Honig in Gläser abfüllen - aber wann?

  • Hallo,


    vor einer Woche habe ich den letzten Honig geerntet, nun ist er abgeschöpft (lecker) und auch schon jeden zweiten Tag gerührt (mit Auf-und-Ab). So langsam wird er durch die Kristallisation etwas fester. Wann würdet Ihr den Honig in Gläser abfüllen? Ich fülle immer gleich in Gläser ab (nicht erst bei Abnahme), da mein Honig i.d.R. nicht ganz fest wird (es ist ein "Sammelsurium-Honig, d.h. Blüten, etwas Wald etc.). Aber gibt es eine bestimmte Zeit, in der der Honig im Eimer noch reifen sollte - oder ist das Unsinn?:Biene:
    Für Eure Antworten schon mal - wie immer - herzlichen Dank im Voraus. Literatur ist wirklich hilfreich - aber das Forum unbezahlbar !
    Honigsüße Grüße
    Maggy:wink:

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Also "reifen" tut der Honig ausschließlich im Bienenvolk - ob im Eimer oder Glas; nach dem Schleudern geht's eigentlich eher bergab. Rühre soweit wie eben möglich so daß Du noch abfüllen kannst wenn Du eh schon dabei bist. Dann abfüllen und ruhig stehen lassen; dann kristallisiert er ganz von alleine weiter durch. Oder eben aufs Rühren ganz verzichten und im Eimer fest werden lassen und dann über erneutes Erwärmen und Rühren abfüllfertig machen (letzteres haben viele offenbar erfolgreich erlebt und in Zeitungen und Foren davon berichtet - bei mir hat es jedoch nur mäßig geklappt; eine grobkristalline, ungerührte Lindentracht würde selbst im tagelangen Wasserbad zwar flüssiger; blieb aber grobkristallin...seither rühre ich lieber gleich und fülle dann ab). Vorteil der Kristallisation im Eimer ist aber natürlich daß das tagelange Rühren mit beständigem Öffnen der Gebinde entfällt und daß die wasserziehende Honigoberfläche im Hobbock geringer ist als in zig Gläsern...


    Melanie

  • ...Oder eben aufs Rühren ganz verzichten und im Eimer fest werden lassen und dann über erneutes Erwärmen und Rühren abfüllfertig machen (letzteres haben viele offenbar erfolgreich erlebt und in Zeitungen und Foren davon berichtet - bei mir hat es jedoch nur mäßig geklappt; eine grobkristalline, ungerührte Lindentracht würde selbst im tagelangen Wasserbad zwar flüssiger; blieb aber grobkristallin...


    Hallo Melanie, das ist falsch.
    Die Kristalle bekommst Du bei den niedrigen Temperaturen nicht aufgelöst.


    Besser: Nach dem Abschäumen rühren (evtl. mit Impfung) bis er gerade noch abgefüllt werden kann.
    Dann in Hobboks/Eimer, wenn Du nicht sofort alles in Gläser geben willst.


    Später dann nur antauen und rühren, bis er gerade wieder fließfähig ist.
    Dann abfüllen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Melanie,
    wahrscheinlich hast du recht. Ich werde also noch ein paar Tage rühren und dann gleich ab in die Gläser. Da der Honig bislang nicht richtig fest wurde, ist das sicher ok. Denn so weich, dass er ohne Antauen aus dem Eimer kommt, bleibt er auch nicht.
    LG
    Maggy

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Hallo Lucki Bee ,


    Du hast eine sehr interessante Frage aufgeworfen ! Denke das viele , nicht nur Jungimker , hier immer wieder gefordert sind .
    Das Thema " Honigbehandlung " ist ohne Zweifel ein Thema für sich , welches selbstredend nicht mit ein paar Hinweisen abgetan werden kann . Zu späterer Zeit werden sich hierzu sicher kompetente Leute entsprechend äußern.
    Nur kurz eine Hilfestellung zu deiner Frage .
    Wenn du an chremigem Honig interessiert bist : Abschäumen , Rühren bis er eine perlmuttartige Ansicht bekommt , Abfüllen .
    Damit ist aber längst noch nicht alles gesagt. Es würde heute zu weit führen ins Detail zu gehen .
    Versuchs erst mal so .
    Ansonsten kannst Du mich auch anfunken .


