Neueinsteiger mit Beuten "Bienen Thie"

  • Hallo Imker,


    Ich habe mir dieses Jahr einen Bienenableger besorgt und somit mit der "Imkerei" begonnen.
    Jetzt habe ich von einem alten Bienenwagen sehr gut erhaltene Bienenbeuten "Bienen Thie"
    (alte DDR Beuten) bekommen, mit allerlei Zubehör. Aber: alles durcheinader!!
    Glasrahmen, versch. Größe, kleine Wabenrähmchen und vieles mehr.
    Hat einer von euch Ahnung von diesen Beuten?? Selbst im Internet habe ich die Beuten nicht gefunden.
    Macht das überhaupt Sinn die zu verwenden? (Sehen aber noch fast neuwertig aus)
    grüße


    Willy

  • ....sehr gut erhaltene Bienenbeuten "Bienen Thie"
    (alte DDR Beuten) bekommen, mit allerlei Zubehör. ....


    Suche mal im Internet unter "Normbeute 52". Die gabe es in verschienden Ausführungen (Warmbau, Kaltbau, DNM, Kuntzsch). Hier gibt es zu dieser Beute eine hervorragende Zusammenfassung:
    http://www.imkerhomepage.de/di…mbeute/die_normbeute.html
    Ich denke, du kannst durch Probieren das Puzzle lösen. Die "kleinen Wabenrähmchen" scheinen Halbrahmen (Dickwaben) für den Honigraum zu sein.
     
    Ich imkere heute noch in diesen Beuten im Bienenhaus, allerdings sind sie inzwischen alles zu 4-Raum-Beuten umgebaut.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Zitat

    Pardon fang neu an. Sind wahrscheinlich Hinterbehandlungsbeuten....


    spricht etwas gegen Hinterbehandlungsbeuten?


    Grüße


    Willy

  • spricht etwas gegen Hinterbehandlungsbeuten?


    Grüße


    Willy


    Die sind einerseits schön, nett zum Begucken aber nicht so praktisch wie Magazine. Und, je nach Arbeitsweise, sind Magazine bienenschonender. Zudem werden die Blätterstöcke gerne schnell zu klein, weil wir heutzutage wesentlich größere Völker als damals halten. Ein paar besetzte Blätterstöcke hab ich auch, aber nur zum Gucken..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • spricht etwas gegen Hinterbehandlungsbeuten?


    • 2*13 Waben DNM ist arg klein, wie Wentorfer schon schrieb. Platzenge fördert auch den Schwarmtrieb.
    • 13 Waben Brutraum "erzwingt" Umhängen von verdeckelten Brutwaben in den Honigraum, was evtl. Honig aus bebrüteten Waben ergibt (mag nicht jeder).
    • Bewegliche Teile wie Auszugsschlitten werden erbarmungslos verkittet (ich hab' letzten Monat ein paar Auszugsbeuten umgebaut - ohne Hammer und Meisel ging da gar nichts mehr).
    • Bearbeitung kann nur wabenweise erfolgen und nicht zargenweise; insbesondere die Schwarmkontrolle wird bei entsprechender Völkerzahl schnell aufwändig.


    Ich selbst hab' nie mit dieser Beute gearbeitet,
    erinnere mich aber noch gut, wie mein Onkel früher übers Verkitten geschimpft hat.


    Ohne diese Nachteile wäre der Hinterbehandler sicher hervorragend zum Wandern mit dem Bienenwagen geeignet.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Kleiner Nachtrag (die Editierfunktion geht bei mir nicht)


    Winterfütterung mit Futterzargen oder Eimern ist nicht möglich.
    Stattdessen braucht man Futtertaschen (2L), die regelmäßig nachgefüllt werden müssen
    und auch gerne verbaut werden.


    Trotzdem würde ich Dir nicht generell zum Wegwerfen raten.
    Manche alten Imker schwören auf diese Kisten.
    Je nach Geldbeutel und Sympathie einfach mal ausprobieren.:daumen:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Danke für eure Antworten,


    parallel zu meiner Anfrage hier habe ich beim meinem Ablegerlieferanten auch mal nachgefragt,
    der meinte die Kästen gäben einen hervorragenden Hasenstall.
    Mir als Handwerker würde es aber in der Seele wehtun, die Beuten so zu missbrauchen.
    Zum Thema einfüttern hat der Vorbesitzer eigentlich gut gearbeitet und sich mittels "Siemensflasche"??
    (3 Stück/ Volk) eine nette Lösung gefunden.
    Mittlerweile habe ich auch etwas Struktur in den einzelnen Bauteile erkannt und weiß so in etwa wie die Beuten "montiert" werden.


    Nun meine Frage:
    Da ich die Imkerei nur als Hobby betreiben möchte könnte ich in den Beuten (zumindest in einer)
    einen Naturschwarm einziehen lassen,ohne Rähmen und Schlitten, oder nicht?
    Eine kleine Entnahme an Honig würde mir schon reichen.



    Ansonsten kann ich die Kisten immer noch umbauen


    Grüße


    Willy

  • Hallo Willy,


    Ich bin zwar kein Experte für Stabilbau, aber das sollte gehen.
    Honigernte dann mit dem Messer...
    Der Honig wird sowieso brutlochfern (hinten) gelagert.


    Die Glasplatte darfst Du wahrscheinlich nicht vergessen, damit nicht an der Tür festgebaut wird.
    Schwarmkontrolle wird nicht möglich sein, falls Du das überhaupt wünscht.


    Das sieht mir nach einer interessanten Extensivbetriebsweise aus.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo Willy!


    Die Imkerei hat sich in den letzten 30 Jahren stark gewandelt. Wie schon geschrieben, haben wir heute größere Völker. Das ist genetisch bedingt. Dahinter steht das Zuchtziel der Ertragsmaximierung. Außerdem müssen wir heute mit der Varroamilbe leben. Gegen diesen Parasiten müssen die Bienenvölker regelmäßig behandelt werden, sonst sterben sie. Man kann deshalb nicht einfach Bienenvölker in den Garten stellen und sie sich selbst überlassen.


    Es gibt jedoch sogenannte ökologische oder "wesengemäße" Haltungsformen, die dem Ziel der minimalinvasiven Bienenhaltung schon sehr nahekommen. Die Stichworte sind Warre und TBH. Die Forumssuche hilft dir weiter. Das sind jeweils eigene Typen von Bienenkästen, die man sich gut selbst bauen kann. Damit klappt es ganz gut, einen Naturschwarm zu halten und nur gelegentlich kleine Mengen Honig zu entnehmen.


    Gruß, Sammler