Einfüttern bei Ablegern.

  • Hallo zusammen,
    ich hab die letzte Zeit fast täglich auf dieser seite gelernt und schreib heute meinen ersten Eintrag mit einer Frage verbunden.
    Ich hab mir im Juni vier 5Waben- Ableger gekauft die sich sehr gut entwickelt haben, hab zu den 5 Waben noch 4 Mittelwändedazugehägt die auch bei 3 Völkren fast ausgebaut sind nur einer hinkt noch etwas hiterher, denke aber der wirds auch noch schaffen. Nachdem ich sie in meine Beuten umgehägt habe, hab ich zugefüttert mit Api Invert, ich denke mal pro Volk etwa 5,5 Liter, hab dann aufgehört da man mir gesagt hat der Brutraum kann verhonigen und ich solle sie nicht so verwöhnen. Ich mache nächste Woche die letzte Varroa behandlung mit AS und möchte dann einfüttern. Jetzt zu meiner Frage, wieviel Liter in etwa sollte ich noch APi Invert zufüttern für den Winter nachdem ich eh schon im Juni viel gefüttert habe. Mein Brutraum hat eine Zarge und zweimal 9 Zander Waben und zweimal 10 Zander Waben.
    Mir macht das ganze extrem viel Spaß und ich wünsche mir so sehr das ich meine Völker über den Winter bringe.Ich frage mich nur immer warum ich nicht schon früher mit dem ganzen begonnen habe.
    So dann hoffe ich mal auf Eure Tipps und sag schon mal danke!!

  • Hallo Konrad 1971!


    Zitat

    man mir gesagt hat der Brutraum kann verhonigen und ich solle sie nicht so verwöhnen.


    Der erste Teil des Satzes stimmt, der 2. stimmt überhaupt nicht. Bei den Bienen ist es eher umgekehrt, wenn man ihnen Futter reicht, dann fangen sie erst recht an zu suchen. Dies tritt im Herbst sehr viel stärker auf und endet in Räuberei. Also um etwaigen Räubereigelüsten zuvor zu kommen, ist es ratsam immer erst kurz vor der Dunkelheit zu füttern. Bis zum nächsten Morgen haben sie sich wieder beruhigt.



    Die Voraussetzungen dürften nicht schlecht sein. Es ist auch sehr löblich, dass die Bienen den Sommer über gefüttert wurden und nicht vor sich hindarben mussten. Bei der Ablegerfütterung im Sommer ist nie etwas vertan, entweder wird das Futter in Brut umgewandelt oder es wird als Winterfutter abgelagert.


    Nun zu deiner Frage:


    Solche Ferndiagnosen sind immer schwierig. Wenn die Ablegerzarge wirklich gut mit Bienen gefüllt ist und ich würde sagen, zumindest fünf schöne Brutwaben vorhanden sind, so könnte man noch ein Magazin mit Leerwaben/Mittelwänden aufsetzen und kräftig füttern. Das hätte den Vorteil, dass man sich im späten Frühjahr nicht um die Futtervorräte kummern müsste, bzw. für die schwächeren Ableger, die nicht aufgesetz worden sind, Futterwaben vorrätig hätte.


    Wenn du dich für eine einzargige Überwinterung entscheiden solltest, so müsstest du die Futtermenge den Herbst über gelegentlich kontrollieren. Ein Jungvolk verbraucht im August und im September noch ordentlich viel Futter. Es wird wesentlich mehr gebrütet wie bei Altvölkern. Das Brutgeschäft sollte duch zu viel Futter nicht vorzeitig eingeschränkt werden. Jedenfalls sollte nicht zu früh zu viel gefüttert werden. Als Ziel ist anzustreben, dass Mitte gegen Ende September die Überwinterungsfuttermenge erreicht wird. Da macht es dann auch nichts wenn das Brutnest durch das Futter eingeschränkt wird, da die Brut sowieso von selbst weniger wird. Da müssen dann auch die Randwaben wirklich gut mit Futter angetragen sein und über dem Brutnest eine ordentliche Futterkappe, würde sagen, mindestens 5 cm, haben.


    Ich wünsche dir viel Spaß mit den Bienen.


    Wichtig: Im Winter verhungern grundsätzlich keine Völker, da ist der Verbrauch sehr gering. Im späten Frühjahr (Ende März und im April) unbedingt auf die Futtermenge achten, da wird richtig viel Futter verbrütet. Im Notfall nachfüttern, das ist leider der Nachteil der einzargigen Überwinterung.


