Wie löst man ein drohnenbrütiges Warré-Volk auf?

  • Liebe Imkerfreunde,
    ich habe ein schlechtes Gewissen: Habe drei Warré-Völker, von denen
    zunächst zwei durch Schwarmbildung die Königin verloren. Das Zusetzen je
    einer Brutwabe (gesponsert von meinem Imkerpaten) hat dazu geführt, dass
    eines wieder eine Königin bekam, das andere wurde definitiv
    drohnenbrütig. Auf Anraten meines Imkerpaten habe ich es daher aufgelöst:
    1.) Beute kräftig von oben geräuchert, ca. 1 Minute gwartet
    2.) ca. 10m vom Bienenstand entfernt die zwei ausgebauten Zargen
    ausgeschüttelt.
    3.) ca. 11 kg Honig geerntet
    Die Bienen flogen zum Ort der ehemaligen Beute zurück und versammelten
    sich in dicker Traube. Da ich 30km vom Bienenstand entfernt wohne, musste ich sie dort sitzen lassen, in der Hoffnung, dass sie sich bei den
    beiden Nachbarvölkern einbetteln.
    Meine Frage im Nachhinein: Ist das überhaupt realistisch? Warre-Beuten
    (das ist leider meine traurige Anfänger-Erfahrung) sind eng. Beide
    intakte Warre-Stöcke haben zwei Zargen ausgebaut, noch eine Leerzarge
    Platz. Passt da noch ein weiteres Volk hinein oder gibt es u.U. Mord und
    Totschlag?
    Gibt es eine bessere Methode, ein drohnenbrütiges Warré-Volk aufzulösen?
    Vielen Dank für gute Ratschläge!
    Euer Bienvenu

  • Gibt es eine bessere Methode, ein drohnenbrütiges Warré-Volk aufzulösen?


     
    Warum eigentlich?


    Frage doch mal deinen Imkerpaten, was für einen Zweck so ein Drohnenvolk noch erfüllen könnte? Vor- und Nachteile, wenn es bestehen bleibt?



    Platz ist in der kleinsten Hütte. Durch die leere Zarge unten ist da mehr als ausreichend Platz für sie, sollten sie den Weg dahin finden. :roll:


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Naja Bernhard, die Frage, für was das Drohnenvolk noch gut sein könnte in Ehren, aber ein wenig kulturvoll Imkern ist doch auch nicht schlecht?
    Ich kann mich erinnern, dass Imker Drohnenvölker abgeschwefelt haben. Das finde ich auch nicht kulturvoll, aber ein Volk, hoffnungslos in Auflösung kann nicht Deine Empfehlung sein.
    Gruß
    Ralph

  • Hallo Ralph,


    ich stellte die Frage als Frage.


    Viele Grüße
    Bernhard


    PS: Was dem Einen die Kultur, erscheint dem Anderen als Banausie. Und umgekehrt. :lol:

  • Lieber Bernhard, lieber Ralf,
    vielen Dank für die Antworten. Ich habe die Frage des "Warum" und "Wie" auch mit meinem Paten besprochen. Nach seiner Meinung geht das Volk ohne Königin ein und - das war für ihn das Wichtigste - wird ausgeraubt, und das hielt er für sehr gefährlich. Andere Möglichkeiten außer der Auflösung sah er nicht: Eine Königin zuzusetzen lohne sich nicht, außerdem konnte ich meine Waben wegen des "Wirrbaus" (trotz Anfangsstreifen) nicht ziehen (sonst wäre denkbar gewesen: Stock wegtragen, Waben ziehen, abfegen, leeren Stock ohne Drohnenmütterchen mit neuer Königin bestückt wieder aufstellen). Brutwabe zusetzen als zweiter Versuch wäre u.U. am Drohnenmangel gescheitert, da bis zum Werden der geschlechtsreifen Königin die Völker ihre Drohnen abgetrieben haben dürften.
    Dies nur als Nachsatz zu meinem obigen Thema, für das ich mich weiterhin über Antworten freue.
    Herzliche GRüße
    Euer B.

  • Hallo Bienvenu,


    das Thema hatte ich auch bei einem Warrévolk, allerdings wegen nicht richtig begatteter Königin eines Nachschwarmes.
    Das kannst Du hier mal nachlesen
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=22011&p=242510#post242510


    Ich hatte ordentliche Waben an den OTs, allerdings am Rand festgebaut, deshalb auch und wegen der Empfehlung meines Imkerpaten habe ich zu spät reingeguckt.
    Das Argument von Bernhard hat was, denn in diesem Zustand nur noch Drohnen zur weiteren Vermehrung "herzustellen" ist eben der letzte biologische Sinn und Zweck dieses Volkes.
    Meins hatte auch nur noch Restbienen, die Drohnen wären also in Kürze verhungert. Ein Argument für die Auflösung war für mich, das ich bereits Wespen und Fliegen am Einflugloch sah und Räuberei auch für das sich gut entwickelnde Zweitvolk daneben vermeiden wollte, denn die waren ursprünglich schwächer als dieses aufgelöste.
    Geflogen sind die produzierten Drohnen ja bereits gut drei Wochen und ein bißchen Honig wollte ich dann auch entnehmen. Daher hab ich sie nicht einfach sich selbst überlassen.
    Die Vorstellung war mir dann doch zu "untätig" - wobei ich die "Wenig-Manipulation-Betriebsweise" wegen des Ereignisse immer noch nicht aufgeben würde.


    Ich habe abgestoßen/abgefegt, hatte auch die von Dir beschriebene Bienentraube am Ständerwerk der Beute, diese war aber am späteren Abend schon kleiner und am nächsten Tag weg bis auf eingegangene Drohnen auf der Erde, die bis zum nächsten Tag vonn allerlei Feinschmeckern wohl entsorgt wurden.


    Da es nur wenig Restbienen waren, kann ich nicht sicher sagen, dass das zweite Volk verstärkt war durch Zuflug, hatte aber scchon den Eindruck.



    Viele Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper