Geringerer Varroosebefall in 2010?

  • Mein erster Beitrag in diesem Forum handelt direkt mal vom alten Plagegeist.


    Im Mai bis Anfang Juni konnte ich feststellen, dass sich die Varrooen stark vermehrten. Nahm man eine Wabe in die Hand und schaute sich die Bienen an, konnte man sie oft im Nacken sitzen sehen. Drohnenwaben (die ich schneide) waren recht ordentlich mit Milben belastet.


    Seit Juli nun das Gegenteil. Auf den Bienen aller Stöcke sind seitdem keine Milben mehr zu sehen. Milbenfall ohne Behandlung fast nicht vorhanden gewesen. Während der ersten Behandlung vielen ebenfalls sehr wenig Milben.


    Am 01. August haben wir Vereinsversammlung gehabt. Das Thema habe ich zur Sprache gebracht und auch hier zeigte sich, dass die Kollegen Gleiches zu berichten wussten. Klar ist nun, dass wir hier, in diesem Jahr, ausgesprochen wenig Milbenbefall haben. Wir stellen uns nun die Frage, ob es am diesjährigen Wetter liegen könnte und landesweit zu beobachten ist oder wir hier eine lokale Außnahmeerscheinung sind (Lohmar im RheinSieg Kreis / Nähe Köln)


    Was habt ihr zu berichten. Gibt es andernorts ähnliche Beobachtungen?

  • Da kann ich mich an das letzte Jahr erinnern, da hieß es um die gleiche Zeit, dass wenige Milben da sind, später waren die Völker weg.
    Die Milben sitzen jetzt in der Brut, also VORSICHT!
    ZU bemerken ist allerdings, dass die Population der Milben fast immer im 2 Jahrenrythmus einen Höhepunkt hat. Nach dem letzten Jahr würde dies heißen, dass dieses Jahr weniger Milben da sind.
    Die Frage ist allerdings: Entstehen diese Zyklen dadurch, dass im einen Jahr weniger behandelt wird, da weniger Milben da sind?



    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Dieses Jahr war ein wetterbedingtes Schwarmjahr.
    Meiner Ansicht nach kam es durch die „Brutaussetzer“ und die vielen Teilungen zu einer Verteilung der Varroabelastung auf die neu entstandenen Völker.
    Grüße Seebiene

  • Hallo zusammen,


    habe dieses Wochenende meine Milbenkontrolle in allen Völkern durchgeführt.


    Befund weniger als 1 Milbe/Tag in allen Völkern!


    Behandlung wird aber erfolgen, evtl. sitzen die Bister wirklich alle in der Brut.

    Gruß Thomas -- Wer Tipfehler findet, darf sie gerne behalten. :-)

  • ....ZU bemerken ist allerdings, dass die Population der Milben fast immer im 2 Jahrenrythmus einen Höhepunkt hat. Nach dem letzten Jahr würde dies heißen, dass dieses Jahr weniger Milben da sind. Die Frage ist allerdings: Entstehen diese Zyklen dadurch, dass im einen Jahr weniger behandelt wird, da weniger Milben da sind?


    Du meinst sicherlich eine zusätzliche Nachbehandlung je nach Milbenfall, außer der Spätsommer- und Winterbehandlung. Was dagegen spricht, ist dass bei den ganzen Imkern, mit den verschiedenen Standorten und den verschiedensten Einsatzmitteln, die gleichen Ergebnisse herauskommen. Aber den Aspekt halte ich mal im Auge und werde das ansprechen. Danke!
     

    Dieses Jahr war ein wetterbedingtes Schwarmjahr.
    Meiner Ansicht nach kam es durch die „Brutaussetzer“ und die vielen Teilungen zu einer Verteilung der Varroabelastung auf die neu entstandenen Völker.
    Grüße Seebiene


    Wäre eine Möglichkeit aber in dem Maße? Was dazu kommt, wir haben hier kein hohes Schwarmaufkommen gehabt. Ich selber hatte gar keinen Schwarm. (dabei aber auch Weiselzellen entnommen). Wir hatten ein miserables Frühjahr mit so wenig Eintrag, dass 2 alte Imkerkollegen sagten, dass sie ein solch schlechtes Jahr selten erlebt hätten. Dann kam die Hitze und die Natur explodierte. Aber erst Mitte/Ende Juni. Im Juli hatten die Völker den ausgefallen Frühling nahezu aufgeholt und man kam mit den Honigräumen nicht nach. Selbst im Moment tragen die Mädels noch wie verrückt Klee und nun das Springkraut (Winterfutter) ein. Es wurde also gut durchgebrütet. Durch Ablegerbildung kommt es natürlich zu einer Lastenverteilung, aber das findet in jedem Jahr in gleicher Weise statt.