    Gruß hannes

  • Hallo Hannes,
    herzlichen Dank für deinen Beitrag. Hier kommt bei mir die Frage auf (bitte nicht lachen): Was heisst eigentlich cremig? Ich weiß, dass das eine schwierige Frage ist, wenn man es nicht zeigen kann. Crremig im Sinne von cremig wie Brotaufstrich, so möchte ich meinen Honig auf keinen Fall haben. Was passiert, wenn ich nicht rühren würde? Bleibt dann der Honig kristalliner, d.h. sozusagen körniger? Etwas permuttartig schimmert mein Honig jetzt schon nach dreimaligem Rühren. Vielleicht sollte ich dann mit dem Rühren aufhören und abfüllen. Habe in diesem Jahr zum ersten Mal vollkommen eigene Etiketten, die auf ein Neutralglas kommen. Bin schon sehr gespannt.
    Mir hat mal jemand gesagt, dass, je mehr man sich mit der Imkerei beschäftigt, je mehr Fragen sich auftun. So empfinde ich das zur Zeit auch. Am Anfang, als ich noch ohne Schulung und ohne so intensive Beschäftigung mit dem Imkerforum geimkert habe, war ich eigentlich weniger verunsichert.
    LG
    Maggy

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Aber die muss man auch als Anfänger haben ...
    Bislang hat es bei meinen Mengen auch ohne gut funktioniert. Und wer den Honig flüssig haben will, der kann das gerne selber tun. Meine wenigen Kunden kommen damit eigentlich ganz gut zurecht.

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Zitat

    Aber dann immer mit Honigauftaugerätschaften arbeiten?


    Ich rühre meinen Honig immer nach dem Einsetzen der Kristallation. Wenn ich dann 5-10 min. pro Tag rühre (5 Tage lang durchführen), dann bleibt der Honig auch schön cremig. Ich rate dir nicht unbedingt zu einem Honigauftaugerät, da diese oftmals sehr teuer sind und für den Freizeitimker nicht lohnenswert

  • Stimmt - falsch ist es. Komisch nur, daß es in Bienenzeitungen immer wieder steht man könne das so eben ganz einfach machen...war das nicht auch für diesen Rapido- Honigrührer ein Argument?
    Aber dann bin ich ja froh, daß es nicht nur mir so geht daß das nicht funktionieren kann...


    Grüße
    Melanie


    Nee, da bist Du nicht alleine. In meinem ersten Jahr hab ich das auch noch geglaubt, bis ich dann auch feststellen musste, dass sich die groben Kristalle nicht mehr auflösen. Ich hab den aufgetauten Honig nochmals gesiebt, gerührt und abgefüllt. Viel Arbeit mit letzlich ordentlichem Ergebnis und natürlich einigen Gläsern mit sehr grobem Honig, den allerdings meine Kinder besonders lecker fanden.


    Seit da fülle ich den Honig immer sofort ab, wenn er die richtige Konstistenz hat.


    Mit der Frage wie lange und bis zu welchem Aussehen gerührt werden sollte, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass da nichts über die eigene Erfahrung geht. Mit der Zeit bekommt man das einfach ins Gefühl. Eine richtige Anleitung nach der es totsicher funktioniert, kann wohl niemand geben.

  • ...Ich hab den aufgetauten Honig nochmals gesiebt...


    Aber Achtung: Für Eigenbedarf kein Problem.
    Verkauft werden darf der aber nicht.
    Denn es steht geschrieben: "...nichts hinzufügen und nicht entnehmen..." :cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,
    trotzdem entnehme ich dem Honig Wachsteilchen, Pollenklumpen und Bienenteile.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.