Warrebeuten nicht ausgebaut !

  • Hallo Warrefreunde,
     
    ich benötige dringend eure Hilfe. Ich habe im letzten Jahr mit 3 Schwärme als Imkerneuling mit der Warreimkerei begonnen. Durch die Kurzanleitung von Bernhard Heuvel hat auch alles bisher gut geklappt. Ich habe die 3 Schwärme gut über den Winter bekommen und im Frühjahr bei der ersten Tracht ging es auch richtig los. Im Laufe des Frühsommers sind aus allen 3 Völkern mehrere Schwärme abgegangen. 6 Stück konnte ich fangen und habe sie in neue Beuten eingeschlagen. Sie haben sich bis jetzt sehr gut entwickelt.
    Heute habe ich die 3 Völker kontrolliert, um überschüssigen Honig zu ernten. Leider habe ich festgestellt, dass alle 3 Völker nur zwei 1/4 Zargen ausgebaut haben. Die oberse Zarge ist mit Honig gefüllt, in der zweiten ist das Brutnest, in der dritten sind nur Wabenansätze und die vierte ist leer.
    Frage: Was habe ich falsch gemacht? Hätte gerne meine ersten Honig gekostet.
    Liegt es daran, dass zu viele Schwärme aus den Völkern abgegangen sind und dadurch die Völker zu stark geschwächt wurden?
    Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Freue mich auf eure Antworten.
     
    Gruß Thomas aus Jüchsen/Thüringen

  • Halo
    Ich bin kein Warre-Besitzer. Aber so wie du das beschreibst, sind deine Völker voll ok. Mit der Honigreserve, die sie sich nach der Schwärmerei noch aufgebaut haben, kommen sie sicher über den Winter. Deine Völker sind, meiner Meinung nach, richtig aufgebaut. So wie sie sein sollen, wenn man sie in Ruhe machen lässt. Das Problem ist halt nur, dass kein Honig übrigbleibt für dich. Vielleicht kanns du im Frühjahr ja 1-2 Randwaben entnehmen. Die Klotzbeutenimker in Südfrankreich ernten auch bloss 5 kg Honig im Durchschnitt. Folgender Tipp kann ich dir geben: Logiere nächstes Jahr 1 bis 2 Schwärme in Dadantkästen und imkere mit denen konventionell. So hast du sicher Honig, und die Freude an den Bienen bleibt auch sicher erhalten. Und wenn die Warre dann überschuss erzeugen, dann wird die Freude doppelt sein!
    P.s.Varroabehandlung bitte nicht vernachlässigen!

  • Hallo Thomas,


    erst heute reingeschaut? Zum ersten mal? Uih, bist Du aber eisern mit dem in Ruhe lassen.
    Fensterbeuten sind da schon was Feines und verhindern machmal Überraschungen.


    Also, wieviele Schwärme waren es denn nun pro Volk? "mehrere" ist ein bisschen schwammig formuliert. :wink:Und wann sind sie gefallen die Schwärme? Wie stark waren sie?


    Das schwächt ja logischerweise schon den Ertrag in Sachen Überschußerwirtschaftung für den Immenhalter, wenn ein starker Vorschwarm raus ist, es somit eine Brutpause gibt, gebaut und gebrütet werden muß und dann auch noch durch die Nachschwärme wieder Bienenmasse verloren geht.
    Wer soll da noch viel bauen? Die Energie ist im Vermehrungstrieb verschwunden und Honig wurde nun auch jedesmal mitgenommen.


    Du hast auch nichts zur Varroabehandlung geschrieben. Was hast du da gemacht?
    Wie sind Deine Trachtverhältnisse?


    Es heißt immer wieder: "Nur starke Völker bringen Honig"


    Allerdings bin ich auch "nur" Anfängerin. :wink:
    Wenn Anfänger Anfängerfragen beantworten, wird hier machmal so liebevoll herumgestänkert :lol:
    Also wart mal noch auf die Beiträge der Warré-profis :daumen:


    Mach ein paar Angaben mehr zu Deinen Bedingungen (s.o.)


    Und als Tipp: Laß private Nachrichten zu, dann gibt`s noch die ein oder andere Antwort auf diesem Wege mehr erfahrungsgemäß.


    Warréanische Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... das heißt, verschwunden ist die Energie ja keineswegs im Vermehrungstrieb, sondern befindet sich in sechs neuen Warrés, in die Du die Schwärme einlogiert hast - ist also nur "transformiert" - aber eben nicht in Honig.


