Wann hört man auf mit AS-Behandlung?

  • Dreimal in Abständen von drei bis vier Tagen habe ich nun nach Henrys Schwammtuch-Methode mit AS behandelt, drei Tage nach der letzten Behandlung waren immer noch 100 bis 200 Milben auf den Gemüllschiebern. Ich habe Skrupel noch ein viertes Mal zu behandeln. Die Völker sind bis auf eines völlig brutfrei, wahrscheinlich legen die Königinnen wegen der Ameisensäuredämpfe nicht, und bei einer vierten Behandlung wird die Brutpause noch weiter verlängert.


    Ich frage mich, was ich eigentlich den Bienen und besonders den Könignnen an Ameisensäure zumuten kann. Ist womöglich die Gefahr durch so viel AS größer als die Gefahr durch die Varroas?


    Oder ist bei so starkem Milbenfall (100 bis 200 nach drei Tagen) eine weitere Behandlung unabdingbar?


    Holbee

  • Hallo Holbee,


    ich persönlich finde Deinen Behandlungszyklus ganz schön "hart". Gönn den Immen eine Verschnaufpause. Die Schwammtuchmethode ist nicht ohne (soll sie ja auch nicht sein - muss ja auch wirken !). Dennoch würde ich jetzt erstmal abwarten um das Ergebnis zu kontrollieren. Das braucht aber Zeit....Mitte Oktober nochmal den Befall untersuchen (so würde ich es machen). Zur Not kannst Du dann noch einmal nachbehandeln (evtl. aber dann mit der Flasche oder dem Dispenser).


    Gefüttert hattest Du noch nicht, wenn ich die anderen Beiträge in anderen Therads richtig gelesen haben, oder ?
    Ich habe bei meinem letzten Volk gestern die Behandlung abgeschlossen. Damit haben meine "7" jetzt alle einmal 100 ml 85%ige AS im Dispenser bekommen. Für unsere Gegend könnte das ausreichen. Bei den Jungvölkern sind keine 30 Milben gefallen (an ca. 5 Tagen). Bei zwei Altvölkern aber mehrere hundert. (mit denen hatte ich Mitte August angefangen). Ich füttere die jetzt erstmal langsam auf bis Mitte Oktober und dann "schaun mer mal" :-)

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Holbee,


    ich bin kein AS Profi, aber ich denke, so bist Du auf dem besten Weg, Deine Völker zu ruinieren.


    Wenn Du Henry´s Beiträge aufmerksam gelesen hättest, dann wüstest Du, das er auffüttert, 1 Mal behandelt und dann mindestens eine Woche den Befall beobachtet.
    Je nach Abfall reagiert er dann.


    Ich hab das aus dem Gedächtnis geschrieben, ich würde Dir raten, noch einmal seine Beiträge zu dem Thema zu lesen.


    Ich würde (aus heutiger Sicht) nie AS an meine Bienen lassen (meine perlönliche Einstellung) aber wenn, dann so wie er.


    Was erhoffst Du Dir von einer solchen Behandlung? Die Milben aus der Brut haben gar keine Zeit auf die Windel zu fallen, kommt schon die nächste Granate.

  • weimaraner
    Ich hatte nach jeder Behandlung ganz wenig gefüttert (ein paar Liter Ambrosia), weil alle Völker reichlich Futter eingelagert haben und schon jetzt 38 bis 41 kg wiegen. Aber wie ich las (ich glaube in einem Beitrag von Henry) kann ein Volk durchaus so viel Futter einlagern, dass es 50 kg wiegt. Deshalb werde ich jetzt weiter füttern und hoffe, dass sie nicht die Brutwaben ganz voll packen!


    Günther B.
    Diesen Thread schrieb ich ja, weil ich Bedenken wegen der AS-Behandlungen habe. Du sagst mir also, dass ich diese Bedenken zu recht habe. Ok, ich warte erstmal ab und beobachte weiter den Milbenfall. Ich erhoffe mir aus der Behandlung, dass die Milben auf ein für die Bienen erträgliches Mass reduziert werden. Die zeitliche Abfolge der Behandlungen habe ich selbst gewählt bzw. von befreundeten Imkern übernommen, die es so gemacht haben. In unserem Lehrgang vor zwei Jahren soll es geheißen haben, dass man so lange behandeln sollte bis nur noch ca. 5 Milben fallen!


