Naturbau & Kommunikation

  • Moin, moin,


    die Bienen fliegen ja zumeist in Grüppchen aus, nachdem sie von den Scouts per Schwänzeltanz den Weg erklärt bekommen haben.
    Früher waren das immer so 4-6er Gruppen.


    Seitdem wir Naturbau haben, sind es deutlich mehr geworden - eher 14-24.
    Wir führen das auf die besseren Schwingungseigenschaften der ja nun wesentlich dünneren Naturbauwaben zurück - die Tanzsignale werden in einen größeren Bereich übertragen, und es werden mehr grad arbeitslose Sammlerinnen informiert.


    Die Bienen müssen also nicht nah an der Tänzerin sein, und Körperkontakt haben, um die Wegbeschreibung mitzukriegen, sondern können auch weiter weg sein, solange es auf der gleichen Wabe ist.


    Klar ist das nix Neues dank Tautz, aber so auffällig wie dieses Jahr war es bei uns noch nie.


    Durch das bei uns ganzjährig ziemlich kleine Flugloch kann man die einzelnen Gruppen sehr gut starten und landen sehen (und mitzählen :lol:), sie kommen meist auf etwa 2m Höhe eingeflogen und landen dann nacheinander wie als eine Perlenkette im 45° Winkel zielgenau sehr schnell, auch bei starkem Wind.


    Diese größere Anzahl an Sammlerinnen pro Gruppe erklärt nach unserer Meinung dann auch, warum sowohl die abgeschwärmten Völker als auch die Schwärme so schnell so große Honigmengen eingebracht haben - das ist einfach effizienter und rationeller als mit den Minigruppen.


    Und man sieht es auch bei der Pollenversorgung, auch da kommen immer größere Gruppen mit Pollenhöschen der gleichen Farbe rein.


    Ich finde das einen ziemlich bemerkenswerten Unterschied zu mittelwandbasierten Waben, und stelle mal wieder fest, daß die Entscheidung, die Bienen selbst machen zu lassen statt ihnen mit viel Arbeit Mittelwände reinzuhängen, goldrichtig war.:Biene:
    (und es ist der 12.9. und wir haben immer noch keine Räuberei - noch nie dagewesen. Alles entspannt, easy going, viel Brut, und Mengen arbeitsloser Bienen im oberen Bereich, die einfach nur rumhängen - die müssen anscheinend nicht arbeiten, Vorräte sind gesichert, da ist kein Druck - faszinierend.....)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, Andre,
    nö, hab ich nicht, brauch ich aber auch nicht - ich hab ein gutes Gedächtnis, und weiß, wie das Flugbild früher zu MW-Zeiten aussah :wink:
    Außerdem ist das nicht als wissenschaftliche Beobachtung deklariert, sondern als "meine" - mehr nicht.:p_flower01::Biene:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,


    sabi(e)ne :
    Hast Du Erkenntnisse wie sich der Honigertrag bei Vergleich Mittelwände zu Naturbau im Brutraum verhält?


    @all:
    Ich habe unterschiedliche Differenzen gelesen von 4-10 kg bei Naturbau im Vergleich zu Mittelwänden im Brutraum.


    Mein eigener Versuch im Vergleich von 17 3-Waben-Ablegern aus Ende April 2010 zeigte, dass Naturbau im Brutraum mindestens 5 kg Honig kostet.
    3 Ableger wurden nicht begattet.
    10 Ableger mit Naturbau brachten keinen Honig.
    4 Ableger mit Mittelwänden brachten zwischen 5 und 10 kg Honig bei der Sommer-Ernte.
    Die Honigräume mit Mittelwänden waren bei allen 14 Ablegern nach 5 Wochen über Absperrgitter aufgesetzt worden.


    Wie sind Euere Erkenntnisse dazu?


    Grüsse von


    Petra

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  • Mein eigener Versuch im Vergleich von 17 3-Waben-Ablegern aus Ende April 2010 zeigte, dass Naturbau im Brutraum mindestens 5 kg Honig kostet.
    3 Ableger wurden nicht begattet.
    10 Ableger mit Naturbau brachten keinen Honig.
    4 Ableger mit Mittelwänden brachten zwischen 5 und 10 kg Honig bei der Sommer-Ernte.


