Mini-Volk überwintern / Winterruhe

  • freundliches hallo zusammen,


    ein sehr kleines Völkchen Carnica (etwa ein Raviolidose voll) wohnt seit kurzem in einem 3-Waben Selbstbau auf meinem Balkon. Die zugesetzte Königin ist eingeweiselt. Sie nehmen Zuckerwasser an und bringen nun auch seit gestern Polllen mit heim. Zusätzlich hatten sie als Starthilfe eine Honigwabe bekommen. Nun bekomme ich allerdings Zweifel, ob mein Mini-Völkchen es auch über den Winter schaffen wird. Ich möchte das Volk nicht mit einem anderen zusammenlegen.


    Kann/darf/sollte man die Temperatur künstlich über die Winterzeit erhöhen, oder brauchen einheimische Bienen ihre Winterruhe? Werden bei höheren Temperatur Flugbienen erzeugt? Könnte ich die Kiste verschliessen und das Volk so im Wohnzimmer überwintern lassen?


    Bitte nicht gleich stechen wegen meiner doofen Fragen! Bin noch ganz grün und neu ;) Über Antworten, Ratschläge und Anregungen auf meine Frage(n), sowie über Tips ein Mini-Volk zu überwintern würde ich mich freuen!


    :Biene: marsbiene
    (38 Jahre, aus Leverkusen, letztes Jahr noch Biologie-Studium in Kassel, heute alt, pleite, solo, fahrzeuglos, arbeitslos und arbeitsuchend...aber auch bald Neuimker im Bergischen Land)



    PS. danke, für dieses Forum! Für mich als Neuling ist es ein besonderer Gewinn eure Beiträge lesen zu dürfen.

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. (Goethe)

  • Hallo Marsbiene!


    Als nicht mehr ganz hinterohrgrüner Anfänger und Forianer kann ich dir 2 Sachen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen:
    1. Zieh` dich warm an -> ist nicht als Drohung gemeint, aber bei "Experimenten" wie dem deinen o.G. kommen hier schon gelegentlich derbere und sehr deutliche Töne über den Server (früher hätte man wohl "Äther" gesagt).
    2. Das "Völkchen", so man es denn so nennen will, hat keinerlei Überwinterungschance sofern es tatsächlich so klein ist wie du schreibst.
    Sprich` mit einem Imker in deiner Nähe und frage ihn ob er dein Völkchen mit einem der seinen vereinigt. Ansonsten sind die quasi schon jetzt tot. Klingt hart aber ist leider so.
    Deine Ideen mit Winter im Zimmer etc. sind nicht realisierbar, oder aber nur mit immensem Aufwand und dennoch verschwindend geringen Erfolgsaussichten.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,
    derbere Töne sind o.k., solange es den Bienen nützt. Auf "Experimente" will und werde ich auch in Zukunft nicht verzichten. Davon abgesehen macht Not bekanntlich erfinderisch...


    Könntest du bitte näher erläutern warum das kleine Volk keine Überwinterungschance hat? Welche Faktoren sprechen dagegen? Wo liegt die Untergrenze für ein überwinterungsfähiges Volk und wie ist diese definiert?


    Würdest du bitte auch den immensen Aufwand beschreiben! Ich habe Zeit und versuche daher alles mir mögliche für dieses "Völkchen" zu unternehmen um es durchzubekommen. Ein einfaches "nein!" hilft mir auch nicht weiter.


    mfg
    marsbiene

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. (Goethe)

  • Hallo Marsbiene


    ich kann Patrick nur zustimmen, so ein kleines Völkchen kann in der Winterkugel keine Temperatur von 35°C erzeugen. Somit auch keine Jungbienenim Frühjahr und ist somit dem tod geweiht. Ich habe mal ein Völkchen das 2 Wabengassen besetzte, mit einer Terariumheizung gebracht. das Völkchen kam zu allem zu spät. Ich mache es nicht mehr und rate es auch keinem.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi,
    danke für das Beispiel und den Rat! Die Terrarienheizung klingt interessant. Die Folgen, dass ein Volk nach dem Winter nicht erstarken wird, selbst wenn es überlebt, würden es also auch in der Natur ohne Imker früher oder später aussortieren und schrecken mich dann schon ab.


