Wintersitz windfest machen

  • Hallo zusammen,


    ich habe seit geraumer Zeit 4 Ableger Buckies, sie entwickeln sich gut, zwei Völker haben auf 10 Waben ausgebaut, die zwei anderen haben immerhin 6 Wabengassen geschafft. Das Zuckerwasser für den Winter lagern sie schön ein und sind im allgemeinen (fast) immer lieb.


    Den Standort habe ich nahe am Haus gewählt, um sie täglich beobachten zu können, leider ist der Platz für Bienen etwas ungeeignet. Am Ortsrand stehen sie frei und leicht erhaben in Richtung eines kleinen Tales, die Ausrichtung des Fluglochs ist (wegen den Nachbarn) Richtung Nord-West. Im Winter bläst es von dieser Seite immer sehr kalt her, Büsche oder Bäume als Schutz fehlen beinahe ganz.


    Freilich habe ich gelesen, dass der Standort meist nur von sekundärer Bedeutung ist und Honigbienen zum Überwintern einen offenen Gitterboden ebenso gut kompensieren können. Doch ob des zu erwartenden kalten Windes habe ich Bedenken, ob die Buckies das gut überstehen.


    So wie ich gelesen habe, kann man in diesem Fall das Flugloch mittels eines Brettchens oder Ziegels vor direktem Wind gut schützen. Ich habe mir jedoch auch überlegt, zusätzlich die Windel einzuschieben, um nicht dem Wind Gelegenheit geben zu können, kalt einzublasen. Damit die Lüftung stimmt, möchte ich die Windel mit einigen 10-er Löchern versehen.


    Dann wirds nie zu warm, größere Kältverluste werden aber ebenso minimiert. Ist das eine gute Idee, oder gibts da Bedenken? Was meint Ihr?


    Für Tipps dazu wäre ich wirklich dankbar!


    Grüße
    Martin

  • Hallo Martin,


    kannst Du keine Büsche (wintergrün) neben den Stand pflanzen und bis zur benötigten Wuchshöhe einen künstlichen Windschutz (Markisenstoff) aufstellen?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,


    leider gehört mir die Wiese nicht, deshalb kann ich da nichts pflanzen. Ein aufstellbarer Windschutz wäre ggf. eine Idee. Dennoch frage ich mich, was gegen eine gelochte Windel sprechen könnte, Schimmelbefall derselben und Atemnot der Bienen kämen dann praktisch nicht vor, und kalter Wind könnte auch nicht in den Stock eindringen.


    Viele Grüße
    Martin

  • Hallo matahari,
    wenn es den Bienen zu zugig werden würde, würden sie dann nicht den Gitterboden zukitten?
    Das ist jedenfalls der Grund, warum ich meinen offen lasse...
    Bei den Löchern in der Windel könnten sie das jedenfalls nicht, selbst wenn sie wollten.
    (Vorsicht: Gedanken eines Anfängers)
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Dennoch frage ich mich, was gegen eine gelochte Windel sprechen könnte, Schimmelbefall derselben und Atemnot der Bienen kämen dann praktisch nicht vor, und kalter Wind könnte auch nicht in den Stock eindringen.


    Das kommt ein bisschen drauf an, was Du mit "zu erwartendem kalten Wind" meinst. Wenn es auf freien Flächen frontal in´s Flugloch weht oder seitlich dran vorbei ist das nicht so super. Vor dem Problem stehe bei einem neuen Standort auch gerade. Der Bodenschieber gehört meiner Meinung nach im Winter auf. Wir wollen ja die Bienen aus der Brut bringen bzw. davon abhalten, bei einem ersten, kurzen Temperaturanstieg gleich wieder in Brut zu gehen. Auch wenn sie eh nur die Wintertraube heizen, heisst das ja nicht, das um diese herum ein Dauergebläse hilfreich wäre..