    In den vergangenen zwei Jahren behandelte ich mit dem Nassenheider, einmal. Das war genug. Im Dezember dann noch eine Träufelung mit Oxalsäure. Ich hatte in den Jahren bei weitem nicht einen so starken Milbenfall wie jetzt, deshalb meine Fragen.


    Holbee

  • Ich habe Anfang August je Volk 150 ml AS 85% in einer Flasche, mit einem aus der Flasche ragendem Kaffeefilter, verabreicht. ( Ableger 1/2 Menge) Das war witterungsbedingt innerhalb von 4 -5 Tagen verdunstet. Diese Radikalkur hat zu massiven Abtöten der Milbe, aber auch zu starken Bienen- und Brutverlusten geführt, aber keine Weiselverluste. Ab 13.08. habe ich mit der Einfütterung begonnen und die Völker sind nochmals gut in Brut gegangen. Als dieser erste Brutzyklus, nach der Behandlung geschlüpft war, wurde nochmals die gleiche Behandlungsprozedur duchgeführt. Nach einer Woche war etwa 40 -50% der eingestellten AS verdunstet. Danach habe ich die Behandlung abgebrochen, meine Wirtschaftsvölker winterdicht verpackt. Nur die Ableger werden jetzt noch in kleinen Dosen weiter gefüttert ( aller 4 -5 Tage 1 Liter Fertigsirup). So lange sie das Futter noch annehmen werd ich weiter füttern und dann ist auch dort das Jahr für mich abgeschlossen. Allerdings muß ich sagen, ich habe seit wir die Milbe kennen noch nie den Windelbefall ausgezählt, aber auch noch nie durch die Milbe Völker verloren. Ich hoffe das es in diesem Winter die gleichen Überwinterungsergebnisse gibt.

  • Hallo Holbee!
    Starr nach Henrys Muster, sprich behandeln, am nächsten Abend Schwmmtücher raus und 1,2,3 Kilo Futter rein, 6 Tage warten und dann wieder AS drauf, je nach Bedarf.
    Alles Andere geht höchst wahrscheinlich schief, wie du ja auch in deinem Fall merkst.
    Einen Rat bei der Situation um diese Jahreszeit habe ich nicht.


    Ich habe meine Völker allesamt 4x behandelt, Fall ging von ca. 10 Milben nach der letzten Behandlung bis hin zu ca. 200 Milben nach der letzten Behandlung.
    Sehr deutlich wurde ein hoher Befall der Wirtschaftsvölker und ein in Relation recht geringer Befall von Schwärmen diesen Jahres und Jungvölkern / Ablegern sowie ein erschreckend hohes Ausmass an mit dem WD-Virus infizierten Bienen.


    Ich füttere jetzt ein in der nächsten Woche und hoffe dann, alle Völker kurz vor Weihnachten nochmal per OS behandeln zu dürfen.
    Ich bin allerdings optimistisch, da bis auf ein Volk sämtliche anderen trotz tw. (s.o.) hoher Milbenbefallsrate mehr oder minder reichlich in der FZ sitzen und eine schöne Volksstärke aufweisen.
    Der genannnte Kandidat wird nächste Woche vereinigt mit einem Goldrutenheimkehrer und dann ist soweit Ruhe.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!


  • Ich frage mich, was ich eigentlich den Bienen und besonders den Könignnen an Ameisensäure zumuten kann. Ist womöglich die Gefahr durch so viel AS größer als die Gefahr durch die Varroas?


    Oder ist bei so starkem Milbenfall (100 bis 200 nach drei Tagen) eine weitere Behandlung unabdingbar?


    Hallo Holbee,


    Du schriebst an anderer Stelle :


    Vor 5 Wochen fand ich nach einem 3-tägigen Test nur jeweils 2 bis 3 Milben auf den Windeln meiner Völker. Dies ließ mich beruhigt zurück lehnen, bis ich Ende August von Urlaubsreisen zurück kam. Ein Test Anfang September ergab nach einem Tag 30 bis 40 Milben pro Volk!