    Bei einer Zusammenführung von Völkern vor dem Winter: wohin mit der Königin, die übrig bleibt?


    Weiß jemand ob und in welchen Zyklen Bienen aus wärmeren Gebieten, mit milden oder "keinen" Wintern (z.B. Tropen) "Pause" machen (die Brut einstellen oder reduzieren und von ihrem Honig zehren ohne auszufliegen)?

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. (Goethe)

  • Hi, Marsbiene!


    In aller Kürze:
    Der immense Aufwand beginnt wie von Drobi schon beschrieben bei einer Heizung und geht weiter über korrekte Aufstellung / Platzierung des Völkchens, angemessene Fütterung, Steuerung der Flgutätigkeit oder auch nicht usw.. Dies alles zusammengenommen wird "immenser Aufwand".
    Und wofür eigentlich das Ganze? Soll dein Völkchen im Frühjahr zu einem sog. Vollvolk werden? Bist du bereit das entsprechende Material zu erstellen / erwerben?


    Die Untergrenze für ein überwinterungsfähiges Völkchen gibt es sicherlich so nicht, aber unter einer von mir jetzt aus dem Stehgreif nicht zu definierenden Bienenanzahl haben es alle "Völker" äußerst schwer zu überwintern, einmal wegen des Haltens der nötigen Temperatur, andererseits wegen übermäßigen Verschleißes der einzelnen Bienen und diverser anderer Faktoren.
    Und das deutlich NEIN liegt daran, dass selbst deutlich größere Einheiten es schwer haben durch den Winter zu kommen, mal ganz unabhängig davon, dass diese Form der Bienenhaltung auch nicht im entferntesten artgerecht ist.
    Bei Zusammenführung von Völkern vor dem Winter endet die Königin, die übrigbleibt meist zwischen den Fingern des Imkers, im Gras oder sonstwo, meist in verhältnismäßig flachem Zustand.


    Gruß Patrick


    P.S.: Wie kommst du eigentlich zu diesem Mini-Volk?

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Solche Mini-Völker waren bis jetzt bei mir nur zum Königin parken da, also bis zum Umweiseln spät. im September. Eins hab ich noch, das wird in den nächsten 14 Tagen aufgelöst. mit den Waben verstärke ich die Nachbarvölker. Nächstes Jahr mach ich das nur noch mit Mini-Plus Kästen, so der Plan.


    Völkervermehrung sollte bis zur Sommersonnenwende abgeschlossen sein. Dann haben die Neuen noch genug Zeit für den Aufbau. So wie du das jetzt vor hast wird das nichts werden, da muss ich Patrick zustimmen.



    Grüße!
    Arnd

  • Hallo marsbiene,


    [P.S.: Wie kommst du eigentlich zu diesem Mini-Volk?[/QUOTE]
     
    das würde mich auch interessieren.


    Auch ich lasse mich zu einer Aussage hinreißen.... lass es bitte!


    Bedenke das diese Bienen ja vor allem noch Sommerbienen sind die den Winter nicht erleben werden. Was komm da an Winterbienen nach?? Wenn Du das Volk partout nicht vereinigen möchtest, wäre es vielleicht eine Möglichkeit die Zarge über Gaze auf ein Volk Deines Paten zu stellen, natürlich mit genügend Futterreserve!(vom Paten?)


    Viel Erfolg

  • Hi, patrick!
    Danke für deine Ergänzung! Mit einer Beegründung läßt sich das NEIN gleich viel leichter akzeptieren.


    Bei Gelegenheit werde ich vielleicht noch genaueres über das Mini-Volk schreiben, deren Königin ich mit Sicherheit nicht plattmachen werde!


