Plädoyer für eine "bescheidenere" Imkerei

  • Und dabei geht der "Bär" noch bescheidener mit den Bienen um,
    als der mancher Bienenhalter!!!


    Der
    Drohn

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  • Ist ja der Hammer. Ich habe zwar noch nicht alles gelesen in diesem Thread (da muss ich mir nen Tag frei nehmen). Aber die Einleitung von Sabi(e)ne und allein die Überschrift treffen bei mir ins Schwarze.
    Ich machte mir in den letzten Wochen viele Gedanken darüber, warum die Imkerei selbst mit 6 Völkern (+ 6 Ablegern) so arbeitsintensiv ist, dass mir der Spaß an der Sache langsam vergeht. Und an "Imkerei als zweites Standbein", wie ich es mir zu Beginn ausmalte, ist bei Hobbyimkereigröße nicht zu denken. Bin froh, wenn wir null auf null rauskommen unterm Strich.


    Und ich bin für mich, ohne diesen Thread hier zu kennen, zu folgendem Ergebnis gekommen:


    Alles in der Imkerei, was so arbeitsintensiv ist, zielt ausschließlich auf Ertragsmaximierung ab!
    Viel, mehr, noch mehr, am meisten!!! Wandern, Schwarmkontrollen, mehrere Honigernten, usw. usw.


    Für mich hieß und heißt das Ergebnis und Ziel: Genügsamkeit bringt Freude (zurück) !!!


    Nach Recherchen bin ich dann über die Bienenkiste gestolpert, und ich bin prinzipiell angetan von der Idee... vor allem von der Philosophie.
    Was mich noch zusätzlich überzeugte, ist die Aussicht, dass das alljährliche große Wachsschmelzen und Rähmchenputzen wegfallen würde.
    Und wenn man's knallhart durchzieht sogar die Schleuder und Entdeckelungsgeschirr und vor allem das Putzen derselben nebst Räumlichkeiten.
    Das funktioniert natürlich nur mit gepredigten Genügsamkeit.


    Was als angenehmer "Nebeneffekt" für die Bienen dabei rausspringt, dürfte eine deutlich wesensgerechtere Haltung mit weniger Störungen sein.


    Ich werde es probieren.
    Möge die Freude an der Imkerei wieder einkehren.
    Für den Imker - und die Bienen!

  • Soll er doch! Ich werde doch so genügsam!


    Hallo,newbees,
    du kannst mich in der "bienenkiste" erreichen.
    Bin für alle Fragen und Kontakte ein Ansprechpartner, so du willst.
    Deine Einstellung der Genügsamkeit ist umfassend.


    Beste grüße, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • newbees : Die Bienenhaltung nach Warré oder in einer Klotzbeute könnte da auch etwas für Dich sein. An der Bienenkiste stört mich, dass man Wachsplatten braucht und eine horizontale Kiste wärmetechnisch nicht optimal ist. Der Nachteil an Warré ist vielleicht, dass der Honig aus ehemals bebrüteten Waben stammt (ich schmecke keinen Nachteil heraus und finde den Ganzjahreshonig nur super lecker). Und eine Klotzbeute ist wahrscheinlich die natürlichste Imkerei - (nur) die Ernte wird ein tolles Gematsche.

  • Hallo, habe heute abend den kompletten Thread gelesen (uff und bin noch etwas :confused:). Als Anfänger im ersten Jahr ohne Erwerbsinteressen und mit wenig Geld auf der hohen Kante waren Anschaffung eines Wirtschaftsvolkes + 3 Zander-Komplettbeuten (für Volk und zwei Ableger) plus Pi-Pa-Po mit ~ 500 Euro eine ordentliche Anschaffung. Musste dem Wirtschaftsvolk für Ableger insgesamt 6 Brutwaben und 6 Futterwaben entnehmen - brachte dennoch 20 kg Honig (6 kg Blüten und 14 kg Wald). Zurzeit wird gefüttert, alle drei Völker werden auf zwei Zargen durch den Winter gehen.
    Nächstes Jahr steht die Anschaffung einer Honigschleuder + Zubehör an; mal sehen, wieviele Völker durch den Winter kommen, Varroabelastung ist sehr gering, ich werde maximal noch in eine weitere Komplettbeute für einen weiteren Ableger investieren können, hoffe aber, dass ich mir das sparen kann (so brutal das ist, denn ich spekuliere darauf, dass ein Volk über den Winter untergeht. Andererseits war es mir wichtig, vor dem Winter drei Völker zu haben, um danach hoffentlich mindestens zwei zu haben. Deswegen habe ich auch nicht vereinigt.)
    Ich war Teilnehmer eines Anfängerlehrgangs mit mehr als einem Dutzend Teilnehmern, die alle ein Volk erworben hatten - die Varroabelastung der Völker ist sehr unterschiedlich. Nach meiner Beobachtung haben diejenigen sehr geringe Varroabelastung, die regelmäßig Drohnenrahmen geschnitten haben.
    Ich werde nächstes Jahr fleißig Drohnenrahmen schneiden, einen Sammelbrutableger bilden, Weiselzellen sorgfältig ausschneiden, um die Investitionen in einem (sic!) bescheidenen Rahmen zu halten. Im Jahr 3 dürften dann wieder neue Beuten finanzierbar sein.
    Gruß inge93

  • UUps,
    ich habe das Thema anders verstanden.


