Ich krieg die "alten Schwarten" nicht raus

  • Schon im letzten Jahr nahm ich die dunklen Waben nicht raus, weil sie voll Futter oder sogar Brut waren. Das war das erstemal in meinem Imkerwerdegang, dass ich Waben auswechseln wollte (und musste).


    In diesem Jahr wechselte ich nicht gleich bei der letzten Honigernte alte Waben der untersten Zarge aus, weil es ja vielleicht noch eine weitere Honigernte geben könnte. Aber als ich sie kürzlich vor der AS-Behandlung raus nehmen wollte, fand ich wieder dasselbe Bild vor wie vor einem Jahr. Die Bienen saßen dicht auf den meisten Waben der untersten Zarge, eben jenen dunklen, die ich auswechseln wollte. Und diese waren auch noch mit Nektar und vielen Pollen gefüllt, zum Teil auch mit Brut. Ich brachte es nicht fertig, den Bienen Pollen und Brut weg zu nehmen und ließ die Waben (bis auf sehr wenige) wieder in den Zargen.


    Mir fiel auf, dass gerade die alten dunklen Waben immer gleich wieder belegt sind mit Brut, die Bienen scheinen die alten gebrauchten besonders gern zu mögen.


    Wann bietet sich die nächste Gelegenheit, die dunklen Waben heraus zu nehmen? Jetzt werden sie doch sicher beim Auffüttern mit Winterfutter gefüllt und müssen deshalb drin bleiben. - Irgend was mach ich da falsch, befürchte ich. Weil das nämlich bei anderen keine Frage zu sein scheint, bei allen funktioniert das problemlos .......:roll:


    Holbee

  • Weil das nämlich bei anderen keine Frage zu sein scheint, bei allen funktioniert das problemlos .......:roll: Holbee


    Moin, Moin aus Hamburg ,
    da mach Dir man mal keinen Kopp. Die Meisten haben für Fragen auch nicht "den Mors in der Büx".


    Wald & Wiese hat recht und ansonsten mußt Du über das Jahr immer mal was rausschmeißen , was Dir so in die Finger kommt. Leer sind die Waben fast nie.
    Dann geht auch mal von dem jeweiligen Inhalt was mit weg.


    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Holbee,


    für das Problem sehe ich zwei Möglichkeiten:

    • besetzte Brutwaben nach oben tauschen (so haben wir das im Anfängerkurs gelernt)
    • auslaufende Brut (mit Ammenbienen, ohne Königin) in eine Brutscheune; separat behandeln und später rückvereinigen oder Ableger verstärken (so hab' ich es dieses Jahr gemacht). So rettest Du zumindest die Brut; für die Pollenbretter habe ich aber auch keine Lösung.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo Holbee,
    mach es wie wald&wiese schreibt. Im Frühjahr sitzt die Brut meistens in der oberen Zarge, untere Zarge mit alten Schwarten wegnehmen, die (ehemals) obere Zarge auf´s Bodenbrett stellen und dann eine Zarge mit MW/ hellen LW oben drauf.


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Holbee,
    arbeitest du mit Magazinen und überwinterst du auf zwei Zargen? Dann kannst du als erste Arbeit im Frühjahr die unterste Zarge wegnehmen und damit auch die alten Schwarten.
    Gruß Ralph

  • Hallo,
    Waben nach und nach zu entnehmen würde ich für die Bienen als relativ stressig bezeichnen, mal abgesehen, das mich das nerven würde, und alle kriegst Du da nie raus.
    Ich will nicht jede einzelne Wabe mit Reißnägeln markieren müssen, um zu wissen, wie lange die drin ist.:roll:


    Totale Bauerneuerung heißt das Zauberwort:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=22353&page=2&highlight=Bauerneuerung


    Einmal im Sommer nach der letzten Ernte. Bei mir sind inzwischen wieder Pollenwaben angelgt, als ob nie was gewesen wäre. Jetzt wird das Brutnest wieder für 2 Jahre so belassen, wie es ist.


    Wenn man so wie ich, seine Völkerzahl erreicht hat und nicht mehr wachsen will, ist das eine hervorragende Möglichkeit mit "neuen" Völkern in den Winter zu gehen.
    Bei der Hälfte der Völker durchgeführt, ist man auf der sicheren Seite, was die Milbe betrifft.


    Grüße, Günther.

  • Moin


    Die Entnahme in Frühjahr (März - wenns Wetter mitspielt) geht normalerweise problemlos.
    Aber auch dann wirst Du vielleicht noch etwas Pollen in den Waben haben. Das ist nun mal so.
    Beschrieben ist es ja schon oben.


    Für´s nächste Jahr: eine Entnahme im Herbst, ist auch möglich.
    Du musst die Bienen dann nur mit recht viel Platz lassen. Also 3 Zarge, und etwa mitte September den unteren Raum rausschmeissen. Das geht auch recht gut. So habe ich es gemacht, wenn ich aus der Heide zurückkam.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo zusammen,
    Entschuldigung Holbee, dass ich Deine Frage auch gleich für mich aufgreife: ich habe genau das gleiche Problem.