    MfG
    Honigmaul

  • hi
    ich würde bei ablegern einfach jeden Tag von Anfang an ( ab Bildungstag) nen halben Liter ZW (zuerst 1:1 und später 3:2) füttern. Damit erzielst du die perfekte Reizung, die Königin wird gereizt mehr Brut aufzuziehen....
    ich hoffe ich konnte dir mit meiner Methode helfen, die zwar etwas aufwendiger ist, aber den Zweck erfüllt. Man kann auch Futerteig (alle 3 Tage nen Batzen) füttern. Jedoch kann es vorkommen,dass die Bienen kein dazu nötiges Wasser holen können und der Futterteig nicht abgetragen werden kann:daumen:


    wink
    TheBeePhee

  • Hallo !


    konrad-1971
    MW werden jetzt praktisch nicht mehr ausgebaut, ohne Futter schon garnicht.



    hi
    ich würde bei ablegern einfach jeden Tag von Anfang an ( ab Bildungstag) nen halben Liter ZW (zuerst 1:1 und später 3:2) füttern. Damit erzielst du die perfekte Reizung, die Königin wird gereizt mehr Brut aufzuziehen....


    wink
    TheBeePhee


    Der Reizung Bedarf es nicht (eigentlich nie), wenn die Ableger früh genug gebildet werden schon garnicht.
    Zwei Brutwaben, zwei Futterwaben eine MW im Mai zusammengestellt,
    passen jetzt nicht mehr in eine Zarge ohne jegliche Fütterung.


    Gruß
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ach Gschmarre! glaub mir einfach und versuch nich mir zu widersprechen!


     
    Moin,Moin aus Hamburg ,
    würde ich ja gerne aber ........wer bist Du ? :roll:
    AHHHHH jetzt weiß ich , woher ich das kenne :
    http://www.youtube.com/watch?v=D7aAnW81OTs
     
    .....fülle mal bitte Dein Profil aus .........und : Vertrauen muß man sich erarbeiten, mit dem Holzhammer kommt man da nicht weit. :wink:
     
    Viel Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo !


    Ach Gschmarre!
    glaub mir einfach und versuch nich mir zu widersprechen, weil das stimmt, was ich geschrieben habe !


     
    Entschuldigen Sie wenn ich Ihrer Meinung zwar offen, aber doch auch kritisch gegenüberstehe.


    Meine Meinung ist einfach - nachdem wir vor Jahren auch Ableger gefüttert haben - Füttern ist eine unnötige Arbeit, unnötiges Stören des Jungvolks. Diese bezieht sich auf meine Region - das kann natürlich anderswo ganz anders sein.


    Allerdings unterstütze ich Sie, wenn Sie sagen eine Zucker/Wasser Mischung regt den Bautrieb weitaus mehr an als fertig invertierte Zuckerlösungen. Letztere werden anscheinend nur eingelagert ... erste hingegen intensiv bearbeitet was den Bautrieb fördert.


    Gruß
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hi,


    ich hänge mich hier mal ran, weil ich das gleiche Anliegen habe.



    Allerdings unterstütze ich Sie, wenn Sie sagen eine Zucker/Wasser Mischung regt den Bautrieb weitaus mehr an als fertig invertierte Zuckerlösungen. Letztere werden anscheinend nur eingelagert ... erste hingegen intensiv bearbeitet was den Bautrieb fördert.


     
    Oh je, und ich habe meinem Ableger Invertsirup gegeben (zu mir geholt vor wenigen Wochen im 5-Wabenkasten DNM, mein erstes Volk). Kann man sagen, was beim Zuckerwasser den Bautrieb (und Brutrieb?) besonders anregt: ist es die Saccharose (die die Bienen erst invertieren müssen), ist es der hohe Wassergehalt (den die Bienen reduzieren müssen) oder nur die Kombination?
    Wenn es das Wasser wäre, dann könnte ich ja auch den Invertsirup verdünnen. Wenn es der Zucker wäre, dann könnte ich festen, evtl. angeteigten Zucker füttern. Wenn es die Kombination ist, dann geht halt nur Zuckerwasser, deshalb die Frage.


    Ist Kristallzucker aus dem Supermarkt ok? Im Imkerverein meinten letztes Jahr einige, dass der Supermarktzucker seit einiger Zeit produktionsbedingt etwas enthalten würde, was für die Bienen weniger gut ist. Das erschien mir eigentlich mehr ein Gerücht, meines Wissens nach sind die deutschen Zuckerhersteller stolz darauf, dass ihr Haushaltszucker reine Saccharose ist. Mein Verdacht ist, dass die Leute evtl. das beim selber Invertsirup kochen entstehende HMF meinten, da aber etwas durcheinandergebracht haben.


