Wachsgewinnung aus der Warré-Beute: Süßlich stinkender Matsch - Was lief hier falsch?

  • Liebe Imkerfreunde!
    Ihr dürft mich gerne auslachen, aber ich habe mal wieder ein Anfängerproblem: Warum hat es mit meiner Wachsgewinnung nicht geklappt? Ich habe in diesem Jahr erstmals Honig geerntet, aus einer Warré-Beute, von einem drohnenbrütigen Volk. Da ich die Waben nicht schleudern konnte, habe ich sie zerkleinert, den Honig ablaufen lassen und anschließend die Wabenreste in einer Obstpersse ausgepresst. Übrig blieben neben 11 kg gutem Honig einige kompakte Wachs(?)-Scheiben von ca 3cm Dicke und 20 cm Durchmesser. (Die konnte ich natürlich nicht einweichen...). Dazu kamen noch die restlichen Drohnenwaben des aufgelösten Volkes.
    Das ganze habe ich mit Regenwasser in einem Edelstahltopf erhitzt, bis das Wasser kochte und eine braune Pampe enstand. Diese habe ich durch ein Kunststoffsieb gepresst und in einem Plastikeimer in einem Isoliergefäß über 2 Tage abkühlen lassen. Das Resultat war eine Art dunkle, bräunliche Marmelade, die mit Wachs nix zu tun hat und auch nicht so riecht. Was habe ich falsch gemacht? Ist das Zeug noch zu retten oder Sondermüll? Und was machen die Warréaner mit ihrem Wachs? Sonnenwachsschmelzer lohnt nicht bei Ernte im September, Waben einweichen geht nicht bei der genannten Art der Honiggewinnung - für Tips wäre ich also dankbar!
    Herzliche Grüße
    Euer Bienvenu

  • Hallo Bienvenu,


    ich hatte Deinen Beitrag nicht genau gelesen, aber jetzt vermute ich, dass Dein Fehler das Auspressen war.
    Damit drückst Du nämlich auch die ganzen Drohen durch Dein Plastiksieb. Dieses Mus aus Wachs und Eiweiß wird sich vermutlich nicht von selbst trennen.


    Ich habe bisher mit Omas altem Spätzlesieb den groben Dreck aus der kochenden Suppe gefischt (Larvenhäutchen und Drohnen). Danach über Nacht abkühlen lassen (Isoliergefäß ist nicht nötig) und Du bekommst einen schönen Wachskuchen. Am Boden befindet sich noch eine Schicht feiner, schwerer Dreck, der einfach abgekratzt wird.


    Für Dein Wachs habe ich dieses Jahr keine allzugroße Hoffnung mehr, aber vielleicht lauert noch ein Experte hinter dem nächsten Busch? :wink:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Ich bin zwar auch kein Experte fürs Wabenkochen, aber ich vermute eher, dass nach dem Sieb die Temperatur zu tief war, bzw. die Wassermenge zu gering.
    Beim ersten Einschmelzen geht es einmal darum, die Puppenhäutchen und den übrig gebliebenen Pollen zu entfernen. Ein Isoliergefäss ist dazu nicht notwendig.


    Ich benutze übrigens einen einfachen Dampfwachsschmelzer mit einem Getreidesack als Sieb und komme damit besser zurecht als mit dem Sonnenwachsschmelzer Marke Eigenbau den ich früher hatte. (Der ging nur gut für Baurahmen und Entdeckelungswachs. Bei Brutwaben war ich mit dem Ergebnis immer unzufrieden - egal wie lange eingweicht)

  • Obstpresse habe ich keine, aber Naturbau habe ich auch schon von Hand ausgedrückt. Diese Klumpen lassen sich auf jeden Fall problemlos schmelzen.
    Klar braucht s etwas mehr Zeit. Ich dämpfe so lange, bis mir kaum mehr Wachs an den Gummihandschuhen bleibt, wenn ich den Getreidesack zusammendrücke.
    Knüppelpresse habe ich auch keine. Von den alten Brutwaben geht deswegen wohl schon noch etwas Wachs mit dem Trester in die Kehrichtverbrennung.


    Am Anfang unterschätzt man aber auch einfach, wie viel Naturbau für ein Kilogramm Wachs eingeschmolzen werden muss.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nigra ()

  • Allen Antwortern vielen Dank!
    Ich werde es noch ein letztes Mal mit einem Dampfentsafter probieren - aber wahrscheinlich hat Traugott recht, und das Drohnenpürree wandert als Lehrgeld in den Müll. Schade.
    Einen schönen Abend
    Bienvenu