  • Hallo.


    Hat schon mal jemand darüber nachdgedacht, dass bei der hohen Belastung des letzten Jahres sich alle stark mit Varroen verseuchten Völker verabschiedet haben? Wo sollen denn die riesigen Mengen herkommen? Alles Verflug?
    Obwohl auch im vergangenen Sommer nicht die riesigen Zahlen an natürlichem Abfall zu finden waren. Erst im Herbst wurde es problematisch. Viele Vöker sind gestorben bevor sie die Varroen weiter verteiln konnten. Das war Auslese pur.
    Aber ob im Oktober nicht eine viel zu große Besetzung der Vöker mit Varroen festzustellen ist, bleibt noch zu kontrollieren.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Berggeist Ja, das ist ein verdammt einleuchtendes Argument. Gerade der letzte Winter hat hier in der Gegend richtig Völker gekostet und damit auch Milben. Nun bin ich gespannt, ob sich noch andere wie Bienen_Tom melden, die einen Lagebericht geben.

  • Toto ,
    das Milben mit den Völkern eingingen stimmt nur zum Teil, denn eineige zusammenbrechende Völker haben sich bestimmt noch mit samt ihrer Milbenlast auf die Umgebenden verteilt.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Nö, man sollte sich keiner Illusion hingeben. Es gibt dieses Jahr wieder genügend Milben, um Völker umzubringen.
    Es ist wie immer: Auf jedem Stand gibt es Völker mit hoher Milbenlast und welche mit niedriger.
    Und es ist auch nicht richtig, wenn man denkt, dass durch die hohen Völkerverluste des letzten Herbstes/Winters die Varroapopulation dezimiert wäre. Die hat sich prächtig in diesem Jahr wieder entwickelt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo MIteinander,
    war die Überschrift hier nicht "GeringererVarroosebefall in 2010?", und nicht MIlbenbefall?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Auch bei mir kein Varroabefall erkennbar. Kein Varroatotenfall, keine Varroen mit der Puderzuckermethode nachweisbar (Mitte Juli), keine Varroen auf den Bienen gesehen, keine Krüppel. Die Völker sind überwiegend diesjährige Brutableger, also keine Schwärme. Ich behandle jetzt nicht und kontrolliere Ende August noch einmal mit der Puderzuckermethode.
    Viele Grüße Ralph

  • Auch bei mir kein Varroabefall erkennbar. Kein Varroatotenfall, keine Varroen mit der Puderzuckermethode nachweisbar (Mitte Juli), keine Varroen auf den Bienen gesehen, keine Krüppel. Die Völker sind überwiegend diesjährige Brutableger, also keine Schwärme. Ich behandle jetzt nicht und kontrolliere Ende August noch einmal mit der Puderzuckermethode.
    Viele Grüße Ralph


     
    Hallo
    wie oben beschrieben zu handeln ist in meinen Augen sträflicher Leichtsinn,Varotose ist Bedhandlungspflichtig. Es gibt mittlerweile so viele Wissentschafftlich untermauerte und in der Praxis bewährte Methoden der Varoea Behandlung das eigentlich für jeden imker was dabei ist.
    Jeder kann aus diesen Methoden sein Behandlungskonzept erarbeiten und da das Wetter nie gleich ist muss man da auch wieder sehr Flexibel sein,z.B. in einem ungewöhnlich heissen Spähtsommer/Frühherbst mit den "empfohlenen" 85% Ameisensäurekonzentrationen arbeitet, muss mit verlusten durch die Behandlung rechnen.
    Man sollte auch bedenken das die Behandlung gegen die Varoen nicht erst im August beginnt sondern schon viel früher durch Brutentnahme und Völkerteilung, Behandlung mit Milchsäure der Ableger bzw. der in der Brutscheune geschlüpften Brut sollte selbstverständlich sein.


    Alles andere sind ganz klar Tierversuche.


