Wann kippt Zuckerwasser?

  • Hallo,


    habe am letzten Donnerstag 2 meiner Bienenvölker mit jeweils 5 kg Zucker (Zuckersirup 3:2) in Aldi-Stapelboxen gefüttert, leider bis heute von den Bienen nicht angerührt.


    Kann ich dieses Zuckerwasser morgen einfach in Futterzargen verfüttern oder wird das Futter schon schlecht sein?


    Wie kann ich feststellen, ob das Futter gekippt ist?


    Gruß Patrick

  • ... wird das Futter schon schlecht sein?

    Ja, so lange hält das niemals. Koste es und falls es schöden Fäden zieht ... schlucken ... ... ...:wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    das hängt von der Zuckerkonzentration und der Sauberkeit der Gefäße ab. es gibt keinen Richtwert. Je höher die Zuckerkonezentration umso länegr hält der Sirup. Ansonsten Fingerprobe, wie bereits beschrieben.


    Gruß Micha

  • Hallo,


    Ich habs jetzt einfach mal in 2 Futterzargen auf die Völker gesetzt, die stürzen sich darauf wie verrückt. Sollte also doch noch in Ordnung sein.


    Gruß Patrick

  • Hallo,


    Zitat

    die stürzen sich darauf wie verrückt.


    äh, haste nun doch nicht probiert und die Bienen testen lassen?


    Die nehmen auch gärenden Honig an. Ich weiß zwar jetzt wirklich nicht, ab wann die schlechtes Futter ablehnen - vermutlich bei bereits ordentlich durch Hefen und Bakterien abgesunkenen Zuckerkonzentrationen und ordentlich verschobenem pH-wert etc. aber leicht angegammeltes nehmen sie, denke ich, schon noch.
    (Welcher Profi erzählt mal was dazu?)


    Wenn`s anfängt zu gären, schmeckts sauer, wenn andere Mikröbchen am Werk sind, wird`s schleimig-glibberig-schimmelig.


    Teste doch nochmal zur sicherheit - schlucken brauchste ja nicht :wink:


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper



  • Fazit: Die Bienen schlucken manches gerne, was uns vergammelt erscheint.
    VIELLEICHT IS DAS GRAD BESONDERS LECKER?(Falsche Taste-taste = Geschmack ;-) )

  • Ja, vielleicht lecker aber "besonders lecker"?


    Ich habe jetzt wirklich keine Ahnung, was angegammeltes Futter für Folgen haben kann.


    Allerdings ist angegammelter Nektar in Blüten wohl nicht anzutreffen. Solange nicht aller Zucker von den mikrobiologischen "Mitessern" verstoffwechselt ist, dürfte es noch süß genug sein und genommen werden. Ob die Bienen bereits geringfügig vorhandene Keime registrieren?


    Jedenfalls seh ich die Fütterung großer Mengen an Sirup oder Zuckerlösung als einen nicht natürlichen Vorgang, der bei Völkern genutzt wird, die meistens einen dringenden Bedarf haben (nach dem Abschleudern der Reserven). Klar nehmen die dieses süße Angebot gerne, wo sonst nicht mehr viel zu holen ist.


    Wir haben natürliche Aversionen gegen bestimmte Geschmacksnoten, als Eigenschutz, macht Sinn, ich denke, die Bienen haben auch so ein Alarmsystem.


    Allerdings kannst Du allerlei hungrigen Viechern angegammeltes Futter vorsetzen und staunen, wie gern sie es fressen. Pferde mampfen supergern schimmelverseuchten Hafer oder Fertigmüsli! Ist aber nachweislich nicht gesund.


    Von daher würd ich lieber was neues ansetzen für die Bienen.


    Liebe Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • :confused: Wie weit geht der Geiz und wie früh fängt er bei den Imkern schon an? :evil:


    Die bloße Angst, das Futter könne gammelig sein, verhindert schon das diagnostische Kosten und schon schiebt der Peppy Patrick einen Tierversuch nach. Gespart und ganz vergessen, was passiert, wenn Hefen im Winterfutter wieder aktiv werden und wo sie wann letztendlich landen.


    Imker wollen das Beste für ihre Bienen. Was sie selbst nicht schlucken wollen, würden sie nicht verfüttern. Schon Gerstung warnt vor Zucker, der nicht von bester Qualität ist. Doch den liest heute kein Bienenhalter mehr.


    Vielleicht sollte die nächste Winterverlustumfrage die Antwort beinhalten:


    X ........ ich verfütterte Futter, das ich selbst mir nicht zu kosten traute.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich habe es doch vorher "diagnostisch gekostet", aber nix gammeliges festgestellt (sorry, habe ich oben nicht geschrieben). Aber nur weil man selbst nix schmeckt, heisst das ja nicht, daß es noch in Ordnung ist. Ich ging davon aus, daß die Bienen selbst schon wissen, was gut und was nicht gut ist und habe es deshalb nochmal verfüttert. Da habe ich unseren Tierchen wohl zuviel zugetraut.

  • Ja, eben süß-säuerlich.


    So`n Apfel hat auch erst dadurch den richtigen "Taste" oder.


    Da reden wir doch jetzt nicht gegeneinander. - Ich meinte ja auch nicht nur sauer :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ob die Bienen es nehmen oder nicht, heisst nicht, dass das Futter noch gut ist. Sie höseln nämlich auch wertloses Mehl oder Sägespäne, wenns keinen anderen Pollen gibt. In diesem Frühling konnte ich beobachten, wie sie in einem Schweinefuttersilo das Schweinefutter rausholten!