    Bei einem natürlichen täglichen Milbenfall von 30 bis 40 Milben pro Tag waren Anfang September nach einer groben Faustregel (also pi mal Daumen) 6.000 bis 8.000 Milben im Volk.


    Bei einem derart hohen Befall war es aus meiner Sicht absolut richtig, dass Du sofort die Notbremse gezogen und nach dem Motto "Sekt oder Selters" in kurzem Abstand dreimal mit Ameisensäure per Schwammtuch behandelt hast.


    Ich kenne keine Sommerbehandlungsmethode, mit der man einen so hohen Befall schneller wieder in den Griff kriegen kann.


    Da die Völker nach Deinem Eindruck noch gesund wirken, stehen die Chancen sehr gut, dass Du sie erhalten kannst. Die Brutpause spielt dabei keine große Rolle. Während der abnehmenden Brut sind schon reichlich langlebige Bienen entstanden, die über den Winter kommen werden.


    Hier kannst Du ein Beispiel sehen, wie ich ein Volk mit einem natürlichen Milbenfall von über 40 Milben täglich Ende August 2007 in erster Linie durch 3 AS Anwendungen innerhalb von 10 Tagen gerettet habe:


    http://home.arcor.de/Imkervere…Milbenfall/Volk5-2007.htm


    Warte jetzt erst mal ab, wie sich der tägliche Milbenfall eine Woche nach der letzten Behandlung einpendelt und gib dann die Zahlen bekannt.


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon
    ---
    Vertrauen ist gut, Varroakontrolle ist besser


  •  
    Warum behandelst Du in so kurzen Zeitabständen mit AS?
    Wenn die erste Behandlung gewirkt hat, was ich bei diesem Milbenfall stark annehme, dann hast Du mit den weiteren Behandlungen nur tote Milben behandelt und deine Bienen unnötig gestresst. Da toter als tot auch bei Milben nicht geht, völlig überflüssig.
    Da wird wirklich die Gefahr durch die Behandlung größer als die Gefahr durch die Milben!!
    Wer so gerne behandelt, sollte vielleicht doch besser zur OS-Bedampfung übergehen.


  • Wenn die erste Behandlung gewirkt hat, was ich bei diesem Milbenfall stark annehme, dann hast Du mit den weiteren Behandlungen nur tote Milben behandelt


    Die erste Behandlung hat gewirkt und der Milbenfall hat gezeigt, dass viele Milben in den Völkern sind. Mit einer Behandlung habe ich doch nicht alle Milben erwischt. Viele sind noch lebendig im Volk, das war meine Vermutung. Und deshalb die weiteren Behandlungen, um also die Milbenzahl möglichst stark zu dezimieren.


    Die letzte Behandlung war nun eine Woche her und der Milbenfall war deutlich geringer als nach der ersten Behandlung. Deshalb wollte ich jetzt erstmal nicht wieder behandeln, den täglichen Milbenfall weiter beobachten, weiter Auffüttern und im Dezember eine Nachbehandlung mit OS (geträufelt) machen.


    Johannes
    Ich denke, dass ich mit meinem Plan ungefähr deinem Vorschlag entspreche, vielen Dank für deine detaillierten Stellungnahmen.


    Rubikon
    Der Milbenfall lag vier Tage nach der letzten Behandlung zwischen 50 und 200, jetzt - sieben Tage danach - sind einige mehr auf den Windeln, aber nicht deutlich mehr.


    Holbee

  • Zitat


    ... jetzt - sieben Tage danach - sind einige mehr auf den Windeln, aber nicht deutlich mehr.


    Hallo Holbee,


    diese Angabe ist zu ungenau, um den derzeitigen täglichen Milbenfall und damit die Wirkung der 3 Schwammtucheinsätze beurteilen zu können.


    Ich rate Dir, die Windeln zu reinigen und nach 3 oder 4 Tagen noch einmal die in diesem Zeitraum gefallenen Milben zu zählen und hier zu posten.


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon
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