    Revolutionäres Thema, Inge:
    Die Drohnen zulassen. Weisel zulassen. Schwärmen lassen, glücklich mit Bienen leben.
    Duck und weg, Bienudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Nochmal: das "bescheiden" bezog sich auf die Anforderungen, die gewöhnlich an die Bienen und die Ernte gestellt werden - da sollte man mal hinterfragen, ob das alles so richtig und gut für die Bienen ist.
    Und genau DA kommt dann der BWL-Teil dazu: je weniger Arbeit ich habe, desto kostengünstiger kann ich ernten, und dann reicht mir auch deutlich weniger Honig für denselben Ertrag.


    Sabines Aussagen erinnern mich an die Landwirtschaft von Masanobu Fukuoka (http://de.wikipedia.org/wiki/Fukuoka_Masanobu)
    Sein Weg lautet: Zuerst überlegen welche Arbeit unterlassen wird anstatt sich sofort in Handlungen zu stürzen. Fukuokas Bücher sind philosophisch und praktisch zugleich. Nach 40 Jahren hatte er die gleichen Hektar Erträge an Reis wie die High-Tech-Agro-Landwirte seiner Region. Jedoch bei so gut wie KEINEN Kosten.
    Gut, 40 Jahre ist eine lange Zeit. Doch es geht auch schneller, denn betriebswirtschaftlich macht es sehr viel Sinn 50% weniger zu ernten wenn man 90% an Kosten spart.
    Laut den Texten von Fukuoka ist die Produktqualität durch den Nicht-Tun-Anbau deutlich gestiegen. Obwohl sein Konzept schlüssig ist und er mit herausragendem Beispiel seine Thesen bewiesen hat gehen immer noch viele Menschen den technischen Weg des sehr hohen Energieeinsatzes um Probleme zu lösen.


    Doch es scheint absehbar, daß die Zeit des billigen Öls (Stichwort Peak Oil) sich dem Ende neigt und dann vieles an bisher üblichem Handeln unterlassen wird, weil es einfach gar nicht mehr bezahlt werden kann. Beispielsweise möcht ich mal wissen wie die AS und OS Behandler diese Säuren selber gewinnen wollen sollte man diese Produkte nicht mehr kaufen können, oder sollte man nicht mehr tanken können um zum Geschäft zu fahren. usw.


    Ob und wann ein System Kollaps kommt will ich jetzt nicht debattieren. Die Möglichkeit besteht jedoch. Und dafür finde ich es sehr wertvoll wenn z.B. Sabine einen Weg sucht mit möglichst wenig Aufwand den Bienen ein gesundes Leben und Überleben zu ermöglichen.


    Viele Grüße von Konstantin, der aktuell überlegt ob er diesen Text lieber nicht geschrieben hätte, weil er sich immer wieder überlegt welche Handlung er weglassen kann...

  • :eek:
    Das hier:

    Zitat

    Nach meiner Beobachtung haben diejenigen sehr geringe Varroabelastung, die regelmäßig Drohnenrahmen geschnitten haben.
    Ich werde nächstes Jahr fleißig Drohnenrahmen schneiden, einen Sammelbrutableger bilden, Weiselzellen sorgfältig ausschneiden, um die Investitionen in einem (sic!) bescheidenen Rahmen zu halten.


    hat ja nun ÜBERHAUPT nix mit dem Threadthema zu tun - eher mit dem Gegenteil davon.:roll::evil:


    Bevor jemand Drohnenbau schneidet, sollte er doch mal darüber nachdenken, was das das Volk kostet, in Ressourcen.
    Und die Bienen haben ein eingebautes Bedürfnis nach einer bestimmten Menge Drohnen - die allerdings normalerweise nicht auf einer einzigen Wabe erbrütet werden, sondern am Rand des Brutnests als Außenschale im Naturbau.


    Genauso werden sie wissen, was sie tun, wenn sie jetzt noch Drohnenbau und jede Menge Drohnen haben - hier bei mir gab es bislang auch kein Drohnenschlachten.


    Auch der Verzicht auf Drohnenschneiden fällt unter "bescheiden" sein, und nicht mehr vom Volk verlangen, als es natürlicherweise tun würde - es werden im Naturbau niemals alle Dohnen auf einer Wabe erbrütet - warum nicht, das wäre doch rationeller...:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Liebe Leute,


    also ich habe in diesem Jahr absolut NICHTS, NICHTS und NICHTS getan (BEWUSST NICHTS GETAN!)- weder Drohnen geschnitten noch sonst was, noch hineingeschaut - und es gibt so gut wie gar keine Varroabelastung. Geht doch...


    LG