Propolislösung

  • Hallo Imker/innen,


    ich muss mal wieder auf Eure Erfahrung zurückgreifen.


    Kann mir jemand sagen wieviel mltr. Alkohol (c.a. 70%ig) ich für eine vollständig gesättigte Proplislösung mit x g Propolis ich benötige?


    Wäre sehr nett von Euch, wenn ich einen "Richtwert" bekomme. Jedesmal, wenn ich Propolis auflöse, stell ich mir die Frage, ob ich nun zu wenig (schwache Lösung), oder zu viel (nicht vollständig gelöst) drinnen hab.


    danke schon mal, viele Grüssde und schönen Sonntag Abend,
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Moin, Gerd,
    ich werfe immer etwa 300-400g Rohpropolis in einen Liter 96% Alk, schüttle regelmäßig etwa zwei Wochen lang, und filtriere dann ab.
    Mehr als 20% Propolis löst sich auch da nicht drin, bei 70% Alk wäre es deutlich weniger.
    Den Rest fülle ich wieder mit Propolis und 96% Alk auf - eine unendliche Geschichte sozusagen :wink: (es sind sehr große Gläser, ab 5 Liter aufwärts).
    Für äußerliche Anwendung nehme ich natürlich Spiritus.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    das deckt sich mit einem Rezept, dass ich (sogar mal außerhalb des IF) gefunden hatte:


    90%iger Alkohol, 5 Teile davon und 1 Teil Rohpropolis, ca 10 bis 14 Tage regelmässig Schütteln.


    Sabine : Warum nicht auch äußerlich diese Lösung, zumindest teilweise? Und was machst Du denn mit diesen Mengen an Lösung:eek:, wenn man das erfahren darf?


    Gute Nacht!


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...bei 70% Alk wäre es deutlich weniger....


    Nicht zwingend.


    Propolis besteht aus fettlöslichen, alkohollöslichen und wasserlöslichen Bestandteilen. Die in Alkohol löslichen Bestandteile machen den Löwenanteil im Propolis aus.


    Um das Propolis und dessen Wirkstoffe wirklich gut zu nutzen, müsste eine in Stufen erfolgende Lösung in Fett, Alkohol und Wasser erfolgen, wobei schon die Reihenfolge die Ausbeute ausmacht. Und dann wird es vom Körper immer noch nicht aufgenommen (innerlich angewendet), ohne weitere Hilfen von porigem Material.


    Rohpropolis wird daher am besten zusammen mit Erdnüssen (oder anderen Ölen oder ölhaltigen Sachen) im Mund zerkaut und dann mit Alkohol und Wasser gespült. :wink: Propolis wird auch mit Silikat-Mineralen oder anderem porenhaltigen Material gemischt. Die große Oberfläche solcher Poren sind ein guter Träger.


    Ich denke daher, dass 70%-iger Akohol unter Umständen mehr Bestandteile herauslöst, mit Hinblick auf die wasserlöslichen Komponenten, als mit hochprozentigem Alkohol.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • 96% Alk,


     
    ... ich halte 96% Alkohol für weniger geeignet. Bei dieser Lösung werden die wasserlöslichen Propolisbestandteile zu wenig oder nicht herausgelöst.
    Wir arbeiten mit einer 73% Lösung. Ein Viertel der Flasche wird entleert und mit Rohpropolis aufgefüllt. Die Lösung steht dann im Keller und wird dort jede Woche einmal kräftig geschüttelt. Das Ganze steht dann 2-3 Monate.
    Einfach sachte in die Fläschchen abgießen und den 'Schlamm' mit dem Restalkohol in der Flasche lassen. Von einem 'seihen' durch Stoff halte ich auch nichts, da Waschmittelrest damit ausgelöst werden (können). Eine zweiten Ansatz mit einem erneuten Aufguß von Alkohol machen wir nicht. Wie haben immer genug Propolis. Wir nehmen die Flaschenrest um, je eine kleine Menge (1 Schnapsglas) dem angerührten Bienenfutter pro 25 Liter zuzumischen. Oder streichen damit die Beuten innen aus. Der feste Rest kommt auf den Kompost.

  • Moin Imkers,


    Ich löse das Propolis in Melissengeist auf. Der hat 80% Alc und einen leichten lieblichen
    "scent":p_flower01:. Der von den "katholischen Schwestern" ist mir aber zu teuer, ich kaufe den von
    "Horseman", kostet nur knapp 6 €/0,5l.