    Dass Du die zu einem Viertel ausgebauten Zargen wegnehmen solltest vor dem Winter weißt Du? Aber warte erstmal noch ab, wie weit sie kommen bis ca Ende September.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • alle 3 Völker nur zwei 1/4 Zargen ausgebaut


    Ich frage mich jetzt gerade wie die Bienen im Winter an ihr Futter kommen.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Olli ,


    wieso? Er schreibt vier Zargen, also zwei im Frühjahr untergesetzt gemäß Warré.


    Davon ist die unterste leer, die nächste mit den Bau-Anfängen (kommt vermutlich weg, da sie nicht mehr ausgebaut wird), dann kommt die Brutnestzarge und die Honigzarge obenauf. Macht aktuell 2 1/4 ausgebaute Zargen. Verstehe ich aber so, dass es die vom letzten Jahr sind und überhaupt nur dieses Viertel an Neubau entstanden ist.
    Egal: Sie überwintern somit (brutraum-)einzargig: Aktuelle Brutzarge unten, darin sitzt dann die Wintertraube und Honigzarge drauf, idealerweise "Kopf" der Traube in der Honigkappe, ganz normale Verteilung, oder? Da kommen sie doch an die Wintervorräte wie sonst auch.


    Liebe Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ach ich habe das 2 1/4 anders gelesen nämlich wie 2 Zargen zu 1/4 ausgebaut :)

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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Jep, ich geb zu, dass ich es erst auch anders verstanden hatte, denn der Neuausbau ist ja gar nicht 2 1/4-stark.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hi Thomas,


    Warré selbst schreibt, dass die durchschnittliche Warrébeute 3 Zargen hat. Bei so vielen Schwärmen paßt das schon mit dem Ausbaustand, den Du beschreibst. Und bedenke, dass wir ein Schwarmjahr hatten. Das kann nächstes Jahr wieder ganz anders aussehen.


    Freu´ Dich einfach an den 6 Schwärmen. Naturschwärme sind im Naturbau Gold wert und Honig kriegst Du auch erstmal im Bioladen. ;)


    Liebe Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo Bienenfreunde!


    Danke für eure Antworten, und nun zu eueren Fragen: Aus jedem Volk sind 3 Schwärme abgegangen, die ich aber leider nicht alle fangen konte. Es wahren immer ein großer Hauptschwarm und 2 Nachschwärme. Zur Haupttracht im Frühjahr, war bei uns in Thüringen lange schlechtes Wetter, dies zeigt sich auch im Obstertrag. Varroabehandlung habe ich letztes Jahr im August mit Ameinsensäure (Tellerverdunster mit Medizinflasche) und nach Einstellung der Brut im Dezember mit Oxalsäure (Verdunstung durch das Flugloch) durchgeführt.
    Meine Gedanken für das kommende Jahr sind dahingehend, dass ich eingefangene Schwärme aussiebe und die Königin entferne. Danach die ausgeschwärmten Bienen wieder in die Beute einziehen lasse. Liege ich mit der Idee falsch, oder hat jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht.
    Ich möchte im kommenden Jahr nicht wieder von den ortsansässigen Imkern belächelt werden, wenn sie nach meinem Honig ertrag fragen. Bis auf bald.


    Gruß Thomas

  • ...gut über den Winter bekommen...


     
    Auf wie viele Zargen hast Du die Bienen überwintert?


    Wenn Du mehr als zwei ausgebaute Zargen verwendest, sind die Schwärme und der wenige Honig nur eine logische Folge.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo,


    also über dem Belächeltwerden solltest Du drüberstehen :wink:, wenn Du Dir gut überlegt hast, dass - und warum Du Warré nimmst. Ist halt nicht vergleichbar. Mein Imkerpate kann aus seinem konstant klassischen Blickwinkel auch überhaupt nicht verstehen, dass ich keinen Honig habe - ich sag dann immer: 20 kg, der ist noch in der Kiste und da bleibt er dieses Jahr auch.:lol:


    Wenn Du allerdings nun merkst, dass Du eigentlich hauptsächlich Honigertrag haben willst, dann gehst Du entweder für die Warré noch praktikabel z.B. so vor, wie Du es vorgeschlagen hast oder Du machst einen Ableger und imkerst nebenher noch konventionell mit einem Volk in Naturbau, je nachdem wieviel Honig Du "unbedingt" minimum haben willst.



    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Meine Gedanken für das kommende Jahr sind dahingehend, dass ich eingefangene Schwärme aussiebe und die Königin entferne. Danach die ausgeschwärmten Bienen wieder in die Beute einziehen lasse. Liege ich mit der Idee falsch, oder hat jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht.
    .


    Gruß Thomas


    Das zu tun ist ok, aber: Wenn noch ungeschlüpfte Weiselzellen im Volk sind, wird der nächste Schwarm um etliches grösser sein. Und schneller weg(durchgebrannt). Wegen der jungen, agilen Königin(nen). Und dann ist der Verlust grösser