    Moin Petra,


    wie differenzierst Du denn hier die Bedingungen, um den Honigeffekt herauslesen zu können? Den Umstand, dass dieses Jahr IMHO ein alles andere als normales Jahr in Sachen kontinuierlicher Ableger- und Zuchtentwicklung war, mal beiseite gelassen? Da beeinflusst doch weit mehr als nur die Frage mit oder ohne MW die Möglichkeiten eines Ablegers, möglichst viel Honig zu sammeln? Hattest Du so dunklen Honig, dass es besser war, ihn den Ablegern nicht zu lassen?

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: Wort ergänzt

  • Hallo zusammen,


    Wentorfer - Marcus:
    Alle Ableger wurden am gleichen Tag gebildet, in gleiche Beuten gesetzt und standen dann am gleichen Platz.
    Zusätzliches Futter gab es keines, da gegenüber dieses Jahr Raps blühte und danach aus vielen Vorgärten genug reinkam.
    Ausser nach 5 Wochen Brut-Kontrolle und ggf. Absperrgitter und Honigraum aufsetzen, gab es sonst keine Eingriffe.
    Geschleudert wurden alle zum gleichen Zeitpunkt Mitte Juli.


    @all:
    Die Ableger-Entwicklung war bei den Ende April gebildeten bei mir überall gleich und stark.
    Bei den Anfang Juni gebildeten Ablegern und der Königinnen-Vermehrung gab es erhebliche Unterschiede.


    Grüsse von


    Petra

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  • Moin, moin,
    ich rede von Äpfeln (Vorschwärme und abgeschwärmte fette Völker) und Petra redet von Birnen (3W-Ableger) - das kann man nicht vergleichen.


    Von Ablegern(!) Honig zu erwarten, ist ein bißchen sehr viel verlangt, da sollte ausschließlich der Volksaufbau Priorität haben....
    Ablegern Honig zu entnehmen, ist wie einem Baby die Flasche wegzunehmen - das macht man einfach nicht, und wenn's den Imker noch so juckt.
    Zumal der Honig ja dann wohl aus dem Brutraum stammen muß, und es gibt die Regel: "Was im Brutraum ist, gehört den Bienen" - einzige Ausnahme ist Melizitose....


    Die Schwärme hatten nicht sichtbar weniger Honig als die abgeschw. Völker, obwohl sie viel mehr bauen mußten. Allerdings haben beide Gruppen auch Wahnsinnsmengen an Honig auch wieder verbrütet, erst im Juli in der Trachtlücke, als hier alles in der Sonne dörrte, und dann bei dem besch*** Augustwetter.


    Ich kann keinen Faktor "Wachs zu Honig" angeben, weil das ganze Jahr völlig anomal war, das kann leider kein Maßstab sein.
    Fakt ist jedenfalls, daß die Schwärme bei Volltracht extrem Gas geben, sowohl beim Bauen als auch beim Sammeln, von daher ist es wirklich wurscht, was der Naturbau "kostet", am Endergebnis dürfte das nichts wesentlich ändern.
    Ob das jetzt 5 oder 10kg pro Schwarm waren, juckt mich nicht im geringsten - wenn die Bienen das brauchen, sollen sie es haben, und ich bin heilefroh, keine MWs mit irgendwelchen Rückständen antiker Varroamittel mehr in den Kisten zu haben.


    Sollte ich je unglücklich sein über ein paar Kilo Honig, den die Bienen gefressen/verbaut/verbrütet haben, wäre das *für mich* der Zeitpunkt, mit der Imkerei sofort und ganz aufzuhören, denn dann wäre es nicht mehr Imkerei aus Leidenschaft und Interesse für die Tiere, sondern nur noch Honigproduktion bis zum letzten Gramm, und das ist nicht die Basis meiner Arbeit.

