen, statt Korken oder Stroh (habe ich beides nicht da) einfach getrocknete Blütenköpfe vom Rainfarn zu verwenden? Ich weiß, der wird z.T. im Smoker verwendet, deshalb habe ich auch getrockneten da. Andererseits wird er aber wohl auch gegen Fliegen oder Blattläuse eingesetzt, daher meine Sorge, ob er vielleicht generell für Insekten giftige Stoffe an den Sirup abgeben könnte.


    Grüße,
    Robert

  • Hi Robert,


    wie braun ist Dein Sirup? Das es zu einer leichten farblichen Veränderung kommt ist völlig normal. Ich würde des eher leicht gold-beschig beschreiben; vom Farbton so wie wenn man Fanta stark mit Wasser verdünnt- nur dickflüssiger. Habe auch schon viel Sirup in dem Verhältnis gemacht. In kleinen Menge geht das noch. Ich habe den Sirup allerdings nie erhitzt, sondern nur warmes Wasser aus der Leitung genommen (dauert allerdings recht lange, bis es sich aufgelöst hat). Beim kochen/ erhitzen wären wir dann auch schon in der HMF-Diskussion drin- wobei es unterschiedliche Meinungen gibt, ob/ wie schädlich HMF ist.
    Noch als kleine Anmerkung: Die großen Anbieter von Futtermitteln haben allerdings keine Mühen gescheut um nachzuweisen, dass ihre (invert-) Produkte von den Bienen besser angenommen werden als der do-it-yourself-Sirup.


    Als Schwimmhilfen eigenen sich wirklich viele Dinge, die Auftrieb haben. Wenn Du Dir allerdings nicht ganz sicher bist, ob das MAterial ggf. behandelt wurde, würde ich es nicht rein tun. Es lässt sich sicherlich problemlos ersatz finden. (Ich habe mal ersatzweise einfache trockene dünne Zweige genommen).


    LG Jon


    Hier noch was zum Siruptopic:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=10756&pagenumber=

  • Hallo Jon,


    wie braun ist Dein Sirup?


    Wenn ich in den Topf reinschaue, erinnert mich die Färbung an Kamillentee. Allerdings ist die Schichtdicke der Flüssigkeit viel dicker als bei Kamillentee in einer Tasse oder einem Glas, wenn man den Topf tatsächlich mit Kamillentee füllen würde, sähe der vermutlich dunkler aus.


    Zitat

    Ich habe den Sirup allerdings nie erhitzt, sondern nur warmes Wasser aus der Leitung genommen (dauert allerdings recht lange, bis es sich aufgelöst hat). Beim kochen/ erhitzen wären wir dann auch schon in der HMF-Diskussion drin- wobei es unterschiedliche Meinungen gibt, ob/ wie schädlich HMF ist.


    Ich habe es aufgekocht, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Die HMF-Diskussion betrifft soweit ich es verstanden habe doch nur Sirup, der unter Säurezugabe invertiert wird.


    Zitat

    Noch als kleine Anmerkung: Die großen Anbieter von Futtermitteln haben allerdings keine Mühen gescheut um nachzuweisen, dass ihre (invert-) Produkte von den Bienen besser angenommen werden als der do-it-yourself-Sirup.


    Ich habe ja auch einen Kanister Invertsirup da, aber mein Ablegervolk, das ich erst recht spät im Jahr bekommen habe, hat bisher praktisch keine der Mittelwände ausgebaut. Deshalb wollte ich es nun mit Saccarose-Sirup mit Wasseranteil versuchen, in der Hoffnung, dass sie davon etwas mehr aktiviert werden, und auch dass sie mehr Waben ausbauen, weil sie mehr Platz für das Gemisch brauchen.


    Ja, ich weiß, dass ich verflixt spät dran bin, und dass es nicht unnormal ist, dass die Bienen ab August nicht mehr so gerne bauen. Es kamen viele Dinge zusammen, zum einen war mein Imkermentor verreist, von dem der Ableger stammt, zum anderen war ich selbst danach mehrmals verreist. Die Bienen wurden trotzdem nicht ignoriert, sie haben schon vor Wochen eine Portion Invertsirup bekommen, im letzten Bienenjournal fand sich jedoch ein Artikel, demzufolge bei Ablegern entgegen der üblichen Meinung ein spätes Auffüttern im September das beste wäre. Bei der ersten Varroabehandlung im August sind sehr viele Milben gefallen, in den letzten Wochen hatte das ständige Regenwetter eine weitere Behandlung immer wieder verschoben.


    Zitat

    Als Schwimmhilfen eigenen sich wirklich viele Dinge, die Auftrieb haben. Wenn Du Dir allerdings nicht ganz sicher bist, ob das MAterial ggf. behandelt wurde, würde ich es nicht rein tun. Es lässt sich sicherlich problemlos ersatz finden. (Ich habe mal ersatzweise einfache trockene dünne Zweige genommen).


    Der Rainfarn ist garantiert nicht behandelt, ich weiß halt nur nicht, was die Bienen von seinen natürlichen Inhaltsstoffen halten. Natürlich hatte ich bei der Idee mit den Blütenköpfen als Schwimmhilfe einen Nebengedanken: der Sirup würde aromatisiert. Hier blüht verschiedentlich noch immer Rainfarn, deshalb wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn die Bienen darauf angefixt würden.