    Mein Ableger sitzt in Dadant auf jetzt 10 Waben, davon sind 6 Langstroth vom Imkerpaten. (Da die bestellte Beute so lange brauchte, bis sie geliefert wurde, musste ich im Langstroth-Ablegerkasten auf 6 Waben erweitern und konnte erst dann umsetzen.) Beim Umsetzen habe ich natürlich die Wabenreihenfolge beibehalten, so dass die L-Waben jetzt in einer Hälfte sitzen. Ich hatte gehofft, dass das Brutnest vom Rand weg in Richtung Mitte "wandert" und dabei schon im Herbst ein-zwei Waben frei werden. Aber die Bienen scheinen diese alten schwarzen Dinger zu lieben und haben sich kein Stück davon runter bewegt und lieber unen noch angebaut und trotzdem das Brutnest in die Mitte erweitert. Mir wär's egal, aber mein Imkerpate möchte, dass ich "den Wintersitz" einrichte, dabei seine Waben an den Rand hänge und sie dann im Frühjahr entnehme. Das bereitet mir Bauchschmerzen, ich möchte ungern jetzt noch eingreifen und dort alles durcheinander bringen.


    Was würdet Ihr mir raten?


    Wie kann ich im Frühjahr einschätzen, dass ich nicht zu viele Jungbienen mit entnehme, falls die alten Waben doch wieder bebrütet sein sollten (vielleicht nicht die beiden ganz am Rand, aber da sind ja noch 4 "in der Mitte"...?
    Oder soll ich meinem Imkerpaten nicht einfach besser 6 neue Rähmchen kaufen (er wird die schwarzen Waben ja wohl nicht wieder irgendwo reinhängen wollen...?)


    Danke, viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Henrike,
    Ich hatte ein ähnliches Problem mit meinem ersten Volk, das ich vom Verein, auch in einem anderen Maß und auch auf Uraltwaben bekommen hab.
    Ich hab erst letztes Jahr (in meinem 3. Imkerjahr) die letzten raus. Einige davon werden immer bebrütet sein und wie Du schon sagtest, die Bienen lieben diese alten Dinger.


    Du wirst sie im Frühjar nicht dazu kriegen nur auf den 4 ausgewählten zu brüten.


    Meine Meinung dazu hab ich schon geschrieben.


    Im Übrigen ist es wohl ein Problem der älteren Generation, immer an die Neulinge Ableger abgeben zu wollen, oft auch im falschen Maß, wo es doch so leicht über Schwärme oder Kunstschwärme ginge.:roll:


    Grüße, Günther.

  • Hallo Henrike,
    ich würde folgendes machen: Die L-Randwabe auf die andere Seite hängen, dann kannst du vermutlich im Frühjar 2 L-Waben heraus nehmen. Mehr würde ich jetzt nicht tun. Die Bienen werden vermutlich im nächsten Jahr die anderen L-Waben weiter lieben, sodass du sie nicht los werden wirst. Manchmal werden sie brutfrei, wenn man sie an den Rand hängt, garantiert ist der Erfolg aber nicht. Du kannst sie endgültig los werden, indem du im Juli eine komplette Brutentnahme und Bauerneuerung machst.
    Gruß Ralph

  • Hi zusammen,


    ich wollte die "geerbten" schwarzen Schinken auch jetzt im Sommer rausnehmen, habe es aber nicht über mich gebracht denen die "Pollenbretter" wegzunehmen.


    Also nächster Versuch im Frühjahr! Dazu habe ich aber noch eine Frage:


    Muss ich dann die komplette Zarge wegnehmen und die (dann hoffentlich oben sitzenden Bienen einfach eine Etage tiefer setzen) oder kann ich auch einzelne Waben entnehmen und umsortieren?


    Meine Überlegung geht dahin, dass wenn ich so früh im Jahr etwas umschichte / einzelne Waben entnehme, dass die dann, wenn es wieder kälter wird ihr Futter vielleicht nimmer finden?


    Ich habe dieses Jahr fast alle ausgebauten Honigwaben nach dem Schleudern in die Völker gebracht (eben weil ich viel erneuern wollte) und muss also im Frühjahr mit Mittelwänden anfangen. Macht man das dann gleichzeitig: unten raus, oben rein? Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?


    Ok, das war jetzt doch wieder mehr als eine Frage :oops::wink:


    Danke :-D


    Gruß aus dem verregneten Südhessen


    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,
    ich würde die untere Zarge bei der ersten Frühjahrsdurchsicht komplett entnehmen, aber darauf achten, dass in der oberen Zarge noch genug Futter ist. Sollte die Weide schon blühen, würde ich gleich eine neue Zarge mit MW aufsetzen.
    Sollte "schlechtes " Wetter herrschen, würde ich sie erstmal einzargig lassen.


    Von Umschichten halte ich nichts.....und meistens ist die untere Zarge komplett "schwartig"...


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Regina, danke für deine Antwort!
    Es sind eben nicht alle schwarz, aber ich dachte, dass ich ja die komplette Zarge wegnehmen kann und ggf die Waben, die ich im laufe des Jahres schon getauscht hatte, die also noch gut sind, einfach oben in die mitte der neuen MW hänge, dann haben die Bienen sicher mehr Lust hochzugehen.


    Du meinst also, dass der Beginn der Weidenblüte ein guter Moment ist, diese Aktion durchzuführen? Wir leben in einer warmen Gegend, das kann ziemlich früh sein...


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.