    Gruß marsbiene


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    Hallo Arnd,
    danke für deinen Beitrag!
    Die Mini-Plus Kästen sind prima und eignen sich wohl auch zum überwintern von Jungvölkern. Mir als Beginner wurde allerdings davon abgeraten, denn das Volk würde nach dem Winter schnell wachsen und ich solle mir sofort etwas "ordentliches" zulegen. Das hab ich beherzigt und starte mit standard DN 11-Waben Magazin.
    Für die Zucht kann ich mir aber derzeit nix besseres vorstellen als die Mini-Plus. Leider sind Styropor- und Holzbeute nur bedingt kompatibel und das Konstrukt wird schnell instabil wenn man es stapelt, was besonders bei einem Anfänger wie mir nicht ausbleiben würde. Besonders der Styro-Boden2 und die Styro-Futterzarge find ich klasse. Eine gewisse Kompatibilität der Rähmchen mit Langstroth und Dadant, sowie die praktischen Abmessungen (besonders für meinen Balkon) lassen mich davon also noch nicht so ganz ablassen. Habe jedoch gehört, dass es Belegstellen gibt, die die Mini-Plus nicht akzeptieren!?! So weit bin ich natürlich noch lange nicht, aber ich mache mir schon vorher Gedanken, ob die Systeme die ich mal nutzen möchte zueinander passen.


    Gruß
    marsbiene


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    Hallo Lulu,
    danke für den Erfolgswunsch und für deinen Beitrag!
    Deinen Vorschlag mit der Zarge und dem Gaze find ich gut und ich werde es vermutlich auch so machen. Jedoch muß ich dafür alles aus dem Selbstbau, der nicht kompatibel mit meinen Zargen ist rausrupfen, denn ich habe Wildbau zugelassen und möchte die Königin, die gerade erst in Eilage kommt nicht stressen. (wegen den Winterbienen) Bis wann kann man so eine Umsiedelungs-Aktion durchführen? Werden die Völker nicht nervös, wenn zwei Königinnen unmittelbar nebeneinander leben?
    Der Hauptgrund, dass ich dieses Mini-Volk habe ist übrigens, dass ich am beobachten lernen möchte ;) Die Front hat eine Scheibe. Ich Füttere mit einem 2l Tetrapackbehälter, den ich leicht tauschen kann ohne das Brutnest zu öffnen. Habe mir vorgenommen das Völkchen nicht totzuschauen. Ein eingefüttertes, überlebensfähiges Volk bekomme ich nachdem wir die Behandlung durchgeführt haben. Mehr möchte ich jetzt allerdings dazu nicht schreiben, damit nicht noch mehr Aussagen hin und hergerissen werden :))


    Gruß
    marsbiene


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    Hallo Thomas,
    danke für deinen Beitrag! lol...nein, die drei Waben passen nicht in eine Raviolidose. Das war nur auf die ungefähre Menge der Bienen bezogen. Die Rähmchen sind 25 breit und 28 hoch. Die mittlere ist eine (+-) gefüllte Honigwabe. Sie sitzen in einer Traube, deshalb kann ich auch nicht wirklich was von der Wabe sehen.


    PS. die Rähmchenmaße ergeben sich aus dem Baumaterial, dass ich zur Verfügung hatte (zwei Ikea-Kommoden-Schubladen und eine Glasscheibe) und weil ich zum Zeitpunkt des Baus noch mit der Mini-Plus geliebäugelt habe.


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    Die Biene ist ein poikilothermer (wechselwarmer) Organismus und verwandt mit der Ameise. Da es bei meinen Messor barbarus Ernteameisen (sie halten auch eine Winterruhe) schonmal funktioniert hatte die Zyklen durch Temperaturregulation im Winter positiv zu beeinflussen, suche ich nach Vergleichen bzw. Erfahrungen von Imkern, ob sich das auch auf Bienen umsetzen läßt, da ich was Imkerei betrifft halt selbst noch ne Larve bin ;) wenns funzt, könnte man z.B. ein Verfahren zur Königinnenselektion im Frühjahr daraus entwickeln.

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. (Goethe)

  • Hallo Marsbiene,


    muß mich meinen Vorschreibern anschließen.
    Laß sie einem Volk zulaufen und fang im nächsten Jahr an.


    Selbst wenn Du sie noch eine Zeitlang mit Sirup fütterst und temperiert halten kannst, die Queen wird weiterlegen, die Kälte draußen wird kommen und die Eiweißquellen versiegen.
    Wie sollen die ohne Pollen überleben?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,
    danke für deinen Beitrag und diese elementar wichtige Frage nach dem Pollen!
    Pollen nehmen sie nur von den Blüten? Dachte ich könnte den auch beifüttern :/
    Naja, diesem Argument muss ich mich definitiv fügen!
    Werde die Mädels dann wohl doch mit einem anderen Volk zusammenlegen müssen.