    Grüße,
    Robert

  • Als Kletterhilkfe habe ich einfach Holunderäste in Stäbchen geschnitten. Als das Futter alle war haben die Damen das Mark rausgeknappert. War mit der Metode zufrieden

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • :liebe002:Kannst auch einfach Gras abrupfen und als Kletterhilfe in den Trog geben

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • Ich wollte kein Gras. Und auch keine Holunderstöckchen. Ich wollte Blütenköpfe. Von aktuell blühenden Pflanzen. Getrocknet. Sterilisiert. Trotzdem noch mit etwas Aroma. Und ich wollte wissen, ob Rainfarn für die Bienen problematische Stoffe enthält. :roll: (Sorry. Trotzdem danke für die Tips. Ich werde sie bei anderer Gelegenheit ausprobieren.)


    Kurzer Zwischenbericht: ich habe dem kleinen Volk (der beschriebene Ableger) nun doch erstmal 2 Liter 3:2 Sirup im Gefrierbeutel gegeben. Grund: ich kann die Abgabemenge besser steuern (durch die Anzahl der Löcher), und im Falle eines Falles kann ich den Beutel einfacher vorzeitig rausnehmen und von ansitzenden Bienen trennen als einen Trog.


    Das zweite, stärkere Volk hat eine Kunststoffschale voll mit 2,4 kg Invertsirup bekommen, die Oberfläche mit getrockneten Rainfarnblütendolden bedeckt. Tja, ich hoffe die Verwirrung, dass da jetzt eine ultranektarreiche Blumenwiese in ihrer Beute ist, schadet den Bienen nicht. Sie haben sich jedenfalls darauf gestürzt, einmal kräftig an ihren eigebauten Strohhalmen gezogen, und nun ist kaum noch Sirup in der Schale. Ich schätze, von den 2400 g sind nur noch 400 g übrig.


    Die Bienen besetzen die getrockneten Blüten in dichten Trauben, auch wenn der Sirupspiegel mittlerweile einige Zentimeter darunter liegt. Sie scheinen auch auf den Blüten weiterhin nach "Nektar" zu suchen. Was ich noch auffällig fand: es fliegen seit der Fütterung relativ viele Bienen in der Leerzarge (Langstroth 2/3) herum, als ob sie oben raus wollen. Ursprünglich lag oben eine Folie auf, darauf eine Weichfaserplatte, darauf eine Siebdruckplatte. Die (schlecht durchsichtige) Folie habe ich nun durch eine Glasplatte ersetzt, um die Futteraufnahme besser kontrollieren zu können. Sie flogen aber auch schon, als noch die Folie auflag.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    irgendwie erinnert mich Deine Vorgehensweise an die Duftlenkung,
    wie sie von einem russischen Bienenwissenschaftler beschrieben wurde.
    Name weiß ich im Moment nicht, ging um die Rotkleebefruchtung durch Bienen.
    Diese wurde erreicht, das sie aromatisiertes Zuckerwasser oder mit Zuckerwasser betränkte Pflanzen vorgesetzt bekamen.
    Dadurch wurden sie animiert, Rotklee zu befliegen.
    Was ich bei Dir befürchte:
    Durch den Duft des Zuckerwassers werden die Bienen Rainfarn suchen.
    Wenn sie keinen finden, orientieren sie sich nach dem Duft aus den Beuten.
    Da sehe ich Räubereigefahr.
    Nicht umsonst nimmt man zum Einfüttern das relativ geruchlose Zuckerwasser oder Sirup.
    Nimm lieber "geruchsneutrale" Schwimmhilfen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    da Du ja nach den evtl. problematischen Inhaltstoffen gefragt hast:


    Habe ich das hier gefunden im Sicherheitsdatenblatt für Rainfarnöl (ätherisches Öl aus der Pflanze)

    Zitat

    ....Quantitative Angaben zur Toxizität liegen nicht vor. Die gesundheitsschädliche Wirkung ist im Wesentlichen bedingt durch den Gehalt an dem cyclischen Terpenketon Thujon. Vergiftungserscheinungen, welche nach Verschlucken von Thujon und somit auch mit thujonhaltigen ätherischen Ölen auftreten können, sind: Reizerscheinungen an den Schleimhäuten des Magen-Darm-Kanals; heftige, anhaltende tonisch-klonische Krämpfe, Starrezustände in den oberen Gliedmaßen, schwere bis schwerste Stoffwechselstörungen als Folge einer fettigen Degeneration der Leber, degenerative Veränderungen in parenchymatösen Organen, Magenschleimhautblutungen, Blutungen im Gebiet des Herzmuskels, schwere Nierenschädigung. Auf die besondere Gefahr für Kinder, Leber-/Nierenkranke und schwangere Frauen wird hingewiesen.....


    Als Hinweis ist auch aufgeführt, dass man es fernhalten soll von Nahrungsmitteln und Futtermitteln.