    "Hier gibt es anscheinen sehr viele Tierliebhaber"



    Gruss
    Markus


    ps.:
    Uns Imkern sollte klar sein das wir eine sehr hohe Verantwortung habe. Lebensmittelhygiene, Tiergesundhei, Seuchenbekämpfung bei einer Tierart die für die Existens der meisten Tiere einschließlich des Menschen extrem wichtig ist.

    "Willst du Gottes Wunder seh'n, musst Du zu den Bienen geh'n."

  • Hallo Markus,
    ich orientiere mich eher an logischen Argumenten und Erfahrungen, als an der stumpfen Befolgung von Vorschriften oder Ähnlichem. Die Gesetzeslage lässt das nach meiner Auffassung auch zu. Bei mir sieht das so aus:
    1. Ich ermittle den Befall nicht zum Selbstzweck, sondern um daraus eine erforderliche Behandlung abzuleiten.
    2. Die Methoden zur Befallsermittlung sind in Publikationen beschrieben und daher nicht experimentell. Dazu gehört auch die Befallsermittlung mit der Puderzuckermethode. Bitte nicht verwechseln mit der Varroabekämpfung über die Puderzuckermethode, deren Wirksamkeit ist strittig und wird von mir nicht angewandt.
    3. Wenn die Befallsermittlung im Sommer ergibt, dass ein Volk eine Entmilbung benötigt, dann werde ich eine Entmilbung durchführen, aber nur dann. Ich möchte mir auch die Möglichkeiten offen halten, die Spättracht zu nutzen, was bei Anwendung chemischer Mittel nicht und bei Anwendung biologischer Mittel nur stark eingeschränkt geht.
    4. Die Völker erhalten unabhängig von den Befallsermittlungen in jedem Fall die Varroa-Winterbehandlung.
    Ich hoffe, mich jetzt klarer ausgedrückt zu haben. Falls logische Argumente gegen ein solches Vorgehen sprechen, dann her damit.


    Gruß Ralph


  •  
    Hallo Ralph
    das war jetzt klar formuliert und jetzt kann ich deine Handlungsweise nachvollziehenwollte dich im übrigen auch nicht angreifen.
    Einzig die Nichtbehandlung einzelner Völker an einem Stand find ich bedenklich wegen evtl.einwanderung von Milben die ja durch die Behandlung einzelner Völker aus den Stock getrieben werden da sie wie man weiß einen ausgeprägten Überlebendssinn haben. ich persöhnlich würde auf eine Spähttracht verzichten wenn ich hier welche hätte "ausser Springkraut in Massen" und alle Behandeln und zwar je nach Befallsgrad mit Säure oder Thymopräperaten.


    Ich persöhnlich werde wie folgt Arbeiten: frühzeitige Teilung durch je nach Entwicklung des Volkes von bis zu 3 Rämchen Brut mit gleichzeitiger Behandlung mit MS ,Komplette Brutentnahme im Spähtsommer mit gleichzeitiger Bauerneuerung durch ersetzen der entnommenen Rähmchen duch Mittelwände ,
    Brutscheune mit AS und das Volk mit Tymovar oder Milchsäure behandeln, abschliessende Winterbehandlung mit OXALSÄURE Bedampfung



    @ all
    Die Varoabehandlung ist nunmal der bessere Weg die Milbe loszuwerden wie eine nächste Faunenverfälschung vorzunehmen durch Züchtung einer Varoaresistenten Europäichen Biene.
    Man kann nicht gegen GEN manipulation sein und gleichzeitig für die Züchtung einer Varoaresistenten europäichen Biene sein. Das eine Ist ein Labormässiger Eingriff in die Natur das andere eineingriff duch künstliche Auslese.
    Wenn sich die Biene durch die natürliche Anpassung an veränderte Lebensbedingungen selbst genetisch verändert ist das en natürlicher Vorgang, alles andere ist ein weiterer Eingriff in die Natur der nicht wieder Rückgängig gemacht werden kann.


    Wir Menschen haben schon durch Einschleppung der Varoamilbe dafür gesorgt das unsere Bienen bedroht wird nun sollte wir auch dafür Sorgen das unsere Biene durch uns gegen die Milbe geschützt werden so gut wie es möglich ist ohne diese genetich zu verändern egel durch künstliche Auslese oder Genmanipulation.


    Gruss Markus

    "Willst du Gottes Wunder seh'n, musst Du zu den Bienen geh'n."