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • sorry, irgendwie klappt die korrektur hier nicht??, jetzt den Beitrag nochmal


    erst mal danke für Eure Antworten!
    Wenn ich mal zusammenfasse: -etwa 300- 400 gr. je Liter 96%igen, bei geringern Alkoholgehalt, würde sich das Volumen der Lösungsflüssigkeit durch das Wasser anteilig erhöhen


    Die Fett-Alkohol-Wasser-Lösung hört sich sehr plausibel und interessant an.
    Aber wie kann ich Propolis in Fett lösen? Wenn die Reihenfolge wichtig ist, müsste man der hochprozentigen Lösung anschliessen Wasser zusetzen, oder werden jeweils separate Lösungen hergestellt und dann vermischt??


    Vieleicht könnt ihr mir nochmal nen tipp geben.


    Danke schon mal und viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Habe mir von M.Neuhold " Die Bienen-Hausapotheke " zugelegt.
    Erläuterungen erübrigen sich wenn man dieses Büchlein gelesen hat - erst recht wenn man die Rezepturen probierte( einige ).
    Hatte seitdem z. Bsp. keine Erkältung mehr , obwohl ich gegen Zugluft dummerweise allergisch reagiere.
    Also macht nicht unbedingt Experimente wenn Experten vorher das Thema ausgelotet haben .


    Gruß hannes

  • Noch `ne Möglichkeit:
    Statt Alkohol den "Stroh-Rum" nehmen.
    Wertet dann auch noch das "Gschmäckle" auf... ;-)
    (Tipp von Isselbiene)

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo,


    and den Stroh-Rum hab ich auch schon gedacht. Allerdings ist der ja synthetisch hergestellt, also sicher jede Menge an Aromen drinnen. Das könnte nun auch wieder zu einen Reinheits-Problem werden.
    Ist denn die Herstellung, so wie sie Berhard angedeutet hat, in M.Neuhold " Die Bienen-Hausapotheke " auch beschieben?


    Ich bin mir sicher, dass die Propolislösungen in Apotheken nach fixen Rezepten hergestellt werden (müssen). Als Orientierung wäre es schon mal nicht schlecht diese Herstellungsprozedur zu kennen. Wenn sich die Herstellung darüber hinaus noch verfeinern lässt, wäre es natürlich die Krönung. Aber im Moment fische ich noch total im Trüben. Jeder Ansatz unterscheidet sich, weil ich nur rumprobiere, ohne das Ziel genau zu kennen.
    Gibt es denn irgendwelche Vorschriften, ähnlich der Honigverordnung, die Mindestanforderungen an Propolislösungen, oder Propolis in festem Zustand, beschreiben?


    Wäre sehr nett, wenn Ihr mir noch weiterhelfen könntet.


    Schönen Abend noch und viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Jeder Ansatz unterscheidet sich, weil ich nur rumprobiere, ohne das Ziel genau zu kennen.


    Hallo Gerhard,


    eine Standardisierung ist nach meinem Wissen nicht möglich, da Propolis nicht gleich Propolis ist.
    Du hast Anteile von Wachs und Propolis in unterschiedlichen Vermengungen.
    Wie willst Du die trennen, um reines Propolis zu erhalten?
    Erst damit könnte man dann Standards aufbauen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich kann Hardy da nur bestätigen. Selbst heute kennt die Menschheit nicht alle Bestandteile von Propolis. Außerdem variieren die Bestandteile von Jahr zu Jahr. Das ist ein Grund, weshalb Propolis so wirksam ist und kaum/keine Resistenzen dagegen aufkommen können.


    In der Apitherapie gibt es zurzeit Bestrebungen, solche Standards für den medizinischen Einsatz von Bienenprodukten zu schaffen. Die Standards sollen zum Beispiel rechtliche Hürden überwinden und bei der einheitlichen Dosierung helfen. Ganz unumstritten sind solche Standards nicht, denn gerade weil die Mischungen nicht einheitlich sind, wirken sie so gut. Jeder Standardisierung folgt eine Synthetisierung. Ein synthetisches Produkt hat meist aber andere Wirkungen als ein Naturprodukt.


    Da beißt sich die Katze in den Schwanz.


    Viele Grüße
    Bernhard