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    Bruce Springsteen

  • Servus miteinander,
    ich arbeite seit 10 Jahren mit naturwabenbau,und kann die beobachtungen von Sabine nur bestätigen. Der "Energieverbrauch" im vergleich zu Mittelwandimkerei ist verschieden hoch,z.B. wenn Schwärme die Rapstracht
    noch nutzen können,oder wenn der Volksaufbau in eine Massentracht wie heuer fällt,kann man von mittelstarken Schwärmen noch einen Honigraum ernten,und hat ein Wabenwerk im Brutraum, das einem immer wieder
    von neuem begeistert.
    Herzliche Grüße
    aus Bayern
    von Schorsch

  • Zitat Sabiene:Bienen selbst machen zu lassen statt ihnen mit viel Arbeit Mittelwände [I]reinzuhängen, goldrichtig war.
    (und es ist der 12.9. und wir haben immer noch keine Räuberei - noch nie dagewesen. Alles entspannt, easy going, viel Brut, und Mengen arbeitsloser Bienen im oberen Bereich, die einfach nur rumhängen - die müssen anscheinend nicht arbeiten, Vorräte sind gesichert, da ist kein Druck - faszinierend.....) [/I]


    Ist das in Klammern gesetzte, ein Resultat des Naturbaus oder könnte ich gleiches auch bei Mittelwänden beobachten?


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Moin,
    3W-Ableger nach 5 Wochen HR drauf? Nach 1,6 Brutzyklen?
    Selbst mit voll legender Königin wäre nicht genug Personal zur Pflege dieser ganzen Brut da, geschweige denn, auch noch mehr als das Nötigste ranzuschleppen.


    Mehr sag ich lieber nicht.

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    Bruce Springsteen

  • Bernd : das hat wohl eher mit der Tracht und dem Wetter zu tun, und der Tatsache, daß wir nix weggenommen haben - erst waren die HR proppenvoll, drei Wochen später wieder halbleer, und das mehrfach nacheinander.:roll:


    Irgendwann hatten wir die Nase voll, und beschlossen, wir lassen jetzt alles drauf und sparen uns dafür den Streß mit dem Einfüttern, und gucken, was passiert.
    Und oh Wunder, keine Räuberei (außer bei dem einen Schwarm, wo die Königin verlorenging und das Muttervolk alles inkl. Bienen wieder nach Hause holte - klingt unglaubwürdig, war aber so).


    Wir haben aber insgesamt auch erst 3x aufgemacht, hauptsächlich war Fluglochbeobachtung und durch die Deckelscheibe gucken angesagt, das hat eigentlich gut gereicht, um zu wissen, was los war.


    Im Juli bei der Hitzewelle haben wir morgens früh zum ersten Mal live gesehen, daß die Bienen tatsächlich das Kondenswasser vom Brüten/Honig eindicken von der Scheibe wegsüffeln statt unbedingt draußen zu suchen....


    Aktuell fliegen sie schon morgens bei Dämmerung los, als wenn immer noch Volltracht wäre...:eek: aber gar nicht so hektisch wie bei echter Volltracht.
    Und Regen und/oder Wind kratzt sie gar nicht, die machen einfach weiter.


    Man kann auch sehr gut beobachten, daß sich je nach Uhrzeit die Pollenfarbe und oft auch die Ausflugrichtung ändert - es stimmt, daß die meisten Pflanzen nur zu bestimmten Zeiten honigen/pollen - und die Bienen wissen, wann das ist.:Biene:
    Im Beifuß waren sie immer am späten Vormittag und dann ziemlich geballt, während sie auf der Goldrute erst nach den ganzen Schwebfliegen loslegen, die sitzen da schon bei Sonnenaufgang drauf, die Bienen erst so ab 10.


    Ob du das auch so mit MWs haben kannst, weiß ich nicht - ich schieb es auch mehr auf die dicken Schwärme/Restvölker plus den Naturbau - da kann kein Ableger mithalten, da müßtest du dich mit "einmal vertikales Teilen plus Schwärme zulassen" befassen, und dann berichten, wie das mit MWs aussieht....:wink::Biene:
    Aber es dürfte schwer werden, nochmal SO ein Jahr zu erwischen, trachtmäßig.:-(

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