    Konrad : du fragst, wieviel du jetzt füttern sollst, aber es kommt darauf an, was die Bienen verbraucht haben (und noch verbrauchen werden). Deshalb wäre es interessant, was deine Völker samt Vorräten jetzt wiegen.
    Ich habe das bisher auch noch nicht gemacht, wird hoffentlich nächste Woche nachgeholt. Beute angekippt einmal von der Vorder- und einemal von der Rückseite wiegen, Gewicht von Boden und Deckel abziehen, um Gewicht von Zargen samt Waben, Bienen und eben Vorräten zu erhalten?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo


    vorausgesetzt der Ableger stark genug


    muss man nicht füttern
    solange Tracht herrscht


    bei Trachtlosigkeit hilft füttern
    allerdings nicht in dieser Größenordnung


    Manche Fertigfutter sollte man lieber nicht verdünnen.


    Gruß Uwe

  • Hallo Re-Mark!


    Lass dich nicht verwirren!



    Zucker aus dem Supermarkt ist in Ordnung!


    Es ist völlig egal ob Zucker oder Invertsirup verfüttert wird, der Bautrieb ist der gleiche (bei gleicher Konzentration des gereichten Futters). Solange die Bienen in Brutnestnähe Platz zum Einlagern haben, wird dort eingelagert, dann werden vorwiegend die weiteren vorhandenen Leerzellen gefüllt, erst dann wird überwiegend gebaut. Es herrscht jedoch ein fließender Übergang.


    Wenn man jedoch die gleiche Zuckermenge mit mehr Wasser verdünnt (1:1) und eine erhebliche Menge auf einmal reicht, dann werden anfänglich zur Einlagerung mehr Zellen benötigt und daher auch mehr Zellen ausgebaut. Nach einigen Tagen, wenn das eingelagerte Futter eingedickt ist, wird es wieder umgetragen und auch wieder eher brutnestnahe eingelagert. Der Nachteil ist, das mehr Umarbeitungsverluste entstehen. Für die Herbsteinfütterung würde ich daher eher 2:1 oder zumindest 3:2 (Zucker/Wasser) vorschlagen.


    Wie du richtig erkannt hast, entsteht beim Zuckeranrühren kein HMF, auch dann nicht wenn man warmes Wasser verwendet, da HMF nur in Zusammenhang mit einem sauren PH-Wert entsteht (sagen die Chemiker).


    Invertsirup nicht verdünnen! Da sind dann alle Vorteile des Futters futsch, es ist dann gärgefährdet und die Umarbeitungsverluste steigen.



    MfG
    Honigmaul

  • Hallo zusammen.
    Ich schmeiss jetzt mal eine ähnliche Frage in den Raum, und zwar:
    Woran erkennt man, dass die Bienen genug Futter für den Winter eingelagert haben, bzw. ich genug zugefüttert habe.
    Ich habe gehört, man erkennt das daran, dass wenn man das letzte Rähmchen zieht (DN Holzbeute, 1 zargiger Ableger) und dort Futter drin ist, haben sie genug.
    Die Bienen lagern das Futter angeblich von vorne (Flugloch) nach hinten ein.


    Stimmt das so?


    Schöne Grüße Tobi

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer)

  • Hallo Tobi!


    Zitat

    Stimmt das so?


    Grundsätzlich stimmt das, dass das/der Futter/Honig zum Schluss in der hintersten Wabe abgelagert wird. Die Schlussfolgerung ist aber nicht richtig. Die Bienen haben immer ihre Brut fluglochnah und das Futter oder den Honig fluglochfern. Anderererseits sind die Bienen bestrebt die Vorräte immer brutnestnah einzulagern, was auch logisch ist, denn sie müssen ja auch die Vorräte bei kalten Temperaturen erreichen können.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Tobi!


    Zitat

    Stimmt das so?


    Grundsätzlich stimmt das, dass das/der Futter/Honig zum Schluss bei der hintersten Wabe abgelagert wird. Die Schlussfolgerung ist aber nicht richtig. Die Bienen haben immer ihre Brut fluglochnah und das Futter oder den Honig fluglochfern. Anderererseits sind die Bienen bestrebt die Vorräte immer brutnestnah einzulagern, was auch logisch ist, denn sie müssen ja auch die Vorräte bei kalten Temperaturen erreichen können.


    MfG
    Honigmaul