    Ich werde mal mit etwas mehr als zargenhohen Reetmatten, an Einstecklatten genagelt, experimentieren. Das hat dann hoffentlich den wichtigen Nebeneffekt, dass die Bienen nicht von weissen Schneeflächen nach draußen gelockt werden, wenn die Sonne drauf scheint, wo sie dann in selbigen versinken.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Kann man die Beuten im Winter nicht umdrehen und im Früjahr wieder zurück?


    Schneit es dann nicht von oben rein? :lol:


    Also im Ernst, irgendwelche Matten als Windschutz aufzustellen ist auch eine gute Idee, bei zugigem Standort eine Möglichkeit.


    henrike : "wenn es den Bienen zu zugig werden würde, würden sie dann nicht den Gitterboden zukitten?"


    Ich glaub wenn es richtig kalt wird, kitten die Bienen nix mehr, sondern bleiben brav in der Wintertraube.


    Hat nicht im "Oktoberfred" jemand den Versuch mit offener und geschlossener Windel gemacht bei kaltem Wind, und ist zu dem Schluß gekommen, dass bei eingeschobener Windel weniger Totenfall eintritt?


    @ marcus: Ja, das machen alle Imker, offener Boden ist kein Problem und besser um die Bienen aus der Brut zu bringen, Bienen können ja viel kompensieren. Bedenken hab ich eben, wenn es zu kalt wird, und die Bienen das nicht mehr wegstecken können. Eine gelochte Windel nimmt dann ja nicht die Kälte raus, sondern einen evtl. kalten Zug, der ein Problem für die Traube werden könnte. Klingt für mich logisch und naturnah, bin aber leider kein BSV.


    VG
    Martin

  • Hallo Martin,


    es gibt doch auch schließlich geschlossene Böden. Du tauschst nicht gegen einen geschlossenen, sondern reduzierst mit gelochtem Abschluß die Angriffsfläche für die ungebremsten Windböen.


    Ich finde das vernünftig. Würde ich in Deiner speziellen Situation auch so machen.
    Natürlich stecken Bienen alles mögliche weg und überleben tun sie noch viel mehr.


    Interessant fand ich auch diese Anmerkung zum Totenfall im Vergleich (find den Fred auch nicht mehr dazu).
    Du machst einen Kompromiss aus Windschutz und Belüftung. Müßte doch gehen, so theoretisch überdacht. "Warm" wird`s den Ladies im Winter dadurch bestimmt nicht.


    Denk mal an den "hohlen Baum" - da weht`s auch nicht ungebremst rein.


    So meine Überlegungen dazu.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich finde die Variante von Abraxas am sinnvollsten, sollte ja bei 5 Völkern kein Problem sein. Ich würde sie nach Weihnachten gen Südosten drehen und Anfang März zurück, Aber anscheinend hast du deine Windeln schon perforiert, weil du so versessen auf die Idee bist. mfg

    Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? ( Vincent van Gogh )

  • Moin, moin,


    dann würde ich wohl einfach die Windel wie sonst auch bei eingeengtem Flugloch auf Klötzchen stellen und so den Wind brechen, aber die Belüftung möglich lassen...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin,


    dann würde ich wohl einfach die Windel wie sonst auch bei eingeengtem Flugloch auf Klötzchen stellen und so den Wind brechen, aber die Belüftung möglich lassen...


    Gruß Clas


     
    Hallo Clas,


    ich versteh nicht ganz wie Du das meinst: die Windel schiebe ich hinten am hohen Unterboden durch Einschubfugen ein. Auf Klötzchen o.ä. kann ich da nichts stellen.


    VG
    Martin

  • Moin,


    bei meinen Beuten ist hinten im hohen Boden ein Einschubloch. Dort kann man, über dem Gitterboden, eine Varroaschulade einschieben. Die Windel darin hat ein Loch.


    Man kann aber auch eine Universalwindel einschieben, die dann direkt auf dem Gitter steht und dieses abdichtet. Wenn ich mehr Lüftung möchte, schiebe ich erst zwei Leisten ein und stelle die Universalwindel darauf.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...