Werden Neonicotinoide überflüssig?

  • Schweizer Wissenschaftler (Uni Neuchatel) melden im Journal of Experimental Biology
    (Kurzfassung):


    Vom Maiswurzelbohrer befallene Pflanzen setzen eine chem. Substanz frei, von der Nematoden angelockt und gegen den Maiswurzelbohrer aktiviert werden.
    Problem: Die Nematoden sind zu langsam.
    Durch Auswahl der jeweils schnellsten Nematoden und Weiterzucht entwickelten sich „Turbo-Nematoden“, die statt der normalen 10 Stunden binnen 2 Stunden den Käfer/Larve erreichen.
    Erste Feldversuche in Ungarn bestätigen die Laborversuche.


    Es gibt leider auch (amerikan.) Maispflanzen-Zuchten, die diesen Lockstoff nicht mehr bilden können.“


    Nur der Erhalt der Biodiversität erhält uns auch solche Chancen!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Miteinander,
    und als Zwischenfrucht wird Senf angepflanzt, weil dieser Nemadoten vertreibt...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    Nematoden unterscheiden sich wie Wirbeltiere in ihren Verschiedenheiten. Senf oder Tagetes schädigen Wurzelfresser; an Insektenlarven als Parasitoide lebende Arten kümmern sich nicht um die Wurzeln von Pflanzen, in denen für sie kein Brutsubstrat, in diesem Fall also keine Käferlarve, zu finden ist.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Es gibt 20.000 Arten Nematoden.


    Nur ein geringer Teil davon ernährt sich von Wurzeln, die meisten sind sogar sehr wichtig für einen ausgeglichenen Boden. "...einer Schätzung zufolge stellen sie etwa 80 % aller tierischen Organismen." (Wikipedia)



    Schön, daß die Wissenschaft "entdeckt", daß eine Vielfalt mit ursächlich ist für eine ausgeglichene Bodenflora und -fauna. Nur wenn alle Teile des Bodenlebens miteinander harmonieren, schließt sich der Kreis des Lebens und Krankheiten treten zurück. Disharmonie hingegen sorgt für Bewegung, Entwicklung - teilweise sehr stürmisch - bis zum Zusammenbrechen. Hoffentlich weiß die Wissenschaft das auch in die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Moin Bernhard,


    man könnte sogar so weit gehen, zu sagen, dass die "Verseuchung" des Bodens mit Cysten- oder Wurzelälchen als Symptom der einseitigen Fehlnutzung zu verstehen ist, also der Weg, zum Ausgleich zu kommen...


    Die Reaktion sollte dann also Bodenpflege sein (und dazu gehört der Anbau von Zwischenfrüchten und Gründüngung wie etwa Senf durchaus, wenn es auch vielleicht unzureichend ist) und gar nicht etwa Verseuchung des Bodens mit Nematiziden. Zum Glück funktioniert dies schlecht und ist teuer; das zumindest waren die wirksamen Argumente dagegen, als ich sowas mal studiert habe. Die Erkenntnisintegrate der Wisssenschaften in die Landwirtschaftliche Praxix sehe ich leider skeptischer... Was nicht ins Standartkonzept der Optimierung des monetären Betriebsergebnisses auf Jahresbasis passt, wird entweder ignoriert oder bis zur Verkehrung ins Gegenteil mit betriebswirtschaftlichen und verfahrenstechnischen ERkenntnissen verschnitten, wahrscheinlich bis zur Katastrophe...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

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  • Schweizer Wissenschaftler (Uni Neuchatel) melden im Journal of Experimental Biology
    (Kurzfassung):
    ........
    Es gibt leider auch (amerikan.) Maispflanzen-Zuchten, die diesen Lockstoff nicht mehr bilden können.“
    ...


     
    Jo na klar, diese und wohl viele andere Eigenschaften sind dem Mais wohl auch bewusst weg gezüchtet worden. Sonst könnten doch die Chemie-Firmen in eine Notlage geraten, was für einige garnicht gut wäre!


    Da die Saatgutindustrie ja fast zu 100% in der Hand der Chemie-Indutrie ist liegt ja auch auf der Hand was für Zuchtziele man im allgemeinen verfolgt.


    Ich glaube kaum, dass sich jemand den Ast auf dem er gut sitzt auch noch absägt.


    Oder die Hand die einem füttert sollte man nicht auch noch beißen.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!