Gitterboden - out of order oder gar kontraproduktiv?

  • Nun, liebe Leut, zur Diagnose brauchen wir ihn eh nicht mehr.
     
    Und Milbenzählen geht mir derart auf den Senkel, daß ich immer nur in wenig, viel oder sehr viel unterschied.
     
    Da ich seit ca. 12 Jahren keine Aufzeichnungen mehr mache, da mir sonst das Gehirn einschläft, mir aber die Völker sehrwohl merke, von denen ich nachziehen könnte, stellt sich mir die Frage, für was soll ich mir die Arbeit machen und den Schieber rein, raus, rein, raus
    säubern, wieder in den Keller räumen usw. usw....
     
    Zudem denk ich mir, ists ja ein Kriterium, je sauberer der Boden, desto ausgeprägter der Putztrieb.
     
    Apis cerana kommt ja wg. der kürzeren Verdeckelung und wg. des besseren Putztriebes mit der Varroa zurecht.
     
    Nun, denkt die Biene wie der Mensch oder umgedreht, so würd ich mir ausmalen, daß die Bienen, wo sie doch eh ungern über den Gitterboden laufen, die Varroa so gut gar nicht kennenlernen können, wenn die immer schwupps durch den Gitterboden fällt und somit aus den Augen und dem Sinn ist, was ja einesteils gut ist.
     
    Auf der anderen Seite, kann die Biene ja nicht mal die Varroa sehen, die sie zuvor geärgert hat und sie inspizieren und so sagen, das also ist das Ding das ich ausräumen soll, erkennen soll und von meinen Artgenossen runterputzen soll.
    Nur der Mensch gibt mir keine Gelegenheit dazu, meine Bude in Ordnung zu halten.
     
    Ach ja, jetzt kommt gleich der Film über die Gebr. Grimm.
     
    Vielleicht spinn ich auch ein wenig, aber sagt doch mal, könnt da was dran sein?
     
    Gruß Simmerl

  • Hallo Simon,


    interessanter Ansatz.
    Eine Konfrontation – Biene / Milbe findet doch … wenn nicht schon im Larven/Puppenstadium statt, spätestens aber wenn der Reinigungstrupp die Zelle reinigt.
    Die Gefahr die von dem Schmarotzer ausgeht erkennt die Biene offensichtlich nicht und toleriert die Situation unglücklicherweise.
    Gibt es denn Untersuchungen darüber ob bestimmte Alterstadien (Pflege/Wächter/Sammler) der Bienen bevorzugt von Milben befallen sind?
    Sind die Milben lichtempfindlich?
    Was würde passieren wenn es in der Beute hell ist?


    Grüße Seebiene


  • Zudem denk ich mir, ists ja ein Kriterium, je sauberer der Boden, desto ausgeprägter der Putztrieb.


     
    Ja, genau deshalb liebe ich die geschlossenen Böden meiner Hinterbehandlungsbeuten. Der Blick auf die Böden sagt mehr als jede Messung über das Hygieneverhalten des jeweiligen Volkes aus.
    Und der Mehrverbrauch an Futter über Winter spricht auch gegen die offenen Böden (je höher der Futterverbrauch, desto höher die Füllung des Darmes der Biene im Winter!).
     
    Aber weil ich mit den Magazinen wandere, brauchts die offenen Böden...... Jede Medaille hat zwei Seiten.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Bevor ihr jetzt aber eure Gitterböden verbrennt bedenkt dass unter Umständen ein paar Jahre noch vergehen und dann haben wir den nächsten Plagegeist - den SHB und da kommen die Gitterböden wieder zum Einsatz nämlich großen Schalen in denen Öl ist damit sich die Maden da reinfallen lassen und als gebührendem Abgang qualvoll ersaufen ;)
    Trotzdem interessant die Idee. Mich hat allerdings in der Warre echt angekotzt, dass die Varroen nicht einfach durch ein Gitter gefallen sind sondern die Bienen, nachdem sie runter gefallen sind gleich wieder besteigen dürfen.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Olli,
    hast Du DAS beobachten können?


    ... mit "ruschischer" Mini-Cam auf Varroa ...

    Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stummer Bürger, sondern ein schlechter Bürger (Perikles, griechischer Staatsmann, -490 bis -429)

  • Ich benutze seit vielen Jahren "Einlagen" für meinen Gitterböden (die auf dem Gitter liegen).
    Die kommen nur raus zum Wandern und vom Spätherbst bis zum Frühjahr, in der Hoffnung, so die Brutpause zu verlängern.
    Anfangs habe ich das nur gemacht weil ich genau diesen schnellen Blick auf das Hygieneverhalten haben wollte.Mittlerweile halte ich das aber nicht mehr für so sehr zuverlässig.
    Ach ja, zur As-Behandlung kommen sie eingefettet unten drunter.
    Der oft hochgepriesene Effekt der offenen Böden, nämlich niedrigerer Feuchtigkeitsgehalt im Honig, hat sich bei mir nie bestätigt.Wer darauf aus ist, sollte es lieber mit " atmenden " Deckeln versuchen,damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.
    Den Gedanken, die Bienen können sich die frisch verprügelten Milben nochmal in Ruhe anschaun, bevor sie rausgeschmissen werden,hatte ich auch schonmal.So von wegen Feindbild schüren und so...
    Irgendwie kommt es mir ein wenig zu menschlich gedacht vor,aber, wer weiß, vielleicht ist es auch ein Glied in der Kette...
    Gruß Kalle