    OK, der natürliche Gehalt dürfte gering sein und Du kochst schließlich keinen klassischen Tee daraus durch das Eingeben in den Sirup.


    Das Herauslösen von Pflanzenstoffen aus getrocknetem, eingelegten oder aufgebrühtem Material ist aber immer was anderes als das Sammeln von Nektar aus den Blüten dieser Pflanzen.


    Vielleicht doch besser "neutralere" Kletterhilfen?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Habe ich das hier gefunden im Sicherheitsdatenblatt für Rainfarnöl (ätherisches Öl aus der Pflanze)
    Als Hinweis ist auch aufgeführt, dass man es fernhalten soll von Nahrungsmitteln und Futtermitteln.


    Danke für diese Information. Die Giftigkeit von Thujon für Menschen dürfte jedoch wenig Aussagekraft über die Giftigkeit für Bienen haben. Unser Stoffwechsel ist doch sehr verschieden. (Die Ameisensäurekonzentration in der Stockluft wärend einer Behandlung beispielsweise dürfte für mich ziemlich bald tödlich sein, wenn ich sie länger einatmen müsste.) Ich hatte mir vor allem Sorgen gemacht wegen der in Biogartenbüchern behaupteten Wirkung gegen Pflanzenschädlinge, die ja immerhin genauso wie Bienen zu den Insekten zählen. Andererseits dürfte man Rainfarn auch nicht als Räuchermittel verwenden, wenn das Thujon giftig für Bienen wäre. Habe noch nicht alle Rainfarn-Threads hier gelesen, aber er scheint hier für den Smoker durchaus beliebt zu sein.


    Es hätte ja sein können, dass etwas dazu bekannt ist, dass es schon Berichte über Bienensterben durch Rainfarntee gab oder ähnliches.


    Zitat


    OK, der natürliche Gehalt dürfte gering sein und Du kochst schließlich keinen klassischen Tee daraus durch das Eingeben in den Sirup.


    Ich habe ihn zuerst zum Sterilisieren in einem Sieb über kochendes Wasser in den Dampf gehängt. Dann wieder im Backofen getrocknet. Bei der Behandlung dürften eh ätherische Öle verloren gegangen sein. Und dann habe ich ihn nun doch nur in einem Volk in reinem Invertsirup verwendet, nicht in dem selbstgekochten Zuckerwasser. Aufgrund des geringeren Wassergehaltes des Invertsirups dürfte auch kaum etwas aus den trockenen Blütendolden herausgelöst werden.


    Zitat

    Das Herauslösen von Pflanzenstoffen aus getrocknetem, eingelegten oder aufgebrühtem Material ist aber immer was anderes als das Sammeln von Nektar aus den Blüten dieser Pflanzen.


    Vielleicht doch besser "neutralere" Kletterhilfen?


    Ich werde mich morgen nochmal umschauen. Heute haben sie die 2,4 kg Invertsirup jedenfalls innerhalb von 5 Stunden weggeputzt. Schüssel und Blütendolden sind nun trocken, die Blütendolden aber noch immer dicht mit Bienen besetzt. Kann man daraus etwas schließen? Sind die Bienen jetzt durch das "Erfolgserlebnis" mit den 2 Litern Sirup dermaßen auf den Geruch von Rainfarn geprägt, dass sie nun vorerst nicht mehr davon ablassen wollen?



    Lothar wegen Räubereigefahr: wie Marion schon schrieb ist Nektar ja anders als die Pflanzenstoffe im Kraut und Blüte. Soll heißen: würde Rainfarnhonig in anderen Bienenvölkern nicht anders riechen als Rainfarnpflanzen? Ich weiß, dass man nicht mit Honig aromatisierten Sirup füttern soll, weil das zu verstärkter Räuberei führen könnte, aber "Pflanzenaroma" ist so wie ich das verstehe ein anderer Fall.


    Grüße,
    Robert

  • Hi Re-Mark,


    das sehe ich im Prinzip ganz genauso und glaube nicht, dass nennenswerte Mengen überhaupt rüberkommen. Eine Vergleichbarkeit der toxischen Effekte wollte ich übrigens damit gar nicht unterstellen.


    Dass die Bienen noch auf den Dolden sitzen, liegt doch vermutlich daran, dass hier immer noch Restsirup in winzigen Mengen durch Aufnahme in die getrockneten Pflanzen übrig ist.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zitat

    aber mein Ablegervolk, das ich erst recht spät im Jahr bekommen habe, hat bisher praktisch keine der Mittelwände ausgebaut.


    Sie werden nicht mehr bauen. Da hilft auch kein Zuckersirup. Die Mittelwände kannst du rausnehmen.
    Gruß Ralph

  • ...... Was ich noch auffällig fand: es fliegen seit der Fütterung relativ viele Bienen in der Leerzarge (Langstroth 2/3) herum, als ob sie oben raus wollen. .....


    Grüße,
    Robert


    Guten Tag Robert,


    das könnten, zusammen mit anderen Anzeichen, Zeichen für eine evtl. Räuberei sein. Deckel auf... und etliche stieben nur so weg... da werd' ich bedenklich.


    Sollte man im Auge haben.


    Gruß

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)