    Wird Pollen auch über den sozialen Magen der Biene weitergegeben?
    Was würde aus einem Versuch werden, die kleine Kolonie mit eigener Königin über ein Röhrchen mit einem stärkeren, wintertauglichen Volk zu verbinden? Gäbe das ein Massaker oder wenigstens Unruhe?


    Da man Carnica bekanntlich in Magazinen direkt nebeneinander halten kann...? Von einigen Ameisenarten weiß man, dass sie in polydomen Staatenverbänden leben und Arbeiterinnen austauschen. Jedes Volk hat dabei aber seine eigene Königin. Gibt es etwas vergleichbares auch bei Bienen? -oder den gemeinsamen Verwandten, den Wespen?


    Gruß marsameise

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. (Goethe)

  • Hallo Marsbiene,


    Zitat

    Naja, diesem Argument muss ich mich definitiv fügen!
    Werde die Mädels dann wohl doch mit einem anderen Volk zusammenlegen müssen.


    Du fügst dich aber nicht - Du suchst weiterhin nach Möglichkeiten, wobei Dir bereits durchweg in den Beiträgen davon abgeraten wurde.
    Hör doch bitte drauf und schalt einfach Dein Hirn ab.:wink:


    Schalt es erst wieder ein, wenn Du dann im Anschluß Stunden im Winter hier im Forum rauf und runter gelesen hast, sowie in Fachliteratur; Deine Voraussetzungen werden Dir da Vorteile verschaffen. Dann kann`s im nächsten Jahr richtig losgehen - auch für die Bienen, um die Du Dich dann kümmern kannst.:p_flower01::Biene:


    Ich bin auch Anfängerin und Einvolkbesitzerin und kann seeeehr gut verstehen, dass Du an diesem Völkchen hängst und gerne Himmel und Hölle in Bewegung setzen würdest dafür.


    Du möchtest ein Volk nicht totgucken.

    Zitat

    Was würde aus einem Versuch werden, die kleine Kolonie mit eigener Königin über ein Röhrchen mit einem stärkeren, wintertauglichen Volk zu verbinden? Gäbe das ein Massaker oder wenigstens Unruhe?

    Dann bitte, experimentier es auch nicht zu Tode.


    Alles widernatürlich, zu spät im Jahr - Ende vorprogrammiert.
    Wenn Du die Bienen retten willst: => zu einem anderen Volk dazu, wie schon gesagt.
    Die Königin ist ohnehin verloren. Mit in ein anderes Volk würde eine von zweien zu viel sein, so etwas wird kein Imkerpate zulassen als Risiko für beide Königinnen.


    Abdrücken ist eine unschöne Vorstellung für einen Anfänger bei seiner ersten Königin - aber schnell und unquälend. Eine Alternative gibt es nicht. Sie verhungert und erfriert - ist das besser?


    Schalt den Biologen/Akademiker kurzfristig aus und falsches Mitleid und Tüddeltrieb auch (sagt die Richtige....:roll:) - den Bienen zu Liebe!


    Liebe Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic () aus folgendem Grund: was vergessen

  • hallo Marion "Einvolkbesitzerin",
    wer lesen kann ist kar im Vorteil.


    "Naja, diesem Argument muss ich mich definitiv fügen!
    Werde die Mädels dann wohl doch mit einem anderen Volk zusammenlegen müssen."


    Zitat

    Du fügst dich aber nicht - Du suchst weiterhin nach Möglichkeiten, wobei Dir bereits durchweg in den Beiträgen davon abgeraten wurde.
    Hör doch bitte drauf und schalt einfach Dein Hirn ab.


    Schalt einfach dein Hirn an!


    Zitat

    Dann kann`s im nächsten Jahr richtig losgehen


    mein Bienenjahr beginnt im August. JETZT gehts los!


    und zu dem Restgemülle: kein Kommentar :)


    Gruß marsbiene


    PS. leider hast du versäumt mein Profil zu lesen. Schade, denn nun ist es gelöscht!
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    @all: bitte nur noch PN zu diesem Thema

    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum. (Goethe)