  • Ich bin eigentlich schon ein Freund der offenen Böden, aber wegen des Milbenzählens nicht. Das ist mir seit ein paar Jahren schnurz wieviel runter kommt. Wichtig ist was drauf bleibt und das messe ich nicht mit dem offenen Boden. Die Bienen mögen IMHO einen Lochblechboden lieber. Und wie Simon sagt, kann ich da auch das hygiensiche Verhalten besser einschätzen (im Frühjahr). Luft brauchen die Völker, das kriegen sie mit dem offenen Boden. Das Flugloch kann ich dann gestalten wie ich will und es nötig ist und brauche nie Angst haben, dass die Völker ersticken. Auch im Winter bei verschneiten Fluglöchern ist der offene Boden ein Segen!
    Das mit dem "nicht merh vor die Augen kriegen"? hmm, muss ich nochmal drüber schlafen ..

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Zitat

    ...Mich hat allerdings in der Warre echt angekotzt, dass die Varroen nicht einfach durch ein Gitter gefallen sind sondern die Bienen, nachdem sie runter gefallen sind gleich wieder besteigen dürfen...


    Die Frage ist, macht das überhaupt was aus?
    OK, nur eine tote Varroa ist eine gute Varroa, Olli :wink::daumen:


    Sollten alle mit Warrébeuten besser auf Varroaböden wechseln, macht das nen Unterschied?
    Sollte man die Milben auf der Windel als "beseitigt" und Teilentmilbung ansehen? Ist das nicht eher unerheblich?
    Falls überhaupt ein Korrelat Fallzahl zu Befallszahl besteht, da soll es doch eindeutige Studienergebnisse geben, dass dem nicht so ist.
    Therapieeffekte nachsehen ist da was anderes.


    Nachdenklich.
    Und gespannt auf weitere Beiträge dazu.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • rst nicht direkt. Ich hatte bloß abundzu mal ganz schön viele Varroen auf dem Boden wenn ich da mal drauf geguckt habe. Sauber gemacht wurde der in den Ecken auch nicht besonders.
    Da fällt mir auch ein, dass bei einem Volk nach dem Winter unten alles voll Toter Bienen lag welche schon Pelz angesetzt hatten. So eine Sauerei. Die Gitterböden waren immer gut sauber obwohl ich die nicht abgekehrt habe.
    Olli

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  • Sollten alle mit Warrébeuten besser auf Varroaböden wechseln, macht das nen Unterschied?


    So will ich mich nicht verstanden wissen :)


    Ich nutz den Gitterboden auch gern um zu checken was drinne los ist ohne reinzugucken. Das ist wirklich wunderbar - man weiß wie stark gebaut wird, wo gebaut wird, das lässt so mehr oder weniger (ich brauch da sicher noch mehr Erfahrung) auf die Größe des Volkes schließen. Ohne lange aufs Flugloch zu starren sieht man sofort ob Pollen eingetragen werden. Auf dem Boden sind so viele interessante Dinge zu sehen die ich noch gar nicht kenne. Durch das Gitter sieht man im Winter, sofern man die Beuten etwas höher stehe hat, den Totenfall (das mag eher am Anfang der Bienenhaltung interessant sein) oder wie Stark die Völker im Herbst noch sind z.B. indem sie durchhängen. Ja ich weiß das würde auch mit einem Hohen unterboden gehen.



    Wie merkt man eigentlich dass die Bienen auf dem Gitter ungern laufen? Ich habe sie noch nie lauthals fluchen gehört wenn sie vollgepackt durchs Flugloch kamen.
    Olli

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  • Moin Moin,


    achsooo!


    Dafür hab ich mein Fenster in der unteren Zarge. Da seh ich die erwähnten Dinge auch. Insbesondere bin ich mal noch erstaunt, wie sauber meine Mädels den Boden haben, da liegt nix rum, auch nicht in den Ecken.
    Ich könnt mir schon vorstellen, dass die nicht so gern über das Gitter krabbeln, lieber über eine geschlossene Fläche.
    Durch ein Fenster könnte man das beobachten, dass mehr ausweichen als über den Gitterbereich zu laufen (je nach Bauart des Bodens, da kenn ich mich nun nicht so aus).


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...da liegt nix rum, auch nicht in den Ecken.


     
    In meinen Warrés auch nicht. Es ist schon ein schlechtes Zeichen, wenn dort zu arge Unordnung herrscht oder im Winter die gefallenen Bienen einen Teppich bilden.
    Das an der Warré festzumachen, ist nicht fair.


    Um zurück zum Rand des Themas zu kommen: Ich möchte noch gern einen weiteren Gedanken einbringen. Wenn auf einer Windel viele Milben zu finden sind - kann das nicht auch bedeuten, dass die Bienen beginnen sich von den Varroen zu säubern und sie zu beißen? Speziell wenn Du den Putztrieb fördernde Maßnahmen ergreifst, ist das doch zu beobachten? Es kann also mehrere Gründe für fallende Varroen geben.


    Viele